Gestern, 11:28 AM
"Hinsichtlich einer gewissen Rappstute."
Feiste Schlampe.
Der Kommentar durchfuhr ihn wie flüssiger Strom. Nicht schnell und gnädig. Es zog sich durch seine Venen und wo sein Blut nicht bereits durch das hitzige Gemüt erhitzt war, drohte es in Flammen aufzugehen. Einen Moment quälte ihn das heraufbeschworene Bild silberner Augen noch, bevor er es in einem grimmigen Grinsen zerriss.
Khione Dracas. Wenn er sie nicht aufgrund genau dieser absolut irren Furchtlosigkeit und Präzision gebrauchen würde. Vielleicht würde er sie persönlich mit der Ermordung Novas beauftragen und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Allerdings würde er es niemals gestatten wollen, dass irgendjemand anderes den schwarzen Geist berührte. Ob in Zärtlichkeit, Lust oder Wahn. Instinkt und Verlangen lagen so nah beieinander – war ein Biss nicht auch eine Berührung? Der Gedanke löste den Zorn in seinem Körper wie aufwirbelnde Asche.
Oh, wer wenn nicht Karthago, der den Tag der königlichen Hochzeit auf sich selbst bezog? Er markierte diesen Tag. Starrte in die Menge, sich sicher, die Mondgöttin irgendwo ausfindig machen zu können, und warf den Blick ruckartig wieder irgendwo ins fokuslose Nichts.
Er würde dem Mythos, den er aus ihr machte, wahrscheinlich auf ewig huldigen. Dann würde er es auf seine Weise tun - und nicht länger auf Knien.
Wie sehr er es verachtete. In Wahrheit hatte er den Entschluss schon in sich getragen und auf den richtigen Moment gewartet, ihm Leben einzuhauchen. Doch wann immer Karthago seine Verantwortung in Ernsthaftigkeit nachgehen wollte, war ihm jemand mit Aufforderung zuvorgekommen. Meistens war es sein träger Vater oder der gut gemeinte Ratschlag des jüngeren Bruders. Khione war letztlich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die letzte Glut im Schmelzkrater.
Er würde Nova niemals ziehen lassen. Dafür krallte sich das letzte Stück einer verzweifelten Seele zu sehr an der eigenen Vorstellung von Glück. Aber er würde dem Jungen zumindest nüchternen Kopfes beistehen.
"Ein Schritt nach dem anderen", versprach er ihm und schickte ihn zurück in die triste Zelle. Die Tür nie verriegelt.
Er brauchte Zerstreuung. Wenigstens kannte seine Cousine ihn gut genug. So sehr er das verachten wollte, würde es ihm früher oder später entweder im Weg oder beistehen. Er entschied sich für Letzteres und machte sich auf den Weg zur nächsten Ausgeburt seines Hauses.
"Herzlichen Glückwunsch", raunte er Hestia lieblos entgegen, nachdem er auf dem Weg zu ihr hier und da Körper abprallen ließ. So viel Gerempel. Ein merkwürdiger Abend.
"Du bist verlobt."
Feiste Schlampe.
Der Kommentar durchfuhr ihn wie flüssiger Strom. Nicht schnell und gnädig. Es zog sich durch seine Venen und wo sein Blut nicht bereits durch das hitzige Gemüt erhitzt war, drohte es in Flammen aufzugehen. Einen Moment quälte ihn das heraufbeschworene Bild silberner Augen noch, bevor er es in einem grimmigen Grinsen zerriss.
Khione Dracas. Wenn er sie nicht aufgrund genau dieser absolut irren Furchtlosigkeit und Präzision gebrauchen würde. Vielleicht würde er sie persönlich mit der Ermordung Novas beauftragen und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Allerdings würde er es niemals gestatten wollen, dass irgendjemand anderes den schwarzen Geist berührte. Ob in Zärtlichkeit, Lust oder Wahn. Instinkt und Verlangen lagen so nah beieinander – war ein Biss nicht auch eine Berührung? Der Gedanke löste den Zorn in seinem Körper wie aufwirbelnde Asche.
Oh, wer wenn nicht Karthago, der den Tag der königlichen Hochzeit auf sich selbst bezog? Er markierte diesen Tag. Starrte in die Menge, sich sicher, die Mondgöttin irgendwo ausfindig machen zu können, und warf den Blick ruckartig wieder irgendwo ins fokuslose Nichts.
Er würde dem Mythos, den er aus ihr machte, wahrscheinlich auf ewig huldigen. Dann würde er es auf seine Weise tun - und nicht länger auf Knien.
Wie sehr er es verachtete. In Wahrheit hatte er den Entschluss schon in sich getragen und auf den richtigen Moment gewartet, ihm Leben einzuhauchen. Doch wann immer Karthago seine Verantwortung in Ernsthaftigkeit nachgehen wollte, war ihm jemand mit Aufforderung zuvorgekommen. Meistens war es sein träger Vater oder der gut gemeinte Ratschlag des jüngeren Bruders. Khione war letztlich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die letzte Glut im Schmelzkrater.
Er würde Nova niemals ziehen lassen. Dafür krallte sich das letzte Stück einer verzweifelten Seele zu sehr an der eigenen Vorstellung von Glück. Aber er würde dem Jungen zumindest nüchternen Kopfes beistehen.
"Ein Schritt nach dem anderen", versprach er ihm und schickte ihn zurück in die triste Zelle. Die Tür nie verriegelt.
Er brauchte Zerstreuung. Wenigstens kannte seine Cousine ihn gut genug. So sehr er das verachten wollte, würde es ihm früher oder später entweder im Weg oder beistehen. Er entschied sich für Letzteres und machte sich auf den Weg zur nächsten Ausgeburt seines Hauses.
"Herzlichen Glückwunsch", raunte er Hestia lieblos entgegen, nachdem er auf dem Weg zu ihr hier und da Körper abprallen ließ. So viel Gerempel. Ein merkwürdiger Abend.
"Du bist verlobt."





