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Die Legenden von Valeria, einst ein strahlendes Reich voller Pracht und Macht, sind nun nicht mehr als flüsternde Erinnerungen im Wind der Vergangenheit. Ein feuriger Zorn aus den Tiefen der Erde hat es verschlungen, ein Inferno, das Leben und Träume gleichermaßen zu Asche verbrannte. Du bist durch ein gnadenloses Land gezogen, warst ein Wanderer ohne Heimat, getrieben von der verzweifelten Suche nach einem neuen Morgen.


Die Schwachen zerbrachen auf diesem Weg, manche folgten dem Ruf der Verzweiflung und wendeten sich vom König ab.

Doch es gibt jene, deren Herzen ein unbezwingbares Feuer tragen – eine Hoffnung, die selbst die finsterste Nacht nicht ersticken kann. Bist du einer von ihnen? Oder haben die Schatten bereits Besitz von deiner Seele ergriffen?
Das Pass Into Oblivion ist ein textbasiertes Rollenspiel in welchem du in die Rolle eines Pferdes schlüpfst. Wir schreiben in einem plotbasierenden System und sind immer bemüht die Charaktere so tief wie möglich in die Geschichte zu integrieren und einen möglichst breiten Anschluss zu bieten. Schau dafür gerne einmal auf unserem Discord-Server vorbei!

Aktuelle Neuigkeiten


Der neue Plot
29.05.2026

Der weitere Verlauf
03.05.2026

Februar-Neuigkeiten
11.02.2025

Das Team


Aktueller Zeitraum



1. Tag des Winters bis zum
30. Tag des Spätwinters


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II. Unter dem Schleier der Pflicht
5. Spätherbst 83, Ganzer Tag | Steppe | Schicksalsschlag, Nero Valerius, Gaia Acillius, Ceres Aegidius, Vesta Valerius, Nyke Astoria, Briony, Damhnait, Karthago Dracas, Khione Dracas, Aarin Miles, Aaron Miles, Sayyirah, Rhuen, Desmond Aegidius, Atlas, Nova Odyssey, Ezrael Achilléas, Detheroc Erice Dracas, Néniel, Saito Altair, Penthesilea Acillius, Selene Miles,
#41
Die Mundwinkel des Goldjungen zuckten kurz als er Brionys Bestätigung bekam und dessen Berührung bemerkte. Eine kurze Anspannung zog sich dabei durch seinen Körper, als würde er noch etwas anderes erwarten. Doch es geschah nichts. Der Hofnarr blieb an seiner Seite und Damhnait war geneigt sich einzugestehen, dass der Junge kein schlechter Kerl war. Ein Narr vielleicht, aber kein schlechter Kerl. 

Sein kleines Gedicht, das gleichwohl auch ein Rätsel war, ließ den Goldenen nachdenklich zurück. Er schwieg und ließ dabei seinen Blick über die Anwesenden gleiten. Beobachtete, wie sie warteten, auf das Spektakel. Auf die Vermählung ihres Königs, der sich endlich wieder dazu herabgelassen hatte, eine Adelige zu heiraten. Damhnait bedauerte fast, was manche über Echo dachten, doch viel mehr bewunderte er ihren Mut mittlerweile. Den Mut all das hinter sich zu lassen, auch wenn es bedeutete, seine Familie zu hintergehen. Er wusste nicht, ob sie frei war - aber er stellte es sich gerne vor. 
Man hatte ein paar letzte Strähnen an den Klippen gefunden. Für manche war klar, dass sie gesprungen sein müsste. In Damhnaits Fantasie, war sie jedoch davon geflogen, über die peitschenden Winde hinweg, in ein Leben, dass ihr Frieden bringen würde. Einen Frieden, den er selbst ersehnte. Ein Frieden, den er in dieser Monarchie nie finden würde. Er hatte schon mal versucht zu gehen. Es gibt Orte in diesem Tal, an denen man auch alleine überleben konnte. Aber er tat es nicht. Noch nicht. “Ich kenne keine lächerlichen Kinder. Nur gebrochene.”, sprach er ruhig und fixierte einen Moment den Windfarbenen mit den roten Augen, der genauso gut der Dracas Sippe hätte entspringen können. Dann sah er zu Garrus, der an der Seite der großen Mutter stand und verhalten in die Reihen blickte, nicht verstehend, was passierte. Zum Schluss blieb sein Blick auf Penthesilea hängen, die an der Seite ihrer Mutter stand und schon seit dem Tag ihrer Verlobung an Glanz verloren hatte. Doch das machte sie umso interessanter, wie er fand. 

