07-28-2026, 11:31 PM
"Es geht mir niemals schlecht, Remus. Dennoch danke ich Euch für Euer offenes Ohr, Ihr ehrt mich sehr.", antwortete sie und lächelte sachte. In der Tat brauchte man eine Morgana nicht fragen, wie es um ihr Wohlbefinden stand. Sie war niemals allein und jemand wachte stets über sie, dessen war sie sich allzeit bewusst. Vermutlich hatte sie den Krieg und den Verlust Valerias mitunter am besten überstanden. Weil sie mit Gott war und er mit ihr.
Sie hätte sich aus tiefstem Herzen gewünscht, es wäre allen anderen auch so ergangen. Leider war es das aber nicht. Sie hatten viel aufzuarbeiten. Die einen mehr, die anderen weniger - und einige alles.
"Ja, Ihr habt Recht. Noch sind es die ersten Herzschläge nach einer langen Stille, aber ich bin zuversichtlich, dass uns eine bessere Zukunft erwartet. Es liegt an uns." Und das war ein ehrlicher Gedanke, keine dahergesauselte Floskel. Auch wenn sie sich ehrlicherweise noch nicht vollständig in Aeternia hatte einfinden können. Aber das war bloß ein subjektives Empfinden. Manche Dinge brauchten schlichtweg ihre Zeit und das war absolut in Ordnung.
Morgana sah für einen Moment zu dem großen Lohfarbenen auf, hob eine Braue und folgte schließlich langsam seinem Blick.
"Tertia... Sticht in der Tat hervor. Ein wenig jedenfalls.", antwortete sie leise, ohne dabei das Zucken ihrer Mundwinkel und das Zittern in ihrer Stimme auch nur ansatzweise unterdrücken zu können. Wo war unter diesem Haufen allmöglicher Blumen noch ein Pferd zu sehen? Und... Lachte Morgana gerade wirklich? Es war unerhört. Wenn Remus Beschwerde bekunden würde, dann mit gutem Recht - aber diese Welt, die sie manchmal nicht verstand, konnte so wunderschön und entzückend sein. Und irgendwie auch... Unterhaltsam.
"Bitte verzeiht. Bevor ich es vergesse. Ich soll Euch und Eurer Familie beste Grüße von Schwester Adelaide bestellen. Ihr ist es leider verwehrt, der Hochzeit am heutigen Tage beizuwohnen. Aber sie denkt oft an Euch."
Es war eine Schande, dass der Klerus inzwischen so zurückgezogen lebte, dass jegliche Nähe zu ihren Liebsten und dem gemeinen Volk verloren gegangen war. Aus ihrer Sicht war dies ein Umstand, den Titus und Rayyar besser gestern als heute dem Erdboden gleichmachen mussten. Aber sie würde einen Teufel tun und ihr Missfallen offen kundtun. Solche Gedanken allein hatten in der Welt einer Glaubensschwester keinen Platz. Sie sollte sich schämen... Tat es aber nicht, weil sie genau wusste, dass sie Recht hatte. Gott wollte Teil dieser Gemeinschaft sein, keine Schattengestalt, die man vergessen hatte oder gar in Frage stellte.
Sie brauchten und durften sich nicht verstecken. Nicht vor denen, die ihnen Treue und Vertrauen geschenkt hatten. Es war eine Schande.
Ein kaum hörbares Seufzen verließ ihre Kehle, ehe sie wieder zu Remus aufblickte. Einen ganzen Moment musterte sie seinen starken, großen Körper, fragte sich, wie viele Kämpfe dieser Victushengst in seinem Leben schon bestritten haben musste.
"Ich möchte Euch gerne etwas fragen, Remus. Weil ich weiß, dass Ihr mit ehrlicher Zunge antworten werdet. Ich werde es nicht bewerten, ich möchte bloß verstehen. Was denkt das Volk über den Klerus? Hat er in der heutigen Zeit noch eine ehrliche Daseinsberechtigung, oder hat das Scheusal Gavriil jegliches Vertrauen in uns endgültig zerstört? Ich höre sehr viel, sehe jedoch so wenig."
Sie hätte sich aus tiefstem Herzen gewünscht, es wäre allen anderen auch so ergangen. Leider war es das aber nicht. Sie hatten viel aufzuarbeiten. Die einen mehr, die anderen weniger - und einige alles.
"Ja, Ihr habt Recht. Noch sind es die ersten Herzschläge nach einer langen Stille, aber ich bin zuversichtlich, dass uns eine bessere Zukunft erwartet. Es liegt an uns." Und das war ein ehrlicher Gedanke, keine dahergesauselte Floskel. Auch wenn sie sich ehrlicherweise noch nicht vollständig in Aeternia hatte einfinden können. Aber das war bloß ein subjektives Empfinden. Manche Dinge brauchten schlichtweg ihre Zeit und das war absolut in Ordnung.
Morgana sah für einen Moment zu dem großen Lohfarbenen auf, hob eine Braue und folgte schließlich langsam seinem Blick.
"Tertia... Sticht in der Tat hervor. Ein wenig jedenfalls.", antwortete sie leise, ohne dabei das Zucken ihrer Mundwinkel und das Zittern in ihrer Stimme auch nur ansatzweise unterdrücken zu können. Wo war unter diesem Haufen allmöglicher Blumen noch ein Pferd zu sehen? Und... Lachte Morgana gerade wirklich? Es war unerhört. Wenn Remus Beschwerde bekunden würde, dann mit gutem Recht - aber diese Welt, die sie manchmal nicht verstand, konnte so wunderschön und entzückend sein. Und irgendwie auch... Unterhaltsam.
"Bitte verzeiht. Bevor ich es vergesse. Ich soll Euch und Eurer Familie beste Grüße von Schwester Adelaide bestellen. Ihr ist es leider verwehrt, der Hochzeit am heutigen Tage beizuwohnen. Aber sie denkt oft an Euch."
Es war eine Schande, dass der Klerus inzwischen so zurückgezogen lebte, dass jegliche Nähe zu ihren Liebsten und dem gemeinen Volk verloren gegangen war. Aus ihrer Sicht war dies ein Umstand, den Titus und Rayyar besser gestern als heute dem Erdboden gleichmachen mussten. Aber sie würde einen Teufel tun und ihr Missfallen offen kundtun. Solche Gedanken allein hatten in der Welt einer Glaubensschwester keinen Platz. Sie sollte sich schämen... Tat es aber nicht, weil sie genau wusste, dass sie Recht hatte. Gott wollte Teil dieser Gemeinschaft sein, keine Schattengestalt, die man vergessen hatte oder gar in Frage stellte.
Sie brauchten und durften sich nicht verstecken. Nicht vor denen, die ihnen Treue und Vertrauen geschenkt hatten. Es war eine Schande.
Ein kaum hörbares Seufzen verließ ihre Kehle, ehe sie wieder zu Remus aufblickte. Einen ganzen Moment musterte sie seinen starken, großen Körper, fragte sich, wie viele Kämpfe dieser Victushengst in seinem Leben schon bestritten haben musste.
"Ich möchte Euch gerne etwas fragen, Remus. Weil ich weiß, dass Ihr mit ehrlicher Zunge antworten werdet. Ich werde es nicht bewerten, ich möchte bloß verstehen. Was denkt das Volk über den Klerus? Hat er in der heutigen Zeit noch eine ehrliche Daseinsberechtigung, oder hat das Scheusal Gavriil jegliches Vertrauen in uns endgültig zerstört? Ich höre sehr viel, sehe jedoch so wenig."



