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Geschützt vor den Einflüssen und Blicken der Außenwelt, liegt Valeria da. Ein Land wie kein zweites, mit immergrünen Wiesen und nie versiegendem Wasser. Und du bist mittendrin. Ein imposanter grauer Hengst schreitet an dir vorbei, zwinkert die zu und fragt dich, ob du denn schon dieselbe Verbundenheit verspürst wie sie alle, die sie in diesem Land leben. Du atmest tief die frische Luft ein, lächelst und nickst. "Ja.", ist deine schlichte Antwort, die mit einem breiten Grinsen seinerseits kommentiert wird.
Das Pass Into Oblivion ist ein textbasiertes Rollenspiel in welchem du in die Rolle eines Pferdes schlüpfst. Dazu kommt, dass du deinen Charakter mit der Hilfe unseres kreativen Teams selbst gestalten kannst, denn auf Wünsche gehen wir natürlich sehr gerne ein! Schau dafür gerne einmal auf unserem Discord-Server vorbei!
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Herzlich Willkommen im Pass Into Oblivion, wenn du ein Teil von unserer kleinen aber feinen Community werden möchtest, schau einfach auf unserem Discord-Server vorbei und quatsch eine Runde mit uns! Wir beißen nicht :P

PiO's Discord-Server
Rollenspiel
IV. KRIEG BLEIBT IMMER GLEICH
18. Tag des Sommers - Mittags - Valeria
Neuigkeiten
Die Zukunft von PiO - 20.11.2021
Nebenspiel
Der aktuelle Nebenspielzeitraum umfasst den 11. - 17. Tag des Sommers in Valeria wie auch Silas Reich. Die Temperaturen liegen zwischen 20°C und 25°C am Tag, während es in der Nacht konstant 18°C ist. Keine Wolke ist zu sehen.
Das Team
Natsch - Darky
Alina - Viki


III. Die nahende Dunkelheit
10. Sommer 82, Tagsüber | Valeria | Nero Valerius, Kýra Aegidius, Ares Licinius, Anchor Aegidius, Gabriel Noctis, Álvaro, Desmond Aegidius, Ezrael Achilléas, Gavriíl, Penthesilea Achilléas, Spartacus Licinius, Obsidian, Rhuen, Kratos, Cara, Koraés Achilléas, Danae, Aurelian Valerius, Aiko Kléus

Energisch schob sich der dunkle Körper durchs Gebüsch, zertrampelte kleine junge Pflänzchen, die sich der untergehenden Sonne entgegen reckten und brach frisch keimende Zweige von Büschen ab, die es auch nur wagten, sich ihm in den Weg zu stellen. Ein wütendes Schnauben verließ seine Nüstern und eine Art Grollen quetschte sich im Nachhinein seine Kehle hinauf. Er war angepisst. Nicht nur ihr Scheitern bei der Mission ließ den Zorn in seinem Inneren stetig wachsen, sondern auch die zarte Erkenntnis darüber, dass er sich vielleicht zu viel herausgenommen hatte.
Anchors Blick brannte sich in seine Erinnerung und der Licinius presste die Kiefer stärker zusammen. Was nahm sich dieser stinkende Fellball heraus ihn so abgrundtief zu beleidigen? Dazu erforderte es nicht einmal Worte des lohfarbenen, aber ein nicht ausgesprochenes Lob hatte gereicht, dass Spartacus seinen Truppenführer von der nächsten Klippe stoßen wollte. Schade, dass das Beben ihn nicht verschluckt und sich die Erde nicht gespalten hatte. Wie tragisch.

