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Geschützt vor den Einflüssen und Blicken der Außenwelt, liegt Valeria da. Ein Land wie kein zweites, mit immergrünen Wiesen und nie versiegendem Wasser. Und du bist mittendrin. Ein imposanter grauer Hengst schreitet an dir vorbei, zwinkert die zu und fragt dich, ob du denn schon dieselbe Verbundenheit verspürst wie sie alle, die sie in diesem Land leben. Du atmest tief die frische Luft ein, lächelst und nickst. "Ja.", ist deine schlichte Antwort, die mit einem breiten Grinsen seinerseits kommentiert wird.
Das Pass Into Oblivion ist ein textbasiertes Rollenspiel in welchem du in die Rolle eines Pferdes schlüpfst. Dazu kommt, dass du deinen Charakter mit der Hilfe unseres kreativen Teams selbst gestalten kannst, denn auf Wünsche gehen wir natürlich sehr gerne ein! Schau dafür gerne einmal auf unserem Discord-Server vorbei!
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PiO's Discord-Server
Rollenspiel
IV. KRIEG BLEIBT IMMER GLEICH
18. Tag des Sommers - Mittags - Valeria
Neuigkeiten
Die Zukunft von PiO - 20.11.2021
Nebenspiel
Der aktuelle Nebenspielzeitraum umfasst den 11. - 17. Tag des Sommers in Valeria wie auch Silas Reich. Die Temperaturen liegen zwischen 20°C und 25°C am Tag, während es in der Nacht konstant 18°C ist. Keine Wolke ist zu sehen.
Das Team
Natsch - Darky
Alina - Viki


Jarring of judgement and reasons defeat
17. Sommer 82, Früher Nachmittag | Wald | Echo Valerius, Tuana Licinius, Isaak

And lease this confusion, I'll wander the concrete
Wonder if better now having survived
Jarring of judgement and reasons defeat.
#11
Sie hatte Isaak also ein Versprechen gegeben. Isaak. Von dem sie bis gerade nicht gewusst hatte, dass er womöglich tatsächlich auf ihrer Seite stand. 
Die braunen Augen der Königin verengten sich kaum merklich. Sie hatte Tuana für naiv gehalten... aber so naiv? Oder war da womöglich etwas anderes im Spiel?
'Sie mag dem Namen nach nunmehr eine Licinius sein. Doch in ihren Adern fließt das Blut der Aegidius. Das Blut jener Familie, die Aurelian an Silas verraten hatte.'
Einen Augenblick lang betrachtete Echo diesen Gedanken mit einer Mischung aus Forscherdrang und Amüsement, ehe sie ihn von sich schob. Mit Amüsement nicht, weil der Gedanke an sich komisch gewesen wäre... sondern weil er so vollkommen untypisch für Echo war. Sie war niemand, der einen anderen aufgrund seiner Familiengeschichte vorverurteilte. Für sie waren es einzig und allein die eigenen Taten einer Person, die entscheiden waren - was der Grund war, aus welchem sie es überhaupt in Betracht zog, Isaak hinsichtlich seines Plans, sie über die Grenze zu bringen, Glauben zu schenken.
"Es wird schwer werden."
stimmte sie Tuana zu.
"Vielleicht ist es unmöglich. Aber es ist unsere einzige Chance. Und nur wenn wir es versuchen werden wir wissen, ob es nicht vielleicht doch möglich ist."
Auf ihre Frage hin, wann sie über die Grenze gebracht würden, neigte die Weiße kurz das zierliche Haupt. Dies war ein weiterer Schwachpunkt ihres Plans, der nicht außer Acht zu lassen war. Noch kannten sie Silas genauen Plan nicht, was bedeutete, sie wussten nicht, ob er vorhatte, die Stuten als Druckmittel mit in den Kampf zu nehmen, oder aber sie als vorzeitige Trophäen in der Heimat zu belassen.
