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Geschützt vor den Einflüssen und Blicken der Außenwelt, liegt Valeria da. Ein Land wie kein zweites, mit immergrünen Wiesen und nie versiegendem Wasser. Und du bist mittendrin. Ein imposanter grauer Hengst schreitet an dir vorbei, zwinkert die zu und fragt dich, ob du denn schon dieselbe Verbundenheit verspürst wie sie alle, die sie in diesem Land leben. Du atmest tief die frische Luft ein, lächelst und nickst. "Ja.", ist deine schlichte Antwort, die mit einem breiten Grinsen seinerseits kommentiert wird.
Das Pass Into Oblivion ist ein textbasiertes Rollenspiel in welchem du in die Rolle eines Pferdes schlüpfst. Dazu kommt, dass du deinen Charakter mit der Hilfe unseres kreativen Teams selbst gestalten kannst, denn auf Wünsche gehen wir natürlich sehr gerne ein! Schau dafür gerne einmal auf unserem Discord-Server vorbei!
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PiO's Discord-Server
Rollenspiel
KEIN LAUFENDER PLOT
Neuigkeiten
Beendigung des Plots - 13.01.2023
Beendigung des Plots - 09.07.2022
Die Zukunft von PiO - 20.11.2021
Nebenspiel
Der aktuelle Nebenspielzeitraum umfasst 21. Tag des Spätsommers bis zum 10. Tag des Herbstes. Die Temperaturen liegen zwischen 45°C und 25°C am Tag, während es in der Nacht auf 0 - 5°C abkühlt. Die Herde befindet sich an einer Oase.
Das Team
Natsch - Darky
Alina


V. Euer Leid ist mir gleich
20. Spätsommer 82, Früher Abend | Coll-Wüste | Schicksalsschlag, Nero Valerius, Tuana Licinius, Álvaro, Artemis Miles, Néniel, Echo Valerius, Ezrael Achilléas, Daphne, Isaak, Cara, Gabriel Noctis, Nefes, Obsidian, Romana, Spartacus Licinius, Penthesilea Achilléas, Desmond Aegidius, Atlas, Nurija, Ares Licinius, Anchor Aegidius, Sayyirah, Aaragon Miles,

#1
V. Euer Leid ist mir gleich


Dem Sommer folgte der Spätsommer, gezeichnet von hohen Temperaturen, einer ungnädigen Sonne und einem wolkenlosen Himmel mussten die Einwohner Valerias durch das Land streifen. Doch dort wo sie einst Verbündete wussten, trafen sie auf taube Ohren und Feindseligkeit. Das Land und seine Einwohner waren in Ungnade gefallen und selbst das Verhandlungsgeschick des Königs, Nero Valerius, brachte sie keinen Meter weiter. So blieb der bunt zusammengewürfelten Herde nur der lange und heiße Weg durch die Coll-Wüste.
Nero machte keinen Hehl daraus, warum man ihnen an anderen Orten keine Zuflucht gewährte, erzählte von den Fehlern die er einst begann und die List auf die er vor vielen Jahren im Knabenalter hereingefallen war. Er bat die Mitglieder seiner Herde, die für ihn unlängst einer Familie glich, ihm zu folgen, auch wenn die Reise die er anstrebte mit großen Strapazen verbunden war. 

Alle die sich entschieden ihm zu folgen, bereiteten sich auf einen langen Marsch durch die Coll-Wüste vor. Was dahinter lag, wussten sie. Das Land der Templer und das Zwergenreich, von denen AaragonArtemis und Atlas berichteten. Und sie alle wussten, dass sie auch von diesen beiden Parteien keine Hilfe zu erwarten hätten. Ihre Zukunft lag im Dunkeln. 
Atlas zeigte den Mitgliedern der Herde, wie man aus Kakteen trinkt und wie das feuchte Fleisch der Pflanze den Hunger kurzfristig stillt. Doch ihre Hauptnahrung besteht aus getrockneten Gestrüpp, dass spärlich zu finden ist. Während es Tagsüber zwischen 35 °C und 45°C warm ist, kühlt die Wüste in der Nacht auf Rund 10°C ab. Der Temperaturunterschied macht ihnen allen zu schaffen und man entschied sich, tagsüber nur wenig Kilometer zurückzulegen und sich lieber gegenseitig Schatten zu spenden - dafür mussten sie Nachts einiges an Strecke zurücklegen. 

Wir schreiben den Abend des 20. Tag des Spätsommers. Die Monarchie ist seit nun mehr 32 Tagen auf ihrer Reise unterwegs. Seit acht Tagen durchstreifen sie die Coll-Wüste und seit vier Tagen ohne Aussicht auf Schatten, Wasser oder frischer Nahrung. Die Temperaturen fallen langsam vom 35°C auf 25°C und die letzten Sonnenstrahlen tauchen den Himmel in ein rot-violettes Meisterwerk. Die Wunden der meisten Krieger sind verheilt, auf ihrem Weg von Valeria bis zur Coll-Wüste verloren sie 12 weitere Soldaten, die den Spuren des Kampfes erlagen. 

