Vor 2 Stunden
"Nyke!“, entkam es ihm, gleichermaßen überrascht wie begeistert.
Es war Wahnsinn, dass seine Freundin sich ohne Scheu in dieses Spiel stürzte und Karthago ohne sein Wissen vorführte. In der Regel war sie diejenige von ihnen beiden die beschwichtigte. Beschweren würde er sich über diese plötzlich aufblitzende Boshaftigkeit jedoch gewiss nicht. Aarons Lachen tat es keinen Abbruch, dass sie so über seinen besten Freund sprach. Nyke durfte das. Aber nur sie, niemand sonst.
Aufgeregt und nun ganz in ihrem gemeinsamen Spiel aufblühend folgte Aaron ihrem Blick und betrachtete die alte Schabracke von Acillius und den wohl bescheuertsten Heiler, den Valeria je gesehen hatte.
„Kann ich verstehen“, stimmte er ihr zu, „so wie sie aussieht, hat sie nicht mehr lang. Aber er wird es ihr nicht geben, weil er, wie so viele, auf ihr baldiges Ableben hofft.“ Tat er schließlich auch.
Ohne ihr ständiges Einmischen wäre es Aarin gewesen, die die Aufmerksamkeit des Königs auf sich gezogen hätte. Sie würde heute an den König übergeben werden und der Familie Miles einmal mehr zu unaussprechlicher Macht verhelfen. Es war ihr Platz, den Gaia Acillius genommen und an eine andere weitergegeben hatte. Als könnte Vesta jemals eine gute Königin sein, da wäre ja selbst Aaron eine bessere Wahl gewesen.
Etwas angefressen suchte er weiter nach irgendetwas, das ihn wieder heiterer stimmte und begegnete dabei Lucian Astorias Blick, dem er ein hochmütiges Lächeln zuwarf, bevor ein Schwall junger, aufgeregter Damen ihren Blickkontakt brach. Was für ein Wichtigtuer. Ständig sah Nykes Familie ihn an als wäre er ein… Als wäre er nichts! Er war ein verdammter Miles! Sie sollten ihn mit Sternen in den Augen ansehen und sich bedanken, dass er mit einer von ihnen sprach. Nyke war so viel besser als sie alle, dass Aaron sich manchmal fragte, wie sie überhaupt von ihnen abstammen konnte. Aaron wandte sich wieder ihrem Spiel zu. Es war schließlich eben genau Nykes Familie, von der er sie gerade abzulenken versuchte.
„Da, siehst du Dracerion Dracas, Karthagos Vater?“
Der war dem Ende ungefähr so nah wie Gaia Acillius, wobei seine Knochen schon so weit hervortraten, dass man durchaus davon ausgehen konnte, dass er früher zu Staub zerfiel, als sie.
„Er hat was mit der Frau seines Bruders.“
Den Gedanken fand er ziemlich witzig, witziger zumindest als das Scheitern seiner eigenen Familie. Außerdem hatte sein Vater das mal im Spaß erwähnt. Eifrig suchte Aaron nach dem Bruder Dracerions, malte sich schon den eifersüchtigen Blick aus, den er seinem Bruder und seiner Liebsten zuwarf, doch als er bei dem Rappen ankam, sah er vor allem eines: seine Mutter. Aaron zögerte.
„Du glaubst nicht, dass sie...“
Plötzlich war es nicht nur der Kopf der Dracas Familie, der Untreue zeigte, sondern auch der jüngere Teil der Linie. Er wusste natürlich um diese prekäre Freundschaft. Auf sie geachtet hatte er jedoch nie. Jetzt war er dazu gezwungen, die entspannten Züge seiner Mutter zu mustern. Zu Hause sah sie nie so aus. Ihr Blick war immer gesenkt. Ständig zuckte sie wegen irgendeiner Kleinigkeit total übertrieben zusammen, und bewegte sich ganz merkwürdig, total verkrampft und nicht einer Dame würdig. Er hatte es darauf geschoben, dass sie nicht als Adelige geboren worden war. Jetzt fragte er sich, ob sie nicht vielleicht nach einem besseren Ort suchte und plante, mit jemandem wegzurennen. Mit dem Dracas oder einem anderen. Und dann würde sie ihn alleine lassen mit—
Sein Gesicht verzog sich. Verdammte Hure.
