Gestern, 11:38 PM
Wie schrieb man ein Gedicht über einen Mann, den man nicht kannte? Man konnte sich nur an dem Offensichtlichen orientieren. An der Farbe des Fells, der Augen oder an der Art, wie die Muse sich bewegte.
Gold, Gold, Gold...
Gold wie die Sonne. Viel zu einfältig. Der Wüstensand passte nicht. Vielleicht Gras, kurz bevor der Sommer sich verabschiedete und das Grün mit letzter Kraft zu Gelb verfärbte? Nein, zu negativ behaftet. Vertrocknetes Gras schmeckte nicht, und ein Gedicht über Damhnait sollte nicht negativ sein.
Damhnait tanzte nie mit ihnen.
Er hielt sich von den Festen des Volkes fern, aber das Besondere war, dass er sich von allen fernhielt. Er gehörte weder zum Volk noch zum Adel, entweder über alles erhaben oder untergeordnet. Wie Wolken, entschied Briony. Vergänglich, leicht zu zerschlagen, formbar, gold und strahlend, wenn die Sonne sie beschien, vielfältig und überraschend, wenn sie es nicht tat. Die Metaphern hatte er, jetzt brauchte er nur noch....
Briony trat ohne Scheu an die Seite des Goldenen, blieb stehen und musterte ihn ungehobelt. Er war groß und stattlich, aber wenn man den Gerüchten Glauben schenkte eben auch gefährlich. Briony warf einen Blick zu dem Volkssprecher, der sich umringt sah von anderen Persönlichkeiten, die mit ihm sprachen und lachten. Sunlit war alt, in Brionys Zählung sogar uralt, und trotzdem strahlte er noch.
Was hast du gefressen, um dich so an den Jungen zu messen?
Kurz summte er einen Ton zu dem Gedanken. Vielleicht machte er daraus ein neues Wiegenlied.
Sie alle freuten sich auf die Hochzeit. Briony war sie grundlegend egal. Er würde das tun, was er immer tat: ein Lied vor jenen singen, die nichts von Kunst verstanden, tanzen, damit sowohl die Trägen als auch die Scheuen sich trauten, und ein gestohlenes Gedicht zur ewigen Liebe zum Besten geben, das die hohen Herrschaften seit Jahrhunderten schätzten — ungeachtet dessen, dass es von dem Liebeslied einer Dirne abgekupfert worden war.
Ruckartig sah Briony zu Damhnait.
"Du bist hässlicher als dein Vater."
Gold, Gold, Gold...
Gold wie die Sonne. Viel zu einfältig. Der Wüstensand passte nicht. Vielleicht Gras, kurz bevor der Sommer sich verabschiedete und das Grün mit letzter Kraft zu Gelb verfärbte? Nein, zu negativ behaftet. Vertrocknetes Gras schmeckte nicht, und ein Gedicht über Damhnait sollte nicht negativ sein.
Damhnait tanzte nie mit ihnen.
Er hielt sich von den Festen des Volkes fern, aber das Besondere war, dass er sich von allen fernhielt. Er gehörte weder zum Volk noch zum Adel, entweder über alles erhaben oder untergeordnet. Wie Wolken, entschied Briony. Vergänglich, leicht zu zerschlagen, formbar, gold und strahlend, wenn die Sonne sie beschien, vielfältig und überraschend, wenn sie es nicht tat. Die Metaphern hatte er, jetzt brauchte er nur noch....
Briony trat ohne Scheu an die Seite des Goldenen, blieb stehen und musterte ihn ungehobelt. Er war groß und stattlich, aber wenn man den Gerüchten Glauben schenkte eben auch gefährlich. Briony warf einen Blick zu dem Volkssprecher, der sich umringt sah von anderen Persönlichkeiten, die mit ihm sprachen und lachten. Sunlit war alt, in Brionys Zählung sogar uralt, und trotzdem strahlte er noch.
Was hast du gefressen, um dich so an den Jungen zu messen?
Kurz summte er einen Ton zu dem Gedanken. Vielleicht machte er daraus ein neues Wiegenlied.
Sie alle freuten sich auf die Hochzeit. Briony war sie grundlegend egal. Er würde das tun, was er immer tat: ein Lied vor jenen singen, die nichts von Kunst verstanden, tanzen, damit sowohl die Trägen als auch die Scheuen sich trauten, und ein gestohlenes Gedicht zur ewigen Liebe zum Besten geben, das die hohen Herrschaften seit Jahrhunderten schätzten — ungeachtet dessen, dass es von dem Liebeslied einer Dirne abgekupfert worden war.
Ruckartig sah Briony zu Damhnait.
"Du bist hässlicher als dein Vater."



