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A breeze became a wind
#1
A breeze became a wind
Danae x Kýra - 25. Tag des Frühlings 82 nach Buce - Heiliger Hain

Nur wenige Tage waren ins Land gestrichen seit all diesen schon fast paradoxen Gegebenheiten und auch, nachdem der erste Schock verdaut war, konnte die Prinzessin sich keinen Reim auf all das bilden. Aurelian war wieder da. Und irgendwie auch nicht. Bisher hatte sie kein näheres Gespräch mit ihm führen können. Gut, sie musste zugeben: seine Nähe hatte sie bisher auch nicht weiter aufgesucht, doch sie konnte sich ausmalen, dass auch er erst einmal hier ankommen und Fuß fassen musste. Dennoch machte sie die Tatsache, dass er mehr oder minder unter Verschluss gehalten wurde, unfassbar wütend... Aber darüber wollte sie sich nun nicht weiter den Kopf zerbrechen.

Die Stute mit dem kastanienbraunen Fell schmiedete bereits Pläne für die nächsten Wochen, gar Monate, und wollte sie gerne verkünden... Zumindest ihrer Mutter. So hatte sie sich vor einigen Stunden auf die Suche nach der hübschen Füchsin gemacht. Nachdem sie eine fühlte Ewigkeit vergebens den Wald durchkämmt hatte, dämmerte es schließlich auch ihr, wo sie die Altkönigin am ehesten finden würde. Auch Kýra hatte diesen Ort in der frühen Vergangenheit häufig aufgesucht. Der Heilige Hain war etwas besonderes, und auch wenn die junge Stute nicht unbedingt viel auf diesen Gottesirrsinn gab, so war sie gerne hergekommen. Hatte Worte an Achos verloren, auf die sie niemals eine Antwort erhalten würde. Aber so waren sie eben. Klammerten sich an Dinge, die ihnen auf ewig verschlossen blieben.

Als die gerade den schmalen Pfad passierte, der zum Hain führte, blickte Kýra aufmerksam auf und rollte schließlich lächelnd mit den Augen. Obsidian und Rhuen waren gerade damit beschäftigt, gemeinsam den steilen Hügel hinabzukullern und machten sich allem Anschein nach einen Spaß daraus.
Die beiden... Waren etwas ganz besonderes. Kýra hatte die jungen Hengste über die kurze Zeit lieben gelernt, und auch wenn sie persönlich es sich kaum vorstellen konnte, je ein eigenes Kind zu haben, so vergötterte sie die ungleichen Jungen einfach abgrundtief und verbrachte gerne Zeit mit ihnen.

"Ich hätte wissen müssen, dass ich dich hier treffe.", erhob sie schließlich ihre Stimme, als sie an Danaes Seite trat. "Um mit der Tür ins Haus zu fallen: Es gibt da einige Dinge, die ich gerne mit dir besprechen möchte. Aber erst einmal... Wie geht es dir?", fragte sie und schmiegte kurzweilig den Hals an ihre Mutter.
Sie konnte es sich durchaus vorstellen, wie es der Valerius ging. Sicherlich mindestens genau so bescheiden wie ihr selbst, nur dass Kýra das ganze mehr in Frust als in Trauer umwandelte - höchstwahrscheinlich im Kontrast zu ihrer lieben Mutter. Aufmerksam glitten die lebendigen zimtfarbenen augen über den Körper ihrer Mutter, ehe sich schließlich ein ehrliches Lächeln auf Kýras Lippen bildete.
#2
Ruhe, das war es, was er brauchte und bekam. Mehr als dass, denn der Heilige Hein, da würde nicht jeder rein gehen und rein kommen.
Sie jedenfalls war bislang wieder ‚Rückwerts‘ raus, damit sie Graviil meiden konnte. Der helle Hengst war natürlich nie gut zu Ihr zu sprechen, noch weniger nach ihrem Fehltritt. Sie wusste, was das Volk getuschelt hatte, bereits zu Beginn ihrer Zusammenkunft mit Aurelian. Aber es waren schöne Zeiten. Wunderschöne.
Mit Vorfreude wollte Danae gerade abermals schauen, ob Aurelian nun allein war, als sie die unverkennbaren Tritte ihrer Tochter vernahm.
 
