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II. In Vergessenheit geraten
Der König lauschte dem Jubel des Volkes, den Blick kurz auf Echo legend und spürend, dass sie diese Art der Aufmerksamkeit nicht gewohnt war, dass sie sich dabei auch etwas unwohl fühlte und daher versteift wirkte. Ein sanfter Ausdruck legte sich in sein Gesicht und kurz berührten seine Nüstern ihre Schulter, ehe ein schneller brauner Schatten seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Ein väterliches Lächeln legte sich auf die Lippen des erfahrenen Rappen und er beobachtete mit einer gewissen Erleichterung, wie Spartacus in Echo hinein rannte und sich an sie drückte. Das was er sagte konnte der Rappe nicht sagen, aber er glaubte, dass es eh für Echos Ohren bestimmt war. Die Stute die fortan den Namen der Valerius tragen würde, die Stute, die er sich ausgewählt hatte.
Intuitiv glitt sein Blick zu Tuana, sah noch wie sie zusammen mit Ares im Wald verschwand. Eine seltsame Konstellation, deren Entwicklung er gespannt entgegen blickte. Dann glitt sein Blick wieder zu seiner Familie, seinem kleinen Stück vom Glück, das er sich zu gönnen vermochte. Echos Frage ließ den Rappen einen Moment innehalten und er blickte wieder zu dem Punkt an dem Tuana zusammen mit Ares verschwunden war. Nicht unweit und sehr zielstrebig folgte ihnen Desmond und Nero schüttelte den Kopf. "Ich glaube, dass werde ich in einer ruhigeren Minute machen. Desmond scheint jetzt zu seiner Schwester zu gehen.", erklärte der König und nickte, mehr für sich als Echo. Das war ein Moment nur für die beiden, oder auch Ares, je nachdem in welcher Beziehung sie zueinander standen. Deswegen wandte Nero den Blick wieder ab, schmunzelte schwach, ehe er Spartacus kurz über den Rücken strich. "Ich werde dabei bleiben.", raunte er in das unfassbar weiche Fohlenfell an Echo gewandt, ehe er sich seiner Mutter zuwandte die zusammen mit ihren beiden Söhnen auf ihn und Echo zukam.

Es brach ihm immer noch, jedes Mal aufs neue, seine Mutter so zu sehen. So allein, ganz gleich, dass sie eigentlich nicht allein war. Sie hätte ihr Fohlen bei ihm bekommen sollen, im Refugium, aber die Pflichten und die Gesetze hatten sich hart in sein Hirn gebrannt, umschlangen es wie eine triebige Schlange. Umso wütender war Nero geworden als er erfuhr, dass Tao sich davon gemacht hatte, die Stute die ihm bereit war zu folgen, im Stich ließ, mit einem Fohlen unter ihrem Herzen. Nero schluckte, presste einen Moment seine Kiefer aufeinander, ehe er sich wieder entspannte und seiner Mutter mit einem Lächeln entgegen blickte. War er glücklich? Durchaus. War er verwirrt? Sicher. Auch die Tatsache, dass Aurelian auftauchte und Aschor im selben Augenblick das zeitliche sah, bereitete ihm Sorge, doch noch wollte er seine Gedanken nicht teilen. Noch würde er warten wie sich das alles um ihn herum entwickelte.

Echo, Spartacus [Danae, Obsidian, Rhuen]