Die Gruppe der Überlebenden zählt daher nur noch 68 Pferde. Obsidian gilt weiterhin als verschollen und auch Laren Victus hat den Weg zurück zur Monarchie noch nicht gefunden. Kýra Aegidius hat im Laufe der Zeit stark abgebaut und bereits jetzt scheint die Trächtigkeit stark an ihren Kräften zu zehren.
#2
Die Temperaturen fielen langsam wieder. Nero spürte es an dem Schweiß der an seinem Körper zu trocknen begann, die kleinen salzigen Kristalle die sein nachtschwarzes Fell an mancher Stelle weiß färbten. Sein Mund fühlte sich trocken an und auch wenn seine Wunden mittlerweile ganz gut verheilt waren, so schmerzte die Sonne auf seinem Fleisch. Es trocknete aus. Die Salben der Heiler waren mittlerweile verbraucht und auch die Flüssigkeit aus diesen sonderbar stacheligen Pflanzen haben sie seit nun mehr vier Tagen nicht mehr finden können. Es war zum Verzweifeln, doch der König hielt an seinem Kurs fest. Sie würden die Coll-Wüste durchqueren müssen, alles andere würde sie nur in eine Abwärtsspirale der Dunkelheit führen. Sie hatten keine Verbündeten, kein Land welches mehr bewohnbar war. Nero hatte gar überlegt, das Land des Zirkels zu beanspruchen, doch es war zu nah an Valeria dran, man konnte nicht wissen welche Ausmaße der Vulkan noch nehmen würde. Ob es folgen für Wasser und die übrige Umwelt geben würde. Nein, sie mussten in ein gänzlich anderes Land. 

Der Zauber und das Leben in Valeria erschienen Nero mit einem Schlag unendlich weit fort. Es war, als hätten die vergangenen Tage sie in eine andere Zeit und damit in ein anderes Leben geschmissen. Verrückt, wie sehr man sich an einen Ort binden konnte und glaubte, dass man den Rest seines Lebens dort verbrachte - ähnlich wie seine Vorväter. Sein Kind würde Valeria nur noch aus Erzählungen kennen, es würde die Wurzeln ihres seins gar nicht mehr sehen oder begreifen können. Außer Nero schaffte es, all das was sie mit diesem Land verband, so lebendig wie möglich zu halten und dabei ging es nicht um so 'Banalitäten' wie dem Rauschen des Windes, der durch die Piniennadeln strich oder die rosa Blüten, die jedes Frühjahr das Land schmückten. Es ging um die Geschichte ihrer Familien, ihres Lebens. Alles andere waren nur schöne Ausschmückungen jener Geschichte. 

Tonlos seufzte der Rappe und ging weiter. Kýra - die nächste Sorge des Rappen. Sie machte seit sie die Coll-Wüste betreten hatten keinen besonders guten Eindruck. Die Reise zehrte an ihren Kräften und auch wenn sie es sich nicht anmerken lassen wollte, so war doch jeder Schritt eine Qual für sie. Den genauen Grund konnte der König nicht erkennen und er würde Ezrael darauf ansetzen. Er wusste, dass sie trächtig war, doch die Trächtigkeit konnte noch nicht so fortgeschritten sein, dass es ihr körperlich so schlecht ging wie gerade. Vielleicht hatte das endgültige Verlassen Valerias etwas damit zu tun? Seelischer Schmerz? Der Tod ihrer Eltern? Vielleicht war gerade einfach alles zu viel? Er würde sie im Auge behalten. 
Neros Blick legte sich auf die untergehende Sonne, welche hinter einer der riesigen Dünen langsam verschwand, als Tuana seine Aufmerksamkeit erregte. Sie hatten lange nicht mehr sprechen können. Zielstrebig manövrierte sich der Rappe durch die kleine Herde zu der Schimmelstute. "Hallo Tuana...", begrüßte er seine Freundin mit einem warmen Lächeln auf den Lippen. "Wie geht es dir?"

TUANA LICINIUS - COLL-WÜSTE
Während die Sonne langsam den Weg zur Erde fand, senkten sich die Temperaturen und die Hitze die ihr nun zu schaffen machte, war die des Sandes, welcher nun seine Restwärme von unten her abgab. Es war aber eine angenehme wärme, die ihr gut tat, ihre Gelenke warm einhüllten und sie zu trösten begann. Trost benötigte Tuana zwar unheimlich, aber dennoch waren ihre Augen und Ohren immer auf die anderen gerichtet. Auch wenn die Taube im zerbeulten, völlig defektem Käfig den Mut verloren hatte, so versuchte sie selber noch die kleinsten Stücke der Hoffnung zu finden und aufrecht zu erhalten.
In kurzer Zeit war so viel geschehen, so viel grundschlechtes, dass es nun nur noch aufwärts gehen konnte. Musste. Für Ares, für Sie und für das Kind welches in ihr groß wurde.
Tuana schloss die Augen und seufzte. Bald konnte sie es nicht mehr leugnen. Bald würden alle wissen, dass sie Trächtig war. Eigentlich sollte es sie freuen. Eigentlich sollte sie sofort zu Ezrael und ihn fragen, ob er es bestätigen konnte. Eigentlich sollte sie ihre Angst und ihre Gedanken mit Ares teilen. Sein Warmer Körper war vor kurzem von ihrem weg gegangen damit er einen Soldaten ablösen konnte. Ihre Angst um ihn wuchs mit jeder anderen Angst und doch versuchte sie stark zu bleiben. Es war richtig, was sie taten und es war richtig, Nero zu folgen und doch griffen die dunklen Schatten immer und immer wieder nach ihren Gedanken. Etwas was Tuana nicht kannte.
Die raue Stimme des Königs drang an ihre Ohren und sie hob den Kopf, gefolgt von ihrem Körper, schüttelte den Sand aus dem hellen Fell und neigte den Kopf, ehe sie zu Nero hoch blickte.