Kyra kam auf sie zu, sie sah wunderschön aus. Danae konnte nicht anders, als ihren Kopf leicht zu heben und ein Lächeln auf den Lippen zu haben. Warm, Stolz und sehr Mütterlich. Kurz war die Geste zwischen Mutter und Tochter – zu kurz fand Danae aber ihr entging auch nicht das Brennen in ihrer Tochter. Das Feuer, welches ebenfalls in dem dunklen Hengst am Ende dieses Platzes loderte. Eins so hoch und imposant, nun nur noch eine sachte Glut.
 
“Mir geht es gut, meine Tochter. Wie geht es dir? Was sind das für Dinge, über die du mit mir sprechen willst?“ Danae drehte sich so, dass sie einerseits die volle Aufmerksamkeit für ihre Tochter nehmen konnte, anderer Seit‘s aber auch ihre Fohlen im Blick hatte, die Froh waren, dass sie mal einige andere Dinge im Kopf hatte als der Schutz dieser.
Auch ihre Dunkelheit war etwas heller geworden, jetzt wo bekannt war, dass nicht nur sie einen Fehltritt zu haben schien – auch wenn sie wusste, dass es zweierlei Maß zu wahren schien. Dennoch hatte sie sich immer Gewünscht, egal wo er war, dass er eine zweite Changs auf eine Familie haben sollte – was er gemacht hatte.
Sie war hier die aller letzte, die ihm Vorwürfe machte. Doch das musste sie mit ihm allein besprechen.
Nun aber hieß ihre Aufmerksamkeit Kyra.
#3
"Hmpf. Alles beim Alten, würde ich sagen.", antwortete die Dunklere schulterzuckend, mit einem fast schon amüsierten Schmunzeln auf den Lippen. "Der Weltuntergang scheint allmählich sein Ende gefunden zu haben. Die Wogen glätten sich nach und nach, und ich meine, man sollte gewissen Tatsachen allmählich ins Auge sehen und... Angelegenheiten klären."
Danae würde wissen, was ihre Tochter mit ihren beinahe kryptischen Worten meinte. Die Braune blickte in die Ferne, dorthin, wo der verschwunden geglaubte Altkönig sich aufhalten musste. 
"Es ist doch zum Mäusemelken. Er ist da, und doch irgendwie nicht. Mir ist bewusst, dass seine körperliche Verfassung durchaus zu wünschen lässt, aber dennoch gibt es hier Gestalten, die seit Jahren, womöglich schon ihr ganzes verfluchtes Leben auf Antworten warten. Jetzt ist er da, und wir stehen hier am Hain - und warten. Mal wieder. Kann das denn die Möglichkeit sein?!"
Kýras Blick traf des Danaes, in ihren zimtfarbenen Iriden war ein Feuer entfacht, das signalisierte, dass sie sich nun wieder einmal vollends in Rage geredet hatte.
"Ich werde dorthin gehen, Mutter. Heute noch. Es ist mein verfluchtes Recht als seine Tochter zu erfahren, wo er gewesen ist und was zur Hölle ihn dazu veranlasst hat, seine Familie zu verlassen."

Hörbar schnaufend atmete die Prinzessin aus, ihre Ohren zuckten abermals in die Richtung, aus der sie das Kinderlachen der beiden kleinen Hengste vernahm, die die wärmenden Sonnenstrahlen genossen und fröhlich miteinander spielten.
Ihr Blick rührte sich gen Himmel, und Kýra betrachtete die schneeweißen Wolken, die sich bloß vereinzelt über den strahlenden Horizont schoben.
"Tut mir leid. Ich bin es einfach nur leid, dass man uns Dinge vorenthält, die uns zustehen, Mutter. Weshalb ich aber eigentlich hierher gekommen bin..."
Kýras sah wieder zu ihrer Mutter, ihr Herz schlug inzwischen wieder in einem gemäßigterem Intervall.
"Wenn hier in allem wieder ein wenig Ruhe eingekehrt ist - sowohl, was unsere Familienangelegenheiten betrifft, als auch das Volk und Valeria selbst - werde ich wieder eine Reise anstreben. Ich wollte dich gerne fragen, ob es inzwischen eine Möglichkeit für dich darstellen würde, mit mir mitzukommen. Es ist wirklich lohnenswert, all die schönen Dinge dort draußen wenigstens einmal gesehen zu haben. Wir können warten, bis Obsidian und Rhuen alt genug sind, um ohne deinen Schutz auszukommen. Was meinst du - bist du immer noch abgeneigt, oder möchtest du es dir zumindest durch den Kopf gehen lassen?"
Ein Grinsen bildete sich auf den Lippen der Valerius, schon fast ungewohnt kumpelhaft stieß sie ihrer Mutter gegen die Schulter. Kýra wusste durchaus, dass sie sich in dieser Hinsicht keine allzu großen Hoffnungen machen brauchte... Aber fragen konnte man dennoch, auch wenn ein 'Nein' die Antwort sein sollte.
We are so accustomed to disguise ourselves to others that
  • • •   in the end we become disguised to ourselves
#4
Danaes Aufmerksamkeit wechselte zwischen ihren Fohlen und ihrer Tochter. Multitasking war etwas, was man als ehemalige Königin besonders drauf hatte. Sicherlich, es war schwerer geworden mit dem Alter, aber bissweilen gelang es ihr doch recht gut.
Deutlich merkte sie, dass Kyra immer ungehaltener wurde, als es danach ging, ihren Vater zu sehen. Danae konnte es gut verstehen, auch sie wollte deutlich mehr mit ihrem ehemaligen Gemahl kommunizieren, länger als das, was stückchenweiße und gebrochen vor zwei Tagen der Fall war, im Unwetter.
Leider hatte dieses ihre Gespräche unterbrochen und auch die Tatsache, dass der Schwarze immer wieder das Bewusstsein verlor, oder einfach eingeschlafen war. Vermutlich letzteres, aber es war egal, er brauchte seine Ruhe.
Etwas ganz anderes ließ sie eher unruhig werden… Graviil war dort, bei ihm.
DAS war etwas, was ihr Bauchschmerzen verursachte. Das und die Worte ihrer Tochter, die vor Feuer beinahe entflammte.

