Vor 2 Stunden
Andächtig verweilte die schneeweiße Stute am Rande des Feldes und überblickte das Geschehen. Sie beobachtete genauestens, wie sie alle miteinander taten. Sprachen. Tanzten. Lachten. Lästerten.
Heute war ein besonderer Tag, und es wurde Morgana freigestellt sich unter das Volk zu mischen. So stand sie hier nun und sah zufrieden gestimmt dabei zu, wie alles allmählich zu neuer Normalität zurückkehrte. Sie hatten viele Verluste zu verzeichnen, diese Tatsache war ihr nur allzu bewusst. Viele Gesichter fehlten in den Reihen, und doch tanzten zwischen ihnen die Geister der Zukunft. Noch waren sie kleine Kinder, junge Fohlen und Halbstarke, doch sie waren die Knospen, die eines Tages in voller Pracht erblühen und die Geschichte weiterschreiben würden.
Heute nahm der König sich eine neue Gemahlin, schloss damit ein altes Kapitel ab und eröffnete zugleich ein neues. Es war zufriedenstellend, dass sich das Blut der Valerius weitervererben würde, und dieses Mal aus dem Schoß einer würdigen jungen Dame, was mit großer Sicherheit auch in den Adelshäusern auf Anklang stoßen würde nachdem König Nero und seinerzeit auch König Aurelian die strengen Regeln der Monarchie infrage gestellt hatten, indem sie die Umarmung einer Stute aus dem einfachen Volke präferiert hatten, wenngleich einst das Blut der Aurea durch Echos Adern geströmt war. Bedauerlicherweise jedoch war sie durch irgendetwas in ihrem hübschen Köpfchen fehlgeleitet gewesen und so erntete die Ehe zwischen ihr und König Nero mehr Hohn und Spott als ehrliche Anerkennung.
Armer, kleiner Garrus., schwebte es ihr durch den Kopf und sie wünschte sich nichts sehnlicher, als dass dieses unschuldige Kind eines Tages nicht durch die Kurzsichtigkeit seiner Mutter in eine ähnlich missliche Lage getrieben wurde, sondern eine glückliche Zukunft als künftiger König erwarten durfte.
Ihr Blick schweifte von den tanzenden Paaren ab und blieb kurz an zwei jungen Hengsten hängen. Spartacus Licinius, der Sohn der wunderbaren Celestial, bevorzugte offensichtlich ebenfalls die Präsenz eines einfachen Burschen aus dem Volke. Offenbar heckten sie wieder irgendwelchen Schabernack aus, wie sie dort standen, der jungen, verlorenen Dracastochter hinterherblickten und kicherten wie zwei kleine Teufel.
Ein leises Seufzen verließ ihre Kehle. Auch sie würden eines Tages die Beschützer ihres Volkes stellen, auch wenn dieses bisweilen kaum vorstellbar war. Männer waren einfältig und dumm in diesem Alter, wuchs ihr Körper doch um Längen schneller als ihr Hirn. Aber auch dieser Umstand würde sich eines Tages bereinigen - alles zu seiner Zeit. Sie waren stark und ihrem Alter entsprechend fähige Kämpfer.
Apropos fähige Kämpfer.
Remus Victus trat an ihr vorbei. Ein Gesicht, das Morgana gerne erblickte, waren die Victus doch etablierte Säulen der Monarchie - jeder einzelne auf seine Weise. Adelaide war eine angesehene Glaubensschwester, wenngleich Morgana der Umstand missfiel, dass sie dem Klerus nicht aus tiefster Überzeugung beigetreten war, sondern aus anderen Ursprüngen heraus. Sie war eine Koryphäe. Sie musste nur begreifen, dass sie sich in genau der Position befand, für die sie von Gott auserwählt worden war. Falsche Bescheidenheit konnte durchaus schmeichelhaft sein, doch in ihrem Fall war sie schlicht und ergreifend absolut fehl am Platz. Ein Thema, das heute nicht relevant sein sollte.
"Es erfüllt mein Herz mit Freude, Euch hier zu sehen, Remus. Wie ergeht es euch?", sprach sie ruhig, während ein sachtes, aber ehrliches Lächeln über die Lippen der Weißen huschte, als sie prüfend über den großen Körper des Soldaten blickte und schließlich zu ihm aufsah. Auch Remus war von Verlust geplagt gewesen, hatte der arme Mann den Tod seiner Frau und zwei seiner Tochter zu beklagen. Doch er war stark. Und da waren noch die anderen beiden Mädchen, die ihren Vater nicht leugnen konnten.