Lord Golden. 

Abermals zuckten die Mundwinkel des Soldaten und sein Blick glitt wieder zu Briony. Die Frage über ihren König ließ Damhnait kurz die Augen schließen. “Er ist die Dunkelheit, die alle fürchten und zugleich brauchen, um etwas zu haben, über das sie sich aufregen und zugleich hochsehen können.”, er schnaubte beinahe etwas herablassend. “Und gleichzeitig fürchte ich ihn. Zu was er in der Lage ist…”, hielt er kurz inne. “Und zu was andere in der Lage wären, wenn er fiele.”[/b], einen Vorgeschmack haben sie alle bekommen.

Brion< - Steppe

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#42
Néniel betrachtete die Bräuche der Pferde Valerias mit Interesse, aber auch einem leichten Lächeln. Sie wusste selbst, wie selten Verbindungen hielten und dass aus einem ‘für immer’ schnell ein ‘auf Wiedersehen' werden konnte. Sie hatte geliebt in ihrem Leben und auch geglaubt, dass darin eine gewisse Endgültigkeit lag, jedes Mal. Doch das Leben strafte ihre Pläne immer wieder, bis sich eine gewisse Akzeptanz eingeschlichen hatte und die Erkenntnis, dass ihr letztes Kapitel womöglich gar nicht mehr so lange hin war. Und auch dem Gedanken begegnete sie mit einer gewissen… Akzeptanz. 

Der Blick der Sternentochter wanderte zu Nova an ihrer Seite und ihre Nüstern tasteten für einen Moment nach dem schwarzen Fell, als würde sie sich damit selbst aus ihren Gedanken holen. Die Frage der anderen ließ Néniel mit dem Kopf schütteln. “Nein. Es gab die ein oder andere Zeremonie, doch die war eher für das Paar und nicht für ihre…”, sie hielt einen Moment inne. “Untertanen.”, kurz schürzte Néniel ihre Lippen, während sie ihren Blick durch die Reihen der Anwesenden wandern ließ. Sie wusste, was ihr Blick bedeutete und das Drängen, dass in ihrem Körper wieder lauter wurde. 
“Wenn es ihnen hilft an etwas zu glauben…”, sie hob leicht ihre Schultern, die braunen Augen auf den weißen Hirsch in der Ferne gerichtet, neben dem die kleine braune Hirschkuh stand. “Siehst du dich darin?”, fragte sie interessiert, glaubte aber auch schon die Antwort zu kennen.

Nova - Steppe

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#43
Atlas betrachtete Sayyirah einen Moment mit einem Anflug von Belustigung in den goldenen Augen. Es freute ihn, dass sie sich hübsch fand, denn er hatte schon lange festgestellt, dass sie niemand war, der sich verbergen musste. Dass das auch anderen Männern aufgefallen war, hinterließ bei dem Hünen zwar immer eine leichte Anspannung, aber er bemühte sich, sich nicht wie ein eifersüchtiger Bergtroll aufzuführen, der irgendeinen Anspruch auf die hatte. Sayyirah war frei und das würde sie auch immer sein. “Bin ich underdressed?”, fragte er und sah einen Moment an sich herunter. Er sah wohl aus wie immer, er hatte sich keine besondere Mühe gegeben, etwas zu verändern, aber es war auch nicht sein Tag. Und er würde ihn auch nicht dazu machen. 
Er trat noch einen Schritt näher an Sayyirah heran, als sie davon sprach, dass sie und Ezrael miteinander getanzt hatten. Dieser unsägliche Leibheiler, er konnte die Zuneigung der Rappstute einfach nicht verstehen. Aber trotzdem freute es ihn, dass sie und Ezrael offensichtlich Spaß gehabt hatten - das ersparte ihm, sich für seine Abwesenheit zu rechtfertigen. “Mich wundert es ja, das Ezrael sich zu so einem Spektakel noch nicht hat hinreißen lassen.”, sagte der Rostfarbene und ließ den Kopf leicht zur Seite kippen. “Fawna Miles scheint genauso flippig zu sein wie er. Sie würden sich sicher prima ergänzen.”, jetzt fing er auch schon an, die Adeligen miteinander zu verkuppeln. Er seufzte. “Wünschst du dir sowas?”, seine Nüstern deuteten auf das Fest vor ihnen, der Blick nachdenklich und forschend zugleich. 