Am Treffpunkt

A RAVEN FLIES FROM THE NORTH TO THE SEA
A DRAGON WHISPERS HER NAME IN THE EAST
A COLD IRON THRONE, HOLDS A BOY BARELY GROWN
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Gavriíl beobachtete das Spiel, wusste nicht so recht was er von all dem halten sollte, fühlte sich auch einen Moment hintergangen, letztlich war er unvorbereitet, man hatte ihm nichts gesagt. Die mandelförmigen Augen verengten sich einen Moment ehe eine vertraute Gestalt wieder den Platz neben ihn ersuchte und etwas sagte. Der hohe Priester drehte seinen Kopf ein klein wenig in die Richtung der schönen Fuchsstute, dann nickte er. "Man sollte meinen Veränderung haben immer einen positiven Effekt auf die Zukunft...", antwortete er und betrachtete die Schönheit einen Moment, dann wandte er den Blick wieder ab, still beobachtend was da geschah. Der Leibheiler kümmerte sich um Aurelian, Danae konnte kaum fassen was sie da sah - oh da freute er sich drüber, die kleine völkische Dirne - und Nero verkündete, dass er sich in eine dumme kleine Stute verliebt hatte, die nun Königin sein wird, ganz gleich ob sie in die Rolle passte oder nicht. Ungeschickt und erschwerte ihn einiges, aber Gavriíl war ein Optimist, schon immer gewesen, besonders was seinen eigenen Einfluss auf den König anbelangte. Das nun dessen Vater wieder da war, das passte natürlich nicht ganz in das Bild des Priesters. Aurelian würde Einfluss haben, keine Frage. Er würde sagen was passiert war und die Glaubwürdigkeit alter Adelsfamilien würde darunter leiden, dadurch würde die Monarchie ins Schwanken geraten. Gott, warum musste er so viel wissen. Oder überhaupt noch leben, es war leichter zu ertragen wenn das eigene Konstrukt fiel, wenn man nicht mehr da war. Gavriíl unterdrückte ein Seufzen, dann wandte er sich wieder an Syrinx.
"Nun, wie der König schon sagt, es werden einige Veränderungen auf uns zu kommen, ich muss gestehen, dass ich neugierig bin welche und welche Rolle Aurelian in dem ganzen Gefüge noch inne haben wird. Man muss schließlich bedenken, dass er als König, keine wirkliche Erfahrung sammeln konnte. Nero ist seinem Vater theoretisch viel voraus, schade, dass Caeus seinem Neffen nichts auf dem Weg geben konnte.", sprach der Priester und beobachtete wie Desmond im Wald verschwand. So viele Dinge die passierten heute, so viele... unangenehme.

Syrinx

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Penthesilea verzog das hübsche Gesicht als ihre Mutter sagte, dass sie da nun durch müsse. Aber... es war Kratos! Dieser nervige Bengel der meinte er sei ach so toll. Das machte doch keinen Spaß! Lieber würde sie zu Spartacus gehen. Aber der war wohl erst einmal mit seiner Familie beschäftigt, was Lea ihm auch voll und ganz zugestand. Wenn nicht er wer sonst? Brummelnd folgte sie also ihrer Mutter, zog gelegentlich an ihrem langen Schweifhaar, als könnte sie die Braune so von dem aufhalten was sie da vorhatte. Natürlich nicht.

Als sie bei ihrer Tante und dessen Sohn ankamen, strahlte Penthesilea die weiße Schimmelstute, die immer eine gewisse Distanz und Härte in ihrem Blick hatte, fröhlich an. "Hallo Tantchen!", begrüßte sie die Schimmelstute, sie einen Moment freundlich betrachtend. Apiasante hatte diese seltsame zeitlose Schönheit an sich, die aber auch kalt und unnahbar wirkte, anders als ihre Mutter, der man ihre Jahre vielleicht schon ansah, die für Penthesilea aber die schönste Stute in ganz Valeria war. Einfach, weil sie warm war und für die junge Braune das Symbol für Geborgenheit. Apiasante war auf ihre Weise aber sicher auch warm und für Kratos Geborgenheit. Das konnte vielleicht einfach nicht jeder sehen und Lea gehörte halt dazu.
Dann wandte sich das junge Fohlen an ihren Cousin und lächelte auch diesen freundlich an, auch wenn sie ihn blöd und angeberisch fand. "Hallo Kratos.", begrüßte sie ihn und runzelte leicht die Stirn als er sie anpustete. Lea richtete sich etwas auf, stellte ebenfalls ihren dunklen Schweif auf und pustetet zurück. Pf.

Kratos, Asariel, Apiasante

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Blau in Blau.
Eis traf auf warmes Wasser. Bis es gefror.
Bis das kleinste bisschen Flüssigkeit zu einem klumpen wurde. Kalt.
Still.
Gefühlslos.
Beraubt.
Wie gerne hätte sie ihm für seinen Spruch gegen sie eine rein gehauen. Ihn gemaßregelt. Ein gezielter Tritt gegen seine geschwollene Brust.
Doch noch ehe sich hätte die Schwester gegen den Bruder verteidigen können, zog er das Schwert und rammte es in ihre Brust.
Tuana hörte es knacken. Sie konnte die feinen Risse spüren. Ihr Herz, wie es hämmerte, pochte. Aufhörte.
Knacken.
Brechen.
Stöhnen.
Dumdu, dumdu, dumdu.
Da war es wieder, das Pochende kleine Miststück.
Es brach und mit ihm ihr Eis. Doch obgleich dies von ihr wich, nahm es auch alles andere mit.
Alles.
Jegliches Gefühl, jegliche Gedanken, jegliche Manieren.
Den letzen seiner Sätze stürzte sie dann ins Dunkle.
Mit einem Satz, kopfüber.

