07-24-2026, 04:53 PM
Er war Eris dankbar. Jedes Mal, wenn man ihn in eine dieser festlichen, geselligen Situationen entsandte, wusste er die Anwesenheit seiner Cousine zu schätzen. Als kleines Kind hatte er sich oft hinter ihr verstecken wollen. Grau und unförmig war er noch gewesen und aus einem feinen, fast feminin geschnittenen Gesicht waren die blauen Augen schüchtern und scheu gewesen. Seine Stimme war noch so kläglich und leise gewesen, und wie oft hatte Darius Astoria seinen Sohn ermahnt. "Spricht nicht mit gesenktem Haupt, Lucian", dann hatten sie gelacht und es hatte ihn einige Zeit gebraucht, um den Unterschied zwischen mit und über jemanden zu lachen zu verstehen. In seiner Familie war es nie Letzteres gewesen. Und wo Lucian das Lachen lernen musste, war es für Eris ein natürliches Bedürfnis. Laut und hell und ohne Scheu und dennoch melodisch und klar. Vielleicht war ihr Lachen sein erster Schulmeister gewesen.
Auch jetzt fiel es ihr so leicht, instinktiv die richtigen Worte für Amata zu finden. Artig nickte er zur Bestätigung und trug weiterhin das bekömmliche Lächeln auf den dunklen Lippen. Was hätte er anderes tun sollen? Jedes Wort mit einem "Hmm" oder "So ist es" zu bestätigen klang in seinen Ohren stümperhaft und unelegant.
Unelegant war gewiss auch die Tatsache, dass Amata mit ihrer letzten Bemerkung Recht hatte. Er war zornig. Und etwas beschäftigte ihn.
Er würde gewiss nicht gestehen, dass er der Grauen und ihrem Redefluss kaum Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Er hatte genug erhascht, um den Zusammenhang zu verstehen und für sich selbst als nichtig zu erachten. Das war aber nicht seine Sache. Sein Gesicht wohl aber schon. Seine Mutter hätte ihm eine gelangt und der Gedanke daran löste eine sanftmütige Woge in ihm aus.
"Hmm", surrte er sanft. "Ist mein Gesicht so unansehnlich?" Er warf es zu Eris und ein entschuldigendes Lächeln platzierte sich auf den kargen Zügen. Wäre er Amata nicht unter diesen Umständen begegnet, hätte er vielleicht mehr an ihr entdecken können. Tatsächlich hielt ihn nur Eris noch an Ort und Stelle. Es waren zu viele Eindrücke, die an ihm nagten. Zum ersten Mal verspürte er das Bedürfnis, seinen Verstand mit Beeren zu verabschieden.
Er hauchte ein Lächeln. "Wusstet ihr, dass unsere liebe Eris mich einmal zum Verzehr vergorener Beeren gezwungen hat? Damals war ich noch ein halbes Hemd. Drei Tage brummte mir der Schädel. Sie war schon immer recht gnadenlos zu mir." Er tat das immer. Er konnte sich gut durch diese Gesellschaftsspiele manövrieren. Das hieß nicht, dass er sie leicht ertrug. Jetzt wusste er gar nicht, warum er ausgerechnet Amata aus der Kindheit der beiden Astoria berichtete. Im Grunde war sie ihm ja gleich. Vielleicht hoffte er, ihr etwas mehr Leichtigkeit schenken zu können. "Passt auf, dass sie dasselbe nicht heute mit euch tut." Ein spitzbübisches Zwinkern aus den glatten Zügen.
Auch jetzt fiel es ihr so leicht, instinktiv die richtigen Worte für Amata zu finden. Artig nickte er zur Bestätigung und trug weiterhin das bekömmliche Lächeln auf den dunklen Lippen. Was hätte er anderes tun sollen? Jedes Wort mit einem "Hmm" oder "So ist es" zu bestätigen klang in seinen Ohren stümperhaft und unelegant.
Unelegant war gewiss auch die Tatsache, dass Amata mit ihrer letzten Bemerkung Recht hatte. Er war zornig. Und etwas beschäftigte ihn.
Er würde gewiss nicht gestehen, dass er der Grauen und ihrem Redefluss kaum Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Er hatte genug erhascht, um den Zusammenhang zu verstehen und für sich selbst als nichtig zu erachten. Das war aber nicht seine Sache. Sein Gesicht wohl aber schon. Seine Mutter hätte ihm eine gelangt und der Gedanke daran löste eine sanftmütige Woge in ihm aus.
"Hmm", surrte er sanft. "Ist mein Gesicht so unansehnlich?" Er warf es zu Eris und ein entschuldigendes Lächeln platzierte sich auf den kargen Zügen. Wäre er Amata nicht unter diesen Umständen begegnet, hätte er vielleicht mehr an ihr entdecken können. Tatsächlich hielt ihn nur Eris noch an Ort und Stelle. Es waren zu viele Eindrücke, die an ihm nagten. Zum ersten Mal verspürte er das Bedürfnis, seinen Verstand mit Beeren zu verabschieden.
Er hauchte ein Lächeln. "Wusstet ihr, dass unsere liebe Eris mich einmal zum Verzehr vergorener Beeren gezwungen hat? Damals war ich noch ein halbes Hemd. Drei Tage brummte mir der Schädel. Sie war schon immer recht gnadenlos zu mir." Er tat das immer. Er konnte sich gut durch diese Gesellschaftsspiele manövrieren. Das hieß nicht, dass er sie leicht ertrug. Jetzt wusste er gar nicht, warum er ausgerechnet Amata aus der Kindheit der beiden Astoria berichtete. Im Grunde war sie ihm ja gleich. Vielleicht hoffte er, ihr etwas mehr Leichtigkeit schenken zu können. "Passt auf, dass sie dasselbe nicht heute mit euch tut." Ein spitzbübisches Zwinkern aus den glatten Zügen.



