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We need to be strong
#1
We need to be strong

14. Frühlingsmorgen im Jahre 82 n.B.
Kýra Valerius, Danae, anbei Obsidian und Rhuen


Es waren einige Tage ins Land gezogen, seit sie ihrer Schwester die letzte Ehre erwiesen und sie mit einer angemessenen Trauerfeier verabschiedet hatten.
Einige Tage, nachdem sie Apiasante Achilléas' Bitte abgeschlagen hatte, zukünftig nach dem kleinen Kratos zu sehen, sollte er aus irgendeinem Grund seine Mutter und damit seine einzige Zuflucht verlieren.
Und einige Tage, seit der kleine schwarze Fremdling mit dem silberweißen Haar sich in Valeria eingefunden und zu neuem Leben gefunden hatte. Und das alles nur dank Danaes uneingeschränkter und aufopferungsvoller Fürsorge.

Kýra hatte sich seither viele Gedanken gemacht, lag der Verlust ihrer Schwester und die Tatsache, dass sie zu feige gewesen war, Celestial Lebewohl zu sagen, doch noch schwer im Magen und betrübte ihr Gemüt.
Ebenso der Streit mit Nero, der bloß wenige Stunden nach der Trauerfeier ausgebrochen war. Die Braune hatte seither kein Wort mit ihrem älteren Bruder gewechselt und tief im Inneren musste sie zugeben: Sie konnte nachvollziehen, warum er nicht mit ihr sprechen wollte.

Und dann war da noch ein unendliches Maß an Sorge. Sorge um ihre liebe Mutte - Danae, in ihren Augen immernoch eine Valerius wie sie selbst es war.
Man hatte ihr ihren Titel und ihren Namen aberkannt, nachdem sie mit einem anderen Hengst verkehrt und schließlich als Folge ihrer Liaison einem Fohlen das Leben geschenkt hatte. Nach ihrem Mann hatte Danae also ihre Würde, ihren Status und zu allem Übel voran auch noch ihre ältere Tochter verloren.
Die Geschehnisse der letzten Zeit nagten an der jungen Prinzessin, waren so belastend, aber das Leid ihrer Mutter musste schier unendlich sein.

Die Jüngste des Hauses Valerius hatte sich dazu entschlossen, nach der schönen Fuchsfarbenen zu sehen, war ihr doch mulmig bei dem Gefühl, sie in diesen Tagen allein zu lassen.
Sie war sich zwar sicher, dass Danae keinen Unfug anstellen würde, solange Obsidian an ihrer Seite verweilte - war sie doch so eine wunderbare und fürsorgliche Mutter. Dennoch aber musste ihr Herz in diesen Tagen so sehr bluten, und Kýra wollte nicht, dass sie in unerträglicher Einsamkeit ertrank.

Ja. Sie hatte sich vorgenommen, in Zukunft wieder mehr mit ihrer Mutter zu sprechen, ihr vielleicht mehr Respekt zu zollen, als sie es die letzten Jahre getan hatte und sie vielleicht - wenn die Ältere es zuließ - zu unterstützen, wenn sie Hilfe brauchte.
So hatte sie sich am frühen Mittag auf den Weg in die Steppe gemacht, um Danae zu suchen. Kaum eine Stunde war vergangen, als sie nahe eines seichten Flusses, der zum großen See führte, auf die Fuchstute traf.
Wortlos schrat die Braune auf sie zu, näherte sich ihr von hinten und kam schließlich einige Meter hinter ihr zum Stehen. Ihre Blicke blieben an zwei herumtollenden Fohlen hängen, die freudig umherjagten - der eine dunkel wie die Nacht, der andere strahlend hell wie die Sonne selbst.
Es erfüllte Kýras Herz mit Freude, dass das schwache Kind sich allem Anschein nach bestens erholt hatte und wohl auch  Freundschaft mit Obsidian, ihrem kleinen Halbbruder, geschlossen hatte. Lachend galoppierten die beiden jungen Hengste umher, genossen das schöne Wetter und erfreuten sich ihres jungen Lebens.

Ein grundehrliches Lächeln legte sich auf die dunklen Lippen der Stute.
"Es ist schön zu sehen, wie gut die beiden sich verstehen. Das tun sie doch, oder?", fragte sie, trat dann näher an Danae heran, als sie deren Aufmerksamkeit hatte.
"Darf ich dir Gesellschaft leisten?", fragte sie, der Fuchsstute einen langen Augenblick lang fragend in die wunderbaren, azurblauen Augen schauend, ehe sie abermals sanft lächelte.

