Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.
Die Legenden von Valeria, einst ein strahlendes Reich voller Pracht und Macht, sind nun nicht mehr als flüsternde Erinnerungen im Wind der Vergangenheit. Ein feuriger Zorn aus den Tiefen der Erde hat es verschlungen, ein Inferno, das Leben und Träume gleichermaßen zu Asche verbrannte. Du bist durch ein gnadenloses Land gezogen, warst ein Wanderer ohne Heimat, getrieben von der verzweifelten Suche nach einem neuen Morgen.


Die Schwachen zerbrachen auf diesem Weg, manche folgten dem Ruf der Verzweiflung und wendeten sich vom König ab.

Doch es gibt jene, deren Herzen ein unbezwingbares Feuer tragen – eine Hoffnung, die selbst die finsterste Nacht nicht ersticken kann. Bist du einer von ihnen? Oder haben die Schatten bereits Besitz von deiner Seele ergriffen?
Das Pass Into Oblivion ist ein textbasiertes Rollenspiel in welchem du in die Rolle eines Pferdes schlüpfst. Wir schreiben in einem plotbasierenden System und sind immer bemüht die Charaktere so tief wie möglich in die Geschichte zu integrieren und einen möglichst breiten Anschluss zu bieten. Schau dafür gerne einmal auf unserem Discord-Server vorbei!

Aktuelle Neuigkeiten


Der neue Plot
29.05.2026

Der weitere Verlauf
03.05.2026

Februar-Neuigkeiten
11.02.2025

Das Team


Aktueller Zeitraum



1. Tag des Winters bis zum
30. Tag des Spätwinters


Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
II. Unter dem Schleier der Pflicht
5. Spätherbst 83, Ganzer Tag | Steppe | Schicksalsschlag, Nero Valerius, Gaia Acillius, Ceres Aegidius, Vesta Valerius, Nyke Astoria, Briony, Damhnait, Karthago Dracas, Khione Dracas, Aarin Miles, Aaron Miles, Sayyirah, Rhuen, Desmond Aegidius, Atlas, Nova Odyssey, Ezrael Achilléas, Detheroc Erice Dracas, Néniel, Saito Altair, Penthesilea Acillius, Selene Miles, , Spartacus Licinius, Amata Aegidius, Eris Astoria, Lucian Astoria, Hestia Dracas, Morgana, Tetia Victus, Rhea Victus
#71
Andächtig verweilte die schneeweiße Stute am Rande des Feldes und überblickte das Geschehen. Sie beobachtete genauestens, wie sie alle miteinander taten. Sprachen. Tanzten. Lachten. Lästerten. 
Heute war ein besonderer Tag, und es wurde Morgana freigestellt sich unter das Volk zu mischen. So stand sie hier nun und sah zufrieden gestimmt dabei zu, wie alles allmählich zu neuer Normalität zurückkehrte. Sie hatten viele Verluste zu verzeichnen, diese Tatsache war ihr nur allzu bewusst. Viele Gesichter fehlten in den Reihen, und doch tanzten zwischen ihnen die Geister der Zukunft. Noch waren sie kleine Kinder, junge Fohlen und Halbstarke, doch sie waren die Knospen, die eines Tages in voller Pracht erblühen und die Geschichte weiterschreiben würden.

Heute nahm der König sich eine neue Gemahlin, schloss damit ein altes Kapitel ab und eröffnete zugleich ein neues. Es war zufriedenstellend, dass sich das Blut der Valerius weitervererben würde, und dieses Mal aus dem Schoß einer würdigen jungen Dame, was mit großer Sicherheit auch in den Adelshäusern auf Anklang stoßen würde nachdem König Nero und seinerzeit auch König Aurelian die strengen Regeln der Monarchie infrage gestellt hatten, indem sie die Umarmung einer Stute aus dem einfachen Volke präferiert hatten, wenngleich einst das Blut der Aurea durch Echos Adern geströmt war. Bedauerlicherweise jedoch war sie durch irgendetwas in ihrem hübschen Köpfchen fehlgeleitet gewesen und so erntete die Ehe zwischen ihr und König Nero mehr Hohn und Spott als ehrliche Anerkennung. 
Armer, kleiner Garrus., schwebte es ihr durch den Kopf und sie wünschte sich nichts sehnlicher, als dass dieses unschuldige Kind eines Tages nicht durch die Kurzsichtigkeit seiner Mutter in eine ähnlich missliche Lage getrieben wurde, sondern eine glückliche Zukunft als künftiger König erwarten durfte.

