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II. In Vergessenheit geraten
"Theoretisch, ja...", murmelte die Schimmelstute nachdenklich, musterte das Mädchen, das sich Echo nannte, noch einen ganzen Augenblick. "Es ist bedenklich, wenn nicht gar heuchlerisch, dass ausgerechnet der König selbst seine Bedürfnisse über das strenge Reglement der Monarchie stellt. Hoffen wir, dass Nero seinem Vater in dieser Hinsicht nicht gleichkommt..."

Aufmerksam lauschte sie den Worten des Weißen, ehe ein Seufzen ihre Kehle verließ.
"Hoffen wir, dass Ihr uns noch lange Zeit mit Eurer Präsenz beehrt. Ich mag mir nicht vorstellen, was aus Valeria wird, wenn Ihr eines Tages nicht mehr unter uns weilt." Ein sachtes Lächeln legte sich auf die schmalen Lippen der Stute. Es mochte selten sein, dass Apiasante freundlich klingende Worte aussprach und sie diese auch noch ansatzweise ernst meinte, aber ein Königreich ohne den alten Priester war aus ihrer Sicht nicht vorstellbar. Gavriíl schien derzeit der einzige zu sein, der an alten Werten festhielt und dabei noch genügend Einfluss auf den König selbst hatte. Wer sonst, wenn nicht er, sollte dieses System noch aufrecht erhalten? Richtig - niemand.

"Meine Eltern...", wiederholte sie, ihre Stimme voller Hohn und Spott. "Aber ich weiß, worauf Ihr hinauswollt, Vater. Ihr wollt wissen, wer der Erzeuger meines Jungen ist, habe ich Recht?"
Einen ganzen Augenblick erwiderte Apiasante Gavriíls Blick, ehe sie zu Kratos sah.
Sie würde sich in große Schwierigkeiten reiten, wenn sie aussprach, dass ausgerechnet Xanthos Kratos' Vater war. Er würde als Bastard gelten und sie als elende Dirne, keinen Deut besser als die Altkönig Danae, oder eine andere einfache Stute aus dem Fußvolk.
Und dann war da Kratos... Apiasante hegte keine Sympathie, keine Gefühle für dieses Kind, die ihr Herz auch nur im geringsten erwärmten. Und doch war da etwas in ihr, das sie wünschen ließ, dass Kratos kein niederes Leben führen sollte. Er war das einzige, was sie im Augenblick noch hatte. Ihr Erbe. Und sie würde dafür sorgen, dass er als Achilléas durch Valerias Lande ziehen würde, und nicht als Missgeburt, die von allem und jedem verachtet wurde.

"Xanthos."
Es war nur der Name, der monoton über ihre Lippen kam. Sekunden unsaglicher Stille strichen ins Land, ihr Blick weiterhin den Blick ihres Sohnes erwidernd. Dann glitt ihr Blick ab von Kratos zum Priester.
"Diese Verbindung war alles andere als gewollt... Und dennoch muss ich befürchten, dass man dieses Kind für die Schandtaten seines Vaters verurteilen wird. Er ist der Sohn eines Mörders, der immerhin den Gatten meiner Schwester auf dem Gewissen hat, den Heerführer des Königreiches.
Sagt mir, Vater... Hat das Leben meines Sohnes unter diesen Umständen überhaupt eine Zukunft, die seiner gerecht ist? Ich gehe davon aus, Ihr versteht jetzt, warum ich den König bisher noch nicht über diesen... Umstand unterrichtet habe."

Es war eine Lüge. Apiasante hatte sich diesem Psychopathen völlig freiwillig hingegeben. Dieses Geheimnis aber würde sie auf Lebzeiten für sich behalten und mit sich tragen als etwas, das für immer vor den anderen verborgen blieb, war da doch niemand, der jemals das Gegenteil beweisen würde. Xanthos war immerhin verurteilt und gerichtet worden - es gab niemanden mehr, der sprechen und sie verraten würde. Und wenn doch, dann würde sie schon noch Sorge dafür tragen, dass dieser jemand für immer schwieg.

"Du wirst niemandem etwas davon erzählen. Nicht, bevor ich selbst mit König Nero gesprochen habe. Hast du mich verstanden? Du wirst dir anhören, was der Vater dazu zu sagen hat und Stille walten lassen, mein kleiner, allerliebster Kratos."
Es war keine Bitte, viel mehr ein Befehl, den sie ihrem Sohn auftrug. Kalt war ihre Stimme, herzlos die Worte, die sie aussprach. Und doch hauchte sie einen sachten Kuss auf die kleine Stirn ihres grauen Jungen.

Gavriíl und Kratos

Treffpunkt am See

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Manchmal schien das Licht nicht ohne die Finsternis aus zu kommen. Der Spaß nicht ohne den Hohn, das Glück nicht ohne das Pech. Damit es im Gleichgewicht kam, musste erst jemand es ins Ungleichgewicht bringen.
Sein Lächeln war ansteckend und so schenkte die Weiße dem Braunen ebenfalls eines.
Zaghaft, gar schüchtern, wie es sich eben gehörte für eine Adlige, die den Bund unter Graviil noch nicht vollzogen hatten.
Ares war ein starker und ruhiger Hengst, vielleicht manches Mal für den ein oder anderen zu stark, aber Tuana wusste, wie sie es zu nehmen hatte. Immerhin war sie eine Stute unter zwei rabiaten Brüdern, die man immer noch derweil als Jährlinge bezeichnen konnte, den kleineren davon auf jedenfalls.