"Das wird sich noch entscheiden. Isaak meinte, er würde sein Möglichstes tun, unseren Weg so sicher wie möglich zu gestalten."
"...dann sind wir endlich wieder frei."
Oh Tuana. Verlor ihr Optimismus denn nie an Strahlkraft? Ein mattes Lächeln legte sich auf die Züge der Weißen. Freiheit. Wussten sie denn überhaupt, was wirkliche Freiheit war?
Ihre nächsten Worte wischten das Lächeln der Königin fort.
Spartacus.
Immer wieder hatte sie an den braunen Jüngling gedacht. Daran, wie er mit dem erneuten Verlust seiner Elternfiguren wohl zurecht kam. Daran, dass sie ihn vermisste. Nun aber traf ein neuer Gedanke sie mit voller Wucht. Wenn ich zurückkehre, hat er nur noch mich. Dann bin ich alleine für ihn verantwortlich. Für ihn und für... das Kind unter meinem Herzen.
"Verdammt."
Sie konnte nicht anders, das Wort war über ihre Lippen gerutscht, ehe sie es hatte aufhalten können. Echo schloss die Augen, und drängte die Tränen zurück, die nun doch plötzlich in ihr empor kletterten. 
Ein scharfes Einatmen folgte, sie schüttelte den Kopf und öffnete die Lider wieder, als sie sich war, diese sprunghafte Verzweiflung wieder in die hinterste Ecke ihres Bewusstseins verbannt zu haben.
"Wir alle haben jemanden, der auf uns wartet. Für sie müssen wir es versuchen.", griff sie wieder das vorige Thema auf. Musterte dann das Gesicht Tuanas und der Ausdruck auf ihrem eigenen war ein wenig einfühlsamer geworden.
"Tuana... was... hast du Isaak verspr..."
weiter kam sie nicht, da durchbrach eine kalte Stimme das Dunkel des Waldes.
Verdammt. Warum konnte sich der Sabino denn auch anschleichen wie ein Berglöwe?
#12
Es genügte. Isaak hatte ihnen so viel Zeit eingeräumt, wie möglich war ohne Aufmerksamkeit zu erregen um das zu klären, was sie unter zwei Augen zu klären hatten. Nun näherte sich der Sabino mit zielstrebigen Schritten jener Stelle, an welcher er Tuana bei Echo zurückgelassen hatte und es dauerte einen Augenblick, bis ihre Stimmen ihm entgegen schlugen. Immerhin waren sie noch an Ort und Stelle und hatten gleichzeitig leise genug gesprochen, um kein ungewolltes Interesse zu wecken. Der Inhalt ihrer Worte erschloss sich ihm aufgrund ihrer gedämpften Stimmen zunächst nicht, doch je näher er kam, desto deutlicher konnte er sie verstehen. Es war Echo, die sprach. Das samtige, einnehmende Timbre ihrer Worte war wirklich bemerkenswert. Man war in der Tat versucht, ihr jede Information zu geben, um die sie einen bat, ohne weiter darüber nachzudenken.
Wir alle haben jemanden, der auf uns wartet. Für sie müssen wir es versuchen.
In der Tat. Selbst Isaak hoffte, dass auf der anderen Seite des Gebirges Jemand war, der auf ihn wartete. Er ließ für einen kurzen Moment das Bild Romanas vor seinem inneren Auge entstehen, lächelte und schüttelte dann den Kopf, ehe sich sein athletischer Körper durch das Unterholz schob und er bereits einen ersten Blick auf die Leiber der beiden hellen Stuten erhaschen konnte.
Echo stand mit dem Rücken zu ihm. Und wieder war es sie, die sprach.
Tuana... was... hast du Isaak verspr...
"Was Tuana mir versprochen hat?" er stellte die Frage, noch ehe Echo ihre eigene beenden konnte, löste sich dabei aus dem Unterholz und betrat die kleine Lichtung, die Augenblicklich dunkler zu wirken schien.
