5. Spätherbst 83, Ganzer Tag | Steppe | Schicksalsschlag, Nero Valerius, Gaia Acillius, Ceres Aegidius, Vesta Valerius, Nyke Astoria, Briony, Damhnait, Karthago Dracas, Khione Dracas, Aarin Miles, Aaron Miles, Sayyirah, Rhuen, Desmond Aegidius, Atlas, Nova Odyssey, Ezrael Achilléas, Detheroc Erice Dracas, Néniel, Saito Altair, Penthesilea Acillius, Selene Miles, , Spartacus Licinius, Amata Aegidius, Eris Astoria, Lucian Astoria, Hestia Dracas
Sein Leib blieb in der steinernen Statue gefangen, die er neuerdings seinen Körper schimpfte, als Eris ihn mahnend anstupste. Lediglich seine blauen Iriden verrieten die Irritation, die er bei dem erneuten Anblick des Miles in Anwesenheit Nykes spürte.
Und was gab Eris da noch weiter von sich? Ihrem Körper zu schaden? Gott. Soweit hatte er nicht einmal gedacht. Es hatte ihm schon genügt, dass diese gefleckte Kreatur dieselbe Luft einatmete wie Nyke. Er verstand nicht, was das Mädchen in dieser Vollkatastrophe sah. Seine Hoffnung lag darin, dass sie sich diesen Narren als Projekt ausgesucht hatte, um sich selbst zu mehr Zerstreuung zu verhelfen. "Bring mich nicht noch auf Ideen", quetschte er zwischen zusammengepressten Zähnen unter einem gequälten Seufzen hervor.
"Oh Gott, die Qual will kein Ende nehmen", entfloh es ihm letztlich, als Nyke sich doch tatsächlich in die offene Umhalsung warf. Zwar hatte sie genug Manieren und Anstand genossen, sich sogleich wieder von ihm zu entfernen, Lucians Blick brannte dennoch für eine geraume Zeit auf dem ungleichen Paar. "Es reicht", wollte er sich in seiner stillen Rage auf den Weg machen, um den blonden Burschen von Nyke zu reißen. Er empfand absolut nicht wie Eris. Nyke sollte fallen? Nicht, wenn es nach ihm ging. Es nagte bereits zu genüge an ihm, dass er nicht für Eris da gewesen war, als sie ihren Verlobten verloren hatte. Nun stand sie hier, Symbol der Astorischen Eleganz und Stärke, und trug das positive Gemüt im Namen der gesamten Familie. Niemand, der ihm am Herzen lag, sollte jemals wieder fallen. Ganz gleich, wie niedrig der Stolperstein sein sollte.
"Werte Cousine, ich schmeiße mich liebend gerne in euer aller Namen in den Dreck. Oder vertreibe ihn, bevor er Flecken hinterlässt." Er setzte sich in Bewegung - nur umso gleich an Ort und Stelle gehalten zu werden. Seine Reflexe griffen nach Eris, welche sich glücklicherweise selbst vor dem Aufprall bewahren konnte.
Amata Aegidius.
Aegidius.
Unwillkürlich verschmälerten sich seine Augen für einen kurzen Moment. Amata konnte gewiss nichts dafür, den Namen ihres Cousin zu teilen. Der Beigeschmack, den jenes Adelshaus seit geraumer Zeit bei ihm hinterließ, war leider unumgänglich geworden. Wenngleich Ceres glücklich zu sein schien und ihr Lächeln leichter geworden war.
Weshalb wiederum sein Lächeln schwerer wog. Wie konnte man gleichermaßen glücklich und verloren für eine andere Person sein?
Die Worte der Fuchsstute holten ihn zurück und er löste den Blick von der grauen Gestalt der Stute. Er musste sich ermahnen.
Erneut erinnern.
Amata Aegidius konnte nichts für seinen Groll.
Also nickte er zustimmend und sein Antlitz wurde milder. "Hmm. Tatsächlich sehr hübsch. Ich verstehe nichts von Blumen, sehe aber wohl, wenn sie ein schönes Gesicht untermalen." Ein höfisches Nicken zur Begrüßung.
Die Gesellschaft einer anderen Dame würde Eris guttun.
"Wollt ihr euch zu uns gesellen, Amata?"
Er hatte Nyke und Aaron aus den Augen verloren.
Das würde eine lange, frustrierende Nacht werden.
Eris & Amata
Derartige Spektakel sind doch nur dazu da, um dem einfachen Volk das Gefühl zu geben dazu zu gehören, aber ihnen zugleich zu zeigen, was sie niemals erreichen werden. Der Spalt zwischen dem Adel und einfachen Volk ist kaum zu überwinden und einerseits beneidet Hestia das einfache Volk für ihre Freiheiten, aber andererseits sieht sie auch mit Argwohn auf sie herab.