Vorbei.
Da war kein Lazarus mehr, an den sie sich stützen können, kein Vater, der ihr aufmunternd und Stolz zu lächelte, der ihre Geheimnisse wusste, ihre stillen Gedanken die Mutter nicht teilen konnte. Da sollte keine Mutter mehr sein, die sie lehren konnte, die Stolz auf ihre einzige Tochter sein konnte. Die herzhaft lachte, wenn sich Desmond wieder etwas Schelle von Vater geholt hatte. Frechdachs.
Es war weg.
Alles weg.

Gebant starrte sie ihren Bruder an, versteinert, vereist. Dann zog ein zittern durch ihre Muskeln.
Sie hasste ihren Bruder, nicht dafür wie er ihr den Tod ihrer Familie erklärte, sondern für diesen einen letzen Satz, für das stück kleines bisschen Glückes, dass sie in dieser ungerechten Welt gefunden hatte, er natürlich aus eigenem Zorn und hochmut zertrampeln musste. Oh sie wollte, sie wollte!

DESMOND! fauchte sie, sich Luft machend mit tränen verhangenem Blick. Jetzt gerade wünschte sie sich Lazarus an seiner Stelle. Ihr großer Bruder hätte mit ihr getrauert und sich mit ihr auch gefreut. Doch nicht er, der ignorant und Egoist schlecht hin.

Denk an deinen Stand... denk an – ach scheiß auf meinen Stand! sie legte die Ohren tief in den Nacken, begrub sie in der dichten, hellen Mähne, ehe sie drohend auf ihren Bruder zu ging. Schritt für schritt zog das Zittern weiter durch ihre Muskeln, wich jegliches Gefühl aus ihren Gliedern.

DUH ihre sonst so stille, sanfte Stimme war verschwunden, an dessen stelle fauchte es nun beinahe wie eine Furie. Währe der Sturm nicht da gewesenen, hätten es alle im Land mit bekommen. Engstirniger noch ein schritt näher. egoistischer ein weiterer schritt. schwacher autsch ein weiterer Schritt. Arschlochlastiger gab es dieses Wort überhaupt? Ein weiterer Schritt. Tuana konnte ihn nicht mehr wirklich erkennen. Schemen, da sich wieder einmal Tränen mit dem Regen vermischten.
Nun hatte sie die Entfernung zu ihm überbrückt, war auch je näher sie ihm kam, leiser geworden. Nase beinahe an Nase, konnte seine Wärme spüren, wenn er denn noch welche gehabt hätte. Bruder! hauchte sie, immer noch wütend, und wie, so wütend, das da nichts mehr war. Das sie nichts mehr spürte.
Zwing mich nicht dich auch noch zu hassen, wo uns nun alles genommen wurde. Du benimmst dich gerade wie ein Tyrann, nicht wie ein Gardist...“ eigentlich hätte da Liebe oder wenigstens schmerz rein gehört, doch ihre Stimme war nichts davor. Sie war wie ihr gegenüber... Eisig. 
Unheimlich, tödlich. Vater wusste darum, hatte sie schon mehr als einmal so erlebt. Dann, wenn er wieder einmal wen abgelehnt hatte. Nun war er Tod und Desmond schien es weiter zu führen. Schien seine Sache gründlicher zu machen. Hass und Zwietracht. “Bruder!“ vielleicht würde sie dieses Wort niemals mehr benennen können.

Jetzt brauchte sie ihren Käfig, jetzt brauchte sie all diese dummen, engen Regeln, denn sonst würde sie zerbrechen. Würde so werden wie er, wie der Hengst vor ihr, so kalt, so hart, so gefühlslos. Er war nicht mehr. Dennoch genoss Tuana diese... lehre in sich. Da war nichts, kein Schmerz, keine Trauer, jedenfalls nicht für ihre Seele. Tief zog sie die Luft um ihn herum in sich auf, damit auch sein Geruch. Roch seine wunden, sein Blut und damit riss nun auch die Stille ein und erschlug sie beinahe wie ein umstürzender Baum. Nur kurz schloss sie die Augen, atmete ein und aus. Was erwartete er nun von ihr? Warum war er hier? Warum stand er noch da, wo er steht, warum tat er ihr so weh?