Sein Blick lag auf dem Antlitz der Königin, kalt, berechnend. Dann sah er hinüber zu Tuana und sein Ausdruck verlor ein wenig an Kälte.
"Erzähl' es ihr. Es ist offensichtlich, dass deine Königin an meinen Absichten zweifelt; das verstehe ich. Aber vielleicht lassen sich damit ihre Zweifel ein Wenig befriedigen."
Tuana nickte. Betrachtete die weiße Stute vor sich. Sie wirkte wie ausgewechselt. Nicht mehr so apathisch. Ja ihre Augen zeichnete sich Trauer und Schmerzen aber Echo schien wirklich bereit zu sein, nun diese erst einmal auf Seite zu schieben und um ihre Sicherheit, ihre Flucht zu kämpfen. Das ist eine Königin. dachte sie, freute sich aber da kam auch ein kleines, schleichendes missgünstiges Gefühl auf. Sie wusste nicht, was es war, aber es schien falsch an dem Platz zu sein. Trotzdem versuchte es Tuana erst einmal zu ignorieren. 
"Unmöglich. Tzaa" Auch wenn es schmerzte, schob Tuana eine Erinnerung nach vorne und drehte leicht den Kopf. "Mein größerer Bruder sagte immer. Unmöglich ist es nur, wenn du es nicht versuchst. Mach es und du wirst sehen, dass es zu schaffen ist!" Sie vermisste Lazarus, sie vermisste ihn so sehr, dass es in ihrer Brust schmerzte. Diesen Schmerz konnte sie nicht ertragen und so sperrte sie ihn mit aller macht wieder zurück in den Käfig, einen der dunkelsten, ganz hinten in sich. 
"Wenn wir zusammen halten, schaffen wir das!" Tuana nickte bei ihren Worten und sie spürte, wie die Schatten dem unbändigen Kribbeln ins sich wichen. Ein Kribbeln, welches unglaublich machtvoll war. Hoffnung. Die eben noch längst vergangen war, schien nun mächtiger den Je zu sein. 

Das Thema des Fohlens anzusprechen schien vielleicht doch nicht wirklich richtig gewesen zu sein. Unsicher blickte die Stute nun unter ihrem langen dichten Schopf her und presste die Lippen aufeinander, als aus Echo ein Verdammt ausbrach. Doch anscheinend wiederholten sie sich selbst. Ja gar mussten sie es sich selbst immer wieder sagen. Ja sie würden es schaffen. Wieder nickte Tuana, stärker, entschlossener. Dann kippte das Thema. Eigentlich hatte Tuana gehofft, dass Echo das Versprechen gegenüber Isaak übergangen hatte. Immerhin hatte Tuana da schon zu viel gesagt, aber sie wollte auch unterstreichen, dass sie dem Sabino vertraute. Wenigstens das ihres Lebens. 

"Echo ich... ich hab schon zu viel gesagt.. ich will ihn nicht..." sofort wurde Tuana still, als die Stimme des Hengstes in den Vordergrund trat. Sie seine Konturen hinter Echo ausmachte. Instinktiv trat sie ein Schritt von Echo weg, hob zwar den Kopf, nahm aber eher wieder die valerianische Adelshaltung an. Es war nicht so dass sie angst vor ihm hatte. Respekt und ja auch etwas Ehrfurcht. Sie hat sich diesem einem Schicksal ergeben, weil es das einzige ist, was sie am leben hielt. Innerlich hatte sie stark mit sich zu kämpfen, nicht gleich an seine Seite und hinter ihn zu treten. Sei klein und hilflos und lass dich von großen Männern beschützen. Gib kein Laut, zeige nicht deine Schönheit, mache nichts, was er nicht will. Jajaja.
Doch vor ihr stand Echo und keiner von Silas Schergen. Sie waren zu dritt, allein. 