Heute war ein besonderer Tag, und es wurde Morgana freigestellt sich unter das Volk zu mischen. So stand sie hier nun und sah zufrieden gestimmt dabei zu, wie alles allmählich zu neuer Normalität zurückkehrte. Sie hatten viele Verluste zu verzeichnen, diese Tatsache war ihr nur allzu bewusst. Viele Gesichter fehlten in den Reihen, und doch tanzten zwischen ihnen die Geister der Zukunft. Noch waren sie kleine Kinder, junge Fohlen und Halbstarke, doch sie waren die Knospen, die eines Tages in voller Pracht erblühen und die Geschichte weiterschreiben würden.
Heute nahm der König sich eine neue Gemahlin, schloss damit ein altes Kapitel ab und eröffnete zugleich ein neues. Es war zufriedenstellend, dass sich das Blut der Valerius weitervererben würde, und dieses Mal aus dem Schoß einer würdigen jungen Dame, was mit großer Sicherheit auch in den Adelshäusern auf Anklang stoßen würde nachdem König Nero und seinerzeit auch König Aurelian die strengen Regeln der Monarchie infrage gestellt hatten, indem sie die Umarmung einer Stute aus dem einfachen Volke präferiert hatten, wenngleich einst das Blut der Aurea durch Echos Adern geströmt war. Bedauerlicherweise jedoch war sie durch irgendetwas in ihrem hübschen Köpfchen fehlgeleitet gewesen und so erntete die Ehe zwischen ihr und König Nero mehr Hohn und Spott als ehrliche Anerkennung.
Armer, kleiner Garrus., schwebte es ihr durch den Kopf und sie wünschte sich nichts sehnlicher, als dass dieses unschuldige Kind eines Tages nicht durch die Kurzsichtigkeit seiner Mutter in eine ähnlich missliche Lage getrieben wurde, sondern eine glückliche Zukunft als künftiger König erwarten durfte.
Ihr Blick schweifte von den tanzenden Paaren ab und blieb kurz an zwei jungen Hengsten hängen. Spartacus Licinius, der Sohn der wunderbaren Celestial, bevorzugte offensichtlich ebenfalls die Präsenz eines einfachen Burschen aus dem Volke. Offenbar heckten sie wieder irgendwelchen Schabernack aus, wie sie dort standen, der jungen, verlorenen Dracastochter hinterherblickten und kicherten wie zwei kleine Teufel.
Ein leises Seufzen verließ ihre Kehle. Auch sie würden eines Tages die Beschützer ihres Volkes stellen, auch wenn dieses bisweilen kaum vorstellbar war. Männer waren einfältig und dumm in diesem Alter, wuchs ihr Körper doch um Längen schneller als ihr Hirn. Aber auch dieser Umstand würde sich eines Tages bereinigen - alles zu seiner Zeit. Sie waren stark und ihrem Alter entsprechend fähige Kämpfer.
Apropos fähige Kämpfer.
Remus Victus trat an ihr vorbei. Ein Gesicht, das Morgana gerne erblickte, waren die Victus doch etablierte Säulen der Monarchie - jeder einzelne auf seine Weise. Adelaide war eine angesehene Glaubensschwester, wenngleich Morgana der Umstand missfiel, dass sie dem Klerus nicht aus tiefster Überzeugung beigetreten war, sondern aus anderen Ursprüngen heraus. Sie war eine Koryphäe. Sie musste nur begreifen, dass sie sich in genau der Position befand, für die sie von Gott auserwählt worden war. Falsche Bescheidenheit konnte durchaus schmeichelhaft sein, doch in ihrem Fall war sie schlicht und ergreifend absolut fehl am Platz. Ein Thema, das heute nicht relevant sein sollte.
"Es erfüllt mein Herz mit Freude, Euch hier zu sehen, Remus. Wie ergeht es euch?", sprach sie ruhig, während ein sachtes, aber ehrliches Lächeln über die Lippen der Weißen huschte, als sie prüfend über den großen Körper des Soldaten blickte und schließlich zu ihm aufsah. Auch Remus war von Verlust geplagt gewesen, hatte der arme Mann den Tod seiner Frau und zwei seiner Tochter zu beklagen. Doch er war stark. Und da waren noch die anderen beiden Mädchen, die ihren Vater nicht leugnen konnten.