Bisher konnte sie sich erfolgreich von ihren adeligen Pflichten drücken, aber ihr Vater macht ihr mit jedem vergehenden Tag deutlicher, dass es für sie an der Zeit ist, einen Gatten zu finden und das Blut der Draca weiter zu vererben. Aber welchen Sinn hat es? Ihre Kinder werden nicht den Namen der Familie Draca tragen, sondern den einer anderen Familie und bisher sieht sie keinen der möglichen Kandidaten als würdig an.
Genauso wie vor einer eigenen Vermählung wollte sie sich von dieser albernen Hochzeit drücken. Allerdings hatte ihr Vater bereits damit gerechnet und sie, noch bevor sie die Möglichkeit hatte, sich am Morgengrauen davon zu schleichen, geschnappt und herrichten lassen. So wurde ihr zweifarbiges Langhaar hübsch hergerichtet und mit passenden Blumen geschmückt. Auch ihr schwarzes Fell glänzte im Schein der Sonne, wenn sie sich denn zwischendurch zeigte, sodass es ihr nicht möglich war, in der Masse zu verschwinden.
Also stand sie etwas abseits und betrachtete aufmerksam das Geschehen. Der Vorteil ist, dass diese Spektakel allerlei interessante Tratsch mit sich bringen können und wer weiß welche Informationen sich ihr darin offenbaren. Denn wenn einem das eigene Leben schon nicht viel Freude bringt, ist es sehr verlockend, sich am Leid anderer zu ergötzen - wenngleich Hestia da durchaus Grenzen hat.
Vor 7 Stunden
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Vor 4 Stunden von Viki.)
"Natürlich. Für nichts anderes bin ich zurückgekommen.", antwortete Rhuen knapp und hob skeptisch eine Augenbraue, während er seinem langbeinigen Leidensgenossen entgegenblickte. Diese Spitzen und Raufereien zwischen ihnen mussten offenbar sein, als wären sie ein Naturgesetz. Dennoch wusste der Rappwindfarbene, dass auf Spartacus Verlass sein würde, wenn es die Pflicht verlangte.
Wenn er ihn so ansah, tat er ihm beinahe schon fast leid - er wirkte rastlos und wie ein Jemand, der von seiner Mutter auf diese Erde geboren wurde, um den Frust und das Leid zu kompensieren, das andere stattdessen nicht ertragen mussten. Seine Verbündeten und seine Familie wurden ihm seit dem ersten Tag seines Lebens entrissen, immer wieder aufs Neue. Und wenn die Anderswelt sie nicht holte, dann wurden sie ihm eben anderweitig weggenommen. So wie Lea. Kein Wunder, dass er ein wenig verloren wirkte ihn dieser Welt, die sich still und heimlich gegen sein Glück drehte.
"Ich denke nicht, dass es auch nur annähernd angemessen wäre, wenn sich jemand wie ich in der Nähe der Königsfamilie aufhalten würde... Aber wenn es sich ergibt, gratuliere ich natürlich gerne."
Es überraschte ihn, wie viel der dunkle Fuchs heute sprach und Rhuen würde sich selbst belügen, wenn er seine Präsenz nicht doch als angenehm empfand. Er lachte kurz. "Danke für die Blumen, Prinz. Du bist offenbar noch immer genau der selbe wortgewandte Ochse von damals. Aber es gibt offensichtlich Dinge, die ändern sich nicht." - Und dass du es bist, ist verdammt nochmal gut so.
Tanzen. Nichts weiter erschien dem Schwarzen ferner als der Gedanke, mit irgendjemandem zu tanzen. Er hatte noch nie getanzt. Warum sollte er jetzt damit anfangen? Sein Aufgabenbereich war ein anderer - natürlich, sein Wachposten rechtfertigte nämlich auch jegliche Abstinenz bei den Feierlichkeiten. Er stand hier, sah zu, freute sich seinetwegen ein bisschen für die anderen und würde jedem, der diesen Tag ins Verderben stürzen wollte, galant den Hals umdrehen. So war doch jeder zufrieden gestimmt.
Kurz wandte er sich um, als er Schritte unmittelbar in ihrer Nähe wahrnahm. Für einen Augenblick musterte er das zierliche, elegante Antlitz der dunklen Stute mit den roten Augen, fixierte sie einen Moment, nur um sich dann wieder Spartacus zuzuwenden. Die Ähnlichkeit zwischen Dracas und Tenebrae war verblüffend, das war ihm schon des öfteren aufgefallen. Und wahrscheinlich doch bloß ein unbedeutender Zufall.