Kälte die weicher wurde, als er sie erblickte. Kurz bahnte sich ihrerseits ein sanftes Lächeln an ehe sie die Ohren zurück drehte und den Kopf schüttelte. 
Ihr Ausdruck war fragend, ob er wirklich sicher war. Wirklich. WIRKLICH?

"Ich habe versprochen, stillschweigen über unsere Übereinkunft zu wahren!" Tuanas Blick glitt von Isaak und in den der Königin. Dann setzte sie sich in Bewegung, umrundete damit Echo und stellte sich an Isaaks Seite. 
Kurz blieb ihr Blick an seinem kräftigen Kopf hängen, den Kampferprobten Körper, seine Locken, die beinahe immer perfekt saßen. Ja, sie lächelte, sanft und freundschaftlich, ehe sie sich selbst ertappte und den Blick wieder auf Echo setzte. Die Taube im Käfig wurde unruhig. Sie hüpfte auf und ab, war sich nicht sicher, dass wen sie diese Übereinkunft nun brach, es Konsequenzen haben würde. Naiv, ja das war sie durch aus, aber sie lernte schnell durch schmerz. Auch wenn Isaak nicht gewaltsam zu ihr war, hatte er eine gewisse, grobe Ader an sich. Wenigstens unter seinesgleichen. Vielleicht hatte genau das ihr so lange das Leben gerettet?

"Wir spielen das, was Silas sich wünscht. Aber Isaak hat mich noch nie unsittlich berührt. Er hat mir nicht mal Gewalt angetan. Er schützt mich, wenn ich mit spiele! Deshalb vertraue ich ihm." Hörte sich das wirklich so Naiv an? Tuana war dennoch davon überzeugt, dass Isaak es ernst meinte. Ernst mit dem, was sie ihm versprochen hatte. Solange sie ihre Klappe hielt, würde er alles daran tun, sie am leben zu halten. Die Fliegenschimmeldame hielt den Blick der Königin feste, auch weil sie doch leicht peinlich war, nun in Isaaks Gesicht zu blicken. In der Hoffnung, nun nicht alles gänzlich verspielt zu haben, atmete Tuana kurz aus und wieder ein. Die nähe zu Isaak ihr nun vollends bewusst. Oh.
#14
Wenn sie eines nicht ausstehen konnte, dann war es das - aus ihrem Rücken heraus überrascht zu werden. In der letzten Zeit hatte die Weiße immer deutlicher festgestellt, dass sie sich ungern auf andere verließ; die Gefahr, dass Andere versagten, war schlichtweg zu groß. Oder dass sie sie verrieten. Sie wollte die Kontrolle behalten. Wenigstens über das Bisschen, das ihr in diesem verdammten Chaos noch geblieben war. 
Die Stimme des Sabinos jagte ihr einen Schauer durch das Rückgrat und Echo spürte, wie sich die Haare in ihrem Nacken aufstellten. Dennoch wandte sie den Kopf nicht um, wenigstens nicht sofort. So sah sie auch nicht, dass sich der Ausdruck auf dem Gesicht des Hengstes wandelte, als er zu Tuana blickte. Dass er weicher wurde. Seine Stimme gab jedoch einen kleinen Eindruck dessen. Er gab sich in diesem Augenblick kaum Mühe, den gewissen Grad an Zuneigung, welchen er der Licinius entgegen brachte, zu verbergen.
Und ihren Gesichtsausdruck vermochte Echo sehr wohl zu sehen. Zunächst war sie ebenso erschrocken wie die Weiße selbst. Dann jedoch zeichnete sie vielmehr Überraschung darin ab. Und Zweifel. Unglaube.
Konnte es wirklich sein, dass sie Isaak so sehr vertraute? Dass sie sich eher an seine Seite stellen würde, als an die ihrer Königin? 
Ja.