Atlas war sich nicht sicher, ob Sayyirah das sagte, um es ihm Recht zu machen, oder es wirklich so meinte. Ersteres versetze ihm einen leisen Stich. Und er wusste nicht wieso. Vielleicht weil er nicht wollte, dass sie sich verstellte. Auch nicht für ihn. “Wir müssen nichts, aber wir können.”, seine Stimme war ruhig, als er ihre Lippen spürte und für einen Moment hielt er den Atem an. “Wenn du möchtest.”, seine Lippen platzierten einen kurzen Kuss auf ihre Stirn, ehe sein Blick auf Ezrael fiel und der Rostfarbene die Augen verdrehte. Seine Ohren schnappten kurz in seinen Nacken, ehe er sich wieder Sayyirah zuwandte, nachdem der Leibheiler sich der Hexe des Nordens widmete. “Also, möchtest du heute Tanzen? Ich habe auf meiner Tanzkarte noch ein paar Tänze frei..”, seine Stimme nahm etwas lockeres an, scherzhaftes, auch wenn er es durchaus ernst meinte.

Sayyirah - Steppe

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#44
Zwei der Jungstuten hatten sich ihm in den Weg gestellt, als er soeben die Lage des Platzes mit einem bestätigenden Nicken begutachtet hatte. Alle schienen auf ihren Posten zu sein und so war ihm nichts anderes übrig geblieben als erneut seinen Weg durch die Mitte all der Versammelten anzutreten. Immer auf der sturen, geraden Linie, die sich durch sein Leben zog.
"Ein schönes Fest, nicht wahr, Mylord?"  Er wusste, dass es unhöflich war, nicht auf Fragen einzugehen. Nero hatte ihn immer öfter dazu ermuntert, doch hier und da auch ein nettes Wort an jene zu richten, die sich die Mühe machten, hinter die Mauer blicken zu wollen. Die Metapher war ihm zwar schlüssig, den Sinn dahinter verstand er allerdings nicht. So es denn die Worte des Königs waren, hatte er akzeptiert, genickt und sich auf den Weg in die Mitte des Volksplatzes gemacht. Überfordert von all der Aufmerksamkeit war er wieder zu seinem König zurückgekehrt und hatte erst dann als selbst Anchor sein Grinsen nicht unterdrücken konnte, verstanden, dass er hier wohl einem Irrtum unterlaufen war. Seither war er nicht mehr Teil solcher Feste gewesen. So redseelig wie Anchor war er nun einmal nicht. Daher war es auch nur verständlich, dass er am heutigen Tag seinen Aufseherdienst antreten durfte. Sein mildes Lächeln, das einen Millimeter höher im Mundwinkel gelegen hatte als üblich, war gewiss außerordentlich genug gewesen, dass Nero das Mut zusprechen darin lesen konnte. Danach hatte er sich abgewandt und den Weg hier gefunden. 

Ob es aber ein schönes Fest war? Sein Blick glitt über die Ebene. 
Weiter vorne hatte man bereits einen Tanzkreis gebildet. Er neigte den Kopf schräg, bis sein Blick den dort zugewiesenen Soldaten ausmachen konnte, der beobachtend an seinem Posten stand. Saito lächelte zufrieden und ließ ein leises "Gut" verlauten.  
"Wir würden uns diesem Tanz so gerne anschließen. Aber uns fehlt ein Partner..."
Er verstand. "Ich verstehe. Viel Erfolg." Ging der Wink mit dem Zaunpfahl an ihm vorbei, dann wandte er sich mit einem verabschiedenden Nicken von ihnen ab.  Ihnen bei der Suche am Weg zu stehen wäre wohl nicht gerade die Art von Höflichkeit, die Nero bei seiner ihm auferlegten Aufgabe erwarten würde. 
Irgendwo hörte er Eris Astoria kichern und als sich ihre Blicke trafen, hoben sich kaum merklich seine Lider. Nur kurz, bevor er die pulsierende Röte auf seinen Wangen sogleich löschte. Auch ihr nickte er zu und ging rasch weiter. 

Sein Blick blieb letztlich an Penthesilea Acillius hängen. Irgendetwas in ihren Augen erweckte ein vertrautes Gefühl in ihm. Sie war nicht immer so still gewesen. Jetzt, wo sie aber bei dem Hause Acillius stand, schien selbst der Wind sie zu meiden. Sie war Anchor wichtig. Das hob sie in der Prioritätenstufe unwillkürlich an.
Also würde er nach dem Rechten sehen. 
Rasche, monotone Schritte, bis er vor der Ansammlung Acillius zum Stehen kam, begrüßend nickte und den Blick dann wortlos durch sie hindurch zu Penthesilea richtete. 
Wieder hörte er Eris irgendwo kichern und sein Ohr zuckte kurz irritiert auf.
Penthesilea also. Er nickte noch einmal. 

