Vor 3 Stunden
Zugegeben, sie hatte sich ein klein wenig auf den heutigen Abend gefreut. Auch wenn Rhea versucht hatte, sich selbst zu maßregeln, so war es ihr doch nicht gelungen, das nervöse Klopfen ihres Herzens ganz zu unterdrücken. Und die Bilder der geschmückten Herrschaften hatten sich ebenfalls ohne ihr Zutun immer wieder vor ihrem inneren Auge aufgetan. Dabei verstand sie selbst nicht genau, warum dem so war. Sie hatte sich nicht für eine Persönlichkeit gehalten, die sich von solchen schnöden Dingen beeindrucken ließ. Dafür war sie zu rational. Aber aus irgendeinem Grund hielt sich diese Rationalität heute bedeckter als sonst; sie hatte sich sogar Blüten in die Mähne flechten lassen. Kleine blaue Kornblumen, die in ihrer schwarzen Mähne hübsche Akzente setzten, ohne Ihre Trägerin jedoch zu sehr aus der Menge hervorstechen zu lassen. So überschwänglich war ihre Freude dann doch nicht gewesen und zudem legte Rhea keinen gesteigerten Wert darauf, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Anders als Tetia, die in diesem Moment an ihr vorbei marschierte. Wobei Schwanken die Art ihrer Fortbewegung deutlich besser beschrieb, denn die junge Stute hatte ihr Gewicht gut und gerne verdoppelt dank der Blütenpracht in ihrem Langhaar.
Rhea musterte ihre jüngere Schwester, kurz darüber nachdenkend, ob sie sie darauf hinweisen sollte, dass sie wohl kaum den ganzen restlichen Tag mit diesem opulenten Schmuck überstehen würde, ohne sich dabei mindestens eine Schmerzhafte Verspannung zuzuziehen. Allerdings wusste Rhea bereits, wie resistent Tetia darauf reagieren würde und zudem lernte man aus Fehlern bekanntlich am Besten, weshalb sie sich bereits dagegen entschieden hatte, kaum dass der Gedanke in ihr aufgekommen war.
Stattdessen hatte Rhea den Blick schweifen lassen. Nicht um die Schönheit der anderen Anwesenden zu betrachten, sondern um ihre Gesichter zu studieren und festzustellen, wer sich unter ihnen befand. Es war nicht verwunderlich, dass jede Familie nahezu vollzählig erschienen war. Sogar Dracerion Dracas hatte es sich nicht nehmen lassen, der königlichen Hochzeit beizuwohnen. Unverantwortlich, wenn man seinen aktuellen Zustand betrachtete. Rhea hatte seinem Boten deutlich gemacht, dass er ihm ausrichten sollte, wie wenig sie von diesem Vorhaben hielt, hatte ihm aber dennoch die stärkenden Kräuter ausgehändigt. Sie war nicht dafür zuständig, ihren Patienten Verstand einzuimpfen. Zudem bezweifelte sie, dass ihre Worte Dracerion überhaupt erreicht hatten. Wahrscheinlich hatte der Bote sie unterwegs 'vergessen', weil ihm seine eigene körperliche Unversehrtheit wichtiger war, als die Mahnung der Heilerin den ohnehin belehrungsresistenten Gehirnwindungen seines cholerischen Meisters einzugeben.
Wie auch immer.
Gerade wollte Rhea ihren Blick weiter gleiten lassen, da zerrte Tetia mit unverschämter Vehemenz an ihrer Aufmerksamkeit. Glücklicherweise bremste die Stimme einer entfernten Cousine den Schimpf ihrer Schwester, sodass Rhea sich nicht darauf verlegen musste.
"So ein Mundwerk lässt deine Blumen verwelken." konstatierte sie nur und trat an die Seite der Jüngeren, sodass sie ihr nun nicht mehr im Weg stand. Sie wusste, dass Tetia ohnehin keine Ruhe geben würde, bis sie ihren Willen bekam.
"Was wirklich schade wäre." Ein sanftes Lächeln zupfte an ihren Mundwinkeln. Auch wenn Tetia wirklich vollkommen überladen war, so sah sie hübsch aus. Außerdem hätte sie sich so viel Mühe gegeben und allein das war ein Kompliment wert.
Rhea hob den Kopf und sah nach vorn. Und in dem Moment erstarb ihr Lächeln, just als sich sie der Gestalt gewahr wurde, die sich durch das Gedränge bewegte. In ihre Richtung.
'Nein. Nicht hierher.'
Und da war es wieder. Dieses nervöse Klopfen in ihrer Brust.
Rhea musterte ihre jüngere Schwester, kurz darüber nachdenkend, ob sie sie darauf hinweisen sollte, dass sie wohl kaum den ganzen restlichen Tag mit diesem opulenten Schmuck überstehen würde, ohne sich dabei mindestens eine Schmerzhafte Verspannung zuzuziehen. Allerdings wusste Rhea bereits, wie resistent Tetia darauf reagieren würde und zudem lernte man aus Fehlern bekanntlich am Besten, weshalb sie sich bereits dagegen entschieden hatte, kaum dass der Gedanke in ihr aufgekommen war.
Stattdessen hatte Rhea den Blick schweifen lassen. Nicht um die Schönheit der anderen Anwesenden zu betrachten, sondern um ihre Gesichter zu studieren und festzustellen, wer sich unter ihnen befand. Es war nicht verwunderlich, dass jede Familie nahezu vollzählig erschienen war. Sogar Dracerion Dracas hatte es sich nicht nehmen lassen, der königlichen Hochzeit beizuwohnen. Unverantwortlich, wenn man seinen aktuellen Zustand betrachtete. Rhea hatte seinem Boten deutlich gemacht, dass er ihm ausrichten sollte, wie wenig sie von diesem Vorhaben hielt, hatte ihm aber dennoch die stärkenden Kräuter ausgehändigt. Sie war nicht dafür zuständig, ihren Patienten Verstand einzuimpfen. Zudem bezweifelte sie, dass ihre Worte Dracerion überhaupt erreicht hatten. Wahrscheinlich hatte der Bote sie unterwegs 'vergessen', weil ihm seine eigene körperliche Unversehrtheit wichtiger war, als die Mahnung der Heilerin den ohnehin belehrungsresistenten Gehirnwindungen seines cholerischen Meisters einzugeben.
Wie auch immer.
Gerade wollte Rhea ihren Blick weiter gleiten lassen, da zerrte Tetia mit unverschämter Vehemenz an ihrer Aufmerksamkeit. Glücklicherweise bremste die Stimme einer entfernten Cousine den Schimpf ihrer Schwester, sodass Rhea sich nicht darauf verlegen musste.
"So ein Mundwerk lässt deine Blumen verwelken." konstatierte sie nur und trat an die Seite der Jüngeren, sodass sie ihr nun nicht mehr im Weg stand. Sie wusste, dass Tetia ohnehin keine Ruhe geben würde, bis sie ihren Willen bekam.
"Was wirklich schade wäre." Ein sanftes Lächeln zupfte an ihren Mundwinkeln. Auch wenn Tetia wirklich vollkommen überladen war, so sah sie hübsch aus. Außerdem hätte sie sich so viel Mühe gegeben und allein das war ein Kompliment wert.
Rhea hob den Kopf und sah nach vorn. Und in dem Moment erstarb ihr Lächeln, just als sich sie der Gestalt gewahr wurde, die sich durch das Gedränge bewegte. In ihre Richtung.
'Nein. Nicht hierher.'
Und da war es wieder. Dieses nervöse Klopfen in ihrer Brust.



