5. Spätherbst 83, Ganzer Tag | Steppe | Schicksalsschlag, Nero Valerius, Gaia Acillius, Ceres Aegidius, Vesta Valerius, Nyke Astoria, Briony, Damhnait, Karthago Dracas, Khione Dracas, Aarin Miles, Aaron Miles, Sayyirah, Rhuen, Desmond Aegidius, Atlas, Nova Odyssey, Ezrael Achilléas, Detheroc Erice Dracas, Néniel, Saito Altair, Penthesilea Acillius, Selene Miles, , Spartacus Licinius
Während Gaia den Weg zur Steppe antrat, kam der Leibheiler des Königs an ihr vorbei. Und damit auch der zukünftige Leibheiler ihrer Enkeltochter. Was sie davon hielt, konnte die erfahrene Fuchsstute ziemlich genau sagen. Sie verabscheute ihn. Nicht nur, dass er offenbar selbst kaum einen Gedanken daran verschwendete, den Namen Achilléas fortzuführen - nein, er war auch für den Tod der Prinzessin verantwortlich. Denn in ihren Augen hatte Ezrael auf ganzer Linie versagt. Der Tod der Prinzessin war sein Verfehlen und vielleicht sollte die Fuchsstute ihm das noch einmal klar machen, nachdem er sie nun so fröhlich daran erinnerte, dass ihr Blumen gut stehen würden.
Doch anders als die jungen Adelsfräulein, war sie nicht daran interessiert, für einen Mann zu glänzen. Sie hatte ihr Leben gelebt, hatte einen Sohn bekommen und genügend Enkelkinder, damit der Name Acillius weiter von Bedeutung sein würde. Ihre Enkeltöchter heirateten in die älteste Familie Valerias ein - was also sollte sie besser schmücken als dieser Sieg?
Als sie die Veranstaltung erreichte, ließ Gaia ihren Blick über die Menge schweifen. Sie sah den Gatten Ceres’ in Gesellschaft von Aarin Miles, schenkte ihnen jedoch keine Beachtung. Desmond würde wohl kaum in der Öffentlichkeit seiner Gemahlin fremd gehen, auch wenn Aarin von Statur und Eleganz ihre Enkeltochter leider Gottes um Längen schlug. Naja. Gaia wandte den Blick ab und ging weiter.
Eine leise Empörung durchzog ihren Körper, als sie sah, wie Saito Altair vor Penthesilea stand und offenbar dachte, ihr Gesellschaft zu leisten. Ihre Augen wurden schmal. Wo war ihr nichtsnutziger Enkelsohn? Doch bevor sie sich weiter darüber echauffieren konnte, trat wieder der Leibheiler in das Blickfeld der erfahrenen Stute und das Lächeln, das sich auf ihren Lippen abzeichnete, war schmal. “Guten Tag, Ezrael.”, ihre Stimme war ein kühler Kontrast zu seiner piepsigen Begrüßung. “Meiner Gesundheit geht es bestens, und Eurer?”, fragte sie höflich, auch wenn diese Information sie nicht im geringsten interessierte. “Ich freue mich für das Paar. Unser König hat so viele Verluste zu verzeichnen, seine Eltern, seine erste Gemahlin..”, sie hielt einen Moment inne. “Und auch seine jüngste Schwester. Da schadet wohl etwas Hoffnung nicht.”, ihr Ton klang mitfühlend. “Aber es ehrt natürlich unser Haus, dass der König jene Hoffnung in Vesta gesucht und gefunden hat.”, fuhr sie fort und sah Ezrael mit einem sanften Lächeln an.
