Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.

II. In Vergessenheit geraten
Nachdenklich blickte die Braune dem Aegidius nach. Einerseits hatte sich Kýra unheimlich darüber gefreut, dass da endlich jemand war, mit dem sie über ihren geliebten Achos sprechen konnte, andererseits ... Andererseits war sie sich gar nicht so sicher, ob die Worte, die sie gewählt hatte, die richtigen gewesen waren. 
Himmel, sie wurde aus Anchor einfach nicht schlau. Er war und würde vermutlich immer ein Rätsel für sie bleiben. Seine Miene war gleich starr geblieben. Ausdruckslos. Keine Regung. Nichts, was ihr signalisierte, ob er sich nun freute oder innerlich kochte.
Seufzend folgte sie ihm also widerstandslos, auch wenn sie sich insgeheim wünschte, dieser ganzen paradoxen Situation am Herdenplatz irgendwie entfliegen zu können. Sie verstand es einfach nicht. Dass er plötzlich wieder da war. Aurelian. Ihr Vater...
Eigentlich, so dachte Kýra jedenfalls, gebührte die Ehre, dem Verschollenen als Erste gegenüber zu treten, ihrer Mutter. Schließlich war es Danae gewesen, die mit zwei jungen Kindern und einem dritten unter ihrem Herzen allein zurückgelassen wurde. Sie hatte mit Abstand am ehesten ein Recht auf eine Erklärung, ja sogar eine Entschuldigung.

"Danke, dass Ihr mitgekommen seid und geholfen habt. Wenn Euch in Zukunft der Sinn danach steht... Nun, ich schwelge gerne in Erinnerungen.", warf sie ein, ein schwaches Lächeln ihre Lippen zierend. Gewissermaßen war sie traurig darüber, dass diese Unterhaltung nur von kurzer Dauer gewesen war, aber die Pflicht rief - seine gleichermaßen wie ihre.

Minuten verstrichen, der Donner grollte über ihren Köpfen. Gerade passierten die beiden den Waldrand, als Kýra abrupt zum Stehen kam und aufmerksam mit den Ohren spielte, ihr Blick starr in den tiefen, dunklen Wald gerichtet.

"Habt Ihr das auch gesehen?"
Ihr Atem ging sachte und ruhig ein und aus, ihr Herz hingegen klopfte wild gegen ihre Brust. Doch, irgendetwas war dort gewesen. Schwarze Silhouetten waren durch das Dickicht gestriffen. Es war nur ein Bruchteil einer Sekunde gewesen, doch die Braune war sich absolut sicher, etwas aus dem Blickwinkel wahrgenommen zu haben.
Durch die unbändige Unruhe des Sturmes war es nahezu unmöglich gewesen etwas zu hören, so sehr sie sich auch konzentrierte.
Die zimtfarbenen Iriden lagen nun fragend auf dem markanten Gesicht des Aegidius.

"Wir sollten vielleicht nach dem Rechten schauen. Bloß kurz.", schlug sie vor. Entweder würde Anchor sie nun lauthals auslachen, oder aber explodieren. Und er hätte jedes Recht dazu. Es wäre waghalsig, gar ein wenig lebensmüde, ausgerechnet jetzt in den Wald zu laufen, dennoch wollte Kýra wissen, wen oder was sie dort gesehen hatte. Sie war felsenfest überzeugt, dass dort etwas war, und insgeheim hoffte sie, dass auch Anchor etwas aufgefallen war - und sie nicht bloß als Princesa Paranoia abstempelte.

Sie wusste, dass sie bei dem Lohfarbenen mit ihrer Idee vermutlich auf Granit beißen würde. Bei Gott, wenn irgendjemand wusste, was sie alles mit Desmond auf ihrer Reise erlebt hatte, würden ihre Ahnen sich vermutlich im Grabe wälzen. Da war ein kleiner Spaziergang wärend eines Unwetters in einen dunklen Wald mit düsteren Gestalten noch als harmlos zu betrachten...

Aber hier waren sie in Valeria. Hier stand Anchor Aegidius in seiner Pflicht und Kýra wusste, dass er Probleme bekommen würde, wenn ihr etwas zustieß.
"Im Zweifelsfall bin ich fortgelaufen und in mein eigenes Verderben gerannt. Das wäre jedenfalls nichts, was meinen Bruder auch nur im Ansatz verwundern würde. Ich werde bloß kaum mit einem guten Gewissen zum Sammelplatz zurückgehen und so tun können, als wäre nichts passiert. Und ich denke, Euch ergeht es dabei nicht großartig anders."

Anchor Aegidius

Waldrand

We are so accustomed to disguise ourselves to others that
  • • •   in the end we become disguised to ourselves


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 2 Gast/Gäste
Neue Beiträge ansehen | Heutige Beiträge ansehen | Alle Foren als gelesen markieren | Nach oben

Empfehlungen