Vor 3 Stunden
Ein glückliches Lächeln legte sich auf ihr Gesicht und sie schloss für einen Moment sogar zufrieden die Augen, als Eris ohne jegliche Äußerung ihren Wunsch zu hören schien und die Blüten zurück in ihr Haar drapierte. Eris war das Sinnbild einer Stute, wie sie dem Adel entsprang. Warmherzig, bodenständig, höflich und wortgewandt. Wenn Amata ehrlich sein sollte, war es ihr in der Vergangenheit nie leicht gefallen, ehrliches und tiefes Vertrauen in jemanden zu finden, der nicht ihrer Familie angehörte - dafür hatte Acollo in der Vergangenheit ausgiebig gesorgt. Seine Linie der Aegidius hatte stets im Hintergrund agiert, prinzipiell weniger persönliche Verbindung zur Familie des Königs als es bei Achos und seinen Nachkommen der Fall gewesen war.
Einige Mitglieder der Astorias bildeten eine markante Ausnahme, allen voran Eris. Zur ihr hatte Amata bereits in ihrer Kindheit eine engere Verbindung gehabt als zu ihrer eigenen Schwester. Umso weniger verwunderte sie es, dass allmählich die Anspannung aus ihrem Körper wich, jetzt, wo sie da war. Seit ihre Familie gänzlich von der Bildfläche verschwunden war - zuerst ihre Mutter, dann ihr Bruder gemeinsam mit Artemis und zuletzt auch ihr Vater und ihre Schwester - fühlte sie sich insgeheim oft einsam. Als gehöre auch sie nicht mehr hierher. Wenn aber bestimmte Personen in ihrer Nähe waren, verflogen diese Gedanken oft schnell. Dennoch respektiere Amata es, dass auch sie ihren inneren Zirkel schätzten und drängte sich nicht auf.
"Danke, Eris. Dich hat der Himmel geschickt, weißt du das?", entgegnete sie und lehnte dankend kurz ihren Hals gegen den der Füchsin, trat dann wieder einen Schritt zurück und begutachtete die purpurne Blütenpracht in ihrem Haar. Sie war bildschön.
Ich verstehe nichts von Blumen, sehe aber wohl, wenn sie ein schönes Gesicht untermalen.
Einen ganzen Augenblick starrte Amata regungs- wie auch sprachlos in die eisblauen Augen des Weißen. Es dauerte einem kurzen Moment, bis sie wieder zu ihrer Stimme zurückfand.
Was auch immer er mit seinen Worten gemeint hatte - sie versuchte, ihnen möglichst wenig Bedeutung beizumessen. Wahrscheinlich bekam sie gerade wieder irgendwas völlig in den falschen Hals. Sie konnte nicht gut mit Komplimenten umgehen, wenn sie ihr nicht gerade selbst über die Zunge rollten, und erst recht nicht, wenn sie von einem Mann kamen. Wahrscheinlich hatte er es ganz anders gemeint, als sie es verstanden hatte. Damit tat sie am besten einfach so, als hätte sie nichts gehört.
Dann hoben sich abermals ihre Mundwinkel, als man ihr anbot zu bleiben. "Danke für Eure Einladung. Solange es Euch nicht stört, bleibe ich gerne!", entgegnete sie und gesellte sich zu den beiden Astoria. Sie überblickte die Menge, nochmals vorsichtig prüfend, was Gaia und Ezrael da offenbar zu besprechen hatten. Eris bemerkte es natürlich und Amata schmunzelte müde.
"Neulich habe ich einen Soldaten durch einen Behandlungsfehler beinahe eine Woche dienstuntauglich gemacht. Ich hab einer jungen Stute in ihrer ersten Rosse zur Milderung beinahe etwas gegeben, was zu unliebsamen Verdauungsproblemen führen würde anstatt ihre Beschwerden zu mildern. Und als eine Stute aus dem Volk Hilfe bei der Geburt ihres dritten Kindes brauchte, musste ich Ezrael hinzuziehen, weil ich vermutlich aufgeregter war als sie selbst und überhaupt nicht mehr wusste, wo vorne und hinten ist. Ich kann Kräuter mischen und Medizin oder Gift brauen - aber allmählich habe ich Zweifel daran, dass ich nicht eines Tages mal jemanden umbringen werde. Also aus Versehen natürlich.", erzählte die junge Aegidius. "Ich warte auf den Tag, an dem man mich meiner Aufgabe entledigt, und das aus gutem Grund. Ich hoffe, dass das gerade nicht das Thema ist, über das sich die beiden da drüben so enthusiastisch unterhalten". Sie deutete mit einem flüchtigen Nicken in die Richtung, in der der Leibheiler des Königs und ihre Großtante gerade standen. Aber nur ganz grob. Bloß nicht zu auffällig. Offiziell hatte sie sie ja gar nicht bemerkt.
"Eigentlich hat Gaia nicht das letzte Wort, was meine Zukunft betrifft, sondern mein Vetter Anchor. Aber was soll er auch machen oder sagen, wenn er mich gar nicht richtig kennt? Seine Vorfahren und meine waren nie entzweit, aber sie sind zumeist eigene Wege gegangen. Wir kennen uns nicht wirklich gut, wenngleich ich auch viel von seiner Gattin lernen durfte."