Ezrael - Steppe
Er hatte sich heute zu benehmen. Generell galt dies nicht nur für den heutigen Tag. Und er sollte von vergorenen Beeren die Nüstern lassen. Nicht das es wieder so endete, wie letztes Mal. Zu Spartacus Missmaffeln und zu seiner wohl größten Schande hatte man das Spektakel an der vorletzten Verlobungsfeier nicht vergessen. Nicht vergessen können, wenn zwei adelige Trottel sich so sehr blamierten, dass sie Schande über ihre Familie brachten und eine Peinlichkeit für sich selbst darstellten. Innerlich spuckte der Prinz immer noch Gift auf diesen zu groß geratenen Miles-Sprössling, der meinte er würde über allen stehen und ein jeder würde sich für ihn freiwillig zum Narren machen. Pah, sie hatten ja keine Ahnung, wie erbärmlich er wirklich war und sich nur alles meinte erlauben zu können, weil er eine ganze Schaar Miles-Mistfliegen hinter sich herzog. Verärgert schlug der Dunkelfuchs mit dem Schweif, setzte aber dann ein Lächeln auf, als ein graziles Köpfchen irgend einer Adelsdame sich ihm aufdringlich ins Blickfeld schob. Sie waren eine eintönige Masse. Einer hässlicher als die andere und sie stanken so sehr, als hätten sie sich in zehn verschiedenen Blumenhaufen gewälzt. Der Licinius rümpfte die Nüstern und manövrierte sich mit einem entschuldigenden Blick aus ihren Fängen. Er würde später tanzen und dann einer von ihnen gegen das Schienbein treten. Schließlich waren sie alle ersetzbar bis auf- sein Blick surrte umher, blieb auf dunklem Langhaar hängen und ehe sich seine Iriden in den blauen Seelenspiegeln verlieren konnte, wandte Spartacus schnell den Kopf ab und schnaubte. Es war Neros Hochzeit. Sein Tag und der von Vesta, diesen mehr oder minder interessanten Blütenrausch an seiner Seite.
Innerlich schüttelte er sich und war froh, dass er die Masse an Leibern mit ein paar Schritten hinter sich gelassen hatte. Doch was seine Iriden dann erspähten, ließ seiner Kehle nur ein stimmloses "hm" entkommen, ähnlich einem Grunzen. Stimmt ja, das Rotauge und der Goldjunge waren zurück. Etwas, dass Spartacus erfahren hatte, aber noch nicht für relevant befunden hatte, sich dieser Angelegenheit zu zuwenden. Sein Weg führte ihn mit etwas Abstand Rhuen und Spartacus beobachtete die Ansammlung aus Volk und Adel, ehe er Luft holte und sie in einem Atemzug wieder ausstieß. "Rhuen." Entkam ihm tonlos und er sah den anderen nicht einmal an.
bei Rhuen; etwas abseits
Tja, und wie sie nun hier standen und das taten, was Adelsdamen am besten konnten: Tratschen. Wobei er würde die Monarchin nie als redseeliges Großmütterchen bezeichnen wollen. Dafür waren ihre Augen eine Spur zu tot und ihre Stimme etwas zu krächzig. Nicht so angenehm wie es die anderer Adelsdamen vermochte, oder gewisser Herren, in deren Stimmklang sich der Leibheiler nur zu gerne sonnte. Aber naja, mit Gaia zogen kleine Gewitterwölkchen auf, die sich nun wohl imaginär um seinen Kopf herum bilden mussten. Sie konnte einem nicht nur Angst einjagen, sie konnte ganz bestimmt einem noch gefährlich werden, so sehr wie sie ihre Familie im Zaum hielt konnte Gaia das wohl mühelos auch auf andere ausweiten. Ezrael rutschte für einen Sekundenbruchteil sein Lächeln aus dem Gesicht, als er das schmallippige Gaias erkannte. Zugegeben, er ließ sich leicht um den Finger wickeln, aber ganz sicher nicht von ihr, dazu war er einfach zehnmal anmutiger, hah!
Doch Gaia trug die Gepflogenheiten des Adels im Blut, war nie so freiheraus wie er selbst, würde es wohl niemals wagen offen und herzlich zu lachen. Konnte sie das überhaupt? Naja, wenn es in gewissen Stunden mit einem Sabino enden würde, dann ja vielleicht- Innerlich schüttelte Ezrael den Kopf. Nein, nein, ganz falscher Zeitpunkt!