Penthesilea Acillius

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#45
Penthesilea konnte nicht ganz leugnen, dass sie eine diebische Freude dabei empfand, als sie die jungen Frauen sah, die sich um die mehr oder weniger jungen Männer des Adels bündelten, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen und eventuell ein Gelübde. In den Augen der anderen hatte sie alles erreicht, was sie wollten. Im Winter würde Lea einen starken Namen annehmen, ebenso starke Kinder bekommen und sich damit in die fade Kette derer eingliedern, die in ihrem Leben nichts außer derselben Monotonie gefrönt hatten. Wieso also die Freude? Weil die Verzweiflung amüsant war. Sie alle beneideten Penthesilea um etwas, worauf sie liebend gern verzichtet hätte. War das nicht eine seltsame Ironie des Schicksals?

Das matte Lächeln auf ihren Lippen wurde etwas breiter, als sie einen der Leibgardisten des Königs ausmachte, der sich den ganzen Damen zu entziehen versuchte. Saito Altair. Ein schweigsamer Mann, dem in diesem Jahr anscheinend einige Herzen zugetan waren. “Du solltest nicht so starren.”, sagte Asariel leise an ihrer Seite und strich ihrer Tochter liebevoll über den schlanken Hals. “Entschuldige, Mutter.”, erwiderte Penthesilea geziemt und senkte den Blick. Sie würde ihrer Mutter wohl nicht erklären müssen, warum sie starrte. Asariel schien seit Gabriels Tod jedes Verständnis für den Humor ihrer Tochter verloren zu haben. Ihr Bruder lächelte aufbauend in ihre Richtung, sagte jedoch nichts.

Zwei Atemzüge. Zwei Atemzüge hielten sie davon ab, wieder den Blick zu heben und Saito Altairs Weg weiter zu verfolgen und mit ihm die Damen, die an seinem Schweif hingen wie die Fliegen. Es war erbärmlich. Erbärmlich? Penthesilea blinzelte. Wunderte sich über den Ausdruck. Bedachte ihn aber nicht weiter, als der Leibgardist auf einmal seinen Kurs änderte und auf ihre Familie zukam. Vielleicht wollte er ja mit ihrer Mutter sprechen, sie war schließlich wieder…
Sein Nicken wurde erwidert. Doch er sagte nichts. Penthesilea musterte ihn, ihre Stirn zog sich in leiser Skepsis zusammen. “Saito Altair..”, begrüßte Asariel den Kollegen ihres verstorbenen Gemahls, doch Lea spürte den Blick - der gruselig nichtssagend schien - auf sich. Hatte sie etwas im Gesicht? War eine dieser lächerlichen Blumen verrutscht? Er nickte wieder. Die zukünftige Acillius betrachtete ihn skeptisch. Dann löste sie sich von der Seite ihrer Mutter. “Ach… jetzt weiß ich…”, sagte sie, als würde sie es tatsächlich tun und ignorierte das erschrockene Japsen ihrer Mutter. Nach dem Skandal mit Anchor auf ihrer eigenen Verlobung, schien Penthesilea eine ausgesprochen interessante Neigung zu entwickeln. “Lea, wenn…”, Asariel unterbrach sich, als sie den finsteren Blick von Gaia in die Richtung ihrer Tochter bemerkte. Die Tochter des verstorbenen Heerführers kümmerte das sehr wenig. “Soll ich Euch an diesem Abend bei der Damenwahl helfen?”, ihre Stimme nahm eine kesse und zugleich ironische Farbe an, als sie sich ein paar Schritte von ihrer Familie entfernt hatten.