Ihr Blick schweifte von den tanzenden Paaren ab und blieb kurz an zwei jungen Hengsten hängen. Spartacus Licinius, der Sohn der wunderbaren Celestial, bevorzugte offensichtlich ebenfalls die Präsenz eines einfachen Burschen aus dem Volke. Offenbar heckten sie wieder irgendwelchen Schabernack aus, wie sie dort standen, der jungen, verlorenen Dracastochter hinterherblickten und kicherten wie zwei kleine Teufel.
Ein leises Seufzen verließ ihre Kehle. Auch sie würden eines Tages die Beschützer ihres Volkes stellen, auch wenn dieses bisweilen kaum vorstellbar war. Männer waren einfältig und dumm in diesem Alter, wuchs ihr Körper doch um Längen schneller als ihr Hirn. Aber auch dieser Umstand würde sich eines Tages bereinigen - alles zu seiner Zeit. Sie waren stark und ihrem Alter entsprechend fähige Kämpfer.

Apropos fähige Kämpfer.
Remus Victus trat an ihr vorbei. Ein Gesicht, das Morgana gerne erblickte, waren die Victus doch etablierte Säulen der Monarchie - jeder einzelne auf seine Weise. Adelaide war eine angesehene Glaubensschwester, wenngleich Morgana der Umstand missfiel, dass sie dem Klerus nicht aus tiefster Überzeugung beigetreten war, sondern aus anderen Ursprüngen heraus. Sie war eine Koryphäe. Sie musste nur begreifen, dass sie sich in genau der Position befand, für die sie von Gott auserwählt worden war. Falsche Bescheidenheit konnte durchaus schmeichelhaft sein, doch in ihrem Fall war sie schlicht und ergreifend absolut fehl am Platz. Ein Thema, das heute nicht relevant sein sollte.

"Es erfüllt mein Herz mit Freude, Euch hier zu sehen, Remus. Wie ergeht es Euch?", sprach sie ruhig, während ein sachtes, aber ehrliches Lächeln über die Lippen der Weißen huschte, als sie prüfend über den großen Körper des Soldaten blickte und schließlich zu ihm aufsah. Auch Remus war von Verlust geplagt gewesen, hatte der arme Mann den Tod seiner Frau und zwei seiner Tochter zu beklagen. Doch er war stark. Und da waren noch die anderen beiden Mädchen, die ihren Vater nicht leugnen konnten. 

Remus Victus | Steppe

Zitieren
#72
"Nein."
Sie ließ das Wort so schlicht in der lauen Luft stehen, als hätte sie ihm damit nicht gerade offenbart, dass sie an seinen Qualitäten als Oberhaupt der Familie zweifelte. Es war eines der Dinge, die den Sprösslingen des Hauses Dracas in die Wiege gelegt worden waren; oder aber durch entsprechende Maßnahmen Einzug in ihre Wesen gehalten hatten. Furchtlosigkeit.
Karthago würde sich beweisen müssen. Dass sie ihm nicht in den Rücken fallen würde, hatte rein pragmatische Gründe. Wer würde sonst an seiner Stelle die Führung übernehmen? Xieran? Damit wäre das Hause Dracas fürwahr dem Untergang geweiht. Für Detheroc standen Dracerions beiden Söhne im Weg. Und selbst wenn diese die Folge nicht antreten würden, wäre Khiones Vater wahrscheinlich ebenso wenig geeignet wie Xieran. Von dieser Seite her betrachtet hatte Karthago also gewissermaßen bereits erreicht, was er soeben so ehrgeizig geäußert hatte. Er war die beste Wahl.

Langsam nahm die Anzahl an Anwesenden zu, was bedeutete, dass sie sich dem Zentrum des Festplatzes näherten. Khione atmete in einem tiefen Zug ein. Sie verabscheute diese Art von Aufläufen; seit dem Krieg verursachten solche Mengen an Leibern ein Unwohlsein in ihrer Brust, ihr Herz schlug schneller und beinahe automatisch begann sie, die Umgebung nach potentiellen Gefährdern zu durchkämmen. Es war ein Glück, dass es ihr einigermaßen gelang, diese Veränderung in ihrem Befinden bedeckt zu halten. Es wäre ein gefundenes Fressen für ihren werten Cousin.
"Ein nettes Paar." widerholte Khione Karthagos Worte in ihrem Kopf und hätte beinahe aufgelacht angesichts der Absurdität, die dieser Aussage innwohnte.
"Ich fürchte du musst dir eine andere Dame suchen, die dir Zerstreuung hinsichtlich einer gewissen Rappstute leistet."
Ihr war durchaus bewusst, dass sie mit diesem Thema äußerst dünnes Eis betrat. Aber wer wenn nicht sie war in der Lage, sich darauf zielsicher zu bewegen? Nichtsdestotrotz zog sie es vor, dem aufkommenden Zorn ihres Cousins auszuweichen und entfernte sich mit ein paar zügigen Schritten von ihm.
"Auf das Haus Dracas. Und darauf, dass ich meine Loyalität nicht bereue."
Sie warf ihm über die Schulter einen vielsagenden Blick zu, dann schob Khione sich zwischen den Körpern hindurch und verschwand im Gedränge.