Glücklich und immer noch mit ihren Emotionen am Kämpfen, folgte sie den Blick des Hengstes, der nun etwas sorge in sich trug. Damit sie sehen konnte, was er sah, wand sie den Kopf um ihren eigenen Leib, ehe sie das weiße Fell ihres kleineren Bruders war nahm, an dessen Seite dunkle und stumpf jemand fremdes stand. Gerade gab er diesen bei Nero ab und stellte sich zu Gabriel und Kyra.
Unsicherheit umfloss ihr Herz, als sie den Blick hob und in das Gebirge sah.
Wartend, ob Lazarus mit Mutter und Vater ebenfalls herunter kamen.
Doch lange konnte sie nicht gegen den Regen schauen und so hob sie unsicher den Kopf und betrachtete Ares – welcher den Blick wieder auf sie gerichtet hatte.

Ruhe strahlte dieser aus und etwas, was Tuana schon lange nicht mehr war genommen hatte. Stärke.
Es war, als wäre er derjenige, der sie aus dem tosenden Meer rettete indem Ares der Fels war, an dem sie sich klammern konnte.
Sei stark meine Tochter, lasse nicht zu, dass dein Gefährte sieht, wie schwach eine Stute eigentlich ist. Wir müssen für unsere Männer da sein, wir sind ihre Gemahlinnen. Niemals darfst du deinen Gefährten hinab ziehen, niemals darfst du schwach sein, wenn ihr unter anderen Adligen seid. Heb dein Haupt, sei Stolz, sei stark, sei eine Aegidius!

“Wen hat Desmond da mit gebracht?“ fragte Tuana leise, aber mit fester Stimme! Drehte sich so um, dass sie neben Ares stand, eine Nase hinter der seinen. Nun würde sie ihm folgen und nicht mehr ihren eigenen Interessen. Desmond musste zu ihnen oder Ares zu Desmond, bevor Tuana wusste, wie ihrem kleinen Bruder geschah. Das war das, was man ihr beibrachte. Natürlich würde sie nicht immer an ihren Gemahl gefesselt sein, doch der anstand gebührte, dass beide zusammen zu sehen waren. Sie immer etwas im Hintergrund, denn der Hengst war jener, der glänzen musste.
Aus der ferne konnte Tuana nicht sehen, wie mitgenommen ihr Bruder war, hüpften ihre Augen doch immer und immer wieder ins Gebirge, das dunkler als zuvor vor ihnen lag. Kein Lazarus. Keine Eltern.
Wo blieben sie?
Nur schemenhaft aus den Augenwinkeln sah sie, wie der letzte Soldat ebenfalls mit einer unbekannten den Treffpunkt betrat. Nun waren alle – bis auf eben ihren Teil der Familie – versammelt.

Ares

Treffpunkt

☽ꕥ☾
Hab keine Angst vor Deinen Schwächen
Fürchte nie Deine Fehler aufzudecken
Sei
bedacht, beruhigt und befreit
Sei auch verrückt von Zeit zu Zeit
Lerne vergeben und verzeihen
Lerne zu fesseln und zu befreien!

☽ꕥ☾
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Das Geplänkel seiner Mutter mit dem Alten interessierte ihn nicht besonders, vor allem nicht, wenn er eh am Trinken war. Doch er nahm eine Veränderung ihrer war, deshalb er auch genug hatte mit der Nahrungsaufnahme und nun an ihr empor blickte.

Xanthos! etwas wickelte und wand sich in ihm.
Xanthos sein Vater.
Xanthos den Namen hatte er doch schon mal gehört, oder nicht?

Wo war es gleich noch mal gewesen? Er erinnerte sich nicht mehr und das nahm ihn mehr mit als jenes, dass sein Vater ein Mörder war – was er gerade nicht mehr wusste.
Schließlich aber, war der Name seines Vaters nur ein Name und sein Vater nur ein Hengst von vielen der niemals ihn gesehen hatte. Daher war es nur ein kurzes zucken seiner Erinnerungen, ehe etwas viel Interessanteres vor sich ging.
Langsam ging er zwei Schritte voran und betrachtete das Spektakel vor ihnen.
Es war etwas entfernt, sodass er gegen den Regen und Wind nichts hören konnte, aber ihm reichte der Anblick des Fremden Hengstes, der so abgemagert und zerrupft aussah, so kläglich jämmerlich, dass jenes Monster in ihm zum Vorschein kam. Sich an ihm rieb und leckte und ihn fixierte, mit einem lästernden Glanz in den Augen.

“Wer ist das?“

erklang seine Fohle stimme und unterbrach die beiden erwachsenen. Es war ihm jedoch gerade ziemlich egal, denn Opa Graviil hatte noch vor kurzem gesagt, dass Fremde nicht willkommen waren. Würde Nero dem Alten, der noch beschissener Aussah als Opa Graviil, den gar ausmachen? Vor seinen Augen?