“Nero!“ beantwortete sie die Begrüßung und blickte auf die umliegenden, die sich alle langsam aus dem Sonnenüberfluteten Tag heraus bemühten. Schweißgeruch folgte ihnen seid nun mehr einigen Tagen und bei Gott, was würde sie um einen Bad geben.
Tuana mühte sich, ein zartes Lächeln auf zu setzen, welches aber nicht die blauen Augen erreichte. “Die Frage gebe ich lieber zurück, wie geht es dir?“
Die kleine Taube befürchtete, abermals in seiner Gegenwart einzubrechen. Obgleich sie nach der Entführung froh war ihn lebend zu sehen, so lasteten dunkle Schatten auf ihrem Herzen die ihn betreffen. Es tat nichts dazu, dass sie ihm nicht mehr vertraute, sondern eher, dass sie abstand suchte um sich selber sortieren konnte. Es war so schnell so viel passiert dass Tuana verloren inmitten ihres Scherbenhaufen stand. Wo sie doch hier noch das Bild fangen und hier gerade noch die Scherben aufsammeln wollte, krachte es vor und hinter hier und Scherben aber Scherben türmten sich um sie herum auf. Nicht einmal Atmen konnte die Stute, dessen Welt wie die der anderen einfach entrissen wurden. Kyra hatte ihre eigenen Probleme, Nurija verstand diese Situationen eh nicht und Nefes war nur froh, das Isaak noch lebte. Ares konnte sie mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht behelligen und Asariel hatte derzeit genug mit ihrem Schwarzen zu tun. Alles schien verweht. Tuana hatte schon überlegt zu Echo zu gehen, aber die Königin musste selber Berge tragen. Also versuchte die Licinius das einzige, was sie seid Ewigkeiten konnte. Sich selber zu Heilen. Selbst mit ihr zu sein schien die Stute am besten zu können, auch wenn derzeit die Berge zu riesig schienen.

“Konnten deine Wunden gut heilen?“ sie reckte den Kopf und blickte auf das Loch in der einen Seite wo eigentlich hätte ein Auge sitzen müssen. Alles war nun besser, als sich den verwirrenden Gefühlen hingeben zu müssen. Gefühle die so sehr an ihr Nagten, dass ihr es mittlerweile egal war, wie hungrig sie zu sein schien und wie durstig.

Nero Valerius | Coll-Wüste
Die wärme des Sandes tat seinem Bein erstaunlich gut, auch wenn die restliche Hitze dem Körper zu schaffen machte und er – wie die anderer dieser Herde – wirklich dringend Wasser benötigten.
Alvaro ließ sich zur Seite fallen und streckte den Hals nach oben, genoss noch einige Minuten die wärme. Es war nicht so schlimm wie die Hitze in der Luft die sich nun langsam abzukühlen schien und platz für die Kälte der Nacht machte. Angenehme Temperaturen aber schnelle lange Märsche ohne Wasser... dass hatte bereits einige ihr leben gekostet. Sein eigenes stand auf der Kippe den lange würde es der erfahrene Kämpfer und ehemalige Ausbilder nicht mehr schaffen. Es war kräftezehrend und anstrengend im Sand zu laufen und dass nur mit drei von vier Beinen, da er sein Hinterbein nicht voll belasten konnte. Die Entzündung war raus, das war das wichtigste, doch die Energie machte ihm zu schaffen.
Immer wieder viel Alvaro in den Nächten zurück und musste öfters Pausen machen. Wäre da nicht die beiden Feuerfelle von Ecair und Bryna... wäre da nicht Nero und Gabriel, Anchor und Cara die immer wieder nach ihm sahen und ihm so die Kraft gaben, weiter zu gehen.
Doch es würde irgendwann zu ende sein. Er spürte es, merkte es in seinem Geist, dass er müde war, am liebsten einfach liegen bleiben würde, hier im schönen warmen Sand.
Aber das konnte er nicht. Noch nicht, jedenfalls. Er musste sicher stellen, dass Bryna in Sicherheit war. Dass hatte er ihrer Mutter versprochen. Musste der Kämpfer doch noch einen letzten Kampf ausfechten. Sie sicher in einem neuen Zuhause wissen. Sie alle. All seine Freunde.
Seufzend richtete sich der Buckskin auf und blickte auf die sich langsam erhebenden Pferde. Sie alle waren erschöpft und dehydriert. Wasser, dass war nun das dringendsten was sie benötigten. Jede Wüste musste irgendwo ihre Adern haben, er hatte auf ihrer Reise nach Valeria ein zwei Pferde getroffen, die ihre Heimat in der Sandlandschaft hatten. Also überleben war hier möglich, doch sie mussten erst einmal herausfinden, wie. Alvaro schnaubte und rieb sich mit seiner Nase an seinem Vorderbein. “Wir sind einfach verwöhnt...“ grummelte er mit rauer Stimme die nach Wasser schrie.