"Warum tanzt du nicht? Die ganzen Krähen müssten doch gierig darauf abzielen, deine Zukunft zu besiegeln. Oder hat man dich zwischenzeitlich auch schon verscherbelt wie ein willenloses Stück Fleisch?"
Spartacus
Vor 3 Stunden
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Vor 3 Stunden von Miri.)
Schmerzen. Ohne dass sie es vermeiden konnte, wirkte dieses Wort wie ein Trigger und ließ ihr dummes kleines Herz für einen Augenblick schneller schlagen. Sie war nicht bereit, noch eine für sie wichtige Person zu verlieren
Auch wenn dieses Gedankenspiel angesichts Aarons Aussage sehr weit hergeholt war. Nur weil er Schmerzen hatte bedeutete dies nicht, dass er im nächsten Moment leblos vor ihr zusammenbrechen würde. Nyke wusste also selbst, wie irrational diese Angst war. Aber das half nicht, sich gegen sie zur Wehr zu setzen.
"Sind sie... Ist es schlimm?"
Die Sorge bewölkte ihre Augen, als sie ihn musterte. Und sie wollte selbst dann nicht verschwinden, als Aarons Körperhaltung sich bereits wieder entspannt hatte und er dazu überging, ihrer Bitte nachzukommen.
"Ich glaube, darauf verzichte ich lieber." Die Bemerkung hinsichtlich der Beeren lockte nun doch endlich den Anflug eines Lächelns auf ihre Züge. Die Erinnerung an das Fiasko auf Penthesileas und Neptuns Verlobung war noch immer sehr lebhaft und mittlerweile konnte sie der Szenerie und dem Chaos das auf sie gefolgt war, sogar etwas amüsantes abgewinnen.
Was den Tanz anging, so war Nyke nicht unbedingt traurig darüber, die Tanzfläche nicht betreten zu müssen. Natürlich hatte es zu ihrer Ausbildung gehört, die Bewegungen zu lernen und Jenna hatte auch steif und fest behauptet, dass Nyke sich mit einer wunderbaren Eleganz im Tanz bewegte, aber sie hatte sich immer unwohl gefühlt. Viel lieber hatte sie Eris dabei beobachtet, wie sie über die Tanzfläche geschwebt war. Keiner war so begabt wie ihre Schwester.
"Aaron..." quittierte sie das 'Planschkuh' mit einem leicht tadelnden Unterton. Sie mochte Vesta; mehr noch, seit ihrer letzten Begegnung empfand sie tiefe Sympathie für die Braune.
Aber Aaron war nun einmal Aaron und ging bereits über zur nächsten Idee. Mit einem verstohlen Lächeln schüttelte Nyke den Kopf, machte sich dann aber an seiner Seite ebenfalls auf den Weg. Und dann musste sie in der Tat ein Auflachen unterdrücken. Karthago und Vesta. Es gab kaum zwei Wesen, die weiter voneinander entfernt waren.
"Ja, so sieht er aus. Seine Augen sind schon ganz rot." sprach sie und biss sich sodann auf die Zunge, selbst überrascht von der Bissigkeit ihrer Aussage. Nichtsdestotrotz ließ Nyke nunmehr selbst den Blick schweifen, welcher kurz an Eris, Lucian und Amata hängen blieb. Sie schluckte, vermochte es dieses Mal aber, die traurigen Gefühle niederzuringen, die Aaron so meisterlich vertrieben hatte. Dann erfasste sie Gaia und Ezrael.
"Sie fragt ihn gerade sicher nach einem Rezept für ein Elixir, das unsterblich macht."
Steppe - Aaron Miles
Ein glückliches Lächeln legte sich auf ihr Gesicht und sie schloss für einen Moment sogar zufrieden die Augen, als Eris ohne jegliche Äußerung ihren Wunsch zu hören schien und die Blüten zurück in ihr Haar drapierte. Eris war das Sinnbild einer Stute, wie sie dem Adel entsprang. Warmherzig, bodenständig, höflich und wortgewandt. Wenn Amata ehrlich sein sollte, war es ihr in der Vergangenheit nie leicht gefallen, ehrliches und tiefes Vertrauen in jemanden zu finden, der nicht ihrer Familie angehörte - dafür hatte Acollo in der Vergangenheit ausgiebig gesorgt. Seine Linie der Aegidius hatte stets im Hintergrund agiert, prinzipiell weniger persönliche Verbindung zur Familie des Königs als es bei Achos und seinen Nachkommen der Fall gewesen war.