Bitte bitte bitte bitte! krächzte das Monster in ihm und krallte in seinem Inneren herum.

Als seine Mutter ihn schließlich mahnte, drehte er die Ohren gekonnt nach hinten und neigte den Kopf.

“Ja Mama, Verzeihung.“ damit drehte er sich wieder weg von beiden.
Die Szene vor ihm war viel interessanter als seine Mutter oder der Opa. Wie nannte sie ihn? Vater! Pah, hat er doch gerade gehört dass Xanthos sein Vater war… verwirrend diese Namen… Verwirrend.


Apiasante & Graviil

Treffpunkt - schaut zu Aurelian und Nero

Rabenherz der
Էᴉuƨϝԍʁuᴉƨƨ
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Die Mundwinkel des Priesters zuckten schwach und eine seiner feinen Augenbrauen hob sich für einen Moment, letztlich hatte sie recht, natürlich. Aber sie selbst war keine Heilige, das war sie wahrlich noch nie gewesen. Doch dazu ließ er sich nicht aus. "Gewiss, aber auch in unserem Gesetz gibt es feine Abweichungen. So kann der König einen Adeligen und eine Stute aus dem Volk vermählen, wenn die Gründe ausreichend sind. So konnte letztlich auch Aurelian Danae heiraten. Das Gesetz verdanken wir Ártemis Valerius, Caeus Gattin.", erklärte der Priester und holte einmal mehr tief Luft, sich noch sehr gut an den verstorbenen König erinnernd und an dessen Gemahlin, die schöne Ártemis, die bei weitem mehr Stratege gewesen war als ihr Gemahl. Hach... die alten Zeiten, was vermisste Gavriíl seine Jugend und die Kraft die er da besessen hatte.

Apiasantes Zugeständnis überraschte den hohen Priester, doch ließ er ihre Worte unbeantwortet. Es bedurfte keinem Dank, nein. Doch jetzt begann das Gespräch eh interessanter zu werden, denn Apiasante begann darüber zu sprechen, worüber Gavriíl letztlich eh schon die ganze Zeit nachdachte. Kratos' Vater. Natürlich hatte er Theorien aufgestellt, doch die Familie der Inuriel war schon seit längerer Zeit nicht mehr Teil der Monarchie, Kratos war zu jung um der Sohn von Apiasantes kleinen Freund zu sein. Und er wies auch keinerlei Ähnlichkeit mit eben jenem aus, denn man musste ja schon sagen, Kratos war nicht gerade das schönste Fohlen unter den Diesjährigen.

Xanthos. Gavriíl erinnerte sich an diese Gestalt, an den großen dürren Hengst der von Narben übersät den Weg in ihre Mitte gefunden und so viele Leben genommen hatte. Der hohe Priester hatte einen gewissen Ekel verspürt, als er den Hengst beim Tag seiner Richtung durch Nero erblickte. So viel Elend und Wahnsinn, hatte ihn nicht einmal mehr fasziniert, wenngleich er dem Mörder gewissermaßen auch Dankbar sein musste, hatte er den ein oder anderen doch wieder näher in seinen Einflussbereich gebracht. Dennoch... sie hatten wertvolle Mitglieder verloren, gerade den Heerführer, der den alten Traditionen sehr verbunden gewesen war. "Nun, Apiasante.", begann der hohe Priester und hielt einen Moment inne. "Sein Schicksal ist seit seiner Geburt besiegelt. Ihr werden nichts daran ändern können, Kratos wird den Namen Achilléas ablegen und als Bastard unter uns weilen. Nero wird ihn nicht töten oder fortjagen, dafür ist er zu sehr Aurelian. Wahrscheinlich wird Euer Sohn nicht den Weg des Soldaten gehen, oder des Heilers. In der Regel erhalte ich solche... Fohlen.", kommentierte Gavriíl ihr handeln und betrachtete Kratos einen Moment. "Da es sich bei seiner Zeugung um eine Vergewaltigung handelt, sind die Umstände eher für Euch milde, denn ihr werdet weiterhin dem Adel erhalten bleiben, womöglich sogar gesonderten Schutz erhalten, für Euer... Seelenheil.", fuhr der Priester neutral fort, kein Mitleid für die Achilléas empfindend. Nein, davon war er weit entfernt.

Die Stimme des jungen Kratos ließ Gavriíl aufmerken und er folgte dem Blick des jungen Fohlens, den Rappen musternd der an Desmonds Seite weilte, ehe dieser sich zu dem anderen Leibgardisten aufmachte. Kurz huschte eine Regung über das Gesicht des Alten. "Nun... mein junger Kratos...", begann der hohe Priester und trat noch einen Schritt näher an den See heran. "Das.. ist Altkönig Aurelian Valerius, der König der vor 9 Jahren verschwand und seinen viel zu jungen Sohn im Stich ließ.", erklärte der große Schimmel, ehe er Apiasante kurz zunickte. "Verzeiht, ich muss dorthin.", verabschiedete er sich und ging mit langen, seltsam elegant anmutenden Schritten um den See herum.