[Coll-Wüste | Anspielbar]
#5
Nero musterte die feinen Bewegungen ihre Muskeln als Tuana sich den Sand aus dem Fell schüttelte und wenige Augenblicke später ihre Blicke sich trafen. Er hatte schon immer das helle Blau ihrer Augen bestaunt. Es war so blass, dass man meinen könnte, dass es kalt sei. Doch wer die Schimmelstute kannte wusste, dass sie sehr viel Liebe und Wärme in sich trug, auch wenn die Erziehung ihrer Eltern noch tief in ihren Knochen steckte. Das schmale Lächeln auf seinen Lippen wurde ein wenig breiter, wenngleich ihm ein trauriger Schimmer anhaftete - denn der schwarze König merkte, dass das ihre nicht ihre blauen Augen erreichte. Es verschaffte ihnen nicht das Strahlen wie einst. Ihre Gegenfrage entlockte dem Rappen ein leises Seufzen und er senkte leicht sein Haupt, ließ seinen nachtschwarzen Schopf über seine Stirn fallen, fast einen geschlagenen Eindruck machend. "Tuana..", seine Stimme war die eines Freundes, nicht die ihres Königs. "... Bitte beantworte meine Frage zuerst, du schaust immer erst nach allen anderen. Doch nimm diesmal bitte meine Sorge an und sag mir, wie es dir geht.", fuhr er fort und musterte ihren Blick. "Ich habe sowieso das Gefühl, dass wir noch einige Gespräche vor uns haben - es liegen Dinge in unsere gemeinsame Vergangenheit, für die ich mich nie entschuldigt habe und ich bin mir sicher, dass ich dir mit einigen Entscheidungen vor den Kopf gestoßen habe.", fuhr der König fort und sah ihr dabei fest in die Augen. Wie gern würde er zu einem anderen Zeitpunkt zurück um zu sehen, wo er angefangen hatte sich von der Schimmelstute zu distanzieren. War es Celestials Tod gewesen? War es die Zeit danach? Die Verlobung mit Echo? Oder lag das Geheimnis in einer banalen Nichtigkeit? Er wusste es nicht, doch der Rappe spürte es und es war wie ein seltsames jucken unter der Haut, etwas, was ihn nicht schlafen ließ. Ihn wach hielt, wissend, dass er das Detail übersehen hatte. Vielleicht lag dieses Detail auch irgendwo tief in ihm selbst verborgen. 

Als sie seine Wunden ansprach, nickte der große Rappe langsam. Sie waren größtenteils gut verheilt, doch manche Wunden waren so großflächig gewesen, dass sein Fell an manchen Stellen nicht mehr nachwachsen würde und jene Narben ihn zu einem lebendem Mahnmal machen würden. "Sie sind gut verheilt, Ezrael und die übrigen Heiler haben alles gegeben.", nickte er und verstummte dann, auf ihre Antwort bezüglich seiner vorherigen Frage wartend. 

TUANA LICINIUS - COLL-WÜSTE
Eigentlich hätte die braune Stute geglaubt, diesen Ort nie wieder zu sehen. Atlas, Aaragon und sie wussten, wie kräftezehrend und schwierig die Coll-Wüste war und vor allem was dahinterlag. Wer dahinter lag. Ihre Augen huschten über die Stuten, die sich über den Tag in den Sand legten und abwechselnd sich Schatten spendeten. Sie selbst hatte sich auf eine Düne erhoben um von dort in die Richtung zu blicken, in der sie vermutlich gehen würden. Hier umwehte ein sachter Wind ihre halbe Mähne und küsste den Schweißgebadeten Körper mit zarten flatternden Lippen.
Viele von ihnen würden die nächsten Tage nicht schaffen, sofern sie nicht bald eine Quelle finden würden. Die Hitze machte ihr wenig aus, vielleicht auch ihres Blutes wegen, obwohl sie in Valeria geboren war, spürte sie, dass ihr Blut in der Wüste und Steppe zu pulsieren zu begann. Es war merkwürdig und sie hatte mit ihren Begleitern nie darüber gesprochen, aber sie glaubte, dass das Land sie rufe. Kurz huschte ein Grinsen über ihre Lippen und in ihrem Kopf mahlte sie sich die Szene aus, die irgendwie auch ziemlich lustig schien.
Dann blieben ihre Augen an Kyras Leib hängen und die Kuhlen über den Spiegeln ihrer Seele begannen sich zu kräuseln. Kyra wirkte schwächer und nicht mehr bei allen Kräften. Das war ihr schon vor ein paar Tagen aufgefallen und es machte ihr immer größere Sorgen. Nach dem Kampf war ihre Loyalität der Königsfamilie gegenüber doch gestiegen und sie wusste, dass sie mit Nero gut reden konnte. Aber dies hier, nein das gefiel ihr nicht. Sie mussten Wasser haben, dringend. Sonst würden viele Stuten den Weg in eine neue Heimat nicht mit antreten. Das war inakzeptabel. Artemis schnaubte aus und hob den Kopf gegen die Untergehende Sonne. Man konnte hier spüren, wie die Strahlen schwächer wurden und die kalten Finger der Nacht sich stück für stück um sie alle legten. Immer wieder weitete sie ihre Nüstern um nach möglichen Wasserquellen Ausschau zu halten, via Geruch. Aber vergebens, der Wind war heute nicht auf ihrer Seite. Kurz schloss Artemis die Augen um sich besser konzentrieren zu können. Es musste hier was sein, sie durfte nicht noch mehr Stuten verlieren, noch mehr Fohlen, noch mehr Soldaten. Das Herz flatterte bei dem Gedanken, gerade einen Art Zirkel gefunden zu haben, ein vertrauter Kreis von Stuten, die einander Schützten und miteinander Kämpften und nun sollten einige von ihnen auf immer verloren gehen? Etain Gedanken die sie verdrängt hatten, als die Augen flatternd aufgingen und sie unter sich nach dem hellen Fell einer wunderbaren Stute zu suchen begann. Langsam drehte sich ihr Körper auf dem Absatz herum und sie begann sich über ihre Hanken dem großen Sandhaufen hinab zu wegen.
Ein schritt nach dem Anderen, leicht kam sie ins Schlingern, konnte unten nicht mehr bremsen und rammte einen plötzlich vor ihr auftauchenden Körper.
“Waaa Eziii!“ keuchte sie auf, als ihr klar wurde, welcher Hengst so nett war, sie gut aufgefangen zu haben.
“Entschuldige, das Dünenreiten muss ich wohl noch perfektionieren!“ grinste Temi und hob den Kopf triumphierend.