Einige Mitglieder der Astorias bildeten eine markante Ausnahme, allen voran Eris. Zur ihr hatte Amata bereits in ihrer Kindheit eine engere Verbindung gehabt als zu ihrer eigenen Schwester. Umso weniger verwunderte sie es, dass allmählich die Anspannung aus ihrem Körper wich, jetzt, wo sie da war. Seit ihre Familie gänzlich von der Bildfläche verschwunden war - zuerst ihre Mutter, dann ihr Bruder gemeinsam mit Artemis und zuletzt auch ihr Vater und ihre Schwester - fühlte sie sich insgeheim oft einsam. Als gehöre auch sie nicht mehr hierher. Wenn aber bestimmte Personen in ihrer Nähe waren, verflogen diese Gedanken oft schnell. Dennoch respektiere Amata es, dass auch sie ihren inneren Zirkel schätzten und drängte sich nicht auf.
"Danke, Eris. Dich hat der Himmel geschickt, weißt du das?", entgegnete sie und lehnte dankend kurz ihren Hals gegen den der Füchsin, trat dann wieder einen Schritt zurück und begutachtete die purpurne Blütenpracht in ihrem Haar. Sie war bildschön.
Ich verstehe nichts von Blumen, sehe aber wohl, wenn sie ein schönes Gesicht untermalen.
Einen ganzen Augenblick starrte Amata regungs- wie auch sprachlos in die eisblauen Augen des Weißen. Es dauerte einem kurzen Moment, bis sie wieder zu ihrer Stimme zurückfand.
Was auch immer er mit seinen Worten gemeint hatte - sie versuchte, ihnen möglichst wenig Bedeutung beizumessen. Wahrscheinlich bekam sie gerade wieder irgendwas völlig in den falschen Hals. Sie konnte nicht gut mit Komplimenten umgehen, wenn sie ihr nicht gerade selbst über die Zunge rollten, und erst recht nicht, wenn sie von einem Mann kamen. Wahrscheinlich hatte er es ganz anders gemeint, als sie es verstanden hatte. Damit tat sie am besten einfach so, als hätte sie nichts gehört.
Dann hoben sich abermals ihre Mundwinkel, als man ihr anbot zu bleiben. "Danke für Eure Einladung. Solange es Euch nicht stört, bleibe ich gerne!", entgegnete sie und gesellte sich zu den beiden Astoria. Sie überblickte die Menge, nochmals vorsichtig prüfend, was Gaia und Ezrael da offenbar zu besprechen hatten. Eris bemerkte es natürlich und Amata schmunzelte müde.
"Neulich habe ich einen Soldaten durch einen Behandlungsfehler beinahe eine Woche dienstuntauglich gemacht. Ich hab einer jungen Stute in ihrer ersten Rosse zur Milderung beinahe etwas gegeben, was zu unliebsamen Verdauungsproblemen führen würde anstatt ihre Beschwerden zu mildern. Und als eine Stute aus dem Volk Hilfe bei der Geburt ihres dritten Kindes brauchte, musste ich Ezrael hinzuziehen, weil ich vermutlich aufgeregter war als sie selbst und überhaupt nicht mehr wusste, wo vorne und hinten ist. Ich kann Kräuter mischen und Medizin oder Gift brauen - aber allmählich habe ich Zweifel daran, dass ich nicht eines Tages mal jemanden umbringen werde. Also aus Versehen natürlich.", erzählte die junge Aegidius. "Ich warte auf den Tag, an dem man mich meiner Aufgabe entledigt, und das aus gutem Grund. Ich hoffe, dass das gerade nicht das Thema ist, über das sich die beiden da drüben so enthusiastisch unterhalten". Sie deutete mit einem flüchtigen Nicken in die Richtung, in der der Leibheiler des Königs und ihre Großtante gerade standen. Aber nur ganz grob. Bloß nicht zu auffällig. Offiziell hatte sie sie ja gar nicht bemerkt.
"Eigentlich hat Gaia nicht das letzte Wort, was meine Zukunft betrifft, sondern mein Vetter Anchor. Aber was soll er auch machen oder sagen, wenn er mich gar nicht richtig kennt? Seine Vorfahren und meine waren nie entzweit, aber sie sind zumeist eigene Wege gegangen. Wir kennen uns nicht wirklich gut, wenngleich ich auch viel von seiner Gattin lernen durfte."
Amata seufzte, schüttelte mir dem Kopf und blickte schließlich zu Lucian, beobachtete ihn einen ganzen Augenblick. Er wirkte angespannt und irgendwie ein bisschen außer sich. So kannte sie den sonst stets gefassten und beinahe unbeeindruckten Astoria nicht.
"Ihr seht zornig aus, Lucian. Beschäftigt Euch etwas?"
Eris und Lucian
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