"SEHT, WER IN UNSERE MITTE ZURÜCK GEKEHRT IST.
DER EINZIGE, DER WAHRE, KÖNIG AURELIAN VALERIUS,
SOHN DES CAEUS VALERIUS, VATER UNSERES KÖNIGS, NERO VALERIUS.
MAG DIESE STUNDE NOCH SO DUNKEL SEIN..."

Kurz hielt der Priester inne und betrachtete sich aus der Ferne das Gesicht des jungen Schimmels, der zusammen mit Tuana und Anchor, der einzige Aegidius hier war.


"So besteht auch immer noch Hoffnung."

Die Stimme des hohen Priesters ist leiser geworden, den Blick zu Danae flackern lassend, ehe er den König betrachtete und dessen Vater. Ein Vater, der den Sohn zu früh in das Amt entließ, der seine Gemahlin verließ und... ach Quatsch, ein Vater, ein König, der es nicht besser verdient hatte.

Kratos, Apiasante & Alle

See; Treffpunkt

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Dass der Regen weiterhin unablässig auf ihren Rücken niederprasselte, entzog sich dem Bewusstsein der Grauen nahezu vollständig. Das monotone Gefühl war mittlerweile zur Gewohnheit geworden und die Rezeptoren ihrer Nerven reagierten nicht mehr darauf - lediglich als sie den Kopf ein klein wenig hob um den Blick über die entfernten Körper streichen zu lassen, wurde sie durch das Stechen der Regentropfen in ihren blauen Augen daran erinnert, dass Valeria zu ertrinken drohte. Dadurch und durch das tosende Donnern, welches noch immer in unregelmäßigen Abständen die Luft zerschnitt.
Während sie ihre Aufmerksamkeit vom Gebirge löste und sich stattdessen darauf verlegte, die am Treffpunkt Anwesenden zu beobachten, versuchte Cara mit einem halbherzigen Kopfschütteln, die tropfenden Strähnen aus dem weißen Gesicht zu verbannen. Was allerdings zur Folge hatte, dass ihre Mähne nunmehr vollends wirr an ihrem Hals klebte. Sie seufzte und kniff die Lider zusammen, dem Impuls folgend, so besser durch den Regenschleier spähen zu können. Allmählich nahm die Sorge um Alvaro zu, wenngleich die Graue sich dies nicht wirklich eingestehen wollte. Zuzugeben, dass sie Angst um das Wohl des Hengstes hatte, bedeutete, zuzugeben, dass sich da Irgendetwas in ihr nach ihm sehnte. Und für ein solches Eingeständnis war sie schlicht nicht bereit. Abgesehen davon... Der Buckskin war stark und geschickt und dieses Unwetter würde ihm nichts anhaben können.
Oder?

Ihre Ohren zuckten, als zwei Silhouetten sich durch den Regenschleier auf sie zu bewegten. Die Schritte beider Pferde waren ungleichmäßig und geprägt von Schmerzen und als Cara erkannte, um wen es sich bei dem einen handelte, konnte sie ein erleichtertes Seufzen nicht unterdrücken. Flüchtig tasteten ihre blauen Augen seinen Körper ab, doch unter dem Gemisch aus Regen und Schlamm war nicht viel zu erkennen.
"Gut seht ihr aus."
Cara legte den Kopf schief, nachdem sie nunmehr auch die Fuchsrote gemustert hatte. Auf ihren Lippen kräuselte sich ein Lächeln.
Das also war Alvaros verloren geglaubte Tochter.

Alvaro & Bryna

Treffpunkt, etwas abseits

Don't need a hero to save me
I'm not a girl to set free
It's nothing you did to me
I've always been this way.
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Obsidians Blick folgte den wegweisenden Worten seines Bruders sowie seiner Mutter und für einen Augenblick lang musterte er unschlüssig die Szene, welche sich ihm darbot. Einerseits war er erleichtert, die Braune wohlbehalten wiederzusehen, andererseits konnte er den Wunsch nicht unterdrücken, dass sie sich von Nero abwandte und ihre Aufmerksamkeit sich stattdessen auf ihn richtete. Abgesehen von Danae und Rhuen war Kyra die Einzige, die ihn als das behandelte, was er war: ein kleiner Junge. In ihren Augen spielte es keine Rolle, wer sein Vater war oder ob seine Mutter mit ihrer Liaison ein Tabu gebrochen hatte. Und dafür vergötterte er sie bereits jetzt.
Mit einem leisen Schnauben stieß Obsidian die Luft aus seinen Lungen und er konnte das Grinsen nicht verkneifen, als die Braune ihren Blick tatsächlich auf ihn legte, ihm herausfordernd die Zunge herausstreckte. So bemerkte er auch nicht, dass Gavriil und Kratos ihn in diesem Moment anstarrten, was gut war, da Obsidian sonst mit Sicherheit wieder in Selbstzweifel getaucht worden wäre. Nun aber, euphorisiert von der Aufmerksamkeit seiner Schwester, hob der kleine Goldjunge den Kopf und seine blauen Augen blitzten abenteuerlustig, als Danae Rhuen und ihn danach fragte, was sie bei einem solchen Wetter wie jetzt unter keinen Umständen tun dürften.
"In die Nähe von Wasser gehen."
beantwortete Obsidian die Frage und stieß dabei Rhuen sanft in die Flanke.
"Aber solange Rhuen und ich zusammen sind, kann uns eh nichts passieren."
sein kleines Herz hüpfte vor Übermut in der Brust und ihm wurde ein wenig schwindelig, so ungewohnt war dieses Gefühl für ihn.
"Du, Mama..."
während sie sich durch die Menge kämpften und langsam in Richtung Rand vordrangen, surrten Obsidians Augen hoch zu seiner Mutter.
"...wann entscheidet Nero über unsere Laufbahnen?"
Seine ganze Aufmerksamkeit lag auf Danae, weshalb er weder die Ankunft des fremden Rappen noch die Worte Gavriils wahrnahm.