Ja, das tat sie. Im wahrsten Sinne des Wortes. Echo verfolgte die Graue mit ihren Augen, als diese um sie herum ging, bis sie aus ihrem Blickfeld verschwunden war.
'Du überraschst mich immer wieder.' Ein anerkennendes Lächeln zuckte über die Lippen der Königin. Dann wandte sie sich zu den anderen Beiden um, der Ausdruck auf ihrem Gesicht wieder von Undurchdringlichkeit gezeichnet. Sie schwieg nach Tuanas Erklärung, erst ihr Antlitz, dann das des Sabinos musternd.
"Hm."
löste sie sich schließlich aus der Stille und kurz zuckten ihre Mundwinkel in die Höhe. 
"Ich habe dir mein Wort gegeben, Isaak. Das werde ich halten. Dennoch wird es an dir liegen, Tuana, die Soldaten im Hinblick auf Isaaks Loyalität unserer Sache gegenüber zu überzeugen. Du bist diejenige, die seine Frau werden sollte, diejenige, die von seiner 'Güte' berichten kann und du wirst seine Fürsprecherin sein."
Und Ares wird alles andere als begeistert sein.
#15
Noch immer wusste er nicht recht, was genau er von der Weißen halten sollte. Einerseits war da Bewunderung - sie war stark und unglaublich Clever. Andererseits waren genau das auch Punkte, die sie in seinen Augen gefährlich machten. Diese Undurchschaubarkeit. Hätte sie ihm im nächsten Augenblick mit einem sanften Lächeln im Gesicht einen Dolch in die Brust gerammt, es hätte ihn nicht verwundert. Vielleicht tat er ihr aber auch unrecht. Sie befanden sich in einer Ausnahmesituation. Waren entwurzelt. Und wussten nicht, wem sie vertrauen konnten und wem nicht.
Umso erstaunter war Isaak, dass Tuana sich tatsächlich bitten ließ, ihr Versprechen ihm gegenüber aufzugeben. Und noch erstaunter war er, als die Graue sich in Bewegung setzte und sich an seine Seite gesellte. Nicht an die ihrer Königin. Sondern an seine.
Sie hatte nun also doch die Ehrlichkeit hinter seinen Absichten erkannt. Dass er ihr nichts Böses hatte tun wollen, sondern alles nur Mittel zum Zweck war um sie und sich selbst zu schützen.
Kurz musterte er das Profil ihres Gesichts, während sie zu Echo sprach, dann wandte auch er den Blick wieder zu der Weißen hin. Echo wirkte weniger wütend über Tuanas Verhalten als er erwartet hatte. Im Gegenteil. Sie wirkte... auf seltsame Weise zufrieden. So als hätte sie mit etwas Derartigem gerechnet.
Isaak schwieg. Er schwieg, bis Echo die Stille brach. Schwieg, bis sie geendet hatte. Und auch danach, erhob er nicht die Stimme, sondern musterte nur mit dem ihm eigenen, kontrollierten Ausdruck das Antlitz Echos. 
So war das also. Sie legte sein Leben in die Hände Tuanas.
Er kam nicht umhin, die Ironie zu bemerken, die in diesem Rollentausch lag.
Mit einem leisen Seufzen entließ Isaak die Luft aus seinen Lungen.
"So sei es. Echo, du musst nun zurück zu den Anderen. Ecair wird dich zurück bringen. Er wird in wenigen Augenblicken hier sein."
 Er richtete seinen Blick auf einen Punkt in der Dunkelheit; dorthin, wo sich ein schmaler Pfad in Richtung des Strands schlängelte.
"Tuana werde ich noch für einige Zeit mit mir nehmen. Wenn wir in zu geringem Abstand nacheinander auftauchen, erwecken wir Verdacht."
Mit diesen Worten setzte Isaak sich in Bewegung, verließ die Seite der Grauen, ohne ihr einen weiteren Blick zu schenken und wandte sich in Richtung des Meeres.
"Komm."