Der Leibheiler räusperte sich. Natürlich antwortete sie mit einer Floskel, was auch sonst. "Mir geht es blendend, danke der Nachfrage." Ging es ihm nicht, zumindest nicht mental, aber naja. Gaia wäre die Letzte, der er es auf die Nase binden würde. Lieber würde er sich die Zunge abbeißen. "Ein wenig Hoffnung schadet uns allen nicht. Ganz besonders ihm nicht, da stimme ich Euch zu." Er schluckte den Kloß in seinem Hals erfolgreich hinunter, dieser sich bei der Erwähnung der Prinzessin in diesem angebahnt hatte. "Euer...", Lächeln ist gruselig "Tatendrang hat sich ausgezahlt. Ich nehme an, ihr habt eure Neffen und Nichten auf diesen Tag vorbereitet?" Oh, was wäre das denn für eine Schande, wenn Vesta plötzlich niesen müsste und einer ihrer kostbaren Blumen würde verrutschen, ein innerliches Augenrollen folgte. "Nun, gestattet mir die Frage, euer verstorbener Gemahl..." Ezraels Ohren drehten sich in ihre Richtung, "hätte wahrlich die Verbindungen ebenso gesegnet, nicht wahr?" Nun, er mochte noch ein junges Balg gewesen sein, aber vielleicht schwang ein klein wenig Interesse mit.
Und jetzt, jetzt war wahrscheinlich irgendetwas in seinem Hirn durchgebrannt, aber er konnte die Worte nicht mehr aufhalten, "Gedenkt ihr, Euch erneut zu vermählen? Ich meine, niemand ist gern allein." Haha, davon musste er gerade reden. "I-ich bin natürlich ein vielbeschäftigter Mann, müsst Ihr wissen, aber Ihr... Ihr tja ähhh kommt bestimmt ganz gut unter den..." älteren, "Herrschaften Eures Standes an."
Gaia
07-11-2026, 12:28 AM
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07-11-2026, 12:33 AM von Viki.)
Interessant. Es hätte ihn auch gewundert, wenn er sich auch nur ansatzweise gewandelt hätte. Spartacus war noch immer der störrische, arrogante Esel von früher. Ungehobelt und um keine Unverschämtheit verlegen. Rhuen kam um ein schiefes Lächeln nicht umhin, als der dunkle Fuchs sich näherte und sich immerhin überwinden konnte, seinen Namen auszusprechen. Welch Privileg. Aber irgendwie empfand er die Anwesenheit des Licinisnachkommen gewissermaßen doch fast als angenehm - auch wenn er das natürlich niemals offen aussprechen würde. Die letzten Monate waren geprägt von Leid und Verlust. Umso zufriedenstimmender war die Tatsache, dass es zumindest Spartacus gut ergangen war über die lange Zeit. Auch wenn sie sich sicherlich wieder bei der nächsten Unstimmigkeit gegenseitig die Rüben einschlagen würden. Aber das war schon okay. Es gehörte traditionell zum guten Ton der beiden, auch wenn heute sicherlich nicht der richtige Tag für den nächsten unbedeutsamen Kleinkrieg war. Anchor würde ihnen so dermaßen den Arsch aufreißen, dass sie vermutlich die nächsten drei Tage nichts zu essen bekamen und kurz davor stehen würden ins Licht zu gehen.
Und wenn er ehrlich sein sollte... Rhuen war sogar gewissermaßen dankbar, dass Spartacus gerade da war. Weil er für einen kurzen Augenblick nach Wochen nicht über dieses eine Thema grübelte. Sein Bruder, der inzwischen nur noch ein Schatten seiner selbst war. Für einen Außenstehenden mochte seine Sichtweise ein wenig melodramatisch klingen - umso besser, dass er mit noch niemandem darüber gesprochen hatte... Aber für ihn war Stück für Stück über die Zeit seine kleine eigene Welt zerbrochen. Meine Sonne und mein Mond hatten sie sie genannt, als Danae wie auch Kyra mit Obsidian und ihm gesprochen hatten, als sie noch kleine, hilflose Kinder waren. Tja. Und jetzt? Richtig. Sein Spiegelbild war zerbrochen. Er könnte ihn kaum noch ansehen, ohne Groll, Frust und Wut zu verspüren, während da auf der Gegenseite nicht viel mehr war als Nichts.
