Vor 3 Stunden
Zweifelnd sah sie zwischen Amata und ihrem Cousin hin und her. Oh, Eris liebte Lucian. Sie liebte ihn sehr, aber manchmal war er sich einfach nicht bewusst, wie anziehend er auf das andere Geschlecht wirken konnte. Eris war es schon als Kind aufgefallen, sehr schnell und mit einer Prise Schmerz verbunden. Im gleichen Alter und zusammen aufwachsend war es nicht verwunderlich gewesen, dass sie viel Zeit miteinander verbrachten. Den Namen Astoria tragend hatte Eris eine gute Erziehung genossen und selten Probleme damit gehabt, Freundschaften zu knüpfen. Die jungen Stuten, die sie zu Beginn ihres Lebens Freunde genannt hatte, hatten sich jedoch nicht zufällig an ihrer Seite eingefunden. Sie waren verliebt gewesen. Heutzutage ließ es sie schmunzeln, wenn sie daran dachte, wie sehr sie hatte weinen müssen, als sie es zum ersten Mal bemerkt hatte. Sie hatten nicht ihre Freundschaft gewollt, sondern Lucians Aufmerksamkeit. Im besten Fall war sie ein schöner Zusatz gewesen, im schlechtesten ein unliebsames Anhängsel. Eris hielt es ihnen heutzutage gewiss nicht mehr vor. Sie fände es tatsächlich sogar schön, bei einer sich entwickelnden Romanze zuzusehen, wäre da nicht der traurige Umstand, dass ihr Cousin sich bedauerlicherweise nicht nur darauf verstand, Frauen zu verzaubern, sondern ihnen auch unnachgiebig das Herz zu brechen.
Aufmerksam spitzten sich ihre Ohren, als Amata anfing zu sprechen. Eris' Lächeln blieb, während ihre Augen glasig wurden. Oh Amata, immer so viel am Sprechen — es war reizend, wie aufgeregt und euphorisch sie war. Eris wünschte, es wäre besser um ihre Konzentration bestellt, um alldem auch zuzuhören. Sie zwang sich zurück in das Gespräch und wiederholte einige der gesagten Worte in ihrem Geist, um sie sich zu merken. Ihr krampfhaftes Festklammern am Moment machte es möglich, dass sie den Schwung zwischen ehrlicher Freude und Selbstzweifel in ihrem Gegenüber mitbekam.
Besorgt folgte sie dem Blick der jungen Stute und betrachtete den Leibheiler und die erhabene Gaia Acillius. Sie war wunderschön. Eris hoffte, dass sie ebenfalls mit einer solchen Würde altern konnte.
„Lord Achilléas wird nicht schlecht über dich sprechen, Amata“, beschwichtigte sie sie sanft. „Das liegt nicht in seiner Natur. Hätte er etwas anzumerken, würde er es im privaten bei dir vorbringen.“ Dem war sie sich sehr sicher. Es war die Aufgabe der Älteren, die Jüngeren auszubilden. Fehler passierten, und daraus lernte man. Es blieb unerwähnt, dass Eris bisher gar nichts gelernt hatte. Manchmal quälte sie dieser Umstand.
„Vielleicht solltest du mit deinem Vetter sprechen. Sind diese Gedanken nicht eine gute Gelegenheit, die schwindende Beziehung zwischen den Zweigen eurer Familie wieder aufleben zu lassen?“ Sie lächelte aufmunternd. Es gab schließlich nichts Wichtigeres als die Familie, und Amata war die Letzte ihrer Linie. Es würde ihr gewiss guttun, zu versuchen, zu ihren Wurzeln zurückzukehren.
Als Amata auf Lucians Gemüt aufmerksam machte, musterte Eris prüfend das Gesicht ihres Cousins.
Der schaut immer so, merkte ein Teil ihrerseits an, der das ganze Leben mit dem Eisprinzen verbracht hatte. Ihre Mundwinkel zuckten, sie sagte jedoch nichts.
Aufmerksam spitzten sich ihre Ohren, als Amata anfing zu sprechen. Eris' Lächeln blieb, während ihre Augen glasig wurden. Oh Amata, immer so viel am Sprechen — es war reizend, wie aufgeregt und euphorisch sie war. Eris wünschte, es wäre besser um ihre Konzentration bestellt, um alldem auch zuzuhören. Sie zwang sich zurück in das Gespräch und wiederholte einige der gesagten Worte in ihrem Geist, um sie sich zu merken. Ihr krampfhaftes Festklammern am Moment machte es möglich, dass sie den Schwung zwischen ehrlicher Freude und Selbstzweifel in ihrem Gegenüber mitbekam.
Besorgt folgte sie dem Blick der jungen Stute und betrachtete den Leibheiler und die erhabene Gaia Acillius. Sie war wunderschön. Eris hoffte, dass sie ebenfalls mit einer solchen Würde altern konnte.
„Lord Achilléas wird nicht schlecht über dich sprechen, Amata“, beschwichtigte sie sie sanft. „Das liegt nicht in seiner Natur. Hätte er etwas anzumerken, würde er es im privaten bei dir vorbringen.“ Dem war sie sich sehr sicher. Es war die Aufgabe der Älteren, die Jüngeren auszubilden. Fehler passierten, und daraus lernte man. Es blieb unerwähnt, dass Eris bisher gar nichts gelernt hatte. Manchmal quälte sie dieser Umstand.
„Vielleicht solltest du mit deinem Vetter sprechen. Sind diese Gedanken nicht eine gute Gelegenheit, die schwindende Beziehung zwischen den Zweigen eurer Familie wieder aufleben zu lassen?“ Sie lächelte aufmunternd. Es gab schließlich nichts Wichtigeres als die Familie, und Amata war die Letzte ihrer Linie. Es würde ihr gewiss guttun, zu versuchen, zu ihren Wurzeln zurückzukehren.
Als Amata auf Lucians Gemüt aufmerksam machte, musterte Eris prüfend das Gesicht ihres Cousins.
Der schaut immer so, merkte ein Teil ihrerseits an, der das ganze Leben mit dem Eisprinzen verbracht hatte. Ihre Mundwinkel zuckten, sie sagte jedoch nichts.



