Vor 7 Stunden
Sein Vater sprach nicht mehr mit ihm. Zuerst die Beeren und dann das schlammverklebte Fell — es war zu viel gewesen.
„Bitte richte meinem Sohn aus, dass ich heute etwas mehr Contenance von ihm erwarte.“
Er hatte die Worte genau vor ihm ausgesprochen, aber an seine Mutter gewandt, als wäre Aaron nicht dazu fähig, zu hören, was er da sagte. Empört hatte er den Mund geöffnet, doch da hatte Aaidans strafender Blick Selene bereits dazu gebracht, seine Worte zu wiederholen. Dumm wie sie war, hatte sie sich verhaspelt, Aaidan ein Augenrollen entlockt und ihn vertrieben, bevor Aaron die gebrochene Beziehung wieder kitten konnte. Seine Mutter hatte, den Blick gesenkt, ihm geraten, es einfach zu akzeptieren. Aaron war ihren weichen Nüstern zischend ausgewichen und hatte am Rande ihres Gebiets darauf gewartet, dass seine Schwester es endlich vollbrachte, ihre Mähne fertig zu glätten. Wer wusste schon, was sie dieses Mal dafür benutzte? Schneckenschleim?
Er hatte gewartet. Gewartet und gewartet, und als er schließlich genervt den Blick gehoben hatte, da sie sich doch sehr viel Zeit ließen, hatte er sie am Horizont bereits in Richtung Steppe gehen sehen. Eiligst war er ihnen gefolgt. Er hatte sie erst eingeholt, als sie sich schon unter die Menge mischten. Aber auch das machte keinen Unterschied. Sie bemerkten weder seine Abwesenheit noch seine Anwesenheit. Also blieb Aaron stehen, ließ die Miles weiterziehen und verharrte vollkommen allein inmitten einer Gesellschaft, die ihn wegen ein paar lächerlicher Beeren auszustoßen wagte.
Er begann unschlüssig, mit dem Huf zu scharren. Sein Vater war doch nur sauer, weil der König lieber eine der hässlichen Acillius-Töchter bestieg, als seine Schwester. Aaron wusste nicht, warum das seinen Vater wunderte. Seine Majestät hatte schon von Beginn an unter Geschmacksverirrungen gelitten, das sah man sowohl an der Wahl seiner Frauen als auch an der seiner Freunde. Kein einziger Miles mehr wehrte in seinem Umfeld.
Aarin würde schon noch wen finden. Aber sie war eben nur eine Frau. Letztendlich war wichtig, dass ihre Linie erhalten blieb, und dafür war er zuständig. Oder man pfiff seinen Onkel zurück und zwang ihm Aarin auf. Das wäre vielleicht besser, als die erhabenen Gene seiner Schwester an irgendeinen Trottel zu verkaufen. Viel Gutes war ja nicht mehr übrig, auch für ihn nicht. Vielleicht sollte er wirklich einen Pakt mit Karthagos Familie eingehen, oder aber er wartete noch ein paar Jahre, bis die Valerius genügend Mädchen hervorgebracht hatte, um seine Familie wieder ein wenig in der Gunst seiner Majestät zu erheben.
Eine leise, sanfte Stimme drang an seine Ohren, und Aaron schreckte auf.
„Oh!" — er lächelte warm; das kalte Gefühl in seiner Brust wagte es, ein wenig aufzutauen. Sich räuspernd schüttete Aaron das kleine Loch, das er in den Boden gegraben hatte, wieder zu.
"Nein, heute keine Verkleidung." Seine Flanke schmerzte immer noch von dem Tritt, den ihm das eingebrockt hatte. „Vielleicht beim nächsten Mal“, lächelte er tapfer.
Jetzt, mit einem gefestigten Stand, konnte er seine Freundin etwas aktiver betrachten. Sie sah wie immer bezaubernd aus. Das perfekte Bild vom Adelsgeschlecht. Wann immer sein Vater über eine perfekte Dame sprach, stellte er sich Nyke Astoria vor. Der Mann, der sie ehelichen durfte, konnte sich als der glücklichste von ganz Valeria verstehen. Aber irgendwie... Irgendetwas stimmte nicht. Aaron legte die Stirn in Falten und neigte den Kopf zur Seite.