“Du bist mit deinem Schmerz nicht allein, Desmond.“ eine Bewegung und sie stand Brust an Brust und umhalste den anderen. Sie legte den Kopf so feste um den seinen Hals, als musste sie sich vergewissern, dass er wirklich lebte und kein Zombie war – schließlich verhielt er sich gerade so. Das aufkommende Schluchzen in ihrer Kehle nicht verhindern. Ganz leise schlich die Bitte in ihr Kopf, dass Ares sich nur für diesen Moment zurück hielt, genau deshalb hatte sie sich von ihm gelöst und war zwischen die Hengste getreten. Dieses Land wurde giftiger den je, doch für Tuana gab es freiwillig nichts anderes als das was sie kannte. Familie, Regeln, Monarchie.
☽ꕥ☾
Hab keine Angst vor Deinen Schwächen
Fürchte nie Deine Fehler aufzudecken
Sei
bedacht, beruhigt und befreit
Sei auch verrückt von Zeit zu Zeit
Lerne vergeben und verzeihen
Lerne zu fesseln und zu befreien!

☽ꕥ☾
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So. Wir waren also bescheidener Natur.
Ein verwegenes Schmunzeln legte sich auf Kýras Lippen, als sie eine Braue hob und den Hengst vor sich vielleicht einen Moment zu lange in Augenschein nahm. Es war nicht aus Höflichkeit gewesen, dass sie sich bedankt hatte - sie hatte ihre Worte vom Herzen ehrlich gemeint, schließlich lag auch ihr inzwischen sehr viel an dem Kind aus der Schwarzweite. Auch der Aegidius hatte einen guten Teil dazu beigetragen, dass der Windfarbene wieder auf die Beine gekommen war, war er es doch gewesen, der ihm aus dem Wald geholfen hatte.
Irgendwie... Passte das nicht wirklich zu dem Bild, das sie bisher von Anchor hatte - das hatte sie sich damals schon gedacht. Bisher hatte sie ihn immer für einen immer schlecht gelaunten und dauerhaft genervten Miesepeter gehalten. Dieser Kontrast gruselte sie schon fast ein wenig. Das Ereignis von damals genau so wie die Tatsache, dass er jetzt mit ihr hier war und Pflänzchen rupfte.

Kýra verwarf ihre Gedanken, seufzte kaum hörbar, als Anchor letztendlich auf Nero und Aurelian zu sprechen kam. Einen ganzen Augenblick lang dachte sie über die Worte des Fuchses nach.
"Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, mein guter Anchor, was ich von all dem halten soll. Die Ereignisse überschlagen sich, so sehr, dass es schon fast unwirklich erscheint.", gab sie schließlich offen zu und fixierte den kraftvollen Aegidius einen ganzen stillen Moment lang. 
Noch immer hallten seine Worte in ihrem Gedächtnis nach. Über seinen Vater.
Unweigerlich legte sich ein sachtes Lächeln auf die Lippen der Valerius. 
"Wenn Euch denn der Sinn danach steht... Gerne. Ihr solltet wissen, dass es Euer Vater gewesen ist, der mir immer eine Stütze war, vermutlich mehr als jeder andere. Er hat es verdient, dass man sich an ihn erinnert.
Offen gesagt habe ich sogar gehofft, dass sich eines Tages mal eine solche Situation ergibt, in der wir über ihn sprechen können, aber wenn ich ehrlich sein darf: ich weiß beim besten Willen nicht mit Euch umzugehen, Anchor. Fragt mich bitte nicht, woran das liegt."

Nachdenklich blickte die Braune zum Himmel auf. Was würde der weise, alte Schimmel jetzt tun? Mit Sicherheit würde er, und da war Kýra sich sicher, einen Weg aus diesem sorgenvollen Mysterium wissen. So war er immer gewesen.

"Wisst Ihr... Achos hat die große Gabe besessen, das Wesentliche in den Dingen zu sehen und gerecht zu urteilen. In Situationen wie dieser einen kühlen Kopf zu bewahren und Ordnung in das ganze Chaos zu bringen mit seiner felsenfesten Bodenständigkeit und stoischen Ruhe. Er fehlt einfach unheimlich, sowohl mir persönlich, als auch in den Diensten Valerias."

Wieder verfiel sie in ein kurzes Schweigen. Die zimtfarbenen Iriden lagen immernoch auf den harten, maskulinen Zügen des Soldaten.

"Ich weiß zwar nicht, was Euch damals dazu bewegt hat Valeria zu verlassen, und noch viel weniger geht es mich etwas an. Aber Ihr solltet wissen, dass Ihr Achos mit Eurer Wiederkehr unweigerlich seinen größen Lebenswunsch erfüllt habt. Ich weiß nicht, ob Euch das jemals einer gesagt hat. Er hat Euch sehr geliebt, Anchor."