Es war lange her, dass Danae und Kýra in aller Ruhe und friedlich miteinander gesprochen hatten, und die Jüngere hatte begriffen, dass es höchste Zeit war, all das Verlorene nachzuholen, zumindest so gut es eben noch ging. So hoffte sie, dass die Stute mit dem rotbraunen Fell ihre Anwesendheit akzeptieren würde, hatte Kýra ihr doch mehr als einmal im Leben Kopfschmerzen mit ihrer sturen und aufmüpfigen Art bereitet.
Kurz lenkten die beiden Kinder ihre Aufmerksamkeit auf sich, als der eine hinfiel, schließlich aber wieder lachend aufstand und weiter mit seinem neuen Freund herumtollte.
Anschließend blickte sie wieder zu Danae, nach wie vor hoffend, dass sie ihre Gesellschaft nicht ausschlagen würde...
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#2
6 Tage war Rhuen bereits bei ihr, trank mit Obsidian Seite an Seite an ihrem Euter. Es war wohl Gottes Wille, dass sie reich gesegnet war mit Milch und so zwei kleinen jungen Hengsten das Leben schenken konnte. Ein kleines weiteres Licht, in der sonst tiefen Finsternis. Eine kleine Saat, die langsam zu keimen begann.
Es war nicht immer einfach, eine gute Miene zu machen, den Kopf empor zu tragen und immer noch dieselbe sein zu wollen. Es war nicht einfach, in die Augen ihres geliebten Sohnes zu blicken und zu sagen, dass alles gut sei.
Nichts war gut. Ihre Dummheit und ihre Schwäche hatten alles zunichte gemacht. Ihre Liebe zerstört, ihr Leben und den Hengst vergrault, der sein Vater gewesen war. Schlimme Worte, die nicht mehr Rücknehmbar waren. Dann war er verschwunden und hatte sie noch tiefer ins Loch gestürzt.

Sanft blickte sie auf Obsidian, der mit Rhuen einige Meter auf Seite stand. Sein goldenes Fell glänzte und die Blauen Augen sprachen von Intelligenz. Er war ihr Sohn. Ihr eigenes Blut. Innerlich verfluchte sie Aurelian auch ein wenig, sie einfach verlassen zu haben, versuchte sich dahin gehen zu retten, dass wäre er bei ihr Geblieben, alles nie geschehen sein mochte. Doch sie würde sich selber strafen, nahm die ältere Stute diesen Gedanken je an.
Immer war es einfacher, die Schuld bei anderen zu suchen, als bei sich selber, doch so war die helle Fuchsstute nicht.

Langsam neigte sie den Kopf hinab um weiter das zu leben erwachte Gras zu fressen, als ein Geräusch hinter ihr erklang. Instinktiv trat sie zur Seite und schirmte so die Fohlen vor dem Fremden ab, ehe das dunkelbraune Fell und jener Geruch ihr verriet, dass es Familie war, die sich dort angeschlichen hatte. Sofort wandte sie ihren Körper wieder dorthin, wo er vorher war und gab der jungen Stute den Blick auf die Fohlen frei.
Danae hatte ein sanftes Lächeln auf ihren Lippen, die blauen Augen auf ihre Tochter gerichtet. Nur wer sie wirklich kannte, sah die Trauer in ihrem Blick.
Denn Kyra hatte so viel von Aurelian. Diese Erinnerungen taten Weh. Taten ihr schon all die Jahre Weh. 8 lange Jahre hatte sie Aurelian so sehr vermisst, dass sie zu Kyra immer etwas distanzierter war. Kürzer angebunden – obgleich sie ihre Tochter abgöttisch liebte, tat es so unendlich weh im Herzen, dass Kyras Anblick nur noch schmerzte. Dafür hatte sie Aurelian so oft verflucht. Verzweifelt in den Schlaf geweint um am nächsten tag mit hohem Kopf den Alltag zu meistern.

Jetzt aber hatte sie mit dem Schwarzen Hengst abgerechnet. Natürlich war da immer noch die Hoffnung, dass er zurück kehrte als wäre nichts passiert, doch sie waren nun mal keine König und Königin mehr. Nicht wenn er je erfahren würde, dass Obsidian die Liaison zwischen Tao und ihr war. Als Kyra sprach, wand sich die Altkönigin ihr zu, dann zu den Fohlen.

“Ich denke schon, dass die beiden sich verstehen, sich gut vertragen. Rhuen ist ein wirklich vorbildlicher junges Fohlen und Obsidian ebenso. Vielleicht ist es gut, dass die beiden sich haben?“ gab Danae offen zu und neigte den Kopf um der Einladung Geheiß zu folgen und Kyra zu bitten zu bleiben.
So lange hatte sie schon nicht mehr mit ihrer Tochter gesprochen, ihr Band war inzwischen erfroren. Es wurde wohl irgendwie Zeit, ein wenig Licht in ihre Beziehung hinein zu bringen.

