Dieser Abend musste perfekt werden.
Weder ihr Vater, noch sie als das Ebenbild seiner Unantastbarkeit, würden etwas anderes als Perfektion akzeptieren können. So war es der erste Stich in ihren Stolz, als Aaidan ausgerechnet sie zurechtwies. Zwar hatte sie erwartet, dass diese Hochzeitsfeier genug Anhaltspunkte für den Zorn des herzlosen Miles darbot, nicht aber, dass sie die erste war, die jene in Empfang nehmen musste.
Ihr bestes Benehmen zeigen?
"Natürlich, Vater." Sich auf keine dummen Sperenzchen einlassen.
"Ja, Vater." Keine unnötigen Konversationen auf die Gefahr hin, das eigene lose Mundwerk nicht im Griff zu haben.
"Niemals, Vater." Und doch - und dieses Anliegen war ihm das wichtigste - keine Gelegenheit auslassen, die Potential bot. Für ihre Familie. Für ihr Ansehen. Für die Chance auf einen Ehegatten.
"Ja," in der kurzen Pause ruhte noch das Unbehagen über die Rüge, die sie heute Morgen erst über sich ergehen lassen musste. Und erst mit ihrer letzten Anrede wagte sie es Aaidan Miles in die Augen zu blicken. "Vater." Ein Spiegel. Sie blickte in einen Spiegel. Das schönste Gesicht in ganz Valeria und man hatte es ausgerechnet ihr in die Wiege gelegt. Es war ungerecht. Wie sollte man mit dieser Bürde gerechtfertigt umgehen? Natürlich war sie noch unvermählt. Gewiss doch! Wer würde denn auch genug Mut besitzen, um mit so viel Missgunst und Neid gegenüber der eigenen Gattin Tag für Tag kämpfen zu müssen? Nicht einmal der König. Nicht einmal Karthago.
Innerlich seufzte das weiße Mädchen. Karthago. Es hatte ihr das pochende Ding in ihrer Brust gebrochen, dass sie mit ihm brechen musste. Aber er war ein Dummkopf. Zwar hatte sie es ihm vergeben können, dass er Ceres Acillius auf der Hochzeitsfeier ihres Bruders so offenkundig gedemütigt hatte. - Denn wie plump und unbeherrscht hatte sie doch neben ihm ausgesehen. Es war absurd! Diese fette Plunder hatte natürlich weder den Grips, noch die Manieren besessen, den Tanz auszuschlagen. -
Aber: sich mit einer fremden einzulassen? Das würde sie ihm nicht vergeben. Und wenn er auf Knien angekrochen kommen würde. Es brach ihr das Herz, ihm das Herz zu brechen.
Aber jetzt galt es, dem Auftrag ihres Vaters zu folgen. Denn er hatte Recht. Sie hasste es. Aber er hatte Recht. Ihre Zeit tickte und die Drohung, sie bald an den nächstbesten zu vermählen, zeigte Wirkung. Was, wenn sie wie Ceres enden würde? Natürlich war der Name Aegidius keine schlechte Partie aber für immer an einen glucksenden Idioten wie Desmond gebunden zu sein?
Gut, dass das Hause Astoria geradezu vernarrt in ihre Familie zu sein schien. Vielleicht war die junge Nyke doch endlich ein Hoffnungsschimmer für die jüngere Generation. Und wenn nicht Lucian, würde selbst der ältere Herr Lucius eine gute Partie abgeben. Und bei Gott, es war ihr lieber sich mit Melancholie zu beschäftigen als der unermesslichen Arroganz eines Aegidius. Allein der Gedanke an den roten Soldaten. Sie erschauderte.
Hoffentlich musste sie sich niemals dem alten, glanzlosen und schalen Bild von einem Mann stellen, dass sich Anchor Aegidius schimpfte.
Gerade endete ihr Vater seine letzten Warnung an den heutigen Abend, da schien auch er endlich Nyke bei Aaron zu erblicken. Das Deja Vu musste ihn wild schnauben lassen und mit gemurmelten Flüchen verschwand er irgendwo aus der Menge.
Nun gut. Dann war es auch an ihr, sich aufs Schlachtfeld zu begeben. Gerade setzte sie an, Haupt hoch erhoben, die schönste Dame in ganz Valeria und durchquerte die Menge. Wie sie alle nach ihr gafften und Eifersucht ihre Augen verengte. Es fiel ihr schwer, das süffisante Lächeln zu kontrollieren.
Und dann rammte dieses junge, hässliche Ding in sie hinein. Schock weitete ihre Augen, gab die Sicht auf eiskalte Iriden frei. "Du ungehobeltes...!" Sie bemerkte zu spät, in wessen Schulter sie dieses Ungeschick gedrückt hatte.
Entsetzen. Pures Entsetzen starrte in das Gesicht von Desmond Aegidius.
"Mein Herr Aegidius!" Ihr Körper schälte sich ganz von selbst in die adrette Haltung.
Ungehobelter Klotz. Natürlich musste er ihr den Auftritt bereits verderben.