Es war Wahnsinn, dass seine Freundin sich ohne Scheu in dieses Spiel stürzte und Karthago ohne sein Wissen vorführte. In der Regel war sie diejenige von ihnen beiden die beschwichtigte. Beschweren würde er sich über diese plötzlich aufblitzende Boshaftigkeit jedoch gewiss nicht. Aarons Lachen tat es keinen Abbruch, dass sie so über seinen besten Freund sprach. Nyke durfte das. Aber nur sie, niemand sonst.
Aufgeregt und nun ganz in ihrem gemeinsamen Spiel aufblühend folgte Aaron ihrem Blick und betrachtete die alte Schabracke von Acillius und den wohl bescheuertsten Heiler, den Valeria je gesehen hatte.
„Kann ich verstehen“, stimmte er ihr zu, „so wie sie aussieht, hat sie nicht mehr lang. Aber er wird es ihr nicht geben, weil er, wie so viele, auf ihr baldiges Ableben hofft.“ Tat er schließlich auch.
Ohne ihr ständiges Einmischen wäre es Aarin gewesen, die die Aufmerksamkeit des Königs auf sich gezogen hätte. Sie würde heute an den König übergeben werden und der Familie Miles einmal mehr zu unaussprechlicher Macht verhelfen. Es war ihr Platz, den Gaia Acillius genommen und an eine andere weitergegeben hatte. Als könnte Vesta jemals eine gute Königin sein, da wäre ja selbst Aaron eine bessere Wahl gewesen.
Etwas angefressen suchte er weiter nach irgendetwas, das ihn wieder heiterer stimmte und begegnete dabei Lucian Astorias Blick, dem er ein hochmütiges Lächeln zuwarf, bevor ein Schwall junger, aufgeregter Damen ihren Blickkontakt brach. Was für ein Wichtigtuer. Ständig sah Nykes Familie ihn an als wäre er ein… Als wäre er nichts! Er war ein verdammter Miles! Sie sollten ihn mit Sternen in den Augen ansehen und sich bedanken, dass er mit einer von ihnen sprach. Nyke war so viel besser als sie alle, dass Aaron sich manchmal fragte, wie sie überhaupt von ihnen abstammen konnte. Aaron wandte sich wieder ihrem Spiel zu. Es war schließlich eben genau Nykes Familie, von der er sie gerade abzulenken versuchte.
„Da, siehst du Dracerion Dracas, Karthagos Vater?“
Der war dem Ende ungefähr so nah wie Gaia Acillius, wobei seine Knochen schon so weit hervortraten, dass man durchaus davon ausgehen konnte, dass er früher zu Staub zerfiel, als sie.
„Er hat was mit der Frau seines Bruders.“
Den Gedanken fand er ziemlich witzig, witziger zumindest als das Scheitern seiner eigenen Familie. Außerdem hatte sein Vater das mal im Spaß erwähnt. Eifrig suchte Aaron nach dem Bruder Dracerions, malte sich schon den eifersüchtigen Blick aus, den er seinem Bruder und seiner Liebsten zuwarf, doch als er bei dem Rappen ankam, sah er vor allem eines: seine Mutter. Aaron zögerte.
„Du glaubst nicht, dass sie...“
Plötzlich war es nicht nur der Kopf der Dracas Familie, der Untreue zeigte, sondern auch der jüngere Teil der Linie. Er wusste natürlich um diese prekäre Freundschaft. Auf sie geachtet hatte er jedoch nie. Jetzt war er dazu gezwungen, die entspannten Züge seiner Mutter zu mustern. Zu Hause sah sie nie so aus. Ihr Blick war immer gesenkt. Ständig zuckte sie wegen irgendeiner Kleinigkeit total übertrieben zusammen, und bewegte sich ganz merkwürdig, total verkrampft und nicht einer Dame würdig. Er hatte es darauf geschoben, dass sie nicht als Adelige geboren worden war. Jetzt fragte er sich, ob sie nicht vielleicht nach einem besseren Ort suchte und plante, mit jemandem wegzurennen. Mit dem Dracas oder einem anderen. Und dann würde sie ihn alleine lassen mit—
Sein Gesicht verzog sich. Verdammte Hure.