“Wie geht es dir meine Tochter?“ fragte die helle nun mit sanfter und ernster Mine, einem Blick und einer Tonlage, die wirkliches Interesse an der Prinzessin zeigte.
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#3
Oh. Das... ging ja doch einfacher als gedacht.
Kýra hatte wahrlich nicht damit gerechnet, dass ihre Mutter sie so herzlich und mit offenen Armen empfangen würde. Viel mehr war sie davon ausgegangen, dass sie ihre Anwesendheit ablehnen und die Ruhe vor ihrer Tochter bevorzugen würde. Die Tatsache, dass dem nicht so war und sie sich anscheinend geirrt hatte, erwärmte  ihr Herz und augenblicklich zauberte sich ein Lächeln auf die Lippen der Braunen.

Kýra blickte zu den Fohlen, während Danae von ihnen sprach.
"Das ist erfreulich. Ich wünsche den beiden sehr, dass das Schicksal sie um eine langanhaltende Freundschaft bereichern wird. Wer weiß - vielleicht wachen die beiden eines Tages selbst einmal über Valeria.", antwortete sie und grübelte.
Es freute sie ungemein, dass Obsidian und Rhuen sich so prächtig verstanden und ihr Halbbruder anscheinend überhaupt kein Problem damit hatte, ein weiteres, fremdes Fohlen an der Seite seiner eigenen Mutter zu akzeptieren.
Ein wenig keimte das schlechte Gewissen in ihr auf. Sie war noch nicht lange daheim, dennoch hatte sie sich ihm viel früher vorstellen sollen. Etwas, das sie gerne nachholen wollte. Obsidian war ihr Bruder; dass er ein uneheliches Kind war, änderte für Kýra nichts an dieser Tatsache.
"Tut mir leid, dass ich so lange gezögert habe ihn zu treffen... Ich würde ihn gerne näher kennenlernen, wenn das für dich in Ordnung geht. Und keine Sorge - ich werde meine ketzerischen Gedanken für mich behalten und ihm stets vorbildliche Werte vermitteln..." Sie lachte. Es würde die Prinzessin tatsächlich nicht wundern, dass Danae um den geistigen und geistlichen Zustand ihres Jüngsten fürchtete, wenn er sich ein Vorbild an einer Kýra Valerius nahm. Danae war stets Vertreterin und Vermittlerin alter Tugenden gewesen. Dass ihre Tochter andere Ansichten von der Welt hatte, war Danae wahrscheinlich immer noch nicht ganz geheuer.

Ein tiefes, langanhaltendes und sehr bedeutsames Seufzen folgte auf die Frage der Altkönig.
"Den Umständen entsprechend geht es mir wohl gut.", antwortete sie. Sie wollte das Thema Celestial vorerst nicht weiter intensivieren, zumindest nicht im Bezug auf sich. Wenn ihre Mutter Redebedarf bezüglich ihrer älteren Tochter hatte, war dies natürlich absolut kein Problem und selbstverständlich für Kýra - aber sie selbst wollte allein mit dem Thema abschließen.
"Nero und ich haben uns gestritten und reden nun kein Wort mehr miteinander. Mal sehen, worin das noch endet...", berichtete sie knapp. Danae würde sich wahrscheinlich schon selbst denken können, was der Auslöser gewesen war, hatte sie doch ebenfalls den Ort des Geschehens verlassen, als Celestial gerade im Sterben gelegen hatte. 