Er verbannte seine Gedanken augenblicklich, versuchte es zumindest, mehr oder doch weniger erfolgreich. Es war unterschwellig immer da. Seine Blicke wanderten recht unbegeistert über die Menge, wenngleich das Spektakel ihrer Gesellschaft Leben und einigen unter ihnen sogar Freude einzuhauchen schien. Die Männer standen auf ihre Weise herausgeputzt in ihren Reihen, und die Frauen gaben ein beinahe märchenhaftes Bild ab, wie sie da tanzten mit ihrer blütenreichen eingeflochtenen Haarpracht. Rhuen hatte so etwas noch nie zuvor gesehen, dort wo er herkam.
Für einen Augenblick nur hing seine Aufmerksamkeit auf dem zarten, braunen Körper seiner Freundin aus Kindheitstagen. Dass Lea nicht mit Spartacus verheiratet wurde, wunderte ihn zugegebenermaßen sehr. Streng und sachlich genommen war er doch mitunter die erste Wahl, wenn es um diesen Blödsinn ging, irgendwelche Familien aneinanderzuschweißen, schließlich floss gleichermaßen Valerius- wie auch Liciniusblut durch seine Adern. Dass sie sich mochten, war schon so lange Zeit offenkundig gewesen - und jetzt wurde sie urplötzlich mit diesem sonderbaren Acilliustorfkopf verheiratet. Vielleicht hatte ja auch irgendein Trottel kurzerhand beschlossen, dass sie nicht gut genug und seines Erbes nicht würdig war. Sie tat Rhuen leid. Sogar Spartacus tat Rhuen leid. Auch wenn er es sich schenkte, das je auszusprechen.
"Und? Beschissen oder richtig beschissen?"
Er wandte den Blick von den Feierlichkeiten ab, besah sich für einen kurzen Moment sorgsam prüfend ihrer Umgebung, bis schließlich flüssiges Gold auf purpurnes Blutrot traf.
Spartacus | am Rande des Geschehens
Ein kesses Grinsen huschte über Lea’s Gesichtszüge, als sie Saito’s offenkundige Verwirrung bemerkte. Sie beobachtete kurz das Nicken in die Richtung ihrer Mutter, ehe sie hinter den Gardisten auch schon her ging, um ein wenig Abstand zwischen sich selbst und ihrer Familie zu bringen. Da war so ein schweigsamer Geleit eigentlich ganz praktisch, außerdem kannte die junge Achilléas den Leibgardisten kaum. Vielleicht war es an der Zeit, das nun zu ändern.
Dass er nicht abgeneigt davon war, sich bei der Damenwahl zu helfen, ließ die junge Braune schwach schmunzeln und sie neigte den Kopf leicht zur Seite. “Ich hätte gedacht, dass sie es Euch leicht machen.”, gab Penthesilea zu bedenken und vergrößerte ihre eigene Schrittlänge, um besser mit dem großen Gardisten mithalten zu können.
Dass sie an der Seite des nächsten Junggesellen zu sehen war, empörte die anderen Damen ebenso sehr, wie es die junge Achilléas für die anderen interessant machte. Denn offenbar schien Lea einen Zugang zu den Soldaten dieses Reiches zu haben. Schließlich musste sie nach ihrem letzten Tanz mit Anchor auch die ein oder andere Frage beantworten. Ob er bereits wieder gedachte zu heiraten, ob sie sie nicht mal vorstellen könnte. Und... So. Weiter. Anstrengend. Aber auch irgendwie amüsant, wenn Penthesilea bedachte, wie uninteressant sie bis vor kurzem noch gewesen war.
Saitos Frage ließ Neptuns Verlobte einen Moment nachdenklich zurück. Sie schürzte leicht die Lippen und besah die Menge der Damen, die - eine schöner als die andere - sich zu präsentieren wussten. “Nun…”, begann sie. “Ich kenne zwar Eure Vorlieben nicht, aber ich weiß, dass die Familie Altair aus eindrucksvollen Kriegern besteht. Also…”, ihr Blick glitt kurz über einen großen Fuchs, der am Rande der Veranstaltung stand. “Vielleicht die älteste Tochter von Remus Victus?”, sie hatte ebenso im Krieg gekämpft wie viele andere, war wunderschön - auch wenn mittlerweile ein paar Narben ihr Fell zierten.