Immer tiefer zog es den Dunkelfuchs in den Wald hinein bis er schließlich stehen blieb, nur seinem eigenen Herzschlag lauschend. Prüfend hob er seinen Kopf und hielt seine Nase in den Wind. Er roch sie, doch ehe er sich fragen konnte, was sie hier im dunklen Wald zu suchen hatte, mischte sich ein zweiter Geruch hinzu, bei diesem sich Spartacus Nackenhäärchen aufstellten und sich seine Ohren automatisch in den Nacken gruben. Der Anflug einer guten Tat, er müsste Penthesilea suchen gehen, wurde augenblicklich erstickt, als der Geruch des Goldenen sich mit untermischte. Zorn keimte abermals in dem sehnigen Körper auf und spiegelte sich in einer verbissenen Miene wider, während er der Spur etwas nachfolgte, aber nicht weniger begeistert davon war Obsidian und ihr zu begegnen.

Spartacus erreichte schließlich einen Punkt, an dem das Ausmaß des Bebens sichtbar war. Er schnaubte aus, hier waren sie also auch vorbeigekommen. Prüfend trat der Dunkelfuchs näher an den Geröllhaufen heran und bewegte sich dann bis zu dessen Ende nach vorn. Es lag der metallische Geschmack von Blut in der Luft und brannte sich sofort in seine Nüstern, es erregte Spartacus´ Aufmerksamkeit und neugierig besah er sich den großen Felsbrocken. Blut war unter diesem hervorgesickert und bereits an einigen Stellen in den Boden gesickert. Der darunter befindliche Körper war zerquetscht worden, seine Knochen waren jetzt Brei und atmen, dass tat er wohl auch nicht mehr. Nachdenklich fuhr der Licinius mit seinem Vorderhuf durch die kleine Blutlache und die dunklen Mundwinkel verzogen sich plötzlich zu einem Grinsen. "Ohh du Ärmster, ich hoffe da unter schläft es sich gut." Ein Schnauben verließ seine Nüstern, welch ein Unglück und es ließ ihn völlig unberührt. Er hob den Kopf, besah sich das Gebirge, woher das Geröll gekommen war, und wandte sich dann ab. Er wollte nachhause, war obendrein unglaublich müde und wollte den beiden Jungpferden wirklich nicht über den Weg laufen. Er wusste nicht, ob er vielleicht Obsidian eine reinhauen würde, nur um sich besser zu fühlen, wollte es auch nicht unbedingt darauf anlegen. Ein entnervtes Seufzen quetschte sich aus seiner Kehle heraus und er ging den Weg zurück, den er gekommen war.

Spartacus lief stur weiter, dabei bemerkte er nicht, wie sich eine Dornenranke verräterisch um sein Hinterbein wickelte und die weiße Fessel wie eine Schlinge umschloss.
Der Dunkelfuchs merkte die Dornen erst, als sie sich tief in sein Fleisch gruben. Irritiert zerrte er daran, indem er sich vorwärts stemmte, aber gegen die Dornen kam er dann doch nicht an.
Schnaubend betrachtete er sein blutendes Hinterbein, zog noch einmal daran, und biss dann die Zähne vor Schmerz zusammen. Dieses verdammte Ding. Es hatte sich mittlerweile so tief in sein Fleisch gegraben, dass er es ohne fremde Hilfe nicht loswerden würde. Außerdem schmerzten seine Muskeln und die Stellen, an denen sich der Puma ausgetobt hatte. Die Wut kehrte glühend heiß zurück und nach einigen versuchen hatte er die Dornenranke durchtrennt, spürte aber wie sein Hinterbein bei jedem Schritt am liebsten nachgeben wollte. Was für ein beschissener Tag.

Wie auch schon am Morgen rollte er sich unter einem Baumstamm nahe der heiligen Stätte zusammen, vergrub seine Nüstern und schloss die Lider. Die Wunden brannten, mussten sicherlich desinfiziert werden, aber der junge Licinius wollte gerade niemanden sehen. Obwohl er die Einsamkeit hasste, fand er in der Stille einen schweigsamen Freund.