Steppe - Erst Karthago Dracas, dann allein; anspielbar

Zitieren
#73
Während seine klugen Augen Gaia betrachtete, er äußerlich wohl sehr gefasst wirkte, stellte er sich innerlich ein ganz anderes Szenario vor. Er hätte einen Witz gemacht und die alte Hexe hätte gelacht. Kein krächzendes altes Lachen, sondern ein glockenhelles, das sich zunehmend in ein Gackern gewandelt hätte und die Monarchin lachen ihm zu Hufen lag, sich im Gras hin und her wälzte, während ihr Körper von einem Lachanfall in den nächsten durchgeschüttelt wurde. Bis sich Tränen aus ihren Augen quetschte und in ihrem Gesicht kleine aber feine Lachfältchen verblieben. Oh ja, das sollte ihr Fluch sein, wann immer sie ihn sah. Heh. Sich das auszumalen war schön. Fast zu schön um wahr zu sein.
Ezrael räusperte sich und das verträumte Lächeln rutschte ihm aus dem Gesicht, als er blinzelte und seine Augen wieder in Gaias Gesicht richtete. Das innere Bild endlich zur Seite schiebend und sich ganz auf sein Gegenüber zu konzentrieren. Auch sie hatte es verdient, nachdem er ihr schon so ungalant vor die Füße gestolpert war, dass sie Zeugin seiner ganzen Aufmerksamkeit wurde. „Grausam. Höchst grausam, wohl war. Wer mag das nur tun? Aber gewiss existieren solche Unsitten anderswo“, ihn interessierte das nicht, denn wenn man seinen Schützling schon Jemand zum Heiraten vorsetzte, da hatte Erster sowieso kein Mitspracherecht und auch keine eigenen Meinung mehr. Ob nun gut vorbereitet oder nicht. Eine Heirat ohne Liebe war etwas so, so so! Ezrael schüttelte in einem Anflug von innerem Widerwillen seinen Kopf.

Aber oh, was sah er da auf ihrem Gesicht? War es bloß Einbildung? Konnte es sein, dass Gaia Acillius tatsächlich ein Herz besaß? Wenn es auch derzeit klein und verschrumpelt war. „Das erfreut mich zu hören“, entgegnete er und nickte bekräftigend. Wahrscheinlich war er ein guter Mann gewesen. Ein guter Ehemann dessen Ableben Gaia erst zum Geier hat werden lassen. Hmmm. Doch kurz daraus ward Ezraels grüblerische Miene wie weggewischt und seine Lippen verzogen sich, langsam, ganz langsam zu eine schiefen Lächeln. „IHHHHHGKKRRRR“, brachte er heraus, presste unter diesem Laut, seine Lippen zusammen, aber über die Steppe geschallt war er eh schon. Ezrael unterdrückte den Drang in die Luft zu hüpfen und sich mit ein paar Sprüngen von Gaia schnellst möglichst zu entfernen. Ezrael verlor sich in einem Lachen, das in einem Kichern änderte. Völlig übertrieben, ehe er sich auf die Zunge biss und Gaia wieder ins Gesicht sah, seinen Kopf gar etwas hob. „Ihr habt da gerade einen Scherz gemacht. Ganz gewiss habt ihr das. Ich würde mir nie anmaßen-  und außerdem- naja eh- ihr seid nicht gerade mein…meine… Muse. Ja, ja meine Muse.“ Er lachte wieder, diesmal mehr über sich. „Es ist wirklich reizend mit Euch zu scherzen, liebste Gaia.“ Und jetzt wollte er weg, weil sie anfing über seinen Bruder zu reden.

