Vor 4 Stunden
Vielleicht würden sie manche lächerlich nennen, da sie so aufgeregt war, aber wann wohnte man schon einer königlichen Hochzeit bei? In den meisten Fällen erlebte man das zweimal im Leben, vielleicht auch dreimal. Maximal. Im besten Fall. Vielleicht auch im schlimmsten — sie war sich nicht so ganz sicher.
Heute erlebte sie jedenfalls ihre erste königliche Hochzeit, und der Trubel, die Fanfare, das PROGRAMM, alles verblasste gegenüber den üblichen, schnarchigen Ehegelübden, die sie schon hatte mitansehen müssen. Irgendwann würde sie mal genauso heiraten wie Vesta Acillius! Was bedeutete, dass ein Prinz ihr den Hof machen musste. Aber das war kein Problem. Sie war ja noch Blutjung. Ihre älteren Schwestern waren schon viel länger Teil der gehobenen Gesellschaft, und sie hatten noch immer keinen Mann abgekriegt, aber das lag auch daran, dass sie sich absolut keine Mühe gaben. Tetia würde das ganz anders machen. Und aus genau diesem Grund hatte sie sich so richtig rausgeputzt.
In ihrem Haar existierten nicht nur ein paar traurige Stängel mit daran baumelnden Knospen, sondern eine ganze Blumenpracht, so schwer, dass sie ihren Mähnenkam zur Seite riss, und ihr Schweif — schon immer ein bisschen spärlich — war unter all den Blüten kaum zu erkennen. Tatsächlich war es ein wenig schwer, das ganze Zeug auf ihrem Kopf zu balancieren, aber das war das Endresultat wert. Sie sah perfekt aus.
„Wo ist denn die Braahauut?“, quengelte sie.
Tetia reckte und streckte sich, doch über die hochgewachsenen Kruppen ihrer Familienmitglieder hinweg konnte sie nichts erkennen. Nicht einmal die älteren, aufgeblasenen Adelsmädchen, die immer superpeinlich um ihre Onkel und Vetter herumtanzten. Ha! Als ob nicht klar wäre, was sie wollten.
Ihre Familie war zugegebenermaßen seit Tagen in heller Aufruhr. Der Großteil der Männer hatte ein Auge auf die Veranstaltung: Onkel Nummer eins einen Blick auf die Leibwache, Onkel Nummer zwei einen Blick auf das alles umfassende Heer. Vielleicht waren sie auch Vetter oder so. Sie verstand manchmal nicht so recht, wer nun Vetter, Cousin und wer Onkel war, aber war ja auch egal.
Was sie jedoch wusste, war, dass eine ihrer Tanten beim Klerus stand, bereit, den heiligen Bund vor Gottes Augen abzusegnen. Tetia wollte ihr zulächeln, aber da stand schon wieder ihre blöde Schwester im Weg.
„Man, Rhea, jetzt geh doch mal zur Seite! Ich sehe nichts wegen deinem... deinem fetten Ar—!“
„TETIA!“, wies sie eines ihrer tausend Familienmitglieder zurecht. Tetia hörte schon nicht mehr zu, denn sie meinte zwischen all den Leibern ein helles Fellkleid zu erkennen, das ihren Herzschlag augenblicklich in die Höhe schnellen ließ.
Heute erlebte sie jedenfalls ihre erste königliche Hochzeit, und der Trubel, die Fanfare, das PROGRAMM, alles verblasste gegenüber den üblichen, schnarchigen Ehegelübden, die sie schon hatte mitansehen müssen. Irgendwann würde sie mal genauso heiraten wie Vesta Acillius! Was bedeutete, dass ein Prinz ihr den Hof machen musste. Aber das war kein Problem. Sie war ja noch Blutjung. Ihre älteren Schwestern waren schon viel länger Teil der gehobenen Gesellschaft, und sie hatten noch immer keinen Mann abgekriegt, aber das lag auch daran, dass sie sich absolut keine Mühe gaben. Tetia würde das ganz anders machen. Und aus genau diesem Grund hatte sie sich so richtig rausgeputzt.
In ihrem Haar existierten nicht nur ein paar traurige Stängel mit daran baumelnden Knospen, sondern eine ganze Blumenpracht, so schwer, dass sie ihren Mähnenkam zur Seite riss, und ihr Schweif — schon immer ein bisschen spärlich — war unter all den Blüten kaum zu erkennen. Tatsächlich war es ein wenig schwer, das ganze Zeug auf ihrem Kopf zu balancieren, aber das war das Endresultat wert. Sie sah perfekt aus.
„Wo ist denn die Braahauut?“, quengelte sie.
Tetia reckte und streckte sich, doch über die hochgewachsenen Kruppen ihrer Familienmitglieder hinweg konnte sie nichts erkennen. Nicht einmal die älteren, aufgeblasenen Adelsmädchen, die immer superpeinlich um ihre Onkel und Vetter herumtanzten. Ha! Als ob nicht klar wäre, was sie wollten.
Ihre Familie war zugegebenermaßen seit Tagen in heller Aufruhr. Der Großteil der Männer hatte ein Auge auf die Veranstaltung: Onkel Nummer eins einen Blick auf die Leibwache, Onkel Nummer zwei einen Blick auf das alles umfassende Heer. Vielleicht waren sie auch Vetter oder so. Sie verstand manchmal nicht so recht, wer nun Vetter, Cousin und wer Onkel war, aber war ja auch egal.
Was sie jedoch wusste, war, dass eine ihrer Tanten beim Klerus stand, bereit, den heiligen Bund vor Gottes Augen abzusegnen. Tetia wollte ihr zulächeln, aber da stand schon wieder ihre blöde Schwester im Weg.
„Man, Rhea, jetzt geh doch mal zur Seite! Ich sehe nichts wegen deinem... deinem fetten Ar—!“
„TETIA!“, wies sie eines ihrer tausend Familienmitglieder zurecht. Tetia hörte schon nicht mehr zu, denn sie meinte zwischen all den Leibern ein helles Fellkleid zu erkennen, das ihren Herzschlag augenblicklich in die Höhe schnellen ließ.