Ihr hitziges Gemüht ließ die Mutter schmunzeln und dann zaghaft lächeln.

“Ich glaub, er wird sich freuen dich näher kennen zu lernen. Er wird viel in dir wiedererkennen. Ich wünsche mir sehr für dich, dass du deinen inneren Frieden mit ihm machen kannst. Weißt du, egal was dein Vater sagen wird, es ist ok. Es ist vergangen. Wir können an dieser verschwunden, verschollenen Zeit nichts ändern. Wenn es für ihn zu jener Zeit das richtige war, wenn er Gedanken und Gefühle hatte, die ihn von uns Weg trieben, dann können wir ihm nichts Böses unterstellen. Es sind immerhin viele Jahre vergangen und anscheinend hat er auch eine neue Familie gefunden.“ versuchte Danae ihn zu verteidigen und merkte bei ihren sanften, mitfühlenden Worten, dass sie sich nur selber beruhigen wollte. Etwas vor zu machen, etwas gut zu reden, ließ ihre Seele friedvoller mit dem Schmerz umgehen, der tief in ihrem Herzen verborgen lag.
Einem dunklen, unheimlichen Schmerz, der ebenso sehr nach Wissen dürstete, wie ihre Tochter vor ihr.

Der nächste Satz in dem sie sich entschuldigte, zerriss ihr förmlich ein Teil des großen Muskels in der Brust. Natürlich war ihr das mittlerweile klar, dass man sie in Politischen und Herdenförmlichen Sachen nicht mehr einweihte, dass sie immer und immer wieder im Dunklen tapte, weil sie nur das Gerede des Volkes vernahm, aber kaum eine Ansage ihres Sohnes aus erster Hand zugeworfen bekam. Dass es ihrer Tochter nun auch so ging, nagte an ihr mehr, als dass sie es zugeben wollte. Sollte ihr Sohn sich in den Kopf setzen, auch seine einzig verbliebene Vollschwester aus dem Königshaus zu verdammen?
Hatte Graviil etwas damit zu tun? Oder Echo?
Kurz legte sie ihren Kopf etwas schräg und lauschte den Worten ihrer Tochter weiter, ehe sie ein kurzes Auge auf die Jungs warf und dann weiter lauschte.

Ihr mildes Lächeln verschwand, je näher Kyra ihrer eigentlich Tat vor ihrer Mutter preisgab. Dann, als die letzten Worte ausgesprochen wurden, war es still.
DAS musste erst einmal sacken.
Eine Reise… Sie.
Glockenhell erklang ihr Lachen, etwas alt, vom Leben definitiv gezeichnet, aber doch recht erfreut.