[ Coll-Wüste | Ezrael ]
… du schaust immer erst nach allen anderen… Hörte Sie seine Worte und hob den Kopf etwas mehr an. War es nicht das, was der Adel machte? War es nicht das, wozu sie geboren wurde? Wozu man sie ausgebildet hatte?
Eine starke Stute zu sein, die den Sorgen und Nöten der Hengste oblagen? Ihres Gemahls? Ihrer Freunde? Ihrem König?
Man hatte ihr beigebracht zu schwiegen und Ihre Meinung nicht kundzutun. Man hatte ihr beigebracht, an einer Seite zu weilen, schön und schweigsam zu sein. Ihr wurde gelehrt, dass man nicht das recht hatte, die eigenen Gedanken kund zu tun. Adel und Vernunft.
Dies redete ihr das Leben drüben, machte es Isaak einfacher, machte es ihr einfacher, wenn die Taube wieder hinter die goldenen Stäbe gedrückt wurde.
Tuana hatte tatsächlich gehofft, dass Echo und sie ein wenig mehr miteinander kontakt hielten, doch die Taube war mit ihrem Ares eingespannt und Aiko und so vielen anderen und die Königin? Ja sie hatte selber unweigerlich viel zu tun gehabt. Spartacus und Nero, das Volk und ihre eigene Schwangerschaft.
Es waren nur wenige Tage vergangen, nachdem sie am See ankamen, da war wieder alles beim Alten. Sie war die Alte.
Ja die Gedanken um Neros unehelichen Sohn kreisten immer noch, aber ach, was wusste sie schon.
Vielleicht war sie auch einfach Neidisch auf all jene, die ihr Leben so leben konnten, wie sie es für richtig erachteten? Da waren nämlich Stangen aus ihrem Goldenen Käfig gebrochen und die Löcher der Freiheit wogen auf. Nur, was es wirklich so lohnenswert?
Auf all das bekannte zu Äpfeln und sich hinaus zu wagen?
Raus in die Freiheit? Auf alle Regeln einen Käfer zu geben und das zu Sagen was sie dachte?
Konnte sie es? Wollte sie es überhaupt?

Tuana holte tief Luft, hielt sie kurz an und stieß sie aus, der Ausdruck in ihren Augen wurde weicher. “Ach Nero, wofür willst du dich denn entschuldigen?“ sie schüttelte mit dem Kopf und sprang das erste Mal über ihren Schatten. Die Taube im Käfig zuckte zusammen und reckte neugierig das Köpfchen aus einem der gefallenen Stäbe. Ein schritt zwischen ihnen überbrückte sie, dann traf ihre Stirnseite die seine. Sanft, Freundschaftlich. Sie schloss die Augen, genoss seinen Geruch und ihr Herz begann das erste Mal seit sie ihn lebend gesehen hatte wieder zu flattern. Nicht verliebt, einfach Freundschaftlich. Er war wie ihr Bruder, wie Lazarus. Nein ein bisschen mehr war Nero für sie schon, aber das blieb auf ewig ihr Geheimnis.
Zwei Atemzüge blieb ihr Kopf an seinem, ehe sie die Augen wieder öffnete und von ihm Trat.

“Mir geht es nicht gut. Körperlich schon, aber mein Kopf, mein Herz… es ist… so verwirrend alles, so neu, so beängstigend…“ begann die Fliegenschimmelstute zaghaft und musste abermals die Luft dafür holen.