Danae & Rhuen

Treffpunkt, etwas abseits



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Die Kälte in seinen Knochen ignorierend zwang sich Spartacus bei dem anderen Fohlen zu bleiben und nicht in die warme Geborgenheit zu flüchten. Der kurze Kontakt mit seinem Onkel hatte ihn das Unwetter vergessen lassen, aber sein Herz hämmerte immer noch gegen seinen Brustkorb. Der schwarze Hengst war nur für eine kurze Zeit von ihm und Echo getrennt gewesen, aber es hatte sich wie eine Ewigkeit angefühlt, als Nero endlich wieder im Tal angekommen war. Der König war äußerlich unverletzt gewesen und wies nur Schlammspuren auf, zumindest war dies alles, was Spartacus auf den ersten Blick und bei diesem Wetter erkennen konnte. Der Braune hoffte wirklich, dass jeder Artgenosse einen sicheren Weg zum See gefunden hatte.

Auf den dunklen Lippen blieb das Grinsen bestehend, während er Lea zuhörte und sein Blick kurz zu Echo hinüber glitt, die sich zu Asariel gesellt hatte. "Er ist auch edel..." Natürlich könnte er ihr ein paar Charakterzüge und noch mehr von seinem Onkel vorschwärmen, aber wahrscheinlich würde sie das langweilen. So stupste er dem braunen Stutfohlen in die Seite: "Du bist auch edel, abenteuerlustig, klug und mutig." Zählte er ein paar ihrer Stärken auf. Vielleicht mochte Lea ihre eigenen anders auffassen, aber ihr kleines Abenteuer in der Höhle hatte Spartacus gezeigt, dass man auch mit Gleichaltrigen eine spannende Zeit verbringen konnte und das Lea durchaus mehr Mumm besaß, als er anfangs gedacht hatte. 
"Hmm.." überlegte er laut, "ich glaube ich möchte dem Heer beitreten um meinen Onkel so unterstützen zu können." Spartacus wusste, dass die Soldaten für die Sicherheit innerhalb und außerhalb ihres Landes sorgten und sich mutig dem Feind in der Schlacht entgegenstellten. "Ja, ich möchte Heerführer werden, genau so einer wie Annaeus es war." Natürlich wusste der junge Licinius, dass er mit diesem Ziel ein wenig über die Strenge schlug und es noch weit in der Zukunft lag, aber Wünsche konnte man doch haben, nicht wahr? "Und was willst du mal werden?" Neugierig richteten sich seine Ohren nach vorn.

Penthesilea ;; (Echo & Asariel)


See; Treffpunkt

When sparks begin to fly, Oh the flames they multiply, Well I'm burnin' up alive
"I'm a living legend!"
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Schicksal, hm? Ezrael wandte den Blick von der Roten ab. Wörter die sein großer Bruder einst zu ihm gesagt hatte, flackerten in seinem Kopf herum:"Es kommt wie es kommen muss." ist die Ausrede alle Faulpelze die unfähig sind ihr eigenes Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Ob Tarestos damit wohl recht hatte? Vielleicht...
Lächelnd schüttelte der Heiler den Kopf, tja nun musste er sich wohl oder übel geschlagen geben. Die Rote hatte ihn binnen kürzester Zeit entwaffnet und vernichtend geschlagen. Aber Ezrael wäre nicht Ezrael, würde er nicht versuchen darauf herumhacken, so hatte er ihren Worten gelauscht. "Natürlich. Ich werde mein bestes geben dir mein Wissen zu vermitteln." Er grinste: "Aber wenn es um Lebenserfahrung geht bist du mir weit voraus." Einerseits stichelte er, aber andererseits meinte der Hellbraune es wirklich ernst. Syrinx war viel herum gekommen - viel mehr als er - hatte weit entfernte Ländereien und Kulturen außerhalb Valeria gesehen. Darüber war er sogar ein wenig neidisch, der Hengst war gut behütet bei seinen Eltern aufgewachsen und hatte sich Geschichten aus siegreichen Schlachten angehört, aber großartig über die Grenzen Valerias war er noch nie gekommen, hatte er doch auch keinen Grund dazu gehabt. Ezrael unterdrückte ein Seufzen, vielleicht war es sogar sein Schicksal in Valeria vor sich dahin zu vegetieren.

