06-25-2026, 10:16 AM
Ein wenig schäbig fühlte sie sich ja doch angesichts der Tatsache, dass sie Aarons Gesellschaft nicht ganz uneigennützig aufgesucht hatte, denn er verstand sich wie kein Anderer darauf, sich in nahezu jedem Gespräch einfach selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Was in den Augen der Meisten eine Unart darstellte, war für Nyke eine willkommene Fähigkeit, die sie zu schätzen gelernt hatte. Denn es lenkte sie von ihren eigenen Problemen ab.
Was sie dabei allerdings außer Acht gelassen hatte war, dass Aaron trotz aller vermeintlichen Oberflächlichkeiten durchaus sehr gut in der Lage war, die Gefühlsregungen anderer zu erkennen und darauf auch einzugehen. Wenn er denn wollte. Und offensichtlich wollte er just in diesem Moment.
Der Ausdruck in seinem Gesicht ließ das Lächeln auf ihren Lippen wanken und der Versuch, es irgendwie retten zu wollen, scheiterte darin, dass es sich zu einem Kloß in ihrem Hals verwandelte, welchen sie mit einem schweren Schlucken zu lösen suchte.
"Es geht schon." Himmel, war sie schon immer so schlecht darin gewesen, zu lügen? Wahrscheinlich schon, denn bislang hatte sie es nur selten für nötig gehalten, die Wahrheit zu verbiegen und ihr fehlte die Übung, was das leichte Brechen ihrer Stimme verriet. Sie atmete ein und ehe ein weiterer Gedanke sie davon abhalten konnte, nahm sie Aarons Angebot nicht nur an, sondern initiierte es selbst, indem sie sich an seine Brust lehnte und ihren zierlichen Kopf gegen seinen Hals drückte.
Der warme Geruch, der sie umfing, war überraschend intensiv. Eine Mischung aus Zedern und... Salbei? Einen Moment lang verloren sich ihre Sinne in diesem holzig-erdigen Duft und alle Bilder, die vor ihrem inneren Auge tanzten, wischen einer angenehmen tiefen Schwärze, bis im nächsten Augenblick ein blitzartiges Gefühl durch ihr Rückgrat zuckte und sie mit einer raschen Bewegung dazu verleitete, von ihm zurückzuweichen.
Wäre Nyke dem Glauben an Übersinnlichkeiten verfallen, sie hätte wahrscheinlich darauf bestanden, dass dieses Gefühl ihr siebter Sinn war, der sie davor warnen wollte, dass gleich der Blick ihres Vaters auf sie beiden fallen würde. Doch für solche Glaubenssätze war die junge Astoria zu rational. Es war schlicht ihr Verstand, der wieder eingesetzt und sie an ihre Erziehung und Tugend erinnert hatte.
"Entschuldige, ich...", sie wollte nach Worten suchen, die ihr Verhalten erklärten, ahnte aber gleichzeitig, dass sie auch hier nicht in der Lage sein würde, eine glaubhafte Ausrede zu finden. Also entschied sich Nyke für die Wahrheit.
"Es geht mir nicht gut. Mutters... Tod schmerzt so sehr. Aber ich... möchte nicht darüber sprechen. Kannst du..."
Sie suchte das Blau seiner Augen.
"... mich irgendwie ablenken? Egal wie."
Was sie dabei allerdings außer Acht gelassen hatte war, dass Aaron trotz aller vermeintlichen Oberflächlichkeiten durchaus sehr gut in der Lage war, die Gefühlsregungen anderer zu erkennen und darauf auch einzugehen. Wenn er denn wollte. Und offensichtlich wollte er just in diesem Moment.
Der Ausdruck in seinem Gesicht ließ das Lächeln auf ihren Lippen wanken und der Versuch, es irgendwie retten zu wollen, scheiterte darin, dass es sich zu einem Kloß in ihrem Hals verwandelte, welchen sie mit einem schweren Schlucken zu lösen suchte.
"Es geht schon." Himmel, war sie schon immer so schlecht darin gewesen, zu lügen? Wahrscheinlich schon, denn bislang hatte sie es nur selten für nötig gehalten, die Wahrheit zu verbiegen und ihr fehlte die Übung, was das leichte Brechen ihrer Stimme verriet. Sie atmete ein und ehe ein weiterer Gedanke sie davon abhalten konnte, nahm sie Aarons Angebot nicht nur an, sondern initiierte es selbst, indem sie sich an seine Brust lehnte und ihren zierlichen Kopf gegen seinen Hals drückte.
Der warme Geruch, der sie umfing, war überraschend intensiv. Eine Mischung aus Zedern und... Salbei? Einen Moment lang verloren sich ihre Sinne in diesem holzig-erdigen Duft und alle Bilder, die vor ihrem inneren Auge tanzten, wischen einer angenehmen tiefen Schwärze, bis im nächsten Augenblick ein blitzartiges Gefühl durch ihr Rückgrat zuckte und sie mit einer raschen Bewegung dazu verleitete, von ihm zurückzuweichen.
Wäre Nyke dem Glauben an Übersinnlichkeiten verfallen, sie hätte wahrscheinlich darauf bestanden, dass dieses Gefühl ihr siebter Sinn war, der sie davor warnen wollte, dass gleich der Blick ihres Vaters auf sie beiden fallen würde. Doch für solche Glaubenssätze war die junge Astoria zu rational. Es war schlicht ihr Verstand, der wieder eingesetzt und sie an ihre Erziehung und Tugend erinnert hatte.
"Entschuldige, ich...", sie wollte nach Worten suchen, die ihr Verhalten erklärten, ahnte aber gleichzeitig, dass sie auch hier nicht in der Lage sein würde, eine glaubhafte Ausrede zu finden. Also entschied sich Nyke für die Wahrheit.
"Es geht mir nicht gut. Mutters... Tod schmerzt so sehr. Aber ich... möchte nicht darüber sprechen. Kannst du..."
Sie suchte das Blau seiner Augen.
"... mich irgendwie ablenken? Egal wie."