Blahblahblah… ja, er wusste wie toll sein Bruder gewesen war. Er wusste auch, was er alles erreicht hatte. Er wusste auch, dass er ihn sehr sehr vermisste und für immer lieben würde. Aber warum genau verglich man immer seinen grazilen Hintern mit dem eines Muskelpakets!? Sie waren in ihrem Beruflichen Werdegang ziemlich weit entfernt. Ja, genau so erklärte er das gerne anderen manches Mal, warum der arme Leibheiler kein Weib abgekriegt hatte. Tja, die Arbeit war eben sein Weibe. „Meiner durchaus würdig..“ Sie beliebte wahrlich zu scherzen und Ezrael musste aktuell nicht, ob ihm eher nach lachen oder weinen zumute war. Aber der Matriarchin zu Ehren, würde er sich ihre Predigt anhören und dann so tun, als würde er einer dieser netten Damen aufsuchen, vielleicht mit ihr hübsch plaudern und sich dann in Richtung Heilergebiet davonstehlen, nur um dann rechtzeitig zur Hochzeit wieder vor Ort zu erscheinen. So als wäre nichts gewesen. „Nun, ich will mich Eurem geschulten Auge stellen und Eurem Urteil aufmerksam lauschen.“

Gaia

Zitieren
#74
Er war Eris dankbar. Jedes Mal, wenn man ihn in eine dieser festlichen, geselligen Situationen entsandte, wusste er die Anwesenheit seiner Cousine zu schätzen. Als kleines Kind hatte er sich oft hinter ihr verstecken wollen. Grau und unförmig war er noch gewesen und aus einem feinen, fast feminin geschnittenen Gesicht waren die blauen Augen schüchtern und scheu gewesen. Seine Stimme war noch so kläglich und leise gewesen, und wie oft hatte Darius Astoria seinen Sohn ermahnt. "Spricht nicht mit gesenktem Haupt, Lucian", dann hatten sie gelacht und es hatte ihn einige Zeit gebraucht, um den Unterschied zwischen mit und über jemanden zu lachen zu verstehen. In seiner Familie war es nie Letzteres gewesen. Und wo Lucian das Lachen lernen musste, war es für Eris ein natürliches Bedürfnis. Laut und hell und ohne Scheu und dennoch melodisch und klar. Vielleicht war ihr Lachen sein erster Schulmeister gewesen. 

Auch jetzt fiel es ihr so leicht, instinktiv die richtigen Worte für Amata zu finden. Artig nickte er zur Bestätigung und trug weiterhin das bekömmliche Lächeln auf den dunklen Lippen. Was hätte er anderes tun sollen? Jedes Wort mit einem "Hmm" oder "So ist es" zu bestätigen klang in seinen Ohren stümperhaft und unelegant. 
Unelegant war gewiss auch die Tatsache, dass Amata mit ihrer letzten Bemerkung Recht hatte. Er war zornig. Und etwas beschäftigte ihn.
Er würde gewiss nicht gestehen, dass er der Grauen und ihrem Redefluss kaum Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Er hatte genug erhascht, um den Zusammenhang zu verstehen und für sich selbst als nichtig zu erachten. Das war aber nicht seine Sache. Sein Gesicht wohl aber schon. Seine Mutter hätte ihm eine gelangt und der Gedanke daran löste eine sanftmütige Woge in ihm aus. 
"Hmm", surrte er sanft. "Ist mein Gesicht so unansehnlich?" Er warf es zu Eris und ein entschuldigendes Lächeln platzierte sich auf den kargen Zügen. Wäre er Amata nicht unter diesen Umständen begegnet, hätte er vielleicht mehr an ihr entdecken können. Tatsächlich hielt ihn nur Eris noch an Ort und Stelle. Es waren zu viele Eindrücke, die an ihm nagten. Zum ersten Mal verspürte er das Bedürfnis, seinen Verstand mit Beeren zu verabschieden. 

Er hauchte ein Lächeln. "Wusstet ihr, dass unsere liebe Eris mich einmal zum Verzehr vergorener Beeren gezwungen hat? Damals war ich noch ein halbes Hemd. Drei Tage brummte mir der Schädel. Sie war schon immer recht gnadenlos zu mir." Er tat das immer. Er konnte sich gut durch diese Gesellschaftsspiele manövrieren. Das hieß nicht, dass er sie leicht ertrug. Jetzt wusste er gar nicht, warum er ausgerechnet Amata aus der Kindheit der beiden Astoria berichtete. Im Grunde war sie ihm ja gleich. Vielleicht hoffte er, ihr etwas mehr Leichtigkeit schenken zu können. "Passt auf, dass sie dasselbe nicht heute mit euch tut." Ein spitzbübisches Zwinkern aus den glatten Zügen. 