Weder ihr Vater, noch sie als das Ebenbild seiner Unantastbarkeit, würden etwas anderes als Perfektion akzeptieren können. So war es der erste Stich in ihren Stolz, als Aaidan ausgerechnet sie zurechtwies. Zwar hatte sie erwartet, dass diese Hochzeitsfeier genug Anhaltspunkte für den Zorn des herzlosen Miles darbot, nicht aber, dass sie die erste war, die jene in Empfang nehmen musste.
Ihr bestes Benehmen zeigen?
"Natürlich, Vater." Sich auf keine dummen Sperenzchen einlassen.
"Ja, Vater." Keine unnötigen Konversationen auf die Gefahr hin, das eigene lose Mundwerk nicht im Griff zu haben.
"Niemals, Vater." Und doch - und dieses Anliegen war ihm das wichtigste - keine Gelegenheit auslassen, die Potential bot. Für ihre Familie. Für ihr Ansehen. Für die Chance auf einen Ehegatten.
"Ja," in der kurzen Pause ruhte noch das Unbehagen über die Rüge, die sie heute Morgen erst über sich ergehen lassen musste. Und erst mit ihrer letzten Anrede wagte sie es Aaidan Miles in die Augen zu blicken. "Vater." Ein Spiegel. Sie blickte in einen Spiegel. Das schönste Gesicht in ganz Valeria und man hatte es ausgerechnet ihr in die Wiege gelegt. Es war ungerecht. Wie sollte man mit dieser Bürde gerechtfertigt umgehen? Natürlich war sie noch unvermählt. Gewiss doch! Wer würde denn auch genug Mut besitzen, um mit so viel Missgunst und Neid gegenüber der eigenen Gattin Tag für Tag kämpfen zu müssen? Nicht einmal der König. Nicht einmal Karthago.
Innerlich seufzte das weiße Mädchen. Karthago. Es hatte ihr das pochende Ding in ihrer Brust gebrochen, dass sie mit ihm brechen musste. Aber er war ein Dummkopf. Zwar hatte sie es ihm vergeben können, dass er Ceres Acillius auf der Hochzeitsfeier ihres Bruders so offenkundig gedemütigt hatte. - Denn wie plump und unbeherrscht hatte sie doch neben ihm ausgesehen. Es war absurd! Diese fette Plunder hatte natürlich weder den Grips, noch die Manieren besessen, den Tanz auszuschlagen. -
Aber: sich mit einer fremden einzulassen? Das würde sie ihm nicht vergeben. Und wenn er auf Knien angekrochen kommen würde. Es brach ihr das Herz, ihm das Herz zu brechen.
Aber jetzt galt es, dem Auftrag ihres Vaters zu folgen. Denn er hatte Recht. Sie hasste es. Aber er hatte Recht. Ihre Zeit tickte und die Drohung, sie bald an den nächstbesten zu vermählen, zeigte Wirkung. Was, wenn sie wie Ceres enden würde? Natürlich war der Name Aegidius keine schlechte Partie aber für immer an einen glucksenden Idioten wie Desmond gebunden zu sein?
Gut, dass das Hause Astoria geradezu vernarrt in ihre Familie zu sein schien. Vielleicht war die junge Nyke doch endlich ein Hoffnungsschimmer für die jüngere Generation. Und wenn nicht Lucian, würde selbst der ältere Herr Lucius eine gute Partie abgeben. Und bei Gott, es war ihr lieber sich mit Melancholie zu beschäftigen als der unermesslichen Arroganz eines Aegidius. Allein der Gedanke an den roten Soldaten. Sie erschauderte.
Hoffentlich musste sie sich niemals dem alten, glanzlosen und schalen Bild von einem Mann stellen, dass sich Anchor Aegidius schimpfte.
Gerade endete ihr Vater seine letzten Warnung an den heutigen Abend, da schien auch er endlich Nyke bei Aaron zu erblicken. Das Deja Vu musste ihn wild schnauben lassen und mit gemurmelten Flüchen verschwand er irgendwo aus der Menge.
Nun gut. Dann war es auch an ihr, sich aufs Schlachtfeld zu begeben. Gerade setzte sie an, Haupt hoch erhoben, die schönste Dame in ganz Valeria und durchquerte die Menge. Wie sie alle nach ihr gafften und Eifersucht ihre Augen verengte. Es fiel ihr schwer, das süffisante Lächeln zu kontrollieren.
Und dann rammte dieses junge, hässliche Ding in sie hinein. Schock weitete ihre Augen, gab die Sicht auf eiskalte Iriden frei. "Du ungehobeltes...!" Sie bemerkte zu spät, in wessen Schulter sie dieses Ungeschick gedrückt hatte.
Entsetzen. Pures Entsetzen starrte in das Gesicht von Desmond Aegidius.
"Mein Herr Aegidius!" Ihr Körper schälte sich ganz von selbst in die adrette Haltung.
Ungehobelter Klotz. Natürlich musste er ihr den Auftritt bereits verderben.