"Aber lass uns nicht weiter darüber sprechen, denn wenn ich ehrlich sein soll, bin ich wegen etwas anderem hier.
Eigentlich wollte ich dich fragen, wie es dir geht, Mama. Ich... kann mir meinen Teil dazu natürlich schon denken, und ich wollte dich wissen lassen, dass du nicht allein bist. Wenn du sprechen möchtest, Hilfe bei den Kindern brauchst oder einfach nur stille Gesellschaft haben willst - ruf nach mir. Bitte."
Erst nachdem ihre Worte abgeklungen waren, bemerkte Kýra, dass sie ziemlich direkt mit der Tür ins Haus gefallen war. Aber im Prinzip war es ja auch egal. Dass sie ein direktes Wesen war, wusste ihre Mutter, und die Jüngere wollte kein Geheimnis um ihre Sorge um sie machen. Danae hatte so viel Verlust in ihrem Leben ertragen müssen - es war nun Kýras Pflicht, sie zu unterstützen.
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#4
Sanft lag der Blick aus hell blauen Augen auf den Fohlen, die etwas abseits aber in Rufweite sich miteinander Beschäftigten. Danae hatte mit bekommen, dass Syrix wieder da war. So gerne wäre sie zu ihr gegangen, doch sie wusste um ihren Standpunkt und das einst so stolze Herz war innerlich zerstört. Also nahm sie abstand, hegte die Beziehungen zum Volk, auch wenn ihr hier die Wildheit der Stuten so groß war.
Kyra begann zu antworten, zu reden. Ihr Fluss war fließend, mal etwas energischer, mal so sanft wie die ruhigste Stelle. Danae lauschte mit aufrechten aufgestellten Ohren, nickte zwischen durch, behielt den Blick aber sanft auf den Fohlen.
Erst hörte sie ihr einfach nur zu, nahm sich vor, auf ihre Fragen zu antworten.
Unendlich gut tat ihr die Stimme, die Erinnerung. Hatte sie sich so sehr abgewannt von ihrer Tochter? Der Tonfall in Kýras Stimme lies dies vermutet. Es war keinesfalls beabsichtigt.

Weder Rhuen noch Neros Halbbruder Obsidian werden über Valeria wachen mein Kind. Wir sind zu sehr zurück gegangen, zu sehr zerfallen, als das Obsidian die Möglichkeit erhalten würde, auch nur einen Huf in das Gebirge zu setzen. Er wird ein guter Soldat werden und das Land schützen, aber um zu Wachen wird er niemals die Changs dazu bekommen. dachte sich Danae als sie die Worte in sich aufnahm. Sie wusste, um welchen Preis man Obsidian gebracht hatte, welchen Preis sie ihn gebracht hatte. Weshalb die nächsten Worte ihrer Tochter sie mehr überraschten, als bislang.
Ungläubig nahm sie den Blick von dem helleren Fohlen und neigte das Haupt zur Seite, blickte voller mütterlicher Führsorge in die Seelenspiegel ihrer Tochter.
Aurelians Seele lag immer noch in ihr, das gleiche Feuer, die gleiche Leidenschaft. Wieder war es ein Schlag in ihr eh schon zerbrochenes Herz. Gerade jetzt, just dachte sie an die Höhle und das Gespräch mit Achos, verwischte diese Stimmen aber gleich. Ihr Lächeln war wohl erst einmal Antwort genug für die erwachsen gewordene Tochter, denn Kýra redete gleich weiter.
Sie war aufgeregt, das spürte die Mutter immer noch.

Den Umständen entsprechend… ja, Danae verdrängte den Tod ihrer Tochter sehr gut, zu viel Dunkelheit war bisweilen in ihr, sodass weitere keinen Platz mehr hatten. Ihre Liebe zu ihren Kindern war seit jenem Tag immer unabdingbar gewesen, aber Celestial hatte sie selbst nicht mehr sehen wollen. Für die Scheckstute war ihre Mutter gestorben. Vielleicht war nicht der Tod ihrer Tochter das eigentliche Drama, sondern das Versäumnis, ihr mitteilen zu können, warum Tao und Danae dies taten. Andererseits konnte Danae dies selber nicht beantworten. Wollte dies nicht, denn dafür hätte sie eben Aurelian die Schuld gegeben und dies war nicht vertretbar.

… haben uns gestritten… bekam sie über ihre Gedanken hinweg und blinzelte. Ihr Kopf hatte sich über die dunklen wirren Windungen hinweg wieder zu ihren Fohlen gedreht und gar nicht mit bekommen, dass die Worte aus Kýras Mund wieder kamen. Gerade wollte sie ihr Einhalt gebieten um dies näher zu erörtern, da war der Redefluss wieder.
Auf die hübsche dunkle konnte man nicht böse sein, denn sie erinnerte sich noch gut an ihre anfängliche Zeit mit Aurelian, wie er reden konnte wenn sein Herz nervös tänzelte. Seine Seele war wirklich in seine Tochter gefahren. Ob das nur gut gehen würde?
Konnte sie ihn so um Verzeihung bitten? Würde er ihr verzeihen?
Den alten Aurelian, IHR Aurelian, der würde ihr Verzeihen, der würde sie eng an sich ziehen, ihr die Tränen weg wischen und die Dunkelheit so lange weg küssen, bis sie innerlich hell strahlte. Er würde sich stark machen für Obsidian, er würde ihn groß ziehen wie Nero… Doch der Schatten zog in ihre Gedanken, denn sie hätte niemals für möglich gehalten, dass IHR Aurelian mir nichts, dir nichts verschwand. So lange hatte Danae gehofft, gebetet das er zurückkam. Coby damals hatte ihr dann das Herz gehöffnet und die Fuchst Stute hatte ihren Seelenpartner ziehen lassen. War überein gekommen, dass er zurückgekommen wäre. wäre es ihm möglich gewesen. Tod, blieb als einzige Möglichkeit in ihren Gehirnwindungen. Diese Trauer führte sie in Taos leben.