Er nickte. "Gut, denn keine Verletzten, bedeuten auch keine Probleme, um die wir uns kümmern müssten." Das Unwetter brachte ein großes Chaos mit sich, aber ließ auch Klarheit in Ezraels Kopf einkehren. Er musste sich wohl jetzt auf andere verlassen können und nicht alles versuchen allein stemmen zu wollen. Ezrael senkte die Lider, war froh darüber das der Regen eine angenehme Kühle mit sich brachte. Dann erst glitten die hellbraunen Iriden eindringlicher über die versammelten Pferde. Es hatten sich kleine Gruppen gebildet, deren Konstellation man als mehr oder weniger gut einstufen konnte. Aber nur ein Dummkopf wäre töricht genug um nun einen Streit anzufangen, dabei heftete sich sein Blick auf das graue Fohlen und den Priester, was da wohl noch kommen würde, Apiasante spielte hierbei ebenso eine fragliche Rolle.

Syrinx riss ihn glücklicherweise aus der Grüblerei heraus. Ihre Worte brachten ihn zum Lächeln: "Da hätte ich doch beinahe einen weisen Lehrling vergrault." Seine Nüstern berührten kurz ihre Schulter: "Aber Ihr seid geblieben, dafür bin ich Euch sehr dankbar."
Gavriils Stimme ließ Ezraels Kopf alarmiert in die Höhe schießen und er kniff die Augen zusammen um die Neuankömmlinge zu fixieren. Desomond und Aurelian.... "Ich glaube...unsere jetzigen Probleme sind eher diplomatischer Natur." Er hatte Geschichten über Aurelian Valerius gehört, welches Fohlen hat dies nicht. Aber jetzt...stand er wahrhaftig in ihrem Tal. Der Heiler brachte nicht mal ein lockeres Kommentar über die Lippen, der Anblick zweier Könige war einfach zu unwirklich.

Syrinx


Sammelplatz

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Gabriel war überrascht, was selten nach Außen trat, und hob eine Augenbraue. Niemals hätte der Rappe es für möglich gehalten, solche Worte aus dem Mund der Prinzessin zu hören, die lieber eine Weltreise machte, anstatt sich den königlichen Pflichten zu widmen. Zu viele Überraschungen an einem Tag, dass würde das Gemüt von Gabriel nicht mehr lange aushalten. Vielleicht sollte er sich für die nächsten Tage tief ins Gebirge zu ziehen, um neue Kräfte zu sammeln; auch, wenn die Gefahr groß war in alte Muster zurück zufallen.
Geduldig ließ er Kýra aussprechen, lauschte der zarten, femininen Stimme und nickte stumm. Er verstand sie, voll und ganz; teilte ihre Meinung durchaus. „Ich mache Euch keinen Vorwurf. Wahrscheinlich spricht ihr die Worte aus, von denen sich die Anderen fernhalten.“ Annaeus war gegangen, um sich selbst zu finden, um einen Weg aus der Trauer zu finden. Gabriel konnte es vollkommen nachvollziehen, trug er einen ebenso schweren Verlust im Herzen. „Ihr habt Recht. Ein Heerführer sollte anwesend sein, um seinen Pflichten nachzugehen.“ Annaeus hatte immer einen guten Dienst erwiesen, war ehrenvoll mit seinen Pflichten umgegangen und Gabriel selbst war ihm immer mit tiefem Respekt gegenüber getreten. Die Zeiten waren nun vorbei. „Dennoch, obliegt die Entscheidung beim König, Eurem Bruder, und nicht bei uns.“, fügte der Rappe neutral hinzu und blickte weiterhin geradeaus.
Im Augenwinkel erkannte er, dass die Miene der braunen Stute verfinsterte, nur für einen Moment. Gabriel konnte es nur erahnen, aber es war zu schnell vorüber, und sicherlich wollte er Kýra nicht auf ihre Gedanken und Gefühle ansprechen. Zumal die nächsten Worte ein sachtes Grinsen auf den markanten, strengen Zügen des Hengstes zurückließ. „Ich wäre Euch zum Dank verpflichtet, wenn dies einmal eintreffen sollte.“ Wer wusste schon, wohin ihn jede weitere Sekunde in diesem Reich hinführen würde. Er war bereit, jeden Befehl und jede Pflicht auf seinen starken Schultern zu nehmen, um Valeria seinen Dienst zu erweisen.
 
