Gestern, 12:28 PM
Als ihre Großmutter letztlich ging, fühlte sich Vesta entzweit. Da war der Drang ihr zu folgen, um den Halt zu bewahren, für den Gaia Acillius schon immer gesorgt hatte. Einstweilen konnte sie grausam und starrsinnig sein, aber die eiserne Hand, mit der sie die Familie führte, war zielsicher. Jetzt erst wurde Vesta klar, dass sie diese Leitung für selbstverständlich erachtet hatte. Sie fühlte sich undankbar. All die Entscheidungen, die sie von nun an treffen musste, würden ihr selbst obliegen. Das änderte nichts an ihrem Entschluss, sich fortan treu zu bleiben und ihrem eigenen Verstand und Herzen zu folgen. Sie würde Gaia Acillius nicht um Rat bitten und sie würde neue Zweige kreieren. Sie mussten nicht fortreichend sein, nur stark und beständig.
Just in dem Moment zog ein warmer Wind heran und liebkoste sanft einige der lose arrangierten Strähnen um ihr Gesicht. Resolution. Sie erinnerte sich an die Worte, die Nero ihr geschenkt hatte, und wie ein Mantra rief sie sich den Moment immer und immer wieder in ihre Gedanken. Er mit ihr auf der Tanzfläche. Alle Augen lagen auf ihnen und dennoch sah sie nur ihn. Er war wie eine Festung gewesen, die alles von ihr abgeprallt hatte und genau in jene Mauern wollte sie wieder fliehen. Es war nicht die Angst vor der Hochzeit oder der Nacht mit ihm. Sie hatte keine Bedenken, dass Nero nicht sanft oder vorsichtig mit ihr war. Ihre Furcht lag darin, dass sie nicht zurück in diese Mauern finden konnte oder schlimmer noch einen Kerker wiederfand. Ein Kerker, in dem nicht dieser freie Wind, sein Wind, mit ihr sprach und sie lockte.
Aber daran wollte sie nicht glauben. Sie wollte an ihn glauben. Und wenn der Glaube an ihren König das war, was sie zu einer guten Tochter des Hauses Acillius machte, würde sie dann nicht sogar mit vollem Stolz just den Namen ablegen können?
Ceres Worte holten sie wieder zurück aus ihrer Glaskugel. Sie hatte schon immer die Angewohnheit, sich dort einzusperren. In letzter Zeit schien ihr fast, die Kontrolle darüber etwas zu entgleiten. Umso dankbarer war sie für die forsche Stimme ihres kleinen Phönixes. "Ich danke dir, liebste Schwester." Sanft schob sie Ceres eine kurze Berührung unter den Schopf. Sie hatte das früher öfter getan. Zu Beginn noch, um ihrer kleinen, zerbrechlichen Schwester Mut zu schenken. Schnell hatte sich die Gewohnheit in ein liebevolles Necken gewandelt, um Ceres penible Eitelkeit zu kränken. "Schwester! Mein Schopf!" Wann waren sie nur erwachsen geworden?
Ceres anscheinend noch schneller, als es Vesta lieb war. Denn diese schatternde Gans begann allen erstens über diese Tätigkeit zu sprechen.
"Ceres!", entfuhr es ihr erschüttert und mit lauem Lächeln. "Wie erleichternd zu wissen, dass mein Schwager sich liebevoll um dich sorgt! Vielleicht muss ich ihm als Königin dann einen offiziellen Orden verleihen?"
Sie lenkte ab. Natürlich tat sie das.
War sie nervös, weil so viel Ungewissheit auf sie wartete? War da diese zerbrechliche Vorfreude, die ihr die Kehle zuschnürte? Vielleicht erdrückte sie gerade alles gleichsam.
"Er ist sanft, Ceres. Ich sah es in seinem Gesicht." Damit war ihre Hoffnung gestanden.
Just in dem Moment zog ein warmer Wind heran und liebkoste sanft einige der lose arrangierten Strähnen um ihr Gesicht. Resolution. Sie erinnerte sich an die Worte, die Nero ihr geschenkt hatte, und wie ein Mantra rief sie sich den Moment immer und immer wieder in ihre Gedanken. Er mit ihr auf der Tanzfläche. Alle Augen lagen auf ihnen und dennoch sah sie nur ihn. Er war wie eine Festung gewesen, die alles von ihr abgeprallt hatte und genau in jene Mauern wollte sie wieder fliehen. Es war nicht die Angst vor der Hochzeit oder der Nacht mit ihm. Sie hatte keine Bedenken, dass Nero nicht sanft oder vorsichtig mit ihr war. Ihre Furcht lag darin, dass sie nicht zurück in diese Mauern finden konnte oder schlimmer noch einen Kerker wiederfand. Ein Kerker, in dem nicht dieser freie Wind, sein Wind, mit ihr sprach und sie lockte.
Aber daran wollte sie nicht glauben. Sie wollte an ihn glauben. Und wenn der Glaube an ihren König das war, was sie zu einer guten Tochter des Hauses Acillius machte, würde sie dann nicht sogar mit vollem Stolz just den Namen ablegen können?
Ceres Worte holten sie wieder zurück aus ihrer Glaskugel. Sie hatte schon immer die Angewohnheit, sich dort einzusperren. In letzter Zeit schien ihr fast, die Kontrolle darüber etwas zu entgleiten. Umso dankbarer war sie für die forsche Stimme ihres kleinen Phönixes. "Ich danke dir, liebste Schwester." Sanft schob sie Ceres eine kurze Berührung unter den Schopf. Sie hatte das früher öfter getan. Zu Beginn noch, um ihrer kleinen, zerbrechlichen Schwester Mut zu schenken. Schnell hatte sich die Gewohnheit in ein liebevolles Necken gewandelt, um Ceres penible Eitelkeit zu kränken. "Schwester! Mein Schopf!" Wann waren sie nur erwachsen geworden?
Ceres anscheinend noch schneller, als es Vesta lieb war. Denn diese schatternde Gans begann allen erstens über diese Tätigkeit zu sprechen.
"Ceres!", entfuhr es ihr erschüttert und mit lauem Lächeln. "Wie erleichternd zu wissen, dass mein Schwager sich liebevoll um dich sorgt! Vielleicht muss ich ihm als Königin dann einen offiziellen Orden verleihen?"
Sie lenkte ab. Natürlich tat sie das.
War sie nervös, weil so viel Ungewissheit auf sie wartete? War da diese zerbrechliche Vorfreude, die ihr die Kehle zuschnürte? Vielleicht erdrückte sie gerade alles gleichsam.
"Er ist sanft, Ceres. Ich sah es in seinem Gesicht." Damit war ihre Hoffnung gestanden.