In der Tat würden Danae und sie vermutlich die einzigen sein, die von Achos' Last gewusst hatten, neben Aurelian und vielleicht Aschor Aegidius. Der Weiße hatte stets dieses unbekümmerte Lächeln auf seinen Lippen getragen, dabei hatte sich so viel Kummer dahinter verborgen - so richtig verstand die Valerius es erst heute.
Dieser stumme Schmerz jedoch schwand nach und nach, als Anchor seinen Weg zurück nach Valeria gefunden hatte. Auch, wenn es nur ein kleiner Trost für sie alle sein sollte: Kýra war sich sicher, dass Achos in Frieden von ihnen gegangen war.

Sie schwelgte ihn Gedanken, war darin versunken, ohne es zu merken. Plötzlich jedoch sah sie aufmerksam auf, als Blitze unweit von ihnen ihren Weg in die Erde fanden und das Gewitter allmählich noch stärkere Ausmaße annahm. Gewissermaßen war sie dankbar dafür, denn hätte sie noch länger über ihren Paten nachgedacht, dann ... egal.
"Vielleicht sollten wir uns so langsam wieder auf den Weg zum Herdenplatz machen, wenn wir noch ein paar Pflanzen gefunden haben. Man erwartet uns sicherlich schon, oder zumindest die Medizin. Danach... Können wir uns ja noch irgendeinen anderen Vorwand ausdenken, um möglichst schnell wieder das Weite zu suchen.", schlug sie lachend vor. Ob dem so war, würde die Zeit zeigen. Das Unwetter jedoch verschlechterte die Sicht um sie herum gerade immens, und der Donner grollte immer lauter, während der Regen ungnädig auf sie hineinstürzte.

Anchor Aegidius

Heiliger Hain

We are so accustomed to disguise ourselves to others that
  • • •   in the end we become disguised to ourselves
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Er war auf ihre Wut vorbereitet, irgendwie, zumindest wusste ein Teil von ihm, dass das was er gesagt hatte, dafür sorgen würde, dass sie zornig werden würde. Doch der weitaus größere Teil war einfach nur gleichgültig, er fühlte sich leer, matt und zugleich so voller Energie, dass vereinzelte Muskelpartien unter seinem durchnässten Fell unkontrolliert zitterten. Und so ließ er einfach zu, dass Tuana ihn beleidigte, Wörte neu erfand und sich ihm näherte. Es kümmerte ihn nicht. Nicht das sie ihn schwach betitelte oder egoistisch, sollte sie nur. Desmond betrachtete sie, aus kalten glatten blauen Seeoberflächen. Dabei schien ein Teil von ihm Mitleid zu empfinden, Wehmut und irgendwo lungerte auch das schlechte Gewissen, doch hatte sie keines? Er hatte ein Gespräch verlangt, allein - vielleicht nicht nur um ihretwillen? Sondern auch um seinetwillen? Vielleicht hatte er eben nicht vor Ares mit ihr darüber sprechen wollen? ER? Doch das war seiner Schwester egal, sie dachte an sich, wie sie es immer tat wenn ein heiratsfähiger Hengst daher kam und um ihre Hand anhielt. Ihr eine Zukunft als Mutter bot. Bei Aschor war es schon so gewesen, bei ihm würde es nicht anders sein, nein, gewiss nicht. Und das bedauerte er, denn auf der einen Seite hatte er über seinen Vater immer gelacht, dessen Auswahl nie verstanden. Vielleicht hatte das verstorbene Familienoberhaupt tatsächlich gehofft, dass der König selbst kam und um Tuana bat? Der Zug war dann wohl abgefahren. Vielleicht hätte Aschor nun auch alle anderen Kandidaten angenommen? Vielleicht, sie würden es nie erfahren. Und letztlich war es auch egal, es war ihm egal. 
Auch die Tatsache, dass sie ihn hassen könnte, das er sie zwang ihn zu hassen, entlockte ihm keine Regung. Und es traf ihn nicht, dass sie ihn fortan beleidigte, sein Handeln hinterfragte. Tyrann. Tief holte er Luft, betrachtete sie weiter, sein Blick flackerte von ihren Augen zu ihrem Mund, dann zu ihren Ohren, dann wieder ihre Augen, als würde er ihr Gesicht analysieren wollen. Als würde er die Regungen nicht kennen die dort zu sehen waren. Er war so weit weg, so schrecklich weit weg.