Saito Altair - Steppe
Er war eine wahrlich widerwärtige Kreatur. Wie ekelhaft er da stand und seine Worte unrhythmisch in die Luft spuckte. Ob er so auch Ceres' Hals hinabsabberte, wenn er sich auf ihrem Rücken an seinem eigenen Wesen ergötzte? Er musste sich wahrhaftig selbst vergöttern. Dass Ceres auf diese Art von Hengst aus war. Nein, nein. Nicht doch. Es passt hervorragend, dass sie sich in ihrer Verzweiflung auf genau diesen Klotz eingelassen hatte.
Wie gut sie doch zusammenpassten.
Seine Anwesenheit überfuhr sie wie eine Welle. Sie wusste gar nicht, worauf sie sich zuerst einlassen sollte. Zuerst all die Abfälligkeiten, die er ihr so offen entgegenblökte. Die hässliche Visage, die so unförmig lächelte. Wie konnte er sich so selbstsicher fühlen? Er hatte den König gerettet. Und das war's. Mehr hatte er doch nicht zu bieten? Umgab sich mit den niederen Kreaturen des Volkes, selbst nachdem man sie offensichtlich aus den hohen Reihen verbannte hatte. Und er war so völlig blind für all das, was um ihn herum wirklich vor sich ging. Niemand konnte ihn tatsächlich für diesen hellen Ritter halten, für den er selbst sich halten musste. Und sie hingen dennoch an seinen Lippen?
Unsere Reihen.
"Wie ihr eben so unfreundlich bewiesen habt, stammen wir beide nicht aus denselben Reihen", spieh sie ihm augenblicklich als Antwort auf seine Niederträchtigkeit hinsichtlich ihres Bruders entgegen. Wenn er das tatsächlich annahm, war er noch dämlicher als sie angenommen hatte. Was versuchte er hier überhaupt? Sie hatte wenigstens versucht den Schein zu wahren. Aber natürlich war es einem Rüpel wie ihm völlig gleich. Er verstand sich nicht einmal darin, das Spiel zu spielen. Das war es doch, worum es hier ging. Das war es, was alles zusammenhielt. Ohne dieses Spiel waren sie alle nicht mehr als Klumpen aus Fleisch und Knochen. Das war es, was wenigstens Ceres einst verstanden hatte. Wie enttäuschend für die alte Acillius, die sich soeben über den Platz bewegt hatte. Als wollte sie die Anwesenheit der Alten daran erinnern, rief sich Aarin das Spielfeld wieder ins Bewusstsein. Solange sie sich darauf aufhalten würde, war es egal, was dieser Fleischklumpen von ihr dachte.
"Offensichtlich haltet ihr nicht viel von mir und doch steht ihr hier und beleidigt mich so offenkundig. Entweder könnt ihr euch also nicht von mir lösen oder ihr genießt es euch im Leid anderer zu suhlen. Wenn das euer wahres Ich ist, fällt es nicht schwer, die tatsächliche Intention hinter eurer heldenhaften Rettung in Frage zu stellen. Ah, nein. Es ist gleich, was ihr dabei wirklich dachtet." Es genügte schon, dass andere es hinterfragten. Da er so unvorsichtig mit seinem Verhalten war, wäre auch das wohl nur eine Frage der Zeit.
"Da ihr mit eurem Harem roter Mädchen genug Verehrerinnen habt und ich Gott sei Dank nicht in euer Raster falle, dürft ihr euch gerne entfernen." Sie neigte den Kopf zur Seite und verdrehte die Augen dabei kurz. Etwas lauter, beinahe theatralisch getroffen, sprach sie dann an niemand Besonderen adressiert.
"Oh, ich danke euch so sehr für eure Sorge, Herr Aegidius! Aber tatsächlich hat bislang niemand meine Aufmerksamkeit für einen Tanz gewinnen können!"