<h1>Sparti raus</h1><h2>heilige Stätte</h2>
Es war wirklich wie in einem Traum. Die Nacht umfing die beiden jungen Pferde und träumerisch taumelnd, tanzten die Glühwürmchen vor den beiden über die sich spiegelnde Wasseroberfläche. Die blauen Augen der jungen Achilléas suchten die Quelle kurz ab, dann löste sie sich von dem jungen Hengst an ihrer Seite und trat an das Ufer, einen der Moosschwämme herauszupfend, die dort lagen. Obsidian hatte keine schlimmen Verletzungen, dennoch wollte sie sie zumindest reinigen und sich auf diese Weise ein wenig erkenntlich zeigen. "Es ist sehr beruhigend, ihnen zuzusehen...", gestand sie leise und ignorierte das knarzende Gefühl in ihrem Nacken, die toten Augen die sie in Zukunft verfolgen würden. Die Gier, der Ekel. Penthesilea schluckte und ging wieder auf Obsidian zu, suchte kurz die einzelnen Wunden auf seinem Körper und tupfte sie leicht mit dem kalten Moosschwamm ab. Genau beobachtete sie dabei seine Reaktionen, ob eine der harmlos wirkenden Wunden vielleicht doch tiefer reichte als sie es auf den ersten Blick gedacht hatte. "Wenn die Wunden sich entzünden musst du zu Ezrael...", nuschelte sie mit dem Schwamm im Maul, gerade eine Wunde an seiner Flanke abtupfend. Nachdenklich musterte sie den Kratzer. "Weißt du was ich komisch finde?", fragte sie und versuchte irgendein Thema anzuschneiden, dass sie beide vielleicht ein wenig ablenken würde. "Obwohl wir zusammen aufwachsen, kennen wir uns kaum.", sprach sie weiter, ohne ihm wirklich eine Möglichkeit zu geben, auf ihre rhetorische Frage zu antworten. "Ist das nicht seltsam?"

OBSIDIAN

Wald, Quelle

Nachdem Nero geendet hatte, lösten sich vereinzelte Schatten aus der Menge, traten den Rückweg zur Steppe an - eine Hinrichtung war hier nun nicht mehr zu sehen. Desmond und Gabriel machten sich auf um den jungen Gardisten zu versorgen, ein Bad, etwas zu trinken und etwas zu essen. Bald schon würde der Abend der Nacht weichen und Nero freute sich auf die kühle Umarmung, die tröstende Dunkelheit, denn in eben jener musste er nicht das Schauspiel abliefern, welches er gerade eben getan hatte. Er musste nicht stark sein, er musste nicht so tun, als würden ihn seine Verletzungen nicht stören. Zugleich fürchtete er sich aber auch vor der Einsamkeit, vor dem Moment wo er zur Ruhe kam und sah, dass die vertraute Gestalt seiner Gemahlin nicht an seiner Seite weilte. Wo sie hingehörte. Ihm schien als wäre sie so weit entfernt, so unerreichbar und fast schon redete er sich ein, dass er sich nicht an ihren Geruch und ihre Wärme erinnern konnte. Sein Körper schmerzte, doch viel mehr schmerzte sein Herz. 
Eine sachte Berührung holte ihn aus seinen trüben Gedanken und beinahe perplex schaute er in das Gesicht der Maskierten. Nero blinzelte, ehe er den Blick wieder von ihr abwandte, den sich entfernenden Gestalten nachschauend. Die Worte die die Graue aussprach lösten eine Kette von Reaktionen in den Rappen aus. Sein Kiefer spannte sich an und seine Augen verschmälerten sich zu bedrohlichen Schlitzen. "Gavriíl.", raunte der König und kurz blähten sich seine Nüstern, gefolgt von einem Zittern das kurz durch seine beanspruchten Muskeln ging. "Mir scheint, dass er einen guten Plan gehabt hat.", fuhr der König fort und kurz ließ er seine müden Schultern kreisen. "Ich will mit Tamaron sprechen - Anchor und du, ihr werdet mich begleiten.", sagte er bestimmt, wenngleich die Müdigkeit an seinen Gliedern zerrte. Er wollte wissen was vor sich ging, er musste es wissen. Warum Anchor und Cara? Weniger weil Nero um seine eigene Sicherheit besorgt war. "Komm.", der König setzte sich in Bewegung, geradewegs auf den Lohfarbenen zu. 

