Vor 2 Stunden
Für Selene hatte dieser Tag früh begonnen. Noch bevor das Licht der Sonne den Horizont in ein sanftes goldgelb getaucht hatte, war sie bereits auf den Beinen gewesen und hatte den Mägden Anweisungen gegeben. Schon Tage zuvor hatte Selene sich den Kopf darüber zerbrochen, welche Blüten das weiße Fell ihrer Tochter zieren sollten um die kalte Schönheit ihrer blauen Augen zu unterstreichen und den spöttischen Blick, der innen allzu oft inne wohnte, ein wenig zu dimmen.
Wenngleich Aarin es mit keinem Wort zur Sprache gebracht hatte, so wusste Selene doch, dass das Mädchen mit ihrer Auswahl zufrieden war. Sie hatte sich anstandslos ankleiden und auch ihre Mähne so herrichten lassen, wie sie es vorgesehen hatte und als Aarin schließlich nach einigen mahnenden Worten Aaidans in der Menge verschwunden war, war Selene für einen kurzen Moment versucht gewesen zu glauben, dass es ihr gelungen war, die Härte in Aarins Wesen ein wenig abzumildern und wenigstens ihrem Aussehen etwas Sanftmut zu verleihen. Doch Aarin war... Nun, sie war Aaidans Tochter. Mehr als dass sie die ihre war.
Selene unterdrückte das Seuzfen, welches sich in ihrer Brust empor heben wollte. Ihr Brustkorb schmerzte ohnehin bereits von Aaidans letzter Zurechtweisung und jeder tiefe Atemzug erinnerte sie an den dummen Fehler, der ihr am vergangenen Abend unterlaufen war. Im Nachhinein verstand sie selbst nicht, was sie dazu veranlasst hatte, ihrem Mann gegenüber die Sorge hinsichtlich Aarons Verhalten bei der letzten gesellschaftlichen Zusammenkunft zu äußern. Als wäre er sich dessen nicht selbst genauestens bewusst. Es war dumm von ihr gewesen, daran zu zweifeln.
Kurz huschte Selenes Blick auf der Suche nach ihrem Sohn über die umstehenden Leiber und als sie ihn ausmachte, in ein Gespräch mit der jungen Astoria vertieft, zupfte ein beinahe unsichtbares Lächeln an ihren Lippen. Irgendwie schien Nyke einen guten Einfluss auf das unstete Wesen Aarons zu haben. Sie mochte das Mädchen.
Ein Gedanke, den Aaidan offenbar nicht mit ihr zu teilen schien, denn kaum dass er sich des Anblicks Gewahr geworden war, war er wutschnaubend in der Menge verschwunden. Selene, nunmehr vollkommen allein, zögerte einen Augenblick. Er war so schnell entschwunden, dass es ihr nicht möglich gewesen war, seinen Weg zu verfolgen und ziellos durch die Leiber zu wandern behagte ihr nicht. Nicht, solange sie nicht wusste, wo er sich aufhielt. Bislang hatte sie sein goldenes Fell nicht ausmachen können. Die Vorstellung, unvermittelt vor ihm zu stehen war...
Ihr Gesicht hellte sich auf und beinahe zeitgleich setzte Selene sich in Bewegung.
"Detheroc!" Sie lächelte sanft, als sie auf den dunklen Hengst zutrat. "Wie geht es dir?"
Wenngleich Aarin es mit keinem Wort zur Sprache gebracht hatte, so wusste Selene doch, dass das Mädchen mit ihrer Auswahl zufrieden war. Sie hatte sich anstandslos ankleiden und auch ihre Mähne so herrichten lassen, wie sie es vorgesehen hatte und als Aarin schließlich nach einigen mahnenden Worten Aaidans in der Menge verschwunden war, war Selene für einen kurzen Moment versucht gewesen zu glauben, dass es ihr gelungen war, die Härte in Aarins Wesen ein wenig abzumildern und wenigstens ihrem Aussehen etwas Sanftmut zu verleihen. Doch Aarin war... Nun, sie war Aaidans Tochter. Mehr als dass sie die ihre war.
Selene unterdrückte das Seuzfen, welches sich in ihrer Brust empor heben wollte. Ihr Brustkorb schmerzte ohnehin bereits von Aaidans letzter Zurechtweisung und jeder tiefe Atemzug erinnerte sie an den dummen Fehler, der ihr am vergangenen Abend unterlaufen war. Im Nachhinein verstand sie selbst nicht, was sie dazu veranlasst hatte, ihrem Mann gegenüber die Sorge hinsichtlich Aarons Verhalten bei der letzten gesellschaftlichen Zusammenkunft zu äußern. Als wäre er sich dessen nicht selbst genauestens bewusst. Es war dumm von ihr gewesen, daran zu zweifeln.
Kurz huschte Selenes Blick auf der Suche nach ihrem Sohn über die umstehenden Leiber und als sie ihn ausmachte, in ein Gespräch mit der jungen Astoria vertieft, zupfte ein beinahe unsichtbares Lächeln an ihren Lippen. Irgendwie schien Nyke einen guten Einfluss auf das unstete Wesen Aarons zu haben. Sie mochte das Mädchen.
Ein Gedanke, den Aaidan offenbar nicht mit ihr zu teilen schien, denn kaum dass er sich des Anblicks Gewahr geworden war, war er wutschnaubend in der Menge verschwunden. Selene, nunmehr vollkommen allein, zögerte einen Augenblick. Er war so schnell entschwunden, dass es ihr nicht möglich gewesen war, seinen Weg zu verfolgen und ziellos durch die Leiber zu wandern behagte ihr nicht. Nicht, solange sie nicht wusste, wo er sich aufhielt. Bislang hatte sie sein goldenes Fell nicht ausmachen können. Die Vorstellung, unvermittelt vor ihm zu stehen war...
Ihr Gesicht hellte sich auf und beinahe zeitgleich setzte Selene sich in Bewegung.
"Detheroc!" Sie lächelte sanft, als sie auf den dunklen Hengst zutrat. "Wie geht es dir?"