Sie hoffte, ihr Vater höre die Worte. Sie hoffte, sie konnte ihn damit erzürnen oder weich stimmen und dass er ihr irgendein Zeichen geben würde, in welche Richtung seine Laune umschlug. Sie wollte die Ungewissheit loswerden.
Und blickte wartend in Desmonds Fratze.
Desmond Aegidius - im Begriff zu gehen
Vor 9 Stunden
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Vor 9 Stunden von Chou.)
Saito musste nun doch nachhorchen. Oft genug verstand er augenblicklich, was man ihm mitteilen wollte. Die anderen Male, konnte er die unterschwelligen Botschaften seiner Artgenossen nicht direkt entschlüsseln. Da er bei Penthesilea an diesem Abend nicht einem Missverständnis auflaufen wollte, richtete er die Stimme erneut an sie. Sein Kopf senkte sich dabei leicht zu ihr hinab, während er die lauen Blicke und das beginnende Tuscheln um sie herum hinterfragte.
"Die Auswahl an Soldatinnen meint ihr?" Er zuckte mit den Schultern und trat weiter voran, dabei stetig darauf bedacht, den angenehmsten Pfad zu finden. An einem kieseligen Stück Weg trat er einen Schritt voran und lotzte die braune Jungdame galant daran vorbei, bevor er weiterging. "Es sind nicht viele Stuten, die sich bereitwillig dem Heer beifügen möchten. Sicher wisst ihr, dass dies an der Erziehung und der konsequenten Aufrechterhaltung unseres Systems liegen muss. (skip to next Absatz for wieder profound Beitrag) Ihr selbst wisst natürlich, wovon ich spreche. Gewiss hat dieses System auch all seine Vorteile, weshalb die kontinuierliche Wahrung dessen in seiner Sinnhaftigkeit nicht oft hinterfragt wird. Immerhin ist nicht von der Hand zu weisen, dass eben jenes brillante Köpfe und wahrhaftige Krieger hervorgebracht hat. So ist auch nicht die optimistische Möglichkeit abzusprechen, dass der Spross dessen wohl eindeutig die Lücken dessen zu füllen fähig sein wird. Ein holistisches System. Also fällt die Auswahl zwar in der Quantität gering aus. Die Qualität der Soldatinnen, die sich verpflichten, ist aber äußerst genügsam."
(skip to here) Hatte sie noch Fragen dazu? Er blickte sie eingehend an und wartete einen Moment. Leider war er dabei ausgerechnet an einer Schar von Damen vorbeigekommen. Sie mussten Penthesilea kennen, sonst würden sie sich wohl mehr in Zurückhaltung üben. Er tat das Lächeln und Lachen ab. Es bedurfte nicht länger seiner Aufmerksamkeit.
"Die älteste Tochter des ehrenwerten Remus genoss wahrlich eine gute Ausbildung. Hat sie euch ihr Interesse kommuniziert?"
Ein weiterer Schritt und dann drang es wieder an sein Ohr. Dieses Lachen. Sein Ohr neigte sich in Richtung des hellen Gesangs (nur ein Lachen) in Irritation. Schnell aber fand er sich selbst wieder.
Also wartete er auf die Antwort der angehenden Heilerin. Wäre es höflich gewesen, sie nach ihrem Interesse zu fragen? Ihr Weg stand allerdings gewiss schon fest.
"Ah. Ich sollte wohl auch nach eurem Wohlergehen fragen", sprach er mehr zu sich selbst. "Wie ergeht es euch? Das eigene Leben in so festen Pfaden verankert zu wissen, muss befreiend sein." In seinen Augen war dem so. Nichts bestrafte mehr als die Ungewissheit. Über die Zukunft, über die Gedanken und Erwartungen eines Gegenüber.
Den Ursprung eines Lachens.