CARA & ANCHOR

Kiesgrube

Es fiel ihm schwer, sich auf das zu konzentrieren, was sich hier vor ihm abspielte. Doch Obsidian gab sein Bestes, sich nicht in dem Schreien seiner Gedanken zu verlieren und fixierte das braune Fell der Stute, die sich daran machte, seine Wunden zu versorgen. Als sie mit dem feuchten Moos über die Schürf- und Kratzwunden strich, zuckte er kaum zusammen. Der Schmerz machte ihm tatsächlich weitaus weniger aus, als er es zunächst selbst vermutet hatte. Einzig und allein seine Schulter pochte noch immer dumpf.
"Ist ok." murmelte er und schob dabei seinen Kopf in ihren Weg, sodass sie nicht weiter um ihn herum gehen konnte. "Danke." Seine blauen Augen trafen die Ihren und einen kurzen Moment lang hatte er das Gefühl, sich in ihnen wiedersehen zu können. Dann schloss er jedoch schnell die Lider, und stieß den angehaltenen Atem mit einem leisen Seufzen aus den Lungen. Ein schwaches Lächeln zupfte an seinen Mundwinkeln.
"Ja..." stimmte Obsidian Penthesilea zu. "Das ist wirklich... schade. Aber... das hat wohl seine Gründe. Du hast Aventino gehört. Er hat Recht.... Ich bin ein Bastard. Bin... minderwertig."
Er zuckte, ungeachtet des Stechens, mit der Schulter, als hätte er diese Tatsache akzeptiert - was einer Lüge gleichkam. Aber da er ohnehin angefangen hatte, sich in Lügen zu verstricken... was machte da eine mehr schon aus? Auch der Tonus seiner Stimme war weder traurig, noch aufgewühlt, sondern so, als habe er diese Rolle angenommen. Er wollte kein Mitleid, heischte nicht nach Aufmerksamkeit und erst Recht wollte er Penthesilea nicht das Gefühl geben, dass sie ihm dies entgegen bringen müsste.
"Ich begleite dich am Besten zurück ins Tal. Die Anderen werden sich Sorgen um dich machen."

<h1>Lea</h1><h2>Wald</h2>
Penthesilea betrachtete Obsidian für einen langen Augenblick, sich fragend, wie es sein musste, wenn man sich selbst so schlimme Dinge einredete. Ihre Mutter hatte Lea gelehrt, dass jedes Leben kostbar war, egal wo es herkam oder wie es entstand. Erst das Verhalten eines einzelnen, bewies seinen Wert. Und in ihren Augen war Obsidian mehr wert, er es selbst womöglich jemals sehen würde und das stimmte sie traurig, denn mit solch einer Blockade in seinem Kopf, würde er seinen wahren Platz im Leben nie kennenlernen. Sie unterdrückte ein Seufzen, schaute ihn jedoch fest an. "Es mag sein, dass du ein Bastard bist.", sagte sie gefasst, während sie seinen Blick festhielt. Penthesilea hasste das Wort. "Aber das macht dich nicht zu einem minderwertigen Mitglied dieser Gemeinschaft. Vielleicht mögen andere das so sehen, Pferde wie Aventino, aber war er wertvoller als du? Hat er sich so verhalten, dass man meinen könnte, er wäre ein wichtiges Mitglied einer friedlichen Monarchie? Wichtiger als du?", Penthesilea musste stark an sich halten, den jungen Palomino nicht anzufahren, so sehr redete sie sich in rage. Sie hatte kein Mitleid mit dem jüngsten Sohn Danaes, viel mehr bedauerte sie, dass er so... schlecht von sich selbst dachte. "Meine Meinung mag dich vielleicht nicht interessieren, wir kennen uns schließlich kaum - aber ich zwänge sie dir trotzdem auf.", tief holte die junge Achilléas Luft. "Die Umstände unter denen wir geboren werden, sind nicht das was uns aus macht. Die einen haben es leichter, die anderen schwerer - aber es obliegt immer noch einem selbst, was man aus sich und seinem Leben macht. In meinen Augen, hast du heute großen Mut, Verstand und auch Herz bewiesen, in die Situation einzugreifen. Das hätte vielleicht nicht einmal jeder Erwachsener gemacht, der in Valeria lebt. Versteck dich nicht hinter dem Wort Bastard und dem Glauben, du seist minderwertig. Das bist du nicht - und vielleicht wirst du das eines Tages erkennen. Ich werde zumindest dann zur Stelle sein und sagen 'Nänänä - Ich hab's dir doch gesagt'!", sprach sie leidenschaftlich auf ihn ein, schaute ihn fest an, ehe sie nickte. "Die anderen werden sich Sorgen um uns machen, also ja, Rekrut Obsidian, bring mich zurück ins Tal.", schnaubte sie mit einem empörten Ausdruck in den Augen.

