05-30-2026, 11:09 PM
Es war schwer darüber zu urteilen, was ihr in diesem Moment mehr Contenance abverlangte. Die Tatsache, dass sie sich mit diesem schnöden Schmuck behängen lassen musste, oder dass die Bewegungen der Magd, welche mit eben jener Aufgabe betraut war, so flattrig und unsicher wirkten, dass Khione beinahe das Gefühl hatte, ihre Unruhe müsse jeden Augenblick auf sie übergehen. Für einen Moment war sie versucht, einen Schritt zur Seite zu treten und ihr somit zu verstehen zu geben, dass dieses Farce nunmehr ein Ende fand. Doch Khione wusste, welche Konsequenzen diese Aktion für das junge Ding haben würden. Sie war neu in dieser Position und musste sich beweisen; eine falsche Bewegung genügte um sie an das Ende der Kette zu befördern. Das Haus der Dracas verzieh keine Fehler, weder bei seinen eigenen Angehörigen, noch bei seinen Bediensteten. In diesem Sinne war ihre Angst also nicht unbegründet. Doch Khione war nicht darauf aus, dem Mädchen die Zukunft zu versauen; das würde sie noch früh genug selbst tun.
So hielt Khione den Blick weiterhin geradeaus gerichtet, während die Magd sich an ihr verkünstelte und verharrte auch dann noch regungslos, als sich ein Schatten vor die Sonne schob und die Gestalt Karthagos vor ihr aufragte wie das düstere Monument, welches er war. Langsam wanderten ihre Augen zu ihm hinauf, während die dunkle Stimme ihres Cousins ihr statt einer Begrüßung eine Beleidigung schickte. Sie erwiderte nichts. Nicht, weil sie sich durch seine Aussage beleidigt fühlte, sondern vielmehr weil er - und das verwunderte sie zugegebenermaßen - ihre Meinung teilte.
Ja, die Blumen untermalten zwar subtil ihre Vorzüge und verliehen der athletischen Gestalt der Schattenbraunen eine gewisse Zartheit - insofern hatte die Magd aller Furcht zum Trotz tatsächlich gute Arbeit geleistet - doch war sie kein kleines Püppchen, sondern eine Soldatin. Und als solche sah Khione es nicht als erstrebenswert an, mit ihrem Aussehen Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Insofern sollte sie Karthago also wohl dankbar sein, dass er dem Theater ein Ende bereitete. Doch aus irgendeinem Grund konnte sie sich nicht zu dieser Offenbarung durchringen.
Vielleicht weil er sie im nächsten Moment dazu nötigte, an seiner Seite in Richtung einer jener Veranstaltungen aufzubrechen, welchen sie nur zu gerne fern geblieben wäre.
"Natürlich." Es fiel ihr nicht schwer, jegliche Ironie aus ihrer Stimme fernzuhalten. Mit langen Schritten hielt sie sich an der Seite des Rappen, so lange schweigend, bis genügend Abstand zwischen ihnen und den Übrigen entstanden war. "Interessanter Ansatz, lieber Cousin."
So hielt Khione den Blick weiterhin geradeaus gerichtet, während die Magd sich an ihr verkünstelte und verharrte auch dann noch regungslos, als sich ein Schatten vor die Sonne schob und die Gestalt Karthagos vor ihr aufragte wie das düstere Monument, welches er war. Langsam wanderten ihre Augen zu ihm hinauf, während die dunkle Stimme ihres Cousins ihr statt einer Begrüßung eine Beleidigung schickte. Sie erwiderte nichts. Nicht, weil sie sich durch seine Aussage beleidigt fühlte, sondern vielmehr weil er - und das verwunderte sie zugegebenermaßen - ihre Meinung teilte.
Ja, die Blumen untermalten zwar subtil ihre Vorzüge und verliehen der athletischen Gestalt der Schattenbraunen eine gewisse Zartheit - insofern hatte die Magd aller Furcht zum Trotz tatsächlich gute Arbeit geleistet - doch war sie kein kleines Püppchen, sondern eine Soldatin. Und als solche sah Khione es nicht als erstrebenswert an, mit ihrem Aussehen Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Insofern sollte sie Karthago also wohl dankbar sein, dass er dem Theater ein Ende bereitete. Doch aus irgendeinem Grund konnte sie sich nicht zu dieser Offenbarung durchringen.
Vielleicht weil er sie im nächsten Moment dazu nötigte, an seiner Seite in Richtung einer jener Veranstaltungen aufzubrechen, welchen sie nur zu gerne fern geblieben wäre.
"Natürlich." Es fiel ihr nicht schwer, jegliche Ironie aus ihrer Stimme fernzuhalten. Mit langen Schritten hielt sie sich an der Seite des Rappen, so lange schweigend, bis genügend Abstand zwischen ihnen und den Übrigen entstanden war. "Interessanter Ansatz, lieber Cousin."