“Oh liebes, das ist schön, dass du mich dabei haben willst, aber deine Mutter wird nicht jünger. Weißt du, ich war nie der Freigeist, der nach Abenteuer sehnte. Dein Vater schon. Das mochte ich an ihm. Aber ich? Außerhalb Valerias?“ sie schüttelte den Kopf, sodass die Strähnen der Mähne fahdrig hin und her schaukelten.
“Da draußen würde ich sterben, gewiss! Nein liebes, du solltest alleine gehen. Spreche mit deinem Bruder, vielleicht kann er dir einige Politische Dinge in anderen Völkern auftragen? Vielleicht kannst du dann mal mit einem jungen Prinzen oder einem anderen Sohn eines Volksleiters in Kontakt kommen? Nero würd es sicherlich gefallen, wenn seine kleine Schwester durch eine Heirat Politische Bänder knüpfen kann?“ sie zwinkerte ihrer Tochter zu, bereit für ihren nächsten Ausbruch.

Danae wusste, dass Kyra nichts von verbindungsehen hielt. Wie auch, Aurelian und Sie hatten sich geliebt. Ihre Eltern hatten ihr gezeigt, dass eine Verbindung nicht Politisch sein musste und auch ihr Bruder machte es ihr nun vor.

“Du weißt, dass diese Verbindungssache ein Scherz war oder kleines?“ gab sie nach zwei Herzschlägen zu und versuchte an ihrem Schopf zu kommen, so wie sie es immer bei ihren Fohlen gemacht hatte.
“Im ernst, dass ist sehr lieb dass du mich Fragst, aber eine Reise aus Valeria raus, wäre nichts für mich. Geh nur, das wird dir und auch unserem Volk sehr gut tun, zu sehen, dass strenge Regeln und Historien nicht unbedingt nötig sind.“ Nickte sie und gab ihr Einverständnis.
#5
Erzürnt biss Kýra die Zähne zusammen, als die Worte ihrer Mutter über deren Lippen flossen wie reines Quellwasser, die junge Prinzessin dabei aber trafen wie sengendes Feuer.
Ja. Es war viel Zeit vergangen. Es waren Jahre ins Land gestrichen ohne auch nur den Hauch eines Lebenszeichen von ihm. Vermutlich hatte sie auch Recht, wenn sie sagte, dass auch er sein Leben über all die Zeit hinweg weitergelebt hatte, genau wie sie es getan hatten. Und dennoch machte sie es fast rasend vor Wut, wenn sie sich vorstellte, dass da nun jemand anderes sein sollte. Eine neue Familie. Dass sie einfach so ersetzt wurden. Und vor allem machte es sie nahezu verrückt, dass Danae es anscheinend einfach so widerstandlos hinnahm. Natürlich - man konnte nichts mehr an den Tatsachen drehen, aber das alles ohne jegliche Widerworte hinnehmen und damit auch noch irgendwie seinen Frieden finden?
Die Kastanienbraune verlor kein Wort, doch jeder, der sie näher konnte, dürfte sehen, dass sie kurz davor stand, zu explodieren wie ein Vulkan.
Abermals schnaufte Kýra hörbar, versuchte, diese Gedanken loszulassen. Noch hatte er sich ja nicht einmal erklärt, aber das würde gleich Vergangenheit sein.
"Du bist viel zu gut für diese schmutzige Welt.", kommentierte sie schließlich und versuchte, zumindest für den Moment irgendwie einen anderen Gedanke zu fassen. Und dies gelang ihr irgendwie ansatzweise, als sie Obsidian und Rhuen nachblickte, ihren kleinen Brüdern. Wie sie da spielten und tobten, sorgenfrei und noch verschont von all den Listen ihrer Gesellschaft. Mehr oder weniger zumindest.

Bei dem nächsten Wortschwall Danaes rollte Kýra nur mit den Augen.
"Du bist wohl versessen auf einen weiteren Enkel, wenn mich der Schein nicht trügt?", fragte sie schließlich, und wenn man so wollte, war ein kleines Zucken ihrer Mundwinkel zu vernehmen. "Keine Sorge, Mutter. Selbst ich engstirniges Wesen habe mir Gedanken über einen potenziellen Gatten gemacht, der es mir und Nero hoffentlich gleichermaßen Recht machen wird, und habe eine Entscheidung getroffen. Ich werde dich zeitnah darüber unterrichten, wenn ich noch einige Nächte darüber geschlafen habe."
Kýra trat nun auf ihre Mutter zu, schmiegte ihren Hals gegen den der schönen Füchsin. "Aber jetzt habe ich noch etwas zu klären. Ich kehre bald zurück."

Mit diesen Worten verschwand die Jüngere, dem schmalen Pfad zum Heiligen Hain zielstrebig folgend. Es war Zeit. Sie wollte Antworten. Antworten auf all die Fragen, die ihr Herz seit Kindestagen erschwerten.


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