5. Spätherbst 83, Ganzer Tag | Steppe | Schicksalsschlag, Nero Valerius, Gaia Acillius, Ceres Aegidius, Vesta Valerius, Nyke Astoria, Briony, Damhnait, Karthago Dracas, Khione Dracas, Aarin Miles, Aaron Miles, Sayyirah, Rhuen, Desmond Aegidius, Atlas, Nova Odyssey, Ezrael Achilléas, Detheroc Erice Dracas, Néniel, Saito Altair, Penthesilea Acillius, Selene Miles, , Spartacus Licinius, Amata Aegidius, Eris Astoria, Lucian Astoria, Hestia Dracas, Morgana, Tetia Victus, Rhea Victus, Remus Victus, Dracerion Dracas, Wrex Macridos, Celia Licinius, Opal, Kera
Atlas wusste nicht, ob er Sayyirah wirklich gerecht wurde. Ob er ihr nicht zu wenig gab, oder ein anderer Mann ihr mehr bieten konnte. Vielleicht war es auch ein wenig unfair von ihm, sie dahingehend nicht resoluter von sich zu stoßen und dann zu hoffen, dass sie jemanden fand, der emotional… zugänglicher war. Zwischen ihnen war noch nichts intimeres passiert, als ein Kuss und Atlas schien auch reichlich erpicht darauf zu sein, dass sich das auch nicht änderte. Nicht, weil er sie nicht begehrlich fand - das tat er - sondern weil er nicht wollte, dass sie ihm etwas gab, dessen er nicht würdig war. Und das war er nicht.
Als sie etwas näher rückte, ihre Stimme senkte und ihm sagte, dass sie einen Schritt weiter gehen würde, wenn sie nicht auf dieser Veranstaltung wären, spannte sich etwas in dem Bastard. Er schluckte kurz, weil diese unschuldigen Worte aus diesem unschuldigen Mund absolut nicht unschuldig klangen. Ein kurzer Schatten legte sich in das Gold seiner Augen, während sein Blick mit stillem Hunger über Sayyirah wanderte. “Sayyirah…”, tat er empört, wobei seine Stimme in ein dunkles Timbre abgerutscht war. “Die Anwesenheit der anderen hindert uns natürlich an der Umsetzung deiner Wünsche..”, merkte er an, während seine Lippen kurz über die weiche Stelle hinter ihrem Ohr strich. “Aber du darfst mir gerne erzählen, was du dir vorgestellt hast.”, das Lächeln auf seinen Lippen wurde eine Spur dreister und gleichzeitig ärgerte er sich, weil er auf dieses Spiel einging. Hatte er vorher nicht gesagt, dass er dieses Geschenk nicht annehmen würde?
“Du ehrst mich - mal wieder.”, seufzte Atlas, als sie gestand, dass sie sich immer etwas für ihn freihalten würde. “Gibt es eigentlich noch jemanden, mit dem du gerne tanzen würdest? Ezrael zählt nicht.”, versuchte er sich an einen Scherz, auch wenn es ihn tatsächlich interessierte.
Sayyirah - Steppe
Was erzählte sie da für einen Unsinn? Skeptisch hob Rhuen eine Braue, sah sie von der Seite an.
"Wenn du dir die Haare schönmachen willst, machst du dir die Haare schön. Wo ist das Problem?"
Frauen. Ezrael hatte damals schon irgendwie Recht gehabt, als Rhuen ihn gefragt hatte, warum er noch keine Frau geheiratet hatte: weil Frauen kompliziert waren. Und dieses komische Exemplar hier war offenbar eines der Paradebeispiele für diese tiefgründige Erkenntnis. Sie führte sich auf wie ein scheues Reh, dabei gab es in seiner Gegenwart absolut keinen Grund dafür. Sie war genau so Teil dieser Herde wie er auch. Er verstand es wirklich nicht. "Unmut? Habt ihr Zickenkrieg oder so? Wenn du Schiss hast zu fragen, kann ich ja mal zu denen gehen und fragen, wer zuerst in deiner Mähne herumfummeln will." Er zuckte mit den Schultern. Männer, die mit einer schönen, jungen Stute das Tanzbein schwingen würden, gab es hier offensichtlich auch zu Hauf.
