05-29-2026, 02:11 PM
Eine der Strähnen wollte einfach nicht gerade liegen, egal wie sehr sie sich darum bemühte. Sie war seltsam kraus, erinnerte eher an ihre eigene Mähne als an die Seide, die an Vestas Hals herabhing. Und dennoch ließ diese eine unvollkommene Strähne sie heute lächeln. Sie verriet, dass sie irgendwo doch verwandt waren. Wenn man sie nebeneinander stehen sah, mochte man es kaum glauben. Aber diese eine vorwitzige Strähne...
Natürlich war das nur Gefühlsduselei. Eine wilde Strähne begünstigte ein wildes Äußeres, und ein wildes Äußeres war ein Zeichen von fehlender Kontrolle. Ihre Großmutter hatte ganz recht. Vesta war größer als Ceres, ragte über sie empor und sah jetzt schon aus wie eine Königin. Sie sah bezaubernd aus, mit dem lackschwarzen Fell und der schlanken Gestalt, aber es ging eben noch besser. Die ins Haar geflochtenen Blumen hätte es vielleicht nicht gebraucht, aber dennoch gab sich Ceres die Mühe, das nachzustellen, was die Dienstmädchen so sorgfältig geplant hatten. Wie hatte die eine noch gleich gehießen? Opal? Voller Vorfreude hatte sie gearbeitet und geplant. Es schickte sich natürlich nicht, dass eine niedere Magd einer werdenden Königin die Hochzeitszöpfe flochte, aber gestrahlt hätte sie gewiss, wenn man es ihr ermöglicht hätte. Und sie wäre darüber hinaus auch wesentlich schneller fertig gewesen.
"Ja, Großmama", sagte Ceres und glättete die Strähne, die Vesta und sie als Familie brandmarkte.
Ihre Großmutter war heute besonders erpicht darauf, sie in voller Größe erstrahlen zu lassen. Ihre Kommentare waren bissig, vielleicht sogar etwas härter als sonst. Aber wer konnte es ihr verübeln? Heute musste alles perfekt sein. Alle Augen waren auf ihre Familie gerichtet, und Gaia sorgte sich um sie. Ohne ihre Hilfe wäre all das hier nie zustande gekommen, und es war gewiss schwer, die Kontrolle loszulassen, wenn man so lange für Zufriedenheit gesorgt hatte. Dennoch hielt Ceres inne, als der Name ihres Mannes fiel.
"Er ist sehr von sich überzeugt, das stimmt." Wie er sich in die Brust geworfen hatte, als Ceres ihn beim Training angesprochen hatte. Unmöglich! Aber sie erinnerte sich auch an die Debatten, die sie abends führten. Daran, wie er den Kopf schieflegte und zuhörte, selbst wenn sie einen Standpunkt vertrat, der sich nicht mit dem seinen deckte. Wie er ihr neue Ideen gab und sie zum Nachdenken anregte, und an seine überraschende Zärtlichkeit, als sie...
"Aber er ist kein Tor."
Ihr Herz raste, doch ihre Stimme zitterte nicht.
Natürlich war das nur Gefühlsduselei. Eine wilde Strähne begünstigte ein wildes Äußeres, und ein wildes Äußeres war ein Zeichen von fehlender Kontrolle. Ihre Großmutter hatte ganz recht. Vesta war größer als Ceres, ragte über sie empor und sah jetzt schon aus wie eine Königin. Sie sah bezaubernd aus, mit dem lackschwarzen Fell und der schlanken Gestalt, aber es ging eben noch besser. Die ins Haar geflochtenen Blumen hätte es vielleicht nicht gebraucht, aber dennoch gab sich Ceres die Mühe, das nachzustellen, was die Dienstmädchen so sorgfältig geplant hatten. Wie hatte die eine noch gleich gehießen? Opal? Voller Vorfreude hatte sie gearbeitet und geplant. Es schickte sich natürlich nicht, dass eine niedere Magd einer werdenden Königin die Hochzeitszöpfe flochte, aber gestrahlt hätte sie gewiss, wenn man es ihr ermöglicht hätte. Und sie wäre darüber hinaus auch wesentlich schneller fertig gewesen.
"Ja, Großmama", sagte Ceres und glättete die Strähne, die Vesta und sie als Familie brandmarkte.
Ihre Großmutter war heute besonders erpicht darauf, sie in voller Größe erstrahlen zu lassen. Ihre Kommentare waren bissig, vielleicht sogar etwas härter als sonst. Aber wer konnte es ihr verübeln? Heute musste alles perfekt sein. Alle Augen waren auf ihre Familie gerichtet, und Gaia sorgte sich um sie. Ohne ihre Hilfe wäre all das hier nie zustande gekommen, und es war gewiss schwer, die Kontrolle loszulassen, wenn man so lange für Zufriedenheit gesorgt hatte. Dennoch hielt Ceres inne, als der Name ihres Mannes fiel.
"Er ist sehr von sich überzeugt, das stimmt." Wie er sich in die Brust geworfen hatte, als Ceres ihn beim Training angesprochen hatte. Unmöglich! Aber sie erinnerte sich auch an die Debatten, die sie abends führten. Daran, wie er den Kopf schieflegte und zuhörte, selbst wenn sie einen Standpunkt vertrat, der sich nicht mit dem seinen deckte. Wie er ihr neue Ideen gab und sie zum Nachdenken anregte, und an seine überraschende Zärtlichkeit, als sie...
"Aber er ist kein Tor."
Ihr Herz raste, doch ihre Stimme zitterte nicht.



