06-30-2026, 10:39 PM
Und damit war alles getan. Zufrieden legte Ceres den Kopf zurück, betrachtete ihre Schwester wie ein vollbrachtes Werk und nickte anerkennend, als sie noch einmal Langhaar, Fell und Hufe einer eingehenden Prüfung unterzog. Ihre Großmutter schätzte Gefühlsausbrüche nicht besonders. Im Allgemeinen schätzte sie Gefühle generell nicht und da diese den Großteil der Zeit sorgfältig ausgefeilten Plänen in die Quere kamen, konnte Ceres sich diesem Glaubenssatz nur anschließen — in der Regel zumindest. Heute jedoch, und Gott möge ihr verzeihen, dass sie so dachte, war sie für die wenigen Minuten der Zweisamkeit mit ihrer Schwester dankbar. Ein ehrliches Lächeln legte sich auf ihr Gesicht, und sie trat wieder näher. Jedoch nicht zu nah. Sie wollte die Arbeit, die Stunden um Stunden die in Vestas Äußeres investiert worden waren, nicht zunichte machen, indem sie sie umarmte.
„Du siehst wundervoll aus, Schwester.“
Sie war immer schön, aber heute würde niemand an ihr vorbeiblicken können. Der Neid, der sich bei solchen Gedanken sonst immer regte, blieb heute aus. Sie wartete auf ihn, wappnete sich, doch selbst als sie in das unverkennbar perfekte Gesicht ihrer Schwester blickte, war da nichts außer ehrlicher Freude. Diese Erkenntnis ließ sie nur noch mehr strahlen. Es weckte den Wunsch in ihr, ihr etwas mit auf den Weg zu geben, einen Rat, einen Gedanken, an den sie sich klammern konnte und der ihr diesen Tag erleichtern würde. Ceres warf einen Blick nach links und rechts und scheuchte die letzte Magd mit einem vielsagenden Blick fort. Dann fing sie an, mit gesenkter Stimme zu sprechen.
„Du musst dich vor der Nacht nicht sorgen.“ Wie viel Angst sie selbst davor gehabt hatte! Rückblickend betrachtet, konnte sie nur darüber lachen. Wie herrlich einfach es gewesen war, ganz im Gegensatz zu der Qual, die sie erwartet hatte.
„Es ist schön, sehr schön. Ihr beide werdet euch danach viel näher sein und einander mit anderen Augen sehen.“
Vor ihrer Ehe war dieser Akt als Pflicht dargelegt worden und als etwas, das es auszuhalten galt. Es könnte nicht ferner von der Wahrheit sein.
„Glaub mir, es wird dich erfreuen, dass diese Tätigkeit von nun an zu deinem Leben dazugehört.“
„Du siehst wundervoll aus, Schwester.“
Sie war immer schön, aber heute würde niemand an ihr vorbeiblicken können. Der Neid, der sich bei solchen Gedanken sonst immer regte, blieb heute aus. Sie wartete auf ihn, wappnete sich, doch selbst als sie in das unverkennbar perfekte Gesicht ihrer Schwester blickte, war da nichts außer ehrlicher Freude. Diese Erkenntnis ließ sie nur noch mehr strahlen. Es weckte den Wunsch in ihr, ihr etwas mit auf den Weg zu geben, einen Rat, einen Gedanken, an den sie sich klammern konnte und der ihr diesen Tag erleichtern würde. Ceres warf einen Blick nach links und rechts und scheuchte die letzte Magd mit einem vielsagenden Blick fort. Dann fing sie an, mit gesenkter Stimme zu sprechen.
„Du musst dich vor der Nacht nicht sorgen.“ Wie viel Angst sie selbst davor gehabt hatte! Rückblickend betrachtet, konnte sie nur darüber lachen. Wie herrlich einfach es gewesen war, ganz im Gegensatz zu der Qual, die sie erwartet hatte.
„Es ist schön, sehr schön. Ihr beide werdet euch danach viel näher sein und einander mit anderen Augen sehen.“
Vor ihrer Ehe war dieser Akt als Pflicht dargelegt worden und als etwas, das es auszuhalten galt. Es könnte nicht ferner von der Wahrheit sein.
„Glaub mir, es wird dich erfreuen, dass diese Tätigkeit von nun an zu deinem Leben dazugehört.“