An ihr hing nun Isaaks Leben, wenn sie drüben in Valeria war. Es war ihre Schuld das sie hier waren, ihrer Familie geschuldet, dass alles den Bach hinab gelaufen war. Warum auch nicht, es war nur gerechtfertigt, wenn sie sich der Herr an Soldaten in den Weg stellen würde, ihnen sagen müsste, Ihm sagen müsste, dass Isaak und… Ecair… nicht die bösen waren. Isaak durfte nur nicht erwähnen und sie auch nicht, dass Silas sie aus seiner Sicht, in diesem Land hier verbunden hatte. Das ist in Tuanas Augen eh hinfällig, ohne Zeremonie, ohne Gottes Befürwortung. Aber nichts desto trotz, nickte Tuana. Still und schweigsam spürend, was für eine große Belastung dies tatsächlich war. Mit Freuden im Bauch, endlich wieder auf ihrem Land zu sein. Endlich!

Tuana hielt Echos Blick, Wärme und Stolz in ihren eigenen Augen. Ja, wenn Echo so weiter Kämpfte, würde Tuana ihr folgen, an ihrer Seite das Volk mit ihr zusammen Einen, für sie, für Valeria. Nur ein Ohr der Stute zuckte, als Isaak seine Stimme erhob. Echo aufforderte nun zum Ende zu kommen, da Ecair nun kommen würde und sie abholen würde. Isaaks Worte klangen logisch, doch stachen sie auch in ihr jämmerlich empfindliches Herz. Sein befehlendes Komm Folge leisten, setzte sich auch die Stute in Bewegung, dann hielt sie inne. Blieb stehen.
Trat drei Schritte zurück und kam nicht umhin, eine Träne die Ganasche hinab zu rollen. Damit umhalste sie Echo.

“Wir schaffen das, Echo. Du wirst sehen, wir schaffen das zusammen!“ Es war ein geflüstertes Versprechen zwischen ihr, und der Königin. Nur für die Ohren der Schimmelstute gedacht, dann ließ sie sie gehen und trabte zu Isaak auf. Verließ somit die Königin, doch gurrte die Taube im Käfig ihr nach.
#17
Sie wusste, dass es vielleicht nicht fair war, Tuana diese Bürde aufzuerlegen. Isaaks Leben in ihre Hände zu legen war jedoch ein Schachzug, den sich die Weiße von Beginn an überlegt hatte. Ihre Treue gegenüber dem Königshaus stand - trotz des Verrats ihres Vaters - außer Frage und ihre Worte würden in den Ohren der Soldaten den meisten Sinn ergeben. Selbst wenn...
Selbst wenn Gavriil die Oberhand über Valeria hält.
Auf Isaaks Worte hin erwiderte Echo nichts mehr, nickte nur leicht und verfolgte, wie sich die beiden Pferde von ihr abwandten. Ihre Gedanken waren in diesem Moment bei jenen Punkten, die sie keinem von ihnen gegenüber angesprochen hatte. Die Erinnerung an das siegesgewisse Grinsen des Priesters verfolgte sie bisweilen noch immer. 
'Bist du dir sicher, dass du wirklich dorthin zurück willst?'
Wieder war das diese leise Stimme in ihren Gedanken, die sich meldete. Und Echo kam nicht umhin, ihren Einwänden Gehör zu schenken.
'Er wird alles daran legen, dich aus dem Weg zu schaffen. So, wie er es versucht hat, indem er dich hierherbringen ließ.'
Echo presste die Kiefer aufeinander. Ihre Brust schmerzte. Dann sah sie, wie Tuana sich umwandte und ihre leisen Worte erreichten die geschwungen Ohren der Araberin.
“Wir schaffen das, Echo. Du wirst sehen, wir schaffen das zusammen!“
'Ich wünschte, du hättest Recht, Tuana.' erwiderte sie in Gedanken 'Ich wünschte, du hättest Recht.'


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