Die Schritte in eine Freiheit, das abstreifen von Fesseln die fester denje waren, verlief schwierig. Natürlich waren einige Dinge auch mit einer Schwangerschaft zu erklären, die Tuana noch nicht für möglich hielt, obgleich es möglich war, aber in erster Linie würde sie sich einfach auf ihren geistigen und Emotionalen stand stützen und stürzen. Da waren so viele Sorgen um ihre Freundinnen, um Desmond und Anchor um Kyra und ja auch um Nero. Auch wenn er Fehler begangen hat und einer dieser ständig vor ihr zu sehen war, ok ein gutaussehender Fehler. Aber das hatte ihr sehr wohl den Boden unter den Hufen davon gerissen. Ehrlich gesagt hatte sie allerdings schnell gemerkt, dass sie enttäuscht war von ihren Eltern. Das sie eingestehen musste, dass Nurija mit einigen Dingen recht hatte, dass das System, welches sie vertraute, befolgte, aufgewachsen und immer ihre Leben war, einfach falsch gewesen sei.
Das einige nicht damit lebten und es in Ordnung war, andere aber streng danach leben mussten. Wollten.
Sie war eine der letzteren gewesen, weil man es ihr so einflößte und doch lebten alle um sie herum leichter. Als sie das erkannte – ihre Welt ins Wanken gereiht – hasste sie sich selber. Dieser emotionale Wirbelsturm machte ihr in letzter Zeit mächtig zu schaffen. Aber wem sollte sie das beichten? Sie waren alle erschöpft und emotional am Ende. Sie hatten alle ihre Heimat verloren, waren alle angeschlagen und hatten nur sich. Sich und die Wunden der Intrigen.

[Coll-Wüste | Nero Valerius ]
#8
Der Valerius wusste, dass das Leben im Adel nicht immer nur Vorteile innehatte, sondern auch viele Pflichten und Grenzen. Er selbst hatte das als junger Hengst am eigenen Leib zu spüren bekommen und nicht selten hatte er die Dreistigkeit besessen, diese Grenzen und Pflichten zu ignorieren. Wahrscheinlich war die Liaison mit Aphrodite der Gipfel seiner Rebellion gewesen, wenngleich nie jemand von ihr erfahren hatte. Zumindest bis zu jenem Tag, an dem Atlas zusammen mit Aaragon und Artemis aufgetaucht war. Hatte sich der König geschämt? Nein. Er hatte keine Zeit gehabt sich darüber Gedanken zu machen, ob es andere stören mochte. Es war seine Vergangenheit und natürlich sprach man hinter vorgehaltener Hand von einer gewissen Doppelmoral, die dem schwarzen König zu eigen war. Sei es bezüglich seines unehelichen Sohns oder der Wahl seiner Gattin. Vielleicht war sein Herz über die Jahre weich geworden und Caeus und Gavriíls Einfluss waren doch kein so großer Teil von ihm, wie er es einst vermutet hatte. Vielleicht hatte er diese leise rebellische Ader aber auch nie abgelegt und hatte schon immer für die Moderne gestanden? Nero Valerius wusste nicht wo er stand, was für einen Weg die Monarchie, ihr Glauben und ihre Lebensweise einschlagen würde - sein primäres Ziel war es, dass sie eine Heimat fanden und auch ohne die anderen unbekannten Variablen, war das schon eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. 

Tuana war wahrscheinlich die erste - und vielleicht auch wichtigste - Sprosse auf der endlos langen Leiter, die ihn zu dem führen würde, was Nero Valerius aber noch nicht benennen konnte. Er spürte immer eine gewisse Schwere, wenn er bei ihr war, sie ansah oder auch nur kurz an sie dachte. Er hatte sich bereits einmal bei ihr entschuldigt, damals als er sie so angefahren hatte - kurz nach Celestials Tod. Aber er wusste, dass da mehr war. Mehr zwischen ihnen. Sie hatten viele Gespräche geführt, waren sich nahe gekommen und ein Teil des Rappen wusste - auch wenn er es nicht offen sagte - das, wenn Echo damals nicht wieder in sein Leben getreten wäre, er Tuana gewählt hätte. Das war eine Erkenntnis, die ihn ohne Scham gekommen war. Und eine Entscheidung, mit der wahrscheinlich das ganze Königreich besser hätte leben können - zumindest der gläubige Teil der Einwohner. 
Als die Fliegenschimmelstute fragte wofür er sich entschuldigen wollte, zuckten für einen Moment seine Mundwinkeln. "Ich glaube da gibt es einiges...", antwortete der Rappe, doch er unterbracht sich als Tuana auf ihm zu kam und ihre Stirn an seine legte. Die alte Woge der Vertrautheit wallte zwischen ihnen auf und der schwarze König schloss für einen Moment sein Auge, dem seltsamen Gefühl nachgehend, welches sich zaghaft um sein Herz legte.
Als sie sich von ihm löste, platzierte der große Rappe einen sanften Kuss auf der Stirn der Licinius, dann lächelte er wieder und hörte ihr aufmerksam zu. 

Das es Tuana nicht gut ging, betrübte den König - doch was hatte er erwartet? Dass sie freudestrahlend durch eine Wüste marschieren würden? Dass der Krieg und die Entführung keine Spuren hinterließen? Er wusste zwar, dass ihr durch Isaak ein paar Vorteile zuteilwurden - doch wie es in dieser Situation wirklich in der Fliegenschimmelstute ausgesehen hatte, konnte er nur vermuten, ahnen... oder wahrscheinlich nicht einmal das. "Was wünschst du dir, für unsere Zukunft? Für die Monarchie, für das Leben?", fragte er dann mit ruhiger Stimme und musterte das Gesicht der Schimmelstute. "Wir lassen Valeria hinter uns, vielleicht auch alte Gewohnheiten und Verpflichtungen - wie malst du dir dein Leben aus um glücklich zu sein?", vielleicht war es schwer in dieser Situation an eine glückliche Zukunft zu denken, aber für Tuana sicher nicht unmöglich. Er hatte sich selbst diese Frage gestellt und war zu keinen perfekten Ergebnis gekommen, vielleicht konnte Tuanas Ansicht daran anknüpfen, eine neue Sichtweise bieten oder das Mosaik in seinem Kopf weiter formen.