Der Windfarbene verzog das Gesicht. Er und tanzen. Eher fiel der Schnee in der Wüste.
"Ich bin viel zu beschäftigt. Ich bin im Dienst und nehme meine Pflicht sehr ernst. Irgendjemand muss ja schließlich aufpassen, während hier alle Spaß haben und die Hälfte sich hinterher die Birne zuknallt." Na klar. Weil es, fernab davon, dass Rhuen sein Pflichtbewusstsein wirklich ernstnahm, zeitgleich auch die beste Ausrede war, um sich von diesem Blödsinn fernzuhalten. Er konnte sich absolut nicht vorstellen, bei den ganzen Feierlichkeiten aktiv mitzuwirken. Das passte nicht zu ihm. Und wahrscheinlich konnte jeder Felsbrocken besser tanzen als er. Aber wenn sie wollte, würde Rhuen gerne einen der Herren fragen, ob sie sich ein Paar Runden mit dieser jungen Stute elegant im Kreis drehen wollten.
"Wann geht es hier eigentlich mal weiter? Kennst du dich mit so etwas aus? Heiraten und so ein Kram? Du müsstest ja eigentlich auch schon im rechten Alter für sowas sein."
Kera
Ach ja, der dunkle König und sein dunkles Herz. Bedauerlicherweise waren sie alle grausam, das war die traurige Wahrheit. Irgendjemand da draußen hatte auch ihn zweifelsohne in die Rolle eines Bösewichts schlüpfen lassen, aber in dem Leben eines anderen nahm er gerade den Platz eines Helden ein. Es war unbedeutend, ob in seiner Brust wirklich nur monströse Verwesung oder Edelmut schlummerten. Letztendlich zählte nur, was andere in seiner Nähe gefühlt hatten. Doch davon sagte Briony nichts. Stattdessen nickte er zufrieden, als hätte der Goldene ihm gerade ein großartiges Geschäft vorgeschlagen.
„Das ist gut, ja, wahrlich sehr gut. Hätte er dich schlecht behandelt, hätte ich ihm abschwören müssen, jetzt, da wir Freunde sind, und ich glaube, das wäre sehr unangenehm für mich geworden.“
Und da fing er wieder an. Lord Golden, immer darum bemüht, sich kleinzureden. Ja, tatsächlich war das nicht unbedingt eine Eigenschaft, die Helden in sich trugen, da mochte er Recht haben. Sie würden daran arbeiten.
„Zu deinem Glück in meinem Skript schon, und ich bin derjenige von uns beiden, der die Geschichten erzählt, an die man sich in zwanzig Jahren erinnern wird.“
Apropos Geschichten, es war tatsächlich nicht falsch, nach den Liedern zu fragen, die Briony vorbereitet hatte. Der kleine Narr hatte ein großes Spektrum an Geschichten, Gesängen und Tänzen, aus denen er wählen konnte. Vorbereitende Maßnahmen hatte er bisher allerdings... keine getroffen. Die Kunst lebte bekanntlich von der Spontanität.
„Oh nun, ich weiß noch nicht“, fing er im Plauderton an. „Es kommt ganz darauf an, wie Braut und Bräutigam sich gleich ansehen. Wenn unter all dem Prunk eine Tragödie schlummert, werde ich offensichtlich nur Lieder anstimmen, die frei von jedem Tiefsinn sind, aber sollte sich tatsächlich ein starkes Band offenbaren, ist es gewiss nicht verkehrt, auch über den Schmerz der Liebe zu sinnieren.“
Denn Briony mochte andere verspotten und Feinden mit kalter Grausamkeit begegnen, aber er folterte nicht, und gebrochene Herzen verdienten es nicht, noch weiter geschändet zu werden.
„Was meinst du? Du bist sehr schlau", fuhr er fort. „Was soll ich heute anstimmen? Tragödie oder Komödie?“
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