Wieder holte die Stimme von Kýra sie zurück. Bewahrte sie davor, zu ertrinken.
und ich wollte dich wissen lassen, dass du nicht allein bist sie spürte, wie die Wärme in ihr Herz kam, langsam, fließend und doch noch nicht genug. Aber sie war da. Nun verlor sich der hellblaue Blick in den dunklen ihrer Tochter. Wann war Kýra so erwachsen geworden? Wann nur? Auf ihrer Reise?
Am liebsten wäre Danae hier und jetzt zusammen gebrochen, heulend, wimmernd, wie ein Häufchen Elend, das sie nun einmal war. Aber ein bisschen Stolz und Würde war ihr noch geblieben und eine Mutter sollte und durfte vor ihren Kindern nicht in Trauer fallen. Obwohl ihr genau das wiederfahren war, an Celestials Beerdigung.
Hatte sie noch vor einigen Monden Angst gehabt, dass selbst Kýra sich von ihr abgewandt hatte, erfüllte diese Bekenntnis und Erkenntnis nun ihr trauerndes Herz. Als Herzenslächeln zog es sich auf die Lippen und in ihren Augen, ehe sie Ruhe einkehren ließ.

Sanft wehte der Wind über die Steppe hinweg, blieb in den kargen Bäumen hängen, rauschte wie ein Windspiel die Blätter aneinander. Hier und da hörte man das schnauben, schnattern und scharren der Fohlen. Sonst war es warm und ruhig. So ruhig wie lange schon nicht mehr. Danae hob ihr edles Gesicht und schloss zufrieden und Seelig die Augen, während dieser Wind, der eben noch so spielerisch mit den Bäumen war, sanft durch ihre Mähne strich.

“Du bereitest mir eine große Freude, wenn du deinem Bruder näher kommen willst. In diesen Punkt stehe ich sehr hinter dir. Er wird sich freuen, auch wenn ich ihm noch nicht alles erzählt habe, weiß er doch, dass du und Nero verwandte seid.“ ihre Stimme war so sanft wie der Wind, der eben noch über ihrer beide Felle strich, nur noch ein kleiner Nachklang von Finsternis war in jenem Ton zu verstehen, denn die Freude – eine ehrliche, wunderbare Freude – oblag den Vokalen ihrer Tonlage am ehesten.

“Mich würde es auch freuen, meine Tochter näher bei mir zu wissen, mir mit Obsidian und Rhuen zu helfen, wenn es deine Zeit zu lässt, liebes. Ich danke dir sehr, dass du mich nicht allein wissen magst“ hob sie sanft an, schloss schließlich doch die Lieder. Ein gebrochenes Herz brauchte lang um zu heilen. “Auch wenn ich diejenige war, die unsere Familie fallen gelassen hat. Es tut mir sehr leid!“ vielleicht hatte sie es bei Celestial verpasst, dafür aber hatte sie noch die Changs, Nero und Kyra um Verzeihung zu bitten. Vielleicht würde keiner der beiden Verstehen – Achos Wörter hingen dabei wieder und wieder in ihren Gehirnwindungen fest, wobei sie jene geflissentlich ignorierte – aber vielleicht konnte man wirklich bald wieder mit einander leben.
Trotz jener Dunkelheit brannte aber eine kleine Flamme in ihr, die Flamme einer Mutter, die immer noch ihre Kinder liebte und nicht ertragen konnte, wenn es Streit zwischen ihnen gab.
So schob sie die Dunkelheit beiseite um den Fokus zu halten. Ihr Kopf hob sich, die Ohren stellten sich auf. Es schien, als würde ihr Körper neue Kraft ziehen und ein alter, ferner Glanz stellte sich in ihren Augen ein.

“Nun erzähl, was für einen Streit habt Nero und du?“ sollte Achos doch recht behalten? Würde Kýras Geist an Neros Herrschaft zerbrechen? Aurelian fehlte überall. Da Danae das Volk meistens Mied, hörte sie auch keinen Klatsch und Trasch mehr. War also keinesfalls ‚up to queen‘. Eine Mütterlich-Königliche strenge lag in ihren Gesichtszügen die ein herumdrucksen nicht duldete.
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#5
Rhuen betrachtete sein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche. Er sah schlecht, aber selbst ihm fiel auf, wