Wäre Khione ein kleines bisschen weniger diszipliniert, hätte seine Bemerkung sie vielleicht zu einem kleinen Auflachen verlockt. Eines musste man dem rotäugigen Drachen lassen; auf den Mund gefallen war er nicht. Ob gleiches jedoch auch für seinen Kopf galt, dessen war sich die Eisdrachin nicht sicher. Ihre verkorksten Gene miteinander zu verkreuzen war womöglich die grausamste Vorstellung, zu der sie fähig war. Und das hatte angesichts der abgeklärten und bisweilen gnadenlosen Persönlichkeit Khiones etwas zu bedeuten, denn nicht ohne Grund hatte sie für sich selbst beschlossen, der Zeugung von Abkömmlingen bestmöglich aus dem Weg zu gehen. Diese Welt war nicht bereit für das, was ihren Lenden entspringen würde.
"Es wird viel geredet, wenn die Tage lang sind."
Sie hatte den Blick nicht von ihm gelöst und musterte den Ausdruck in seinem Gesicht, während sie sprach. Dieses provokante Grinsen bohrte sich in ihr Bewusstsein und ließ ihre Ohren klingeln, als wäre es ein höhnisches Lachen. Es kostete Khione tatsächlich mehr Kraft, keine Reaktion darauf zu zeigen, als sie selbst erwartet hatte und das überraschte sie. Vielleicht, weil an dem Geschwätz in der Tat ein wenig Wahrheit klebte. Nicht in dem Sinne, dass sie sich in romantischen Vorstellungen verlor. Kaum etwas lag ihr ferner. Doch hegte sie für Lucian in der Tat eine Sympathie, die sie für kaum ein anderes Wesen auf dieser Erde aufzubringen vermochte. Denn in seiner Gegenwart spürte sie nicht das ständige Bedürfnis, ihren Schild aufrecht zu erhalten und das machte den Umgang mit ihm so einfach. Ungezwungen. Der Umgang mit Karthago hingegen... er zehrte an ihrer Contenance. Und das nicht nur, weil seine Worte sich wie Lava durch ihre Venen fraßen, sondern weil er mit seinen Bemerkungen Dinge aufs Tableau brachte, mit denen sie sich bislang zu wenig auseinandergesetzt hatte, wie sie nunmehr erkennen musste. Wo würde sie stehen, wenn ihn nicht allzu ferner Zukunft die Karten neu gemischt wurden? Ihr Blick senkte sich in seine Augen, als könne sie dort die Antwort finden. Wie viel Wahlmöglichkeit hatte sie denn überhaupt? Als weiblicher Spross?
"Du willst wissen, ob ich dir in den Rücken falle oder dir selbigen stärke." Ihre Feststellung klang fast zu unbefangen für die Ernsthaftigkeit dieses Themas.
"Und das, obwohl du selbst noch nicht weißt, in welche Richtung du dich wenden wirst."
Ihre Ohren zuckten ob des Geräuschs sich nähernder Schritte. Eine kleine Gruppe von Pferden kreuzte ihren Weg und Khione ließ sie passieren, ohne ihren Blick von Karthago zu lösen. Erst als sie wieder außer Hörweite waren, durchbrach ihre dunkle Stimme das Schweigen.
"Ich werde meine Fähigkeiten als Valkyre für den Schutz des Hauses Dracas aufwenden. Und für dessen rechtmäßigen Führer." Mit diesen Worten löste sich Khione und setzte sich ebenfalls wieder in Bewegung, dem Weg folgend, der sie zur Sammelstätte in der Steppe führte.
"Nichtsdestotrotz wäre es an der Zeit, sich für einen Weg zu entscheiden." Sie zuckte mit der Schulter, als wäre es nur eine Kleinigkeit und beträfe nicht die Zukunft ihrer Familie. "Oh... und ich werde dir gewiss keinen Erben schenken." Das Eher verrecke ich. fügte sie nicht hinzu, doch das schiefe Lächeln, welches sich auf ihre Lippen gestohlen hatte, ließ diesen Zusatz ohnehin überflüssig werden.
"Es wird viel geredet, wenn die Tage lang sind."
Sie hatte den Blick nicht von ihm gelöst und musterte den Ausdruck in seinem Gesicht, während sie sprach. Dieses provokante Grinsen bohrte sich in ihr Bewusstsein und ließ ihre Ohren klingeln, als wäre es ein höhnisches Lachen. Es kostete Khione tatsächlich mehr Kraft, keine Reaktion darauf zu zeigen, als sie selbst erwartet hatte und das überraschte sie. Vielleicht, weil an dem Geschwätz in der Tat ein wenig Wahrheit klebte. Nicht in dem Sinne, dass sie sich in romantischen Vorstellungen verlor. Kaum etwas lag ihr ferner. Doch hegte sie für Lucian in der Tat eine Sympathie, die sie für kaum ein anderes Wesen auf dieser Erde aufzubringen vermochte. Denn in seiner Gegenwart spürte sie nicht das ständige Bedürfnis, ihren Schild aufrecht zu erhalten und das machte den Umgang mit ihm so einfach. Ungezwungen. Der Umgang mit Karthago hingegen... er zehrte an ihrer Contenance. Und das nicht nur, weil seine Worte sich wie Lava durch ihre Venen fraßen, sondern weil er mit seinen Bemerkungen Dinge aufs Tableau brachte, mit denen sie sich bislang zu wenig auseinandergesetzt hatte, wie sie nunmehr erkennen musste. Wo würde sie stehen, wenn ihn nicht allzu ferner Zukunft die Karten neu gemischt wurden? Ihr Blick senkte sich in seine Augen, als könne sie dort die Antwort finden. Wie viel Wahlmöglichkeit hatte sie denn überhaupt? Als weiblicher Spross?
"Du willst wissen, ob ich dir in den Rücken falle oder dir selbigen stärke." Ihre Feststellung klang fast zu unbefangen für die Ernsthaftigkeit dieses Themas.
"Und das, obwohl du selbst noch nicht weißt, in welche Richtung du dich wenden wirst."
Ihre Ohren zuckten ob des Geräuschs sich nähernder Schritte. Eine kleine Gruppe von Pferden kreuzte ihren Weg und Khione ließ sie passieren, ohne ihren Blick von Karthago zu lösen. Erst als sie wieder außer Hörweite waren, durchbrach ihre dunkle Stimme das Schweigen.
"Ich werde meine Fähigkeiten als Valkyre für den Schutz des Hauses Dracas aufwenden. Und für dessen rechtmäßigen Führer." Mit diesen Worten löste sich Khione und setzte sich ebenfalls wieder in Bewegung, dem Weg folgend, der sie zur Sammelstätte in der Steppe führte.
"Nichtsdestotrotz wäre es an der Zeit, sich für einen Weg zu entscheiden." Sie zuckte mit der Schulter, als wäre es nur eine Kleinigkeit und beträfe nicht die Zukunft ihrer Familie. "Oh... und ich werde dir gewiss keinen Erben schenken." Das Eher verrecke ich. fügte sie nicht hinzu, doch das schiefe Lächeln, welches sich auf ihre Lippen gestohlen hatte, ließ diesen Zusatz ohnehin überflüssig werden.