Auf einmal war Tuana ganz nah. Er spürte ihre Brust an seiner, ihren Herzschlag und ihre Tränen brannten an seinem Fell, fühlten sich wie flüssige Glut an. Das Eis brach. Desmond erbebte, während sein Blick an Ares vorbei glitt, leer, stumme Tränen die an seinen eigenen Wangen herunterrinnen. Ihre Worte sollten trösten, doch sie vermochten es nicht. Denn - und das war ihm nun schmerzlich bewusst, erklärte vielleicht auch seine Reaktion - er war allein. Sie hatte jemanden, sie war nicht allein. Und vielleicht war es Eifersucht gewesen, ein selbstsüchtiges Verlangen, ihr die Ehe zu verbieten. Der Wunsch, eben nicht allein damit zu sein. Desmond wusste es nicht, er wusste gerade gar nichts mehr und er wollte fort, einfach nur fort.
Sein Körper versteifte sich, er blinzelte, schluckte hart, einen Moment noch ihrer Berührung nachempfindend, ehe er sich löste. Sich distanzierte und abkapselte, er ertrug seine eigenen Gedanken nicht mehr. Er ertrug sich nicht mehr. Kurz strichen seine Nüstern über ihre Ganasche, ein Kuss der auf ihre Stirn gehaucht wurde, ehe er sich abwandte, dem ganzen nicht mehr stand hielt. Er drohte zu zerbrechen. Er trat an Tuana vorbei, ging an Ares vorbei, wollte tiefer in den Wald. Doch er verharrte kurz auf der Höhe des Dunklen, betrachtete ihn mit einem schwer zu deutenden Blick. "Das mit dem Hund, tut mir leid. Das mit den Manieren nicht.", begann Desmond, atmete tief ein, schluckte, hasste die Tränen die weiter an seinen Wangen herunterliefen. "Achte gut auf sie. Sie ist das einzige was ich noch habe.", die Stimme des jungen Schimmels brach für einen Moment, dann wandte er den Blick ab, Ares damit nun doch die Erlaubnis gebend, seine Schwester zu ehelichen. Er würde besser mit der Verantwortung 'für sie da zu sein' umgehen können als der Schimmel. Sie sollte... glücklich sein und für ihr Glück war er nun nicht mehr verantwortlich. Er löste die Begegnung auf und lief zielstrebig in den dunklen, bedrohlich wirkenden Wald. Ja, er hatte ein Ziel.

Ares & Tuana

Wald -> geht tiefer in den Wald

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"Na klar. Da draußen ist es bestimmt gefährlich, und eine Lady sollte nicht während eines Sturms alleine rumlaufen.", antwortete er Obsidian. Sie waren zwar noch klein, aber trotzdem unbesiegbar! Sie würden auf Kýra aufpassen und sie sicher nach Hause bringen. Auf der anderen Seite hatten sie ihr versprochen, hier die Stellung zu halten und dafür zu sorgen, dass alles in Ordnung war.
Der Schwarze horchte auf, als er hörte, dass noch jemand in die Richtung lief, in die Obsidians große Schwester verschwunden war. Er kniff mühsam die Augen zusammen. Lohfarbenes Haar. War das etwa Anchor Aegidius? Der Krieger, der ihm damals aus dem Wald geholfen hatte?
Rhuen spitzte die Ohren, atmete hörbar erleichtert aus. Gut., dachte er. Dann müssen wir uns keine Sorgen mehr machen, wenn Anchor Aegidius auf sie aufpasst.

Aufmerksam horchte Rhuen auf, als sie sich schließlich gemeinsam mit Danae dem König näherten. Sie waren kaum angekommen, da erblickte er Obsidians... Was war Spartacus noch gleich? Egal, jedenfalls war der Dunkelfuchs gerade bei seinem Onkel und seiner neuen Tante. "Hey Spartacus! Na, was geht ab?", fragte er grinsend.
Er kannte den Gleichaltrigen zwar nicht besonders gut, und die erste Begegnung war ein bisschen komisch gewesen, aber trotzdem konnte man ja Freunde werden.
Rhuen fragte sich, warum Spartacus denn jetzt hier bei Nero und Echo war. Klar, er war sein Onkel, aber wuchs er nicht eigentlich bei Asariel auf und spielte deshalb auch so viel mit Lea? Ach Mann. Das war alles so verwirrend hier!

Im nächsten Augenblick sah er zum König auf, ein breites Lächeln zierte sein Gesicht. "Herzlichen Glückwunsch für die Hochzeit!", ließ er verkünden und hoffte, dass man das so sagen konnte. Eigentlich war das aber auch egal, dieses ganze feine Gerede war was für die Erwachsenen.
"Dann bekommt ihr bestimmt bald ein Fohlen, oder? Wisst Ihr schon, wann es kommt? Dürfen wir mit dem Baby spielen gehen? Wir passen auch gut darauf auf... Versprochen!"