Amata seufzte, schüttelte mir dem Kopf und blickte schließlich zu Lucian, beobachtete ihn einen ganzen Augenblick. Er wirkte angespannt und irgendwie ein bisschen außer sich. So kannte sie den sonst stets gefassten und beinahe unbeeindruckten Astoria nicht.
"Ihr seht zornig aus, Lucian. Beschäftigt Euch etwas?"
Einige Mitglieder der Astorias bildeten eine markante Ausnahme, allen voran Eris. Zur ihr hatte Amata bereits in ihrer Kindheit eine engere Verbindung gehabt als zu ihrer eigenen Schwester. Umso weniger verwunderte sie es, dass allmählich die Anspannung aus ihrem Körper wich, jetzt, wo sie da war. Seit ihre Familie gänzlich von der Bildfläche verschwunden war - zuerst ihre Mutter, dann ihr Bruder gemeinsam mit Artemis und zuletzt auch ihr Vater und ihre Schwester - fühlte sie sich insgeheim oft einsam. Als gehöre auch sie nicht mehr hierher. Wenn aber bestimmte Personen in ihrer Nähe waren, verflogen diese Gedanken oft schnell. Dennoch respektiere Amata es, dass auch sie ihren inneren Zirkel schätzten und drängte sich nicht auf.
"Danke, Eris. Dich hat der Himmel geschickt, weißt du das?", entgegnete sie und lehnte dankend kurz ihren Hals gegen den der Füchsin, trat dann wieder einen Schritt zurück und begutachtete die purpurne Blütenpracht in ihrem Haar. Sie war bildschön.
Ich verstehe nichts von Blumen, sehe aber wohl, wenn sie ein schönes Gesicht untermalen.
Einen ganzen Augenblick starrte Amata regungs- wie auch sprachlos in die eisblauen Augen des Weißen. Es dauerte einem kurzen Moment, bis sie wieder zu ihrer Stimme zurückfand.
Was auch immer er mit seinen Worten gemeint hatte - sie versuchte, ihnen möglichst wenig Bedeutung beizumessen. Wahrscheinlich bekam sie gerade wieder irgendwas völlig in den falschen Hals. Sie konnte nicht gut mit Komplimenten umgehen, wenn sie ihr nicht gerade selbst über die Zunge rollten, und erst recht nicht, wenn sie von einem Mann kamen. Wahrscheinlich hatte er es ganz anders gemeint, als sie es verstanden hatte. Damit tat sie am besten einfach so, als hätte sie nichts gehört.
Dann hoben sich abermals ihre Mundwinkel, als man ihr anbot zu bleiben. "Danke für Eure Einladung. Solange es Euch nicht stört, bleibe ich gerne!", entgegnete sie und gesellte sich zu den beiden Astoria. Sie überblickte die Menge, nochmals vorsichtig prüfend, was Gaia und Ezrael da offenbar zu besprechen hatten. Eris bemerkte es natürlich und Amata schmunzelte müde.
"Neulich habe ich einen Soldaten durch einen Behandlungsfehler beinahe eine Woche dienstuntauglich gemacht. Ich hab einer jungen Stute in ihrer ersten Rosse zur Milderung beinahe etwas gegeben, was zu unliebsamen Verdauungsproblemen führen würde anstatt ihre Beschwerden zu mildern. Und als eine Stute aus dem Volk Hilfe bei der Geburt ihres dritten Kindes brauchte, musste ich Ezrael hinzuziehen, weil ich vermutlich aufgeregter war als sie selbst und überhaupt nicht mehr wusste, wo vorne und hinten ist. Ich kann Kräuter mischen und Medizin oder Gift brauen - aber allmählich habe ich Zweifel daran, dass ich nicht eines Tages mal jemanden umbringen werde. Also aus Versehen natürlich.", erzählte die junge Aegidius. "Ich warte auf den Tag, an dem man mich meiner Aufgabe entledigt, und das aus gutem Grund. Ich hoffe, dass das gerade nicht das Thema ist, über das sich die beiden da drüben so enthusiastisch unterhalten". Sie deutete mit einem flüchtigen Nicken in die Richtung, in der der Leibheiler des Königs und ihre Großtante gerade standen. Aber nur ganz grob. Bloß nicht zu auffällig. Offiziell hatte sie sie ja gar nicht bemerkt.
"Eigentlich hat Gaia nicht das letzte Wort, was meine Zukunft betrifft, sondern mein Vetter Anchor. Aber was soll er auch machen oder sagen, wenn er mich gar nicht richtig kennt? Seine Vorfahren und meine waren nie entzweit, aber sie sind zumeist eigene Wege gegangen. Wir kennen uns nicht wirklich gut, wenngleich ich auch viel von seiner Gattin lernen durfte."
Amata seufzte, schüttelte mir dem Kopf und blickte schließlich zu Lucian, beobachtete ihn einen ganzen Augenblick. Er wirkte angespannt und irgendwie ein bisschen außer sich. So kannte sie den sonst stets gefassten und beinahe unbeeindruckten Astoria nicht.
"Ihr seht zornig aus, Lucian. Beschäftigt Euch etwas?"