OBSIDIAN

Wald

Jeder Schritt auf dem Weg zur Kiesgrube, war eine Tortur. Anchor wollte nicht über ihren Rand hinwegblicken und eine helle, eingesunkene Gestalt erblicken. Stählerne Muskeln, erschlafft und grotesk entstellt und helles Fell, getränkt von Blut. Sein Kopf leistete ganze Arbeit darin ihm jedes erdenkliche Horrorszenario vorzuführen. Von seinem toten Cousin, zu einem sich über sie alle erhebenden Gavríil bis hin zu der Prinzessin, gedemütigt und gebrochen. Dass einzige, was er tun konnte, war sich seinen Pflichten zuzuwenden. Achor blendete Ezraels Geplapper aus, konzentrierte sich darauf, alles in ihrer Umgebung wahrzunehmen und gleichzeitig nicht zu viel in die Leere der Steppe hineinzuinterpretieren. Doch dann dämmerte es ihm.
Sie sind alle dort.
Schaulustig hatten sie sich alle versammelt, nur um dabei zuzusehen, wie seinem Cousin mit einer gezielten, bewussten Entscheidung das Leben aus dem Körper gepresst wurde. Vermutlich hatten sie seinen Tod noch bejubelt. Fest starrte er geradeaus und ignorierte, dass sich ein beständiges Ringen in seinen Ohren einfand. Je näher sie ihrem Ziel kamen, desto lauter wurde es.

Nichts hätte Anchor auf das Gefühl vorbereiten können, Desmond lebendig zu sehen. Bereits auf den verworrenen Pfaden des Gebirges, hatte er angefangen es sich einzugestehen. Sein Cousin hatte keine Überlebenschancen. Er war zu spät gewesen, hatte versagt. Und doch stand er dort, mitgenommen von Gefangenschaft und Anspannung, aber er stand, sich wacker auf vier starken Beinen haltend.
Dann zerriss ein Schrei die Stille. Auf dem Schlachtfeld kam es häufig zu schwerwiegenden Verletzungen oder toten Soldaten. Aber am schlimmsten stand es um diejenigen, die sich am Rande der Schwärze befanden. Sie mussten kämpfen und Höllenqualen leiden, ohne die Versicherung, dass ihre Bemühungen Früchte tragen würden. Als Anchor Álvaro erblickte, sich vor Schmerz windend, erinnerte er sich an diese grausamen Schicksale zurück. Es war merkwürdig, wie er immer geglaubt hatte Álvaro sei unverletzlich. Gerade er hätte es doch besser wissen müssen.