Rhuen musterte Nero eindringlich, seine Blicke studierten seinen Körper förmlich. Er brauchte ohnehin immer in bisschen länger, und der ganze Regen machte die Umstände nicht ansatzweise besser. Aber er konnte es nicht leugnen: Ein bisschen erinnerte er ihn... an seinen Papa. Wie König Nero wohl so war? Ob sein Charakter auch dem seines Vaters ähnelte?
Erwartungsvoll blickte er den König an, gespannt dessen Antwort abwartend.

Nero, Echo, Danae, Obsidian und Spartacus

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Er hatte geahnt, was folgen würde. Hatte geahnt, was Desmond seiner Schwester hatte mitteilen wollen. Und genau aus diesem Grund hatte Ares sich Desmonds Bitte - nein Befehl - verweigert. Denn in dem Moment, in dem die Weiße mit Tränen in den Augen zugestimmt hatte, seine Frau zu werden, hatte Ares begonnen, sich um sie zu sorgen. Denn obgleich dem Roten ein feuriges, unberechenbares Temperament zugrunde lag, so konnte man sich in Bezug auf ihn einer Sache ganz gewiss sein: Er tat alles, für Jene, denen er einen Platz in seinem Kreis eingeräumt hatte.
Als Tuana seine Aussage bestätigte, wollte Ares sich schließlich ein wenig zurückziehen, sodass er nicht zwischen ihr und ihrem Bruder stand. Doch Desmonds Worte ließen ihn inne halten.
Hund.
Die Augen des Roten verengten sich. 
Hund.
Desmond redete weiter, schaffte es endlich, mit der Sprache herauszurücken statt sich weiter zu unangebrachten, respektlosen Aussagen hinreißen zu lassen. Ares spürte, wie das Erzählte in seinen Verstand einsickerte.
Sie waren tot. Wie er vermutet... befürchtet hatte.
Hund.
Sein Blick glitt hinüber zu Tuana. Und obwohl die soeben ausgesprochene Beleidigung - denn nichts anderes war es gewesen - noch immer in seinen Gehörgängen hallte, schluckte er seinen eigenen Stolz hinunter und achtete auf die Reaktion der Weißen.
Es war erst Desmonds nächste Bemerkung, die den Zorn in Ares so sehr aufwallen ließ, dass er glaubte, sich vergessen zu müssen.
Was erzählte er ihm da von Erziehung? Dieser Kindskopf, der nur Leibgardist geworden war, weil Annaeus diese Stelle Ares nicht hatte zugestehen wollen? Sein Herz kreischte wütend und der Rote spürte, wie seine Muskulatur sich anspannte...
Doch statt Ares war es Tuana, die schlagartig auf ihren Bruder losging. Ihre Stimme durchschnitt Ares' Wut wie ein silbriges Schwert und eine plötzliche Stille legte sich über sein Innerstes.
Schweigend beobachtete er, was dort zwischen den beiden Geschwistern vor sich ging, eine ungeahnte Bewunderung für das junge Mädchen verspürend, während er sich um ein, zwei Schritte zurückzog.
Entgegen der Behauptung des Weißen hatte Ares tatsächlich eine gute Erziehung genossen. Er wusste, wann er sich zurückzuhalten hatte... es fiel ihm lediglich das ein oder andere Mal ein wenig schwer. Mehr noch aber wusste er, wem er Respekt zu zollen hatte. Nämlich jenen, die ihn sich verdient hatten. Nicht jenen, die ihn einforderten. Ein Beispiel für beides fand sich in diesem Augenblick in seinem Blick. Ares atmete aus. Er schloss die Augen. 
Und langsam ließ er den Gedanken zu, der begonnen hatte, an sein Bewusstsein zu klopfen: er wusste genau, wie Desmond sich fühlte. Er selbst hatte an der selben Stelle gestanden wie der junge Aegidius. Seine Eltern waren tot. Sein Bruder hatte ein neues Leben begonnen. Ohne ihn.

Als Desmond sich von Tuana löste und an ihm vorbei strebte, verharrte Ares in seiner Haltung.
Seine bernsteinfarbenen Augen trafen auf die blauen des Leibgardisten. 
"Das verspreche ich dir."
antwortete er und legte, als Desmond der Szenerie entschwand, seinen Blick auf Tuana. Langsam näherte er sich ihr und blickte ihr fest in die Augen, ehe er sie in eine schützende Umhalsung zog.
"Ich passe auf dich auf, Tuana."