„Du siehst traurig aus, Liebes“, sagte er leise. „Brauchst du eine Umarmung?“
„Bitte richte meinem Sohn aus, dass ich heute etwas mehr Contenance von ihm erwarte.“
Er hatte die Worte genau vor ihm ausgesprochen, aber an seine Mutter gewandt, als wäre Aaron nicht dazu fähig, zu hören, was er da sagte. Empört hatte er den Mund geöffnet, doch da hatte Aaidans strafender Blick Selene bereits dazu gebracht, seine Worte zu wiederholen. Dumm wie sie war, hatte sie sich verhaspelt, Aaidan ein Augenrollen entlockt und ihn vertrieben, bevor Aaron die gebrochene Beziehung wieder kitten konnte. Seine Mutter hatte, den Blick gesenkt, ihm geraten, es einfach zu akzeptieren. Aaron war ihren weichen Nüstern zischend ausgewichen und hatte am Rande ihres Gebiets darauf gewartet, dass seine Schwester es endlich vollbrachte, ihre Mähne fertig zu glätten. Wer wusste schon, was sie dieses Mal dafür benutzte? Schneckenschleim?
Er hatte gewartet. Gewartet und gewartet, und als er schließlich genervt den Blick gehoben hatte, da sie sich doch sehr viel Zeit ließen, hatte er sie am Horizont bereits in Richtung Steppe gehen sehen. Eiligst war er ihnen gefolgt. Er hatte sie erst eingeholt, als sie sich schon unter die Menge mischten. Aber auch das machte keinen Unterschied. Sie bemerkten weder seine Abwesenheit noch seine Anwesenheit. Also blieb Aaron stehen, ließ die Miles weiterziehen und verharrte vollkommen allein inmitten einer Gesellschaft, die ihn wegen ein paar lächerlicher Beeren auszustoßen wagte.
Er begann unschlüssig, mit dem Huf zu scharren. Sein Vater war doch nur sauer, weil der König lieber eine der hässlichen Acillius-Töchter bestieg, als seine Schwester. Aaron wusste nicht, warum das seinen Vater wunderte. Seine Majestät hatte schon von Beginn an unter Geschmacksverirrungen gelitten, das sah man sowohl an der Wahl seiner Frauen als auch an der seiner Freunde. Kein einziger Miles mehr wehrte in seinem Umfeld.
Aarin würde schon noch wen finden. Aber sie war eben nur eine Frau. Letztendlich war wichtig, dass ihre Linie erhalten blieb, und dafür war er zuständig. Oder man pfiff seinen Onkel zurück und zwang ihm Aarin auf. Das wäre vielleicht besser, als die erhabenen Gene seiner Schwester an irgendeinen Trottel zu verkaufen. Viel Gutes war ja nicht mehr übrig, auch für ihn nicht. Vielleicht sollte er wirklich einen Pakt mit Karthagos Familie eingehen, oder aber er wartete noch ein paar Jahre, bis die Valerius genügend Mädchen hervorgebracht hatte, um seine Familie wieder ein wenig in der Gunst seiner Majestät zu erheben.
Eine leise, sanfte Stimme drang an seine Ohren, und Aaron schreckte auf.
„Oh!" — er lächelte warm; das kalte Gefühl in seiner Brust wagte es, ein wenig aufzutauen. Sich räuspernd schüttete Aaron das kleine Loch, das er in den Boden gegraben hatte, wieder zu.
"Nein, heute keine Verkleidung." Seine Flanke schmerzte immer noch von dem Tritt, den ihm das eingebrockt hatte. „Vielleicht beim nächsten Mal“, lächelte er tapfer.
Jetzt, mit einem gefestigten Stand, konnte er seine Freundin etwas aktiver betrachten. Sie sah wie immer bezaubernd aus. Das perfekte Bild vom Adelsgeschlecht. Wann immer sein Vater über eine perfekte Dame sprach, stellte er sich Nyke Astoria vor. Der Mann, der sie ehelichen durfte, konnte sich als der glücklichste von ganz Valeria verstehen. Aber irgendwie... Irgendetwas stimmte nicht. Aaron legte die Stirn in Falten und neigte den Kopf zur Seite.
„Du siehst traurig aus, Liebes“, sagte er leise. „Brauchst du eine Umarmung?“