Amata und Eris

Zitieren
#75
Detheroc war herrlich unkompliziert. Sie schätzte seine unverkrampfte und lockere Art, die so vollkommen gegensätzlich war zu dem, was ihre eigene Familie verkörperte. Aus diesem Grund genoss sie die seltenen Momente, in denen sie die Möglichkeit hatte, Zeit mit ihm zu verbringen. Es kam ihr oftmals wie ein kleiner Ausbruch aus ihrer Realität vor und ließ sie fühlen wie ein Kind. Zumindest bis die Ernsthaftigkeit der Realität sie schmerzhaft einzuholen pflegte. Aaidan missbilligte ihre Freundschaft. Dennoch hielt Selene sie aufrecht. Oder auch gerade deshalb. Es war eine der wenigen Dinge, mit denen sie sich ihm widersetzen konnte.

"Oh."  Ihr Blick war Detherocs Geste gefolgt und so war auch sie Zeugin der Szene geworden, die seine Frau und sein Bruder darboten. Sich nichteinmal Mühe gebend, das Offensichtliche noch in irgendeiner Weise zu kaschieren.
"Was für ein Trauerspiel." sie schüttelte den Kopf und seufzte. Vielleicht auch, weil es sie an ihre eigene Situation erinnerte, wenngleich ihr Gatte es wenigstens vorzog, sie nicht vor aller Augen zu demütigen. Auch das war etwas, das für sie die Freundschaft mit Detheroc so wertvoll machte. Er verstand sie. Oder zumindest einen kleinen Teil ihrer Pein.

"Oh ja, und wie.", nun breitete sich doch ein Lächeln auf ihren Zügen aus, angesteckt von seinem Enthusiasmus. Auch wenn sie diese großen Zusammenkünfte nur teilweise genießen konnte, weil sie sich regelmäßig den verurteilenden Blicken anderer Adelsdamen ausgeliefert sah, so liebte sie doch diese ganz besondere Atmosphäre.
"Oh ich danke dir! Tatsächlich habe ich mir lange Gedanken darüber gemacht wie ich Aarins... Vorzüge Herausarbeiten kann. Es wäre an der Zeit, dass sie einem Herren positiv ins Auge sticht." Vielleicht ohne selbige gleich auszukratzen. Sie räusperte sich und ließ dann schnell den Blick über die Anwesenden gleiten. "Ist Khione auch hier? Ich habe sie so lange nicht gesehen." Ein verschwörerisches Lächeln zupfte an ihren Mundwinkeln. "Sie ist so taff. Erst letztens hatte ich den Gedanken, dass sie womöglich einen guten Einfluss auf Aaron haben..." Just in diesem Moment traf ihr Blick auf den ihres Sohnes und die Abscheu, die ihr selbst aus der Entfernung entgegen sprang, traf sie bis ins Mark. ".... könnte."

Steppe - Detheroc

Zitieren
#76
Während ihre ersten Behauptungen eher dem Reich der Fantasie entsprungen waren, war sich Nyke bei Aarons letzter Aussage Recht sicher, dass sie der Wahrheit entsprach. Zwar gab sie nicht viel auf den Klatsch und Tratsch und schaffte es bisweilen Recht gut, ihn auszublenden, doch so manches Gerücht blieb doch hängen. So auch Jenes um das Oberhaupt der Dracas. Dass Dracerion im Allgemeinen als spendabel galt, was seine körperliche Zuneigung anging, war ihr also nicht verborgen geblieben.

"Dann bleibt es wenigstens in der Familie."
Es wunderte sie selbst ein wenig, wie leicht ihr diese für ihre Verhältnisse boshaften Worte über die Lippen gekommen waren. Für gewöhnlich hatte Nyke kein schlechtes Wort für Andere übrig und versuchte selbst in der dunkelsten Seele einen Funken Gutmütigkeit zu finden. In ihren Augen waren sie alle Geschöpfe mit vielen Seiten und jeder dieser Seiten wohnte eine Geschichte inne, die es wert war, erforscht zu werden. Vielleicht war es das, was sie so liebenswert machte. Und gleichermaßen angreifbar. Sie war oftmals zu empathisch ihren Mitmenschen gegenüber. Aus diesem Grund entging ihr auch nicht der Wandel in Aarons Wesen, noch ehe sein letzter Satz ohne ein Ende verhalte. Ihr war, als schwang plötzlich eine harte Kälte von ihm her.