Stumm beobachtete er die kleine Szene zwischen Bruder und Schwester, welche ihm kurz das kalte Herz erwärmte. Einen Moment dachte er an seine Kinder zurück, wie sie miteinander umgegangen waren. Manchmal gab es Streit, aber man versöhnte sich schnell wieder. Vor allem in schweren, düsteren Zeiten hielt man zusammen, vergaß all die Ungereimtheiten, um das Beieinander nicht zu verlieren. Man sollte niemals vergessen, wo man herkam, wen man liebte.
Die beiden Pferdekörper trennten sich wieder, schritten zurück auf ihren Platz und Gabriel folgte dem Blick des Königs, hinauf ins Gebirge, welches von Blitzen durchzogen war. Aufmerksam spitzte der dunkle Hüne seine Ohren, lauschte den Worten des Königs und nickte stumm. Er wusste, was dies zu bedeuten hatte. „Ich werde mich in den nächsten Tagen darum kümmern, und die neuen Pfade erkunden.“, merkte der Rappe an und erwiderte den goldenen Blick von Nero. Es war gut möglich, dass Desmond sich erst einen neuen Weg suchen musste, weil die altbekannten Pfade nicht mehr existieren und mit vier Pferden war es weitaus schwieriger unten im Tal anzukommen.
Gabriel schwieg, sah zwischen Bruder und Schwester hin und her, erkannte die Verwunderung auf dem Gesicht des Königs. Den Rappen erstaunte heute nichts mehr, vor allem, wenn es um Aussagen der jungen Prinzessin ging. Sie wollte helfen, und dies allein zählte im Moment. Zumal Gabriel es gar nicht so abwegig fand; wer wusste schon, wie oft sie Desmond auf ihrer gemeinsamen Reise geholfen hatte.
Der König erhob seine Stimme, aber kam nicht weit, sondern regte den Kopf in die Höhe, die dunkle Nüstern dem Wind zugewandt. Keine Sekunde später wusste Gabriel warum. Desmond, schoss es ihm durch den Kopf und folgte dem goldenen Blick. In der Ferne erkannte er die helle Silhouette des jungen Gardisten, aber er war nicht alleine. Eine weitere dunkle Gestalt war an seiner Seite; der Geruch war ihm fremd. Nur, wo war seine Familie. In diesem Moment wurden die schlimmsten Befürchtungen war. Vollkommen abwesend nickte Gabriel auf die Worte des Königs, aber verstand, dass er ihm folgen sollte, wie Kýra.
 
So trabte der schwarze Hüne aus dem Stand an, folgte den hastigen Bewegungen von Nero mit Kýra im Schlepptau, deren Gedanken sich sichtlich überschlagen mussten. Neben dem König kam er zum Halt, blickte Desmond besorgt an, der am ganzen Körper zitterte. Der junge Schimmel musste nicht aussprechen, was geschehen war. In Trauer senkte Gabriel kurz den Kopf, schluckte jegliche Erinnerungen einfach hinunter; er musste stark bleiben. Gespannt lauschte er den Worten von Desmond, während er den massiven Kopf wieder erhob, um in die traurigen Augen des Schimmels zu blicken. Der dunkle Blick wanderte zu der dunklen, alten Gestalt. Ein Fremder, war allein mit seiner Tochter im Gebirge unterwegs gewesen. Ein Glück, das Desmond in seiner Lage zwei Pferde retten konnte, das sprach viel aus. Kýra konnte zusammen mit Ezrael vielleicht die äußerlichen Wunden heilen, aber die Inneren würden bleiben. Die Zeit heilt vielleicht Wunden, aber Narben blieben immer zurück. Tuana, dachte Gabriel sorgenvoll. Sie würden unter dem Verlust zusammenbrechen. Vater, Mutter und Bruder verloren. Eine schwere Zeit würde anbrechen, und nicht mit dem nächsten Morgen vorübersein.
Vater? Ein Wort reichte aus, um den dunklen Hünen aus den Gedanken zu holen, um den Blick auf die hagere, blinde Gestalt zu werfen. Er selbst kannte den Vater des Königs nicht, kam ins Land Valeria als Nero bereits König war; dies war Jahre her. In diesem Momente konnte der Gardist nicht genau sagen, ob der Altkönig damals verschwunden oder längst als todgeglaubt gehalten wurde. Genauso wenig konnte er in diesem Augenblick aussprechen, ob es ein gutes oder schlechtes Zeichen war; die Zeit heilt alle Wunden.
 

KÝRA • NERO •  DESMOND •  AURELIAN

Treffpunkt, am See

What we do in life,
echoes in eternity
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Stumm, schlugen die Tränen auf dem matschigen Untergrund, wie kleine Bomben explodieren sie im weichen Boden; versickerten in der Unendlichkeit. Die Stille umfasste sie, hielt sie gefangen. Der Moment gehörte allein ihren Erinnerungen, an eine schöne, wie schlimme Vergangenheit. Ein Gemisch aus Gefühlen, die zu einem gordischen Knoten wurden, in mitten ihren zerbrechlichen Herzens. Nicht lösbar, jeder Zug würde die feinen Seile fester zusammenziehen. Die verschwommenen Bilder der Vergangenheit rasten an ihrem inneren Auge vorbei, verschmolzen ineinander, bis die Realität vollkommen verschwand. Bryna hatte das Gefühl, als würde sie fallen. Fallen, in eine bodenlose Schlucht, bis das eiskalte Wasser sie verschlucken würde. Kein Entrinnen, kein Entkommen. Die kostbare Luft wurde knapp, ein letztes Zucken spannte die femininen Muskeln für den Schlussakt an. Die Augen blicken leer empor an die glitzernde Oberfläche, durchflutet von warmen Sonnenstrahlen. Das Lächeln verstarb, würde für immer auf den femininen Gesichtszügen verweilen, bis in alle Ewigkeit.
Leise, rau. Eine Stimme aus weiter Ferne, so unglaublich nah, sprach ihren Namen aus; holte sie heraus, löste alles auf. Nicht viel, nicht wenig. Halt sie fest, lass sie nie mehr los. Vater. Ein gewaltiger Ruck schlug energisch durch den leblosen Leib, bracht den Glanz des Bernsteines zurück in die Spiegeln ihrer feurigen Seele. Das Lächeln erwachte zum Leben, ehe sich die schweren Gliedmaßen der hellen Oberfläche empor bewegten. Kraftvoll durchbrach der feminine Kopf die dünne Schicht, die Augen blinzelten gegen das Sonnenlicht an. Sie hatte es geschafft, war bei ihm; würde immer an seiner Seite bleiben.
 
