Vor 5 Stunden
Auch ihr Blick folgte dem jungen Mädchen, welches sich mit eiligen Schritten an ihnen vorbei schob und Khione konnte nicht verhindern, dass sich ein bitterer Geschmack auf ihrer Zunge ausbreitete, der sich bei Karthagos Worten noch verstärkte. Ein Kind. Das war sie in der Tat gewesen. Bis ihr die Zukunft versaut worden war. Khione war sich recht sicher, dass der Akt, welcher zu dieser Rundung geführt hatte, kaum auf vollkommener Freiwilligkeit basiert hatte. Dies war eines der Dinge, auf die sich ihre Familie außerordentlich gut verstand. Die Dracas vermochten Anderen mit Leichtigkeit den eigenen Willen aufzuzwingen, ob nun durch psychische oder physische Attacken. Manchmal subtil. Manchmal brachial. Je nachdem, was verlangt wurde.
"Sie ist es selbst schuld." Khione hob den Kopf und ihr kalter Blick löste sich von der jungen Stute, die soeben hinter der nächsten Wegbiegung verschwand, um sich auf das Antlitz des großen Schwarzen zu legen. Mitleidlos ließ sich der Ausdruck beschreiben, den ihr Gesicht angenommen hatte und so wunderbar über die Abneigung hinwegtäuschte, die Khione angesichts dieser unbarmherzigen Aussage sich selbst gegenüber empfand. Aber war sie es nicht wirklich selbst schuld? Sie hätte sich einfach fern halten sollen. Doch der dunkle Glanz dieses Adelsgeschlechts wirkte auf manche wie das Licht auf die Motte.
"Und Dracerion um einen Bastard reicher."
Als Karthago im nächsten Augenblick zu einer ruckartigen Bewegung ausholte, rechnete Khione beinahe schon mit einem Schlag, doch sie zuckte nicht zusammen. Es hätte sie nicht gewundert, sie hatte sich mit ihrer Aussage sehr weit aus dem Fenster gelehnt und obgleich Karthago bekannt dafür war, keinen Hehl aus der Abneigung zu machen, die er gegenüber seinem Vater empfand, war es wohl doch etwas anderes, wenn eine andere Person sich zu einer auch nur ansatzweisen negativen Äußerung hinreißen ließ. Zumindest hatte sie das erwartet. Umso mehr verwunderte sie, dass der Schmerz ausblieb. Stattdessen spürte Khione einen Ruck an ihrem Langhaar und sah aus dem Augenwinkel, wie die rote Blume zu Boden glitt. Kurz verengten sich ihre blauen Augen, als sich in der Folge der komplizierte Knoten aus ihrer Mähne löste und ihr die Strähnen offen am Hals herab glitten. Dafür hätte sie nun also die ganze Zeit dieses Gefummel über sich ergehen lassen. Sie. Die Berührungen ohnehin so sehr verabscheute. Da wäre ihr ein Schlag wahrhaftig lieber gewesen.
"Nun, was gedenkst du zu tun, Karthago?", sie vermied es, den Kopf bei dieser Frage schräg zu legen und beobachtete stattdessen die Regungen im Gesicht ihres Cousins. Bereits nach diesen kurzen Momenten an seiner Seite musste sie feststellen, dass er aus irgendeinem Grund nicht dem Bild zu entsprechen schien, welches sie von ihm gehabt hatte. Zugegeben, in der letzten Zeit hatte sie sich wenig in den Reihen der Familie aufgehalten, da sie ihre Zeit bei den Valkyren und mit dem Training verbracht hatte und ihre Beziehung zu Karthago war nicht sonderlich eng gewesen. Vielleicht ein Fehler, wenn sie bedachte, dass er nach dem Ableben Dracerions die Hand über das Haus der Dracas halten und damit auch über ihre Zukunft entscheiden würde. Testete er sie in diesem Moment?
"Viele kleine Bastarde mit dummen jungen Mädchen zeugen? Oder schlägst du eine andere Richtung ein?", entschied sich Khione mit einem feinen Lächeln für die Flucht nach vorn.
"Sie ist es selbst schuld." Khione hob den Kopf und ihr kalter Blick löste sich von der jungen Stute, die soeben hinter der nächsten Wegbiegung verschwand, um sich auf das Antlitz des großen Schwarzen zu legen. Mitleidlos ließ sich der Ausdruck beschreiben, den ihr Gesicht angenommen hatte und so wunderbar über die Abneigung hinwegtäuschte, die Khione angesichts dieser unbarmherzigen Aussage sich selbst gegenüber empfand. Aber war sie es nicht wirklich selbst schuld? Sie hätte sich einfach fern halten sollen. Doch der dunkle Glanz dieses Adelsgeschlechts wirkte auf manche wie das Licht auf die Motte.
"Und Dracerion um einen Bastard reicher."
Als Karthago im nächsten Augenblick zu einer ruckartigen Bewegung ausholte, rechnete Khione beinahe schon mit einem Schlag, doch sie zuckte nicht zusammen. Es hätte sie nicht gewundert, sie hatte sich mit ihrer Aussage sehr weit aus dem Fenster gelehnt und obgleich Karthago bekannt dafür war, keinen Hehl aus der Abneigung zu machen, die er gegenüber seinem Vater empfand, war es wohl doch etwas anderes, wenn eine andere Person sich zu einer auch nur ansatzweisen negativen Äußerung hinreißen ließ. Zumindest hatte sie das erwartet. Umso mehr verwunderte sie, dass der Schmerz ausblieb. Stattdessen spürte Khione einen Ruck an ihrem Langhaar und sah aus dem Augenwinkel, wie die rote Blume zu Boden glitt. Kurz verengten sich ihre blauen Augen, als sich in der Folge der komplizierte Knoten aus ihrer Mähne löste und ihr die Strähnen offen am Hals herab glitten. Dafür hätte sie nun also die ganze Zeit dieses Gefummel über sich ergehen lassen. Sie. Die Berührungen ohnehin so sehr verabscheute. Da wäre ihr ein Schlag wahrhaftig lieber gewesen.
"Nun, was gedenkst du zu tun, Karthago?", sie vermied es, den Kopf bei dieser Frage schräg zu legen und beobachtete stattdessen die Regungen im Gesicht ihres Cousins. Bereits nach diesen kurzen Momenten an seiner Seite musste sie feststellen, dass er aus irgendeinem Grund nicht dem Bild zu entsprechen schien, welches sie von ihm gehabt hatte. Zugegeben, in der letzten Zeit hatte sie sich wenig in den Reihen der Familie aufgehalten, da sie ihre Zeit bei den Valkyren und mit dem Training verbracht hatte und ihre Beziehung zu Karthago war nicht sonderlich eng gewesen. Vielleicht ein Fehler, wenn sie bedachte, dass er nach dem Ableben Dracerions die Hand über das Haus der Dracas halten und damit auch über ihre Zukunft entscheiden würde. Testete er sie in diesem Moment?
"Viele kleine Bastarde mit dummen jungen Mädchen zeugen? Oder schlägst du eine andere Richtung ein?", entschied sich Khione mit einem feinen Lächeln für die Flucht nach vorn.