"Aaron?" Ihr Blick löste sich von Dracerion Dracas und wanderte langsam zu dem hellen Gesicht ihres Freundes. Die Härte, die sie dort erkannte, ließ ihr Herz schwer werden. Was hatte diesen plötzlichen Umschwung verursacht?
"Was ist..." weiter kam die junge Astoria nicht, da spürte sie einen Stoß gegen ihre Flanke, der sie vorwärts stolpern und mit ungebremster Wucht gegen Aaron prallen ließ.
'Verzeihung' nuschelte der unachtsame junge Rappe, der sich mit einer raschen Verbeugung weiterstahl. Nyke stieß die Luft mit einem tonlosen Stöhnen aus ihrer Brust, dem dumpfen Schmerz nachspürend, der sich von dort durch sie hindurch zog, wo sie mit Aaron zusammengestoßen war.

Steppe - Aaron

Zitieren
#77
Wie von selbst nahmen die Schritte der Rappin einen federnden Gang an beim Anblick von Atlas' Lächeln. Meist lächelte sie genug für sie beide, umso mehr beflügelte es sie, wenn er ihr seines zeigte. "Damit möchte ich dir das gleiche Gefühl schenken, das du in mir bei jedem Treffen auslöst." Ihre Stimme hatte etwas an Stärke verloren, war es ihr doch manchmal noch peinlich, wie schnell sie ihr Herz an ihn verloren hatte. Wobei verloren wahrlich das falsche Wort war. Sie bot es ihm geradezu offen an, in der Hoffnung, dass er ihre Gefühle zumindest etwas erwiderte. Schließlich hatten sie noch nie offen darüber gesprochen. Meist war Sayyirah sich nicht einmal sicher, ob sie die ausgesprochenen Gefühle von Atlas verlangte. Sie kannte ihn inzwischen gut genug, dass es nicht seinem Naturell entsprach und das respektierte sie. Bisher waren ihr seine Gesten Zeichen genug gewesen und das bestätigte gerade auch sein Lächeln, dass er zumeist nur ihr zu schenken schien. Was sie ebenso ehrte.

Lachend hob sie eine Augenbraue und wagte die Überlegung, welche Farbe sie an sich selbst ausprobieren würde. So ganz sicher war sie sich nicht, wie ernst Atlas seine Worte meinte, hatte er sie doch bisher noch nie angelogen. Höchstens etwas veräppelt, aber das beruhte auf Gegenseitigkeit. "Ich weiß nicht, ob ich so Wagemutig bin. Bisher hat mir meine Farbe immer gut gefallen." Ihr schwarzes Fell war ihre perfekte Tarnung gewesen, ihr Schutzschild. Das Rötliche in ihrem Langhaar war zuletzt während ihrer Reise durch die Wüste verstärkt worden und das gefiel ihr. Es erinnerte entfernt an Atlas Fellfarbe, was sie noch glücklicher stimmte.

Sayyirah fühlte sich, als würde ihr Herz am liebsten aus der Brust springen. Ob es an der Berührung des Rostfarbenen oder seinen nächsten Worten lag, vermochte sie nicht zu bestimmen. Sie wusste nur, dass sich in ihren Gedanken Bilder formten, die weit mehr über das Tanzen hinaus gingen und ihre Ganaschen heiß werden ließen. Zudem half auch sein zweideutiges Lächeln keinesfalls, ihr Kopfkino jugendfreier werden zu lassen.
Mit einem kurzen Blick, überprüfte sie ihre Umgebung, ob niemand in Hörweite neben ihnen stand, ehe sie ihre Stimme zusätzlich senkte. Unbewusst hatte diese nun einen hauchenden Unterton angenommen, während sie allen Mut zusammen nahm und über ihren Schatten sprang. "Wären wir allein, würde ich noch sehr viel mehr mit dir machen wollen…und…einen Schritt weiter gehen." Aufgrund Atlas Erfahrung auf diesem Gebiet, nahm sie an, dass er ihre Worte nicht missverstehen würde. Zudem zwinkerte sie ihm noch kurz zu, ehe sie sich zwang, ihre Aufmerksamkeit wieder ihrem Wunsch, gemeinsam zu tanzen, zuzuwenden.
Wobei ihr das gerade mehr als schwer fiel und sich ihre Gedanken nicht wirklich klären wollten. Dennoch kam sie nicht umhin zu schmunzeln, bei ihrem Gespräch bezüglich der Tanzkarten. "Für dich würde ich mir immer etwas freihalten."

