Vor 3 Stunden
Wahrscheinlich wäre es wohl auch ihre eigene Aufgabe gewesen, ihre Schwester zu mehr Geschick zu ermahnen. Immerhin stand ihr Aufstieg im Rang so nah, wie jeder Atemzug, den sie ein wenig zu hastig in die Kehle zog. Hatte Gaia Acillius es bereits vernommen, so musste es eine besondere Art von Gnade sein, die sie heute darüber hinwegsehen ließ, dass ihre sonst so adrette Enkelin nun den Nerven verfiel. Denn tatsächlich hatte die Nervosität Vesta nun doch übermannt. An Schlaf war nicht zu denken gewesen. Die letzte Nacht war in mehrerer Hinsicht ein Alptraum gewesen. Es war ein Wunder, dass ihre feinen Züge die Müdigkeit nicht verrieten.Ob ihre Genetik oder die gute Pflege durch ihre Bediensteten, sie sprach sicherheitshalber mehrere Dankessprüche an den lieben Herrn.
Die Ankunft des heutigen Ereignisses, so freudig es auch war, raubte ihr sämtliche Kraft. Sie hätte nicht erwartet, dass dieser Wandel so vieles in ihr aufwühlen würde. Was war mit der Vorfreude geschehen, die ihre Gedanken an ihn seit ihrem gemeinsamen Tanz begleiteten? Tatsächlich hatten sie sich kaum noch gesehen. Natürlich war sie kein kleines Kind mehr und wusste, dass es dafür keine Notwendigkeit gegeben hatte. Es war immerhin beschlossene Sache. Was gab es noch zu reden? Dennoch hatte sie sich erhofft, nun, mehr von ihm zu sehen. Alleine. Und als sie dann in der gestrigen Nacht in kaltem Schweiß erwachte, hatte sie sich jemanden an ihrer Seite gewünscht. Irgendjemand, dem sie völlig offen und ohne die Maske tragen zu müssen, von all dem berichten konnte. Woher genau diese Ungeduld, diese Unsicherheit plötzlich kam, konnte sie nicht sagen. Da waren so viele Gründe, die dann doch alle zu klein und kläglich schienen. Zumindest für eine Acillius.
Die Stimme ihrer Schwester holte sie aus ihrem Gedankensumpf. Richtig. Sie hätte Ceres wohl ermahnen sollen, sorgsamer, geschickter mit dem Haar der künftigen Königin zu sein. Aber nur für dieses eine, letzte Mal, wollte sie das Schimpfen ihrer Großmutter überlassen. Ohnehin war diese geübter darin. Wie sie so eloquent vorführte.
Ob Ceres denn wusste, dass ihr kleiner Trotz das Herz ihrer Schwester etwas zu beruhigen vermochte? Es war das letzte Mal, dass sie es sein würde, die ihr bei Vorbereitungen half. Das letzte Mal, dass sie hier gemeinsam den endlosen Tadeln der roten Matriarchin unterlagen. Das letzte Mal in ihrem alten Leben. Gerade wollte die. gewohnte Nonchalance und kühle, erprobte Maske sich über ihre Züge legen, da stahl sich das Lächeln auf ihre Züge. "Er wählte dich zur Frau, Ceres. Er kann gewiss kein ganz so dummer Kerl sein. Nicht wahr, Großmutter?" Wie konnte man die Wahl einer Acillius jemals ins Lächerliche ziehen.
Bei den nächsten Worten musste sie dann doch verlegen schlucken. Brauchte sie noch mehr zu wissen? Sie war keine Närrin. Das nötigste ließ man die feinen Damen natürlich wissen. Aber abseits der wohlgehüteten Gefilde hatte sie bereits mehr in Erfahrung gebracht als ihr lieb war. All diese, nun, Erzählungen, die in den Klatschgruppen ihrer Generation schelmisch abgetan wurden, erweckten andere Bilder in den Köpfen der jungen Mädchen. Natürlich gingen diese - sie schluckte - Fantasien auch nicht an ihr vorbei. Was letztlich wirklich der Wahrheit entsprach, würde wohl nur ihr Gatte zum Besten tragen können. "Nicht in jenen Angelegenheiten, Großmutter. Was aber, wenn das Volk mich verpönt? Mit Unsergleichen kann ich umgehen. Wie aber die Herzen jener gewinnen, die ich nicht verstehe." Kaum hatte sie es ausgesprochen, bangte sie um die bisherige Ruhe dieses familiären Momentes. "Ich meinte nur..." Die Herzen des Volkes waren gewiss nichts, was eine Acillius zu kümmern hatte. Auch, wenn sie bald eine Valerius sein würde. Diese kleine Unachtsamkeit, und lag sie nur in der Wortwahl, würde wohl nur unnütze Zweifel aufwerfen. Am Ende würde Gaia sie doch weniger aus den Augen lassen, als sie gehofft hatte. Oh Gott. Politikstunden? Sie hätte schweigen sollen.