Penthesilea
Für einen verdächtig langen Atemzug blieben seine Seelenspiegel an dem Antlitz des grauen Findelkindes hängen. Eigentlich schien er sich nicht verändert zu haben, war immer noch der gleiche Spinner mit seinen roten Augen. Doch Spartacus wusste es besser, wusste, was Krieg mit eben jenen anstellen konnte, die davon betroffen waren. Und was eine Wüste mit einem machte, wenn man zu lange und allein in dieser wanderte. Er war gewachsen, überragte ihn vielleicht ein bisschen, aber er war stämmiger gebaut als der Liciniuserbe. Ihre Unterschiedlichkeiten machten sie zu Trainingspartnern, die einander nichts schenken würden. Wobei- was auch immer Rhuen jetzt für eine Aufgabe in der Monarchie haben würde, galt abzuwarten. Spartacus wandte also endlich den Blick von dem Rotauge ab, nahm sogar dessen Namen in den Mund, schmeckte irgendwie ranzig, aber gut, etwas anderes fiel ihm nicht ein. Worüber sollte er sich mit ihm unterhalten? Er hatte den Grauen schon aus seinem Leben gestrichen, falls er jemals so etwas wie eine Rolle in diesem eingenommen hatte. Eine Nervensäge das war er gewesen, ein Angeber und ein jemand, der seinen Nüstern einmal zu viel in seine Angelegenheiten vergraben hatte.
Rhuen war ein Fremder und das würde sich auch nie ändern. Er verstand nicht was es wirklich bedeutete in der Monarchie groß zu werden, verstand allein die aktuellen Beziehungsgeflechte nicht. Und wenn es nach Spartacus ginge, könnte das Rotauge auch jetzt schon wieder gehen, denn gerade verfolgte er mit zunehmenden Missfallen dessen Blick in Richtung Penthesilea. Er würde sie beschmutzen, allein dadurch, dass er sie ansah. Pah! Er selbst hielt sie wenigstens in Ehren, weil er sich von ihr fern hielt, um-
Die Ohren drehten sich in Rhuens Richtung und kurz darauf folgten seine Iriden. Dike Stimme des anderen klang fremd in seinen Ohren. Nicht mehr so pipsig wie noch vor Monaten, nicht wahr? „Wen meinst du damit, dich oder mich?“, gab der Dunkelfuchs trocken von sich und schnaubte daraufhin aus. „Was willst du hier? Bist du hier um die Stimmung zu vermiesen?“ Ein Grinsen zupfte an seinen dunklen Lippen, „sieh doch nur, wie sie sich freuen, fett werden und sich später die Bäuche mit vergorenen Beeren vollschlagen.“ Wenn Rhuen nur wüsste- Aber besser er wusste nichts. „Hast du dem König und seiner Königin schon deine Glückwünsche bekundet?“ Seine Seelenspiegel verengte sich, wo war der Blütenrausch überhaupt? Ah, er vergaß. „Wenn sie beide eintreffen kannst du das ganz offiziell vor aller Augen tun, na Interesse?“ Am liebsten wollte er wieder gehen, aber er hatte Nero etwas versprochen, so im Stillen für sich an den Rappen gerichtet. „Wie vermögt Ihr es zu tanzen?“, sprach Spartacus amüsiert und zeigte mit den Nüstern zu einer Schar Adelsmädchen hinüber, „wenn Ihr verschweigt wer Ihr seid und woher Ihr kommt, werden sie Euch mit Freuden ins Gesicht springen. Und oh, Ihr solltet euch von den Argusaugen ihrer Mütter in Acht nehmen, sonst befürchte ich werden sie Euch von der Tanzfläche jagen, ehe Ihr auch nur einer von den Damen zulächeln konntet.“ Diese Traube dort unten würde sich nur mit Persönlichkeiten von Rang und Adel abgeben. Abgehobene Weiber, sollte man einmal in Beerensaft ertränken, nur damit sie ein Fünkchen an Realität zu schmecken bekamen. „Aber deinem Blick ist zu entnehmen, dass du lieber hier stehen bleibst, bis du irgendwann tot umfällst.“ Spartacus schüttelte den Kopf, „sich zu amüsieren ist nicht verboten“, und dies sagte der Dunkelfuchs mit all der möglichen Euphorie die bereits seit Anbeginn der Veranstaltung in ihm gestorben war.
Rhuen; am Rand
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