TUANA LICINIUS - COLL-WÜSTE
Sein Kuss auf ihre Stirn brachte die Stute fast zum Weinen. Tapfer behielt sie den festen Klos im Hals und versuchte dieses vertraute, geliebte Gefühl für sich zu behalten, einzupferchen um für die Finsteren Zeiten ein kleiner Hoffnungsschimmer, ein wärmender Platz zu haben.
In der Vergangenheit gab es Zeiten, da schien alles richtig zu sein. So wie sie es eben kannte. So wie man es ihr beibrachte. Aber Tuana vergas das Gespräch mit der Königin nicht, jenes, in dem Echo sie alle beinahe aufgegeben hatten. Sie wünschten sich alle Freiheiten. Manche mehr als andere, weil andere diese nie kennen gelernt hatten.
Als Nero dies aufgriff und seine Worte zu zutreffend wie immer ihre Seele berührten, beruhigte sich das Chaos in ihr ein wenig. Der König hatte die wunderbare Eigenschaft, ruhe inmitten des Sturms zu bringen. Sein Fels war immer der, um dem man gerne Stand. An dem man sich gerne festhielt, wenn man sich dem Untergang entgegensah, aber den man auch ebenso gerne auf seine Schultern hievte, damit er blieb wo er stand.

Wie würde ihr Leben sein, wenn sie wahrhaftes Glück empfand? Die Erinnerung an den Strand traf die Taube im Käfig wie ein Schlag. Sie flatterte aufgeregt hin und her und wagte sich aus den Stangen des Käfigs. Das Lächeln auf ihren Lippen, denen der Stute, greift bis in ihre Augen, ließen die blauen Spiegel aufleuchten und die Erinnerung so viel Wärme in ihren Körper gleiten, dass es befreiend, gar beflügelnd wirkte.
Tuana schloss die Augen und hob den Kopf. Spürte imaginär wie der salzige Wind ihre Mähne erfasste und an dem Schopf zog, wie das Meer nach ihr rief und einlud, die Beine empor zu schmeißen.

“Da war der Strand, drüben auf Silas Seite. Das weite unbändige Meer, die windige Briesen, der Duft von etwas, was die meiste Freiheit nannten.“ ihre Stimme klang frei und beflügelt aber immer noch sanft und ruhig.
Nun öffnete sie die Lieder und blickte Nero in das eine Auge. Die dunkle Höhle des anderen war das Vermächtnis des Silas, an das sie sich immer erinnern würde. Wenn ihre Familie nicht gewesen wäre… schnell rückte der Strand wieder in den Vordergrund.
Leicht neigte sie den Kopf wieder und das eben noch frei lächeln wurde kindlicher, sinnlicher. Als würde sie gerade von etwas sprechen, dass verboten war und trotzdem total toll gewesen war. Man hatte sie erwischt und sie versuchte mit Charme um eine Strafe zu kommen.
Vielleicht war dies genau das, was derzeit in Tuana tobte. Sie hatte vom Apfel gegessen und es genossen.
“Nero es war fantastisch!“ wie ein kleines Kind, dass ihre erste sündige Regel gebrochen hatte. “Ich habe mir keinen Kopf um die Regeln und Attitüden gemacht, einfach rennen, scheiß auf Schönheit und Anstand…“ flüsterte sie nun doch und vor Aufregung gluckste ein leichtes Kichern aus ihrer Kehle. Dann versuchte sie sich zu beruhigen, wieder zurück in das hier und jetzt zu finden.

“Ich glaube, das wünsch ich mir. Einfach auch mal ausrasten zu dürfen, auch mal das zu machen, auf dass man selber Lust hat. Einfach… zu Leben?!“ Nun atmete sie wieder tief ein und aus. Dann lächelte sie milde, beschwichtigend und neigte den Kopf, blickte auf die anderen und dann wieder zurück auf Nero.

“Ich werde nie verstehen, was es bedeutet, ohne Regeln zu leben und ein gewisses Maß aus Anstand und regeln sollte es immer geben. Viele von uns kennen das auch nicht anders und eine Reise ans Meer bringt uns auch an die Grenzen unserer eigenen kleinen Welt.“ versuchte sie zu erklären und wieder huschten ihre Augen auf eine Stute, die schon vieles hier in den Reihen bewirkt hatte.
“Mit Cara hast du bereits einen großen Vorschritt in diese Richtung gemacht, Nero. Aber es ist schwer, so schnell so viele Veränderungen abzurufen und diesen hinter her zu eilen. Besonders für diejenigen unter uns die mit stränge und regeln groß geworden sind. Nicht alle von uns hatten ein Meer um zu erfahren, was es heißt ohne Ketten leben zu können.“ Zumal ihr nach dem Ausbruch auch schnell die Ketten wieder angelegt wurden und diese ihr womöglich mehr als einmal das Leben gerettet haben.
“Hättest du mich das im Frühling gefragt, wäre meine Antwort ein Ehemann gewesen. Ganz schlicht und einfach, weil ich so erzogen wurde. Schweigen, keine Regeln brechen und man steht immer im Schutz. Aber es ist so vieles passiert und gerade auch mit deiner Ehefrau und unserer Königin, werden wir gute Schritte in eine Richtung machen, die vielleicht die Freiheit mit der Monarchie vereint. Denn was Freiheit ist, kann ich dir gar nicht richtig beantworten, weil ich nie gegen die mir in meinem Leben bekannte verstoßen habe.“ Dafür schämte sie sich nicht und doch pochte ihr Herz gerade wie wild auf um seinen ersten funken Rebellion anzukündigen. Ein kleiner Funke an Feuer tobte in ihren Augen, denn ja, sie wollte wissen, wie es ist, wenn man sich gegen etwas oder jemanden auflehnt. Allerdings fehlte es ihr immer noch an Feuer und daher erstarb der kleine Funke recht schnell in dem kühlen Eispanzer der ehemaligen Aegidius.