Die Ankunft des heutigen Ereignisses, so freudig es auch war, raubte ihr sämtliche Kraft. Sie hätte nicht erwartet, dass dieser Wandel so vieles in ihr aufwühlen würde. Was war mit der Vorfreude geschehen, die ihre Gedanken an ihn seit ihrem gemeinsamen Tanz begleiteten? Tatsächlich hatten sie sich kaum noch gesehen. Natürlich war sie kein kleines Kind mehr und wusste, dass es dafür keine Notwendigkeit gegeben hatte. Es war immerhin beschlossene Sache. Was gab es noch zu reden? Dennoch hatte sie sich erhofft, nun, mehr von ihm zu sehen. Alleine. Und als sie dann in der gestrigen Nacht in kaltem Schweiß erwachte, hatte sie sich jemanden an ihrer Seite gewünscht. Irgendjemand, dem sie völlig offen und ohne die Maske tragen zu müssen, von all dem berichten konnte. Woher genau diese Ungeduld, diese Unsicherheit plötzlich kam, konnte sie nicht sagen. Da waren so viele Gründe, die dann doch alle zu klein und kläglich schienen. Zumindest für eine Acillius.
Die Stimme ihrer Schwester holte sie aus ihrem Gedankensumpf. Richtig. Sie hätte Ceres wohl ermahnen sollen, sorgsamer, geschickter mit dem Haar der künftigen Königin zu sein. Aber nur für dieses eine, letzte Mal, wollte sie das Schimpfen ihrer Großmutter überlassen. Ohnehin war diese geübter darin. Wie sie so eloquent vorführte.
Ob Ceres denn wusste, dass ihr kleiner Trotz das Herz ihrer Schwester etwas zu beruhigen vermochte? Es war das letzte Mal, dass sie es sein würde, die ihr bei Vorbereitungen half. Das letzte Mal, dass sie hier gemeinsam den endlosen Tadeln der roten Matriarchin unterlagen. Das letzte Mal in ihrem alten Leben. Gerade wollte die. gewohnte Nonchalance und kühle, erprobte Maske sich über ihre Züge legen, da stahl sich das Lächeln auf ihre Züge. "Er wählte dich zur Frau, Ceres. Er kann gewiss kein ganz so dummer Kerl sein. Nicht wahr, Großmutter?" Wie konnte man die Wahl einer Acillius jemals ins Lächerliche ziehen.
Bei den nächsten Worten musste sie dann doch verlegen schlucken. Brauchte sie noch mehr zu wissen? Sie war keine Närrin. Das nötigste ließ man die feinen Damen natürlich wissen. Aber abseits der wohlgehüteten Gefilde hatte sie bereits mehr in Erfahrung gebracht als ihr lieb war. All diese, nun, Erzählungen, die in den Klatschgruppen ihrer Generation schelmisch abgetan wurden, erweckten andere Bilder in den Köpfen der jungen Mädchen. Natürlich gingen diese - sie schluckte - Fantasien auch nicht an ihr vorbei. Was letztlich wirklich der Wahrheit entsprach, würde wohl nur ihr Gatte zum Besten tragen können. "Nicht in jenen Angelegenheiten, Großmutter. Was aber, wenn das Volk mich verpönt? Mit Unsergleichen kann ich umgehen. Wie aber die Herzen jener gewinnen, die ich nicht verstehe." Kaum hatte sie es ausgesprochen, bangte sie um die bisherige Ruhe dieses familiären Momentes. "Ich meinte nur..." Die Herzen des Volkes waren gewiss nichts, was eine Acillius zu kümmern hatte. Auch, wenn sie bald eine Valerius sein würde. Diese kleine Unachtsamkeit, und lag sie nur in der Wortwahl, würde wohl nur unnütze Zweifel aufwerfen. Am Ende würde Gaia sie doch weniger aus den Augen lassen, als sie gehofft hatte. Oh Gott. Politikstunden? Sie hätte schweigen sollen.