Saito Altair - Steppe

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#46
Verwundert entglitt ihm ein ungeplantes Blinzeln. Damenwahl? Fast hätte er bei seiner Überraschtheit vergessen, Asariel ein begrüßendes Nicken zu schenken. Eilig rief er sich zur Raison und holte dies sogleich nach, bevor er sein Wort wieder an Penthesilea wandte.
"Ich wäre Hilfe nicht abgeneigt." War er in der Tat nicht. Wenn sie von Damen sprach, musste sie eine Information über die Aufstellung der Valkyren haben, die ihm nicht bekannt war. Also bestätigte sich erneut, dass Anchors Beziehung zu der braunen Jungdame von Vorteil sein musste. 
Er selbst hatte bislang nicht viele Begegnungen mit ihr geteilt, sie aber stetig freundlich empfangen und hin und wieder ein nettes Wort gewechselt. 
Vielleicht mochte er von den zwischenpferdlichen Dingen, und all den Floskeln und der Hofetikette nicht viel verstehen - wahrscheinlich tat das in Wahrheit sowieso keiner - wohl aber entgingen ihm die Kleinigkeiten nicht. Wie ihr Lächeln sich etwas zu schnell fing, wenn man sie ermahnte oder ihr Blick ein wenig zu weit abschweifte, wenn sie sich die blauen Augen in eine andere Welt träumten. Auch ihm war der Drang nach dieser Ausflucht nicht fremd. 

Er neigte seinen Kopf sanft zur Seite und wartete, bis sie sein Geleit annahm, bevor er sich in raschen Schritten losmachte. Sie musste flink sein und wenn nicht, würde sie ihn schnell einholen. Immerhin war es anscheinend auch ihr ein Anliegen, die Aufstellung der Wachen in vollster Kontrolle zu wissen. Ein durchaus berechtigtes Interesse und er kam nicht umhin, sie dadurch ein wenig sympathischer zu finden. Eigentlich hatte er ein solch strategisches Geschick nicht in ihr erwartet. Eine schöne Überraschung. 
"Wer schwebt euch im Sinn, Penthesilea?" Er kannte die Soldatinnen natürlich alle. Aber er kam nicht umhin, die zarte Braune auf die Probe zu stellen. Beinahe gewitzt huschte ihm ein Lächeln bei dem Vorhaben über die Lippen. Er wollte mehr über ihre Strategie wissen oder über etwaige Lücken im Sicherheitssystem. Anders als die Hauptmänner oder Kommandanten scherte er sich nicht für falschen Stolz. Selbst der unscheinbarste konnte eine neue Erkenntnis bringen und wenn es die höfischste aller Damen sein sollte, würde er sich ihrer Kritik dankbar entgegenstellen. 

Penthesilea

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#47
Mit Altas' Antwort bezüglich ihrer Worte, die sich auf ihren Haarschmuck bezogen hatte, rechnete sie nun wirklich nicht. "Du underdressed?", kopfschüttelnd ließ sie ihren Blick über sein Langhaar und seinen Körper wandern, während ein sanftes Lächeln an ihren Lippen zupfte. "Für mich bist du perfekt, so wie du bist und ich würde um nichts etwas daran ändern wollen", sie legte allen ernst in ihre Stimme, den sie in sich hatte. Denn es stimmte, mit nichts würde sie seine Ungezähmtheit eintauschen wollen. So hatte sie ihn kennen gelernt und die Erinnerungen an ihr erstes Treffen, als sie seine Blessuren versorgen wollte, erschien vor ihrem inneren Auge, als wäre es gestern gewesen.
Die Augen der Rappin waren nun wieder bei dem rotbraunen Gesicht angekommen, in das sie am liebsten jeden Tag sehen wollte. Für einen Moment war sie gedanklich bei der letzten Feierlichkeit, doch die plötzliche Nähe und Wärme des Soldaten raubten ihr den Atem. "Hm? Ach, einer Heirat meinst du?" Ihr Kopf verarbeitete noch immer die Nähe ihrer Körper, denn es war noch nicht so oft vorgekommen, dass sie sich in aller Öffentlichkeit so nah zeigten. Mit einem leisen Lachen überspielte sie ihre Verlegenheit, ehe sie wieder seinen Worten lauschte. "Da hast du recht, wobei ich ihre Gewagtheit bewundere. Zudem steht ihr dieses rosa vortrefflich, wie ich finde."
Sayyirahs Blick folgte dem zeig seiner Nüstern ehe sie den Kopf verneinend schüttelte. "Wie du weißt, bin ich in meinem vorherigen Leben nie im Mittelpunkt gestanden, sondern immer im verborgenen Schatten. Und auch wenn ich hier dankbar bin, der ständigen Sorge und Angst nicht mehr ausgesetzt zu sein, habe ich nicht das Bedürfnis, von allen angestarrt und analysiert zu werden." Das würde nie ihrem Sein entsprechen. Sie bot liebend gern ihre Heil- und Kräuterkünste an, aber diesem Spektakel würde sie immer nur vom Rande aus zusehen wollen.