(Desmond) Tuana

Wald

All my life I’ve been a prisoner
All I want to be is happier
I’m waiting on a miracle
I won’t let all of these things be the death of me.

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Tränen liefen ihr durch das helle Fell – schon wieder. Vermischen sich mit dem Regen, vermischten sich mit der Erde unten, wenn diese von ihren Nüstern hinab vielen. Er sagte nichts, blieb nur stehen, wärmte ihr Herz, ihren Körper, ließ es stumm über sich ergehen.
Dann wurde er angespannter, löste sich von ihr.
Kälte drang nun an die Stelle, wo zuvor noch wärme war. Tuana versuchte alles, um das Schluchzten in ihrer Kehle zu halten, bis sie den Kuss auf ihrer Stirn spürte, seine Nüstern an ihrer Ganaschen. Dann lauschte sie seinen Schritten, die Worte die er an Ares richtete wurden vom Regen und ihrem klopfendem Herzen übertüncht.

Sie war allein.
Nicht real allein, aber allein mit ihrem Scherz, allein mit ihrer Trauer. Nur ein kleines bisschen, ein Herzklopfen später, gestattete sie ihr einen stummen Schrei, eine Welle von Emotionen, bevor sie schluckte und sich zur Besinnung rief.
Schlucken und versuchen bei Seite zu schieben.
Stark sein…
lauschte sie der inneren Stimme ihrer Mutter.
Sie zählen mehr als wir!
im Großen und Ganzen stimmte sie ihrer Mutter zwar dabei nicht zu, aber es war gerade sehr hilfreich, sich an ihre Stimme und Lehren zu erinnern.
Du weißt doch, Schwesterchen, die Desmond ist. Stur wie ein Esel! Lazarus. Dass hätte er ihr jetzt gesagt, ehe er selbst hinter ihm her gelaufen wäre.
Ein trauriges, wehmütiges lächeln, hinter tränenverhangenen Augen.

Erst als sie sich im Griff hatte drehte sie ihren Körper und trat drei Schritte zurück zu Ares. Dieser war bereits zu ihr geeilt. Da war es wieder, dieses Gefühl, wenn sie in die Augen des Roten blickte. Grün.
Sein Inferno war verschwunden, er hatte sich Beruhigt, einer schwelenden Glut gleich. Auch sie schien sich wieder zu fassen und zwang sich ein leichtes Lächeln auf die Lippen, welches je verschwand, als er sie plötzlich in eine wärmende, schützende Umhalsung zog.
DAS hätte sie sich von Desmond gewünscht, niemals von Ares erwartete. Es brach ihr von neuem das Herz, nicht böses eher vor Wärme und glück, welches sie gerade durch diese Trauer empfangen konnte.
Da verstand sie, langsam nur, warum Desmond so schnell verschwand. Er hatte keinen Ares. Er war tatsächlich allein.
Man ist nur so allein, wie man es zulässt! das war der Spruch für sie, von ihrem Vater. Wie hofft hatte sie es sich anhören müssen. Nun traf es auf Desmond zu.
Sie musste Kyra Bescheid geben, oder noch besser, Gabriel musste es wissen. Er würde wissen, was mit ihm zu tun war.
Aber vorerst hatte sie einen Ares vor sich, einen stolzen Hengst der wohl nicht dulden wird, dass sie nun wieder zurück lief in diese Szenerie von Pferden. Ehrlich gesagt, würde Tuana das wohl auch jetzt gerade nicht machen wollen.

Leise aber sehr tief sog sie seinen Duft ein und gleichzeitig auch die Luft um sie herum. “Es tut mir sehr leid…“ flüsterte die Schimmelin in das Fell des Roten, ehe sie seinen Schutz erwiderte und halt suchend – halt gebend – den ihn umhalste.
Ihr Problem war nun gelöst, aufgelöst und (nicht) Vergessen, also würde sie sich nun um Ares kümmern können.
“Wie geht es dir?“ flüsterte sie weiter, diese wärme genießend in dem totalen Sturm, der innen noch schlimmer war wie draußen.

(Desmond) Ares & Tuana

Zwischen See und Wald

☽ꕥ☾
Hab keine Angst vor Deinen Schwächen
Fürchte nie Deine Fehler aufzudecken
Sei
bedacht, beruhigt und befreit
Sei auch verrückt von Zeit zu Zeit
Lerne vergeben und verzeihen
Lerne zu fesseln und zu befreien!

☽ꕥ☾
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