Bryna spürte jeden Regentropfen, wie er gegen das längst durchtränkte Fell klatschte; sie spürte das Leben, in all Facetten. Sie war nicht allein. All, die gottverdammten Jahre war sie niemals allein gewesen. Vielleicht an manchen Tage einsam, aber nicht allein. Ihre Familie war immer an ihrer Seite gewesen, hatte sie niemals allein gelassen. Zum ersten Mal wurde es der Feuerroten bewusst, erinnerte sich zurück: Heimat war kein Ort, sondern ein Gefühl. Langsam erhob sich ihr feminines Haupt, das Augenpaar wanderte mit neugewonnenen Glanz den muskulösen Hals des Vaters empor, bis sie in seine Seele schauen konnte. Ja, sie war erwachsen geworden, aber würde für ihren Vater immer seine kleine Prinzessin bleiben; auch, wenn er es nicht aussprach.
Ich hätte mir nur gewünscht, du hättest es mir gesagt. Es tat weh, weil es ihr selbst leidtat und sie sich für dieses Handeln hasste. Bis heute kann sie nicht sagen, warum sie in dieser Nacht so naiv und egoistisch gehandelt hatte. Irgendwas riss sie von diesem Ort fort, aber ihr Herz wurde nicht leichter, sondern immer schwerer, bis der felsige Pfad unter ihrem zarten Gewicht nachgab und die Schwerkraft sie in die Tiefe zog.
Bryna schloss die Augen, genoss die Zuneigung ihrer Vaters; wie sehr hatte sie es vermisst. Sie sollte nicht an ihre Vergangenheit denken, aber sie würde immer ein Teil von ihr bleiben. Ein sachtes Nicken, als ihr Vater ein Schritt zurücktrat, sie mit seinen liebvollen Augen einfach nur ansah. „Alles was zählt, ist, dass wir zusammen sind und bleiben.“, brach es mit einem Lächeln aus ihr heraus. Nichts, sollte sie jemals trennen. Aus Fehler kann man nur lernen und Bryna hatte schmerzvoll erfahren müssen, wie schwerwiegend Fehler werden konnten. Sie hatte gelernt.
 
Verwundert legte der Feuerrote den Kopf schief, schmunzelte ihren Vater an und hob interessiert eine Augenbraue. Wen wollte er ihr vorstellen? Sie kannte hier niemand, aber würde gerne mehr über die Artgenossen erfahren, die ihr lebten. Viele Gedanken konnte sich Bryna nicht machen, denn ihr Vater wandte sich bereits um und sie tat es ihm gleich. Gemeinsam schritten sie am Rand der größeren Ansammlung entlang, zu einer grauen Silhouette, welche etwas abseits des Trubels stand. Der Regen vermischte die Gerüche ungemein, aber die dunklen Nüstern weiteten sich kurz, um in Erfahrung zu bringen, dass die näherkommende Silhouette eine Stute war. Nur langsam ließ der Schmerz nach, was viel mehr an dem aufgeweichten Boden lag, als an der Schwere der alten Verletzung.  
Die zierlichen Ohren wendeten sich der väterlichen Stimme zu, während der Blick nach vorne gerichtet war. Bryna nickte, lächelte. „Ich weiß, Vater.“, erklang die sanfte Stimme voller Ruhe und Kraft. Sie blickte kurz zur Seite, wollte jede Bewegung, jede Reaktion einfangen, welche sie so sehr vermisst hatte. Niemand, konnte einen Vater ersetzen, ebenso keine Mutter. Dennoch, gab es Artgenossen, die zu Freunden werden und mit ihnen Freud, wie Leid teilen konnte.
Vor der fremden Stute, mit den blauen Augen blieben sie stehen und sofort entlastete Bryna ihr rechtes Vorderbein, was auf dem matschigen Untergrund nicht die Wirkung erzielte, die es sollte. Die Feuerrote blieb stumm, ließ nur ein sanftes Lächeln auf ihren Lippen verweilen. Man konnte nur erahnen, in welchem Verhältnis sein Vater zu der fremden Stute stand, aber dem Anschein nah, musste es gut sein.
 

Álvaro • Cara

etwas abseits vom Sammelpunkt

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