Mit einem letzten Blick zum Adel des Tals wandte sie sich nun wieder ganz Atlas zu. "Ich möchte nichts verlangen, dass du nicht aus freien Stücken zu geben bereit bist. Ich muss nicht tanzen, nicht vor aller Augen." Ihr würde auch eine Nacht am See, nur zu zweit, gefallen. Forschend hielt sie seinem Blick stand, in der Hoffnung, erkennen zu können, ob er es nur für sie tun würde. Bei seinem Kuss fielen ihre dunklen Augen für einen Moment flatternd zu, ein glückliches Lächeln zupfte dabei an ihren Mundwinkeln, während eine angenehme Wärme ihren Körper flutete. Im letzten Moment bemerkte sie ihren besten Freund aus dem Augenwinkel und strahlte ihm entgegen, wissend, dass es ihn glücklich machte, wie sie ihr so nah bei Atlas stand.
"Ja, das würde ich sehr gerne. Meine Tanzkarte sieht auch noch sehr leer aus", schmunzelte sie verspielt. Glücklich, dass es ihm wirklich nicht zu unangenehm erschien, ihr dieses Geschenk zu machen.

Atlas — Steppe

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#48
Für Selene hatte dieser Tag früh begonnen. Noch bevor das Licht der Sonne den Horizont in ein sanftes goldgelb getaucht hatte, war sie bereits auf den Beinen gewesen und hatte den Mägden Anweisungen gegeben. Schon Tage zuvor hatte Selene sich den Kopf darüber zerbrochen, welche Blüten das weiße Fell ihrer Tochter zieren sollten um die kalte Schönheit ihrer blauen Augen zu unterstreichen und den spöttischen Blick, der innen allzu oft inne wohnte, ein wenig zu dimmen. 
Wenngleich Aarin es mit keinem Wort zur Sprache gebracht hatte, so wusste Selene doch, dass das Mädchen mit ihrer Auswahl zufrieden war. Sie hatte sich anstandslos ankleiden und auch ihre Mähne so herrichten lassen, wie sie es vorgesehen hatte und als Aarin schließlich nach einigen mahnenden Worten Aaidans in der Menge verschwunden war, war Selene für einen kurzen Moment versucht gewesen zu glauben, dass es ihr gelungen war, die Härte in Aarins Wesen ein wenig abzumildern und wenigstens ihrem Aussehen etwas Sanftmut zu verleihen. Doch Aarin war... Nun, sie war Aaidans Tochter. Mehr als dass sie die ihre war.
Selene unterdrückte das Seuzfen, welches sich in ihrer Brust empor heben wollte. Ihr Brustkorb schmerzte ohnehin bereits von Aaidans letzter Zurechtweisung und jeder tiefe Atemzug erinnerte sie an den dummen Fehler, der ihr am vergangenen Abend unterlaufen war. Im Nachhinein verstand sie selbst nicht, was sie dazu veranlasst hatte, ihrem Mann gegenüber die Sorge hinsichtlich Aarons Verhalten bei der letzten gesellschaftlichen Zusammenkunft zu äußern. Als wäre er sich dessen nicht selbst genauestens bewusst. Es war dumm von ihr gewesen, daran zu zweifeln. 
Kurz huschte Selenes Blick auf der Suche nach ihrem Sohn über die umstehenden Leiber und als sie ihn ausmachte, in ein Gespräch mit der jungen Astoria vertieft, zupfte ein beinahe unsichtbares Lächeln an ihren Lippen. Irgendwie schien Nyke einen guten Einfluss auf das unstete Wesen Aarons zu haben. Sie mochte das Mädchen.
Ein Gedanke, den Aaidan offenbar nicht mit ihr zu teilen schien, denn kaum dass er sich des Anblicks Gewahr geworden war, war er wutschnaubend in der Menge verschwunden. Selene, nunmehr vollkommen allein, zögerte einen Augenblick. Er war so schnell entschwunden, dass es ihr nicht möglich gewesen war, seinen Weg zu verfolgen und ziellos durch die Leiber zu wandern behagte ihr nicht. Nicht, solange sie nicht wusste, wo er sich aufhielt. Bislang hatte sie sein goldenes Fell nicht ausmachen können. Die Vorstellung, unvermittelt vor ihm zu stehen war...
Ihr Gesicht hellte sich auf und beinahe zeitgleich setzte Selene sich in Bewegung.
"Detheroc!" Sie lächelte sanft, als sie auf den dunklen Hengst zutrat. "Wie geht es dir?"

Detheroc Dracas - Steppe

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