Nur kurz gestattete er sich Ausschau zu halten. Die Prinzessin stand bei Álvaro, alles in ihrer Macht stehende tuend den Soldaten wieder auf die Beine zu bekommen. In ihrer Nähe sah er Rhuen vorbeihuschen. Mit einem etwas leichteren Schritt lief Anchor mit Nero herab, wich ihm nicht für einen Moment von der Seite. Er vertraute den hier Anwesenden nach wie vor nicht. Dann sprach sein König und vermochte es mit einem einzigen Satz jegliche Schuld von Desmond zu nehmen.
Anchor versuchte nicht zu reagieren, doch sein Blick zuckte trotz allem zu seinem Cousin. Er konnte sich kaum an ihm satt sehen, so unwirklich erschien es ihm, ihn lebend wiederzusehen. Desmond war sehr tapfer gewesen. Gavríil jedoch war fort. Die Erleichterung wurde abgelöst von Zorn. Der Priester hätte ihnen ohne Reue alles genommen, doch feige wie er war, stand er nicht einmal zu den Dingen, die er verbrochen hatte, verschwand und entzog sich den Konsequenzen. Anchor knirschte mit den Zähnen. Genauso treulos wie seine Vasallen.
Allzu weit konnte er nicht sein. Gelinde gesagt war es ihm ohnehin ein Rätsel, wie sich das alte Klappergestell noch so gut auf den Beinen halten konnte, aber mit dem Hass im Herzen wünschte er sich plötzlich, der Alte möge zusammenbrechen und zu Staub zerfallen. Doch es war nicht an ihm, einem Wahnsinnigen ebenso wahnsinnig hinterherzuhetzen. Aus eben diesem Grund folgte er dem Befehl Neros ohne Protest und verschwand, mit nichts weiter als einem Nicken in Desmonds Richtung.


<h1>(Nero, Cara, Desmond)</h1><h2>Kiesgrube</h2>
"Sicher interessiert deine Meinung mich." Obsidians Stimme war leise, den Blick hatte er nach vorne gewandt, in jene Richtung, die er einzuschlagen gedachte um in das Tal zurückzukehren. 
Auch wenn sie nicht wusste, wovon sie sprach, doch Obsidian kreidete ihr dieses Manko nicht an. Im Gegenteil. Er rechnete es ihr hoch an, dass sie sich solch eine Mühe gab und mit einer solchen Überzeugung einen Standpunkt vertrat, den innerhalb der Grenzen Valerias nicht viele teilten.
Zwar war auch Penthesilea ohne ihren Vater aufgewachsen, doch hatte sie nicht die selben Erfahrungen machen müssen, wie er. Ihr Vater war ein gefeierter Heerführer, ein Held gewesen, während Tao ein blinder Feigling gewesen war, der die trächtige Danae wort- und rücksichtslos zurückgelassen hatte. 
Sicher gab es Etliche, die auch ihn behandelten wie Jeden anderen auch. Álvaro. Anchor. Allen voran natürlich Rhuen und Danae. Wenngleich er Letztere seit einiger Zeit nicht mehr so häufig aufgesucht hatte, wie zuvor. Die Zeit, dass er sich schuldig für die Misere seiner Mutter fühlte, war vorbei. Immerhin dieses Gefühl hatte er zwischenzeitlich ablegen können. Nun, da Aurelian in ihr Leben zurück gekehrt war, war Danae von einer Freude erfüllt, die er so an seiner Mutter noch nie gesehen hatte. Zugleich bedeutete dies für Obsidian jedoch, umso deutlicher erkennen zu müssen, dass er eben kein Teil jener Familie war.
<b>"Es ist schwierig."</b> 
Sagte er schließlich. 
<b>"Selbst wenn auf zehn nette Worte nur ein schlechtes käme. Wenn es immer wieder passiert... wiegt das eine Schlechte irgendwann hundertmal mehr."</b>
Seine Schritte wurden zügiger.
<b>"Aber wer weiß. Vielleicht hab' ich ja tatsächlich irgendwann deine Stimme im Ohr."</b>
Vielleicht.


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