[Nero]
#10
Nero selbst wusste nicht wann er das letzte Mal einen Strand gesehen hatte. Vielleicht damals als er mit seinem Ausbilder und ein paar anderen Rekruten bis zu einem solchen gewandert war. Die Erinnerung war schwach und eigentlich auch kaum der Beachtung wert. Außer vielleicht die, dass Annaeus, Anchor und er nur ein paar Knaben gewesen waren die am Strand nichts Besseres zu tun gehabt hatten, als Unsinn zu treiben anstatt zu trainieren. Das sie danach mehr Dreck als alle anderen hatten fressen müssen, war ihnen in der Konsequenz egal gewesen - aber das hatte ihre Freundschaft auch einfach ausgemacht. Wenn man etwas zusammen verbockte, stand man auch zusammen, wenn es Ärger gab.
Die Euphorie mit der Tuana ihr Erlebnis am Strand erzählte, sprang auf den Rappen über und das Lächeln auf seinen Lippen wurde zu einem breiten Grinsen. Er war froh, dass sie keine oder nur kaum Gewalt unter Silas hatte erleben müssen, was unter anderem seinem Cousin zu verdanken war. Nero wollte sich nicht ausmalen, was es aus Tuana gemacht, was sie verloren hätte und somit auch er. Ein leises Lachen tropfte von seinen Lippen als sie davon sprach, einen 'Scheiß auf Schönheit und Attitüde' zu geben. "Es war aber sicher trotzdem ein schöner Anblick. Dich rennend und buckelnd wie eine Wildsau am Meer zu sehen.", antwortete er erheitert, ohne sie mit dem Wort 'Wildsau' beleidigen zu wollen. Er hätte es gerne gesehen, wie die kleine Taube aus ihren Ketten gesprungen war und alles hinter diesen wilden Galopp vergaß. 

Der Valerius war froh, dass Tuana so offen mit ihm sprach und ihm einen Einblick in ihre Ansichten erlaubte. Es war interessant und entsprach letzten Endes dem, was er sich für die Monarchie wünschte. Eine Freiheit mit klaren Strukturen, aber weniger Zwängen. "Ja, die Valkyren werden auch nach dem Krieg weiterhin Bestandteil unseres Heeres werden und damit auch eine weitere Form der Ausbildung. Die uns allen bekannten Rollen von Stuten und Hengsten werden dadurch neu definiert.", stimmte er ihr zu und dachte einen Moment selbst darüber nach. Er würde die Gesetze nach und nach verändern müssen, es brachte nichts, wenn man alles Schlag auf Schlag veränderte, zu viel Unruhe und eine zu große Unzufriedenheit könnte die Folge sein. Insbesondere bei denen, die nach wie vor an alten Ansichten hingen. 
"Ich danke dir für deine ehrlichen Worte, Tuana.", begann der König und lächelte sie wieder an, einen nachdenklichen Ausdruck in dem Gold seiner Augen innehabend. "Und ich freue mich darüber, dass unsere Ansichten gar nicht so verschieden sind. Ich wünsche mir, dass jeder in der Monarchie sein Potenzial entwickeln kann - ohne Rücksicht auf seine Herkunft oder den Stand seiner Eltern nehmen zu müssen. Das jeder frei leben kann, aber darauf bedacht keinem anderen mit seiner Freiheit zu schaden. Mir ist bewusst, dass das ein Idealbild ist, das zu verwirklichen schwer ist und wahrscheinlich Jahre in Anspruch nehmen wird.", fuhr der Rappe nachdenklich fort und ließ seinen Blick über die anderen Pferde schweifen, die sich in der langsam untergehenden Sonne nach wie vor Schatten spendeten. "Aber vielleicht schaffen wir einen wesentlichen Schritt in diese Richtung und unsere Kinder werden den nächsten gehen.", der Gedanke, dass er Vater wurde - ganz gleich, dass er es durch Atlas ja schon war - ängstigte und freute den Rappen zu gleichen Teilen. Er wollte nicht, dass die trächtigen Stuten ihre Kinder in einer solchen Hoffnungslosigkeit bekamen, oder glauben mussten, dass sie es taten. 

"Im Frühling wolltest du also unbedingt unter die Haube?", griff er ihre Worte nochmal auf und warf ihr einen belustigten Blick von der Seite zu.


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