Atlas — Steppe

Zitieren
#78
Damhnait spürte beinahe körperlich, wie Briony sich leicht aufplusterte. Er wusste nicht, ob er ihn schockiert hatte oder er es einfach ähnlich sah. Ein Teil von ihm wünschte sich, dass der Junge es verstand. Ein anderer Teil hoffte, dass er es nicht tat. Das würde ihm etwas ersparen, von dem Damhnait nicht wusste, was es war. Eine Bestätigung. Eine Anteilnahme, nach der er nicht verlangte. Vielleicht wollte er allein sein mit seiner Scham. Mit seiner Wut. Mit seinem ganzen Sein. Vielleicht aber auch nicht. Sein Blick glitt nochmal zu Selene, die bei einem der Dracas stand. Dem, den man am leichtesten ertragen konnte.

Brionys Frage ließ Damhnait einen Moment schweigend zurück. War der König einmal grausam zu ihm gewesen? Nein. Doch er war blind. Blind für die Bedürfnisse derer, die er für niederer hielt. Das war der Fluch des Seins eines Königs. Die Probleme der kleinen Staubpartikel in seinem Kosmos waren nicht relevant genug, um ihnen Beachtung zu schenken. “Nein, Nero war nie grausam zu mir.”, sagte er ruhig und wandte den Blick von Selene ab, sah wieder zur Briony, der einige Zentimeter kleiner war. “Aber ich glaube, dass er es sein kann.”, er hob wieder den Blick, just in dem Moment als Nero die Steppe betrat.  Der schwarze Körper des Königs schob sich vom Rand in die Menge. Er trug seinen Schmuck. “Und, dass er es irgendwann auch sein muss.”, sonst würden sie alle verloren sein. Mit Güte überlebte hier niemand lange.

Damhnaits Mundwinkel zuckten schwach. “Und welche Lieder wirst du singen?”, über einen toten König? Über den neuen Regenten? Über eine Vergangenheit, die ihnen nichts mehr geben kann? Über die Rückkehr in das heilige Land? “Meine Rolle erscheint mir leichter zu tragen.”, der über den man sprach. Spottete. Vor dem man Angst hatte, weil er grausam war. Weil er kein Mann war, sondern ein Monster. “Um andere?”, nein, eigentlich sorgte er sich nur um eine Person. “In meinem Skript bin ich kein Retter.”

Briony - Steppe

Zitieren
#79
Desmond fand es irgendwie lustig, Aarin ein wenig zu provozieren. Es lag bestimmt an seinem niederen Charakter, aber er kam nicht umhin, es ein wenig zu genießen. Vielleicht war er damit wirklich gemein. “Das stimmt.”, bestätigte er, als sie sagte, dass sie nicht aus denselben Reihen kamen. “Die Aegidius haben sich in der Ehe nie dem Volk geöffnet. Euer Vater war da wesentlich fortschrittlicher.”, Desmond hatte nichts gegen Selene, wirklich nicht. Er fand sie nett, sie war zugegeben atemberaubend schön und man konnte es Aaidan nicht verdenken, warum er sie ausgewählt hatte. Doch das änderte nichts daran, dass sie aus den Reihen kam, von denen Aarin nicht viel hielt. Und Desmond war bei Laune, um das noch einmal zu verdeutlichen.

Ihre weiteren Vorwürfe ließen ein leises Lachen über die Lippen des Aegidius kommen und er spürte quasi schon die Rüge seiner kleinen Schwester. “Tut mir Leid, Aarin. Aber ich habe nichts gegen Euch. Nur wie ihr Euch verhaltet. Aber das obliegt natürlich nicht meiner Verantwortung, sondern der Eurer Eltern.”, sie war ja nicht verheiratet. Haha. Er rümpfte übertrieben die Nüstern, ehe er den Blick kurz abwandte, um sich nach seiner Gemahlin umzusehen. So unterhaltsam das Geplänkel mit Aarin war, so anstrengend war es zugleich. Aber Ceres war nicht zu sehen. “Nun, ich weiß zwar nicht, wer außer Ceres meinem Harem angehören soll, aber ja. Ihr fallt ein wenig aus meinem Raster.”, geringfügig. Sie wäre wohl die letzte, die er heiraten würde. Nein, eher noch würde er seinen Cousin heiraten. “Nachdem Ihr den Zusammenstoß verursacht habt, liegt der Rückzug wohl ebenfalls bei Euch. ”, korrigierte der Leibgardist die fast gleichaltrige und lächelte unverschämt. Sein Kopf zuckte in eine Richtung hinter Aarin. Als würde er sie auffordern. “Viel Erfolg auf der Tanzfläche.”, wünschte er ihr, vielleicht etwas ehrlicher. Obwohl. Nein. Der Kerl, der sie heiraten würde, tat ihm gewissermaßen Leid. Außer er besaß einen ähnlich bescheidenen Charakter wie sie, aber dafür musste sie ihren eigenen Vater heiraten.

Aarin - Steppe

Zitieren
#80
Als ihre Großmutter letztlich ging, fühlte sich Vesta entzweit. Da war der Drang ihr zu folgen, um den Halt zu bewahren, für den Gaia Acillius schon immer gesorgt hatte. Einstweilen konnte sie grausam und starrsinnig sein, aber die eiserne Hand, mit der sie die Familie führte, war zielsicher. Jetzt erst wurde Vesta klar, dass sie diese Leitung für selbstverständlich erachtet hatte. Sie fühlte sich undankbar. All die Entscheidungen, die sie von nun an treffen musste, würden ihr selbst obliegen. Das änderte nichts an ihrem Entschluss, sich fortan treu zu bleiben und ihrem eigenen Verstand und Herzen zu folgen. Sie würde Gaia Acillius nicht um Rat bitten und sie würde neue Zweige kreieren. Sie mussten nicht fortreichend sein, nur stark und beständig. 
Just in dem Moment zog ein warmer Wind heran und liebkoste sanft einige der lose arrangierten Strähnen um ihr Gesicht. Resolution. Sie erinnerte sich an die Worte, die Nero ihr geschenkt hatte, und wie ein Mantra rief sie sich den Moment immer und immer wieder in ihre Gedanken. Er mit ihr auf der Tanzfläche. Alle Augen lagen auf ihnen und dennoch sah sie nur ihn. Er war wie eine Festung gewesen, die alles von ihr abgeprallt hatte und genau in jene Mauern wollte sie wieder fliehen. Es war nicht die Angst vor der Hochzeit oder der Nacht mit ihm. Sie hatte keine Bedenken, dass Nero nicht sanft oder vorsichtig mit ihr war. Ihre Furcht lag darin, dass sie nicht zurück in diese Mauern finden konnte oder schlimmer noch einen Kerker wiederfand. Ein Kerker, in dem nicht dieser freie Wind, sein Wind, mit ihr sprach und sie lockte. 

Aber daran wollte sie nicht glauben. Sie wollte an ihn glauben. Und wenn der Glaube an ihren König das war, was sie zu einer guten Tochter des Hauses Acillius machte, würde sie dann nicht sogar mit vollem Stolz just den Namen ablegen können? 

Ceres Worte holten sie wieder zurück aus ihrer Glaskugel. Sie hatte schon immer die Angewohnheit, sich dort einzusperren. In letzter Zeit schien ihr fast, die Kontrolle darüber etwas zu entgleiten. Umso dankbarer war sie für die forsche Stimme ihres kleinen Phönixes. "Ich danke dir, liebste Schwester." Sanft schob sie Ceres eine kurze Berührung unter den Schopf. Sie hatte das früher öfter getan. Zu Beginn noch, um ihrer kleinen, zerbrechlichen Schwester Mut zu schenken. Schnell hatte sich die Gewohnheit in ein liebevolles Necken gewandelt, um Ceres penible Eitelkeit zu kränken. "Schwester! Mein Schopf!" Wann waren sie nur erwachsen geworden?
Ceres anscheinend noch schneller, als es Vesta lieb war. Denn diese schatternde Gans begann allen erstens über diese Tätigkeit zu sprechen.  
"Ceres!", entfuhr es ihr erschüttert und mit lauem Lächeln. "Wie erleichternd zu wissen, dass mein Schwager sich liebevoll um dich sorgt! Vielleicht muss ich ihm als Königin dann einen offiziellen Orden verleihen?" 
Sie lenkte ab. Natürlich tat sie das.
War sie nervös, weil so viel Ungewissheit auf sie wartete? War da diese zerbrechliche Vorfreude, die ihr die Kehle zuschnürte? Vielleicht erdrückte sie gerade alles gleichsam. 
"Er ist sanft, Ceres. Ich sah es in seinem Gesicht." Damit war ihre Hoffnung gestanden. 

Ceres

Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 3 Gast/Gäste
Neue Beiträge ansehen | Heutige Beiträge ansehen | Alle Foren als gelesen markieren | Nach oben

EMPFEHLUNGEN

Das TagTraum-Wiki