06-30-2026, 04:33 PM
Damhnait hatte früher immer geglaubt zu wissen, was Schönheit war. Als Fohlen war er mit großen Augen durch die Welt gegangen, hatte alles schön gefunden. Den Himmel, egal ob er strahlend blau oder von Gewitterwolken verhangen gewesen war. Den Wald, der in Valeria hauptsächlich aus Pinien bestanden hatte, die Glühwürmchen, die sich abends in eben jenem offenbart hatten und mit denen er um die Wette gestrahlt hatte. Der Goldjunge. Der seine Mutter immer angesehen hatte, mit ihrem schwarz-braunen Fell und den bernsteinfarbenen Augen, weil sie für ihn das schönste Geschöpf auf dieser Welt gewesen war. Er hatte sie geliebt. Aufrichtig. Mit einer Inbrunst, die Sunlit vielleicht sogar eifersüchtig gemacht hatte.
Heute war Schönheit etwas verqueres. Er fand sie nicht in der Unschuld ihrer Welt. Nicht in einem Sonnenaufgang, der das Land, in dem sie lebten, in lebendiges Feuer tauchte. Und auch nicht in der sanften Berührung des Regens, wenn er sich über sie entlud. Schönheit war schwer zu definieren und er fand es mittlerweile in den unvollkommenen Dingen und Geschöpfen. Selene Miles, zum Beispiel. Ihre Angst berührte etwas in Damhnait. Etwas, das bei jedem Treffen immer weiter zersprang und die Dunkelheit, die in seinem Herzen lebte, einen Weg nach außen wies. Und darin sah er Schönheit. Raue, ehrliche Schönheit. Er schluckte und wandte sich wieder dem Schecken zu.
Er war nicht zu schön. Nicht wie Sunlit, Vesta, Aarin… Damhnait dachte kurz über die Namen nach, versuchte das Muster zu erkennen, nachdem Briony dachte. Und er glaubte es zu verstehen, glaubte, dass es seinen eigenen Gedanken ähnlich war. Und dann fiel ihr Name. Der Goldjunge schluckte kurz, seine Nüstern blähten sich leicht, als könnte er die feine Note aus der Menge isolieren, die er an Nova wahrgenommen hatte. Ja, sie war nicht zu schön. Er hatte sie innerlich schon oft hässlich genannt - und doch war sie eines der schönsten Geschöpfe, das er kennenlernen durfte. Auch wenn ihre Wege sich nicht noch einmal gekreuzt hatten. “Ja, es tut weh, den Blick von ihr abzuwenden.”, sprach er leise und schloss für einen Moment die goldenen Augen, ehe er den Schecken wieder ansah. “Und gleichzeitig tut es weh, hinzusehen.”, fuhr er ehrlich fort und dachte dabei an die Geschichte, die Nova ihm erzählt hatte. An das, was sie erlebt hatte. Und an das, was sie dennoch verschwieg.
“Der König kam in deiner Aufzählung gar nicht vor.”, merkte der Geächtete an und neigte den Kopf leicht zur Seite. “Schön oder hässlich?”, fragte er den Narren, interessiert diesmal, selbst keine Antwort darauf findend. Nero war das Schwarz. Damhnait erkannte die Dunkelheit in ihm. Eine Dunkelheit, die selbst er fast fürchtete.
Heute war Schönheit etwas verqueres. Er fand sie nicht in der Unschuld ihrer Welt. Nicht in einem Sonnenaufgang, der das Land, in dem sie lebten, in lebendiges Feuer tauchte. Und auch nicht in der sanften Berührung des Regens, wenn er sich über sie entlud. Schönheit war schwer zu definieren und er fand es mittlerweile in den unvollkommenen Dingen und Geschöpfen. Selene Miles, zum Beispiel. Ihre Angst berührte etwas in Damhnait. Etwas, das bei jedem Treffen immer weiter zersprang und die Dunkelheit, die in seinem Herzen lebte, einen Weg nach außen wies. Und darin sah er Schönheit. Raue, ehrliche Schönheit. Er schluckte und wandte sich wieder dem Schecken zu.
Er war nicht zu schön. Nicht wie Sunlit, Vesta, Aarin… Damhnait dachte kurz über die Namen nach, versuchte das Muster zu erkennen, nachdem Briony dachte. Und er glaubte es zu verstehen, glaubte, dass es seinen eigenen Gedanken ähnlich war. Und dann fiel ihr Name. Der Goldjunge schluckte kurz, seine Nüstern blähten sich leicht, als könnte er die feine Note aus der Menge isolieren, die er an Nova wahrgenommen hatte. Ja, sie war nicht zu schön. Er hatte sie innerlich schon oft hässlich genannt - und doch war sie eines der schönsten Geschöpfe, das er kennenlernen durfte. Auch wenn ihre Wege sich nicht noch einmal gekreuzt hatten. “Ja, es tut weh, den Blick von ihr abzuwenden.”, sprach er leise und schloss für einen Moment die goldenen Augen, ehe er den Schecken wieder ansah. “Und gleichzeitig tut es weh, hinzusehen.”, fuhr er ehrlich fort und dachte dabei an die Geschichte, die Nova ihm erzählt hatte. An das, was sie erlebt hatte. Und an das, was sie dennoch verschwieg.
“Der König kam in deiner Aufzählung gar nicht vor.”, merkte der Geächtete an und neigte den Kopf leicht zur Seite. “Schön oder hässlich?”, fragte er den Narren, interessiert diesmal, selbst keine Antwort darauf findend. Nero war das Schwarz. Damhnait erkannte die Dunkelheit in ihm. Eine Dunkelheit, die selbst er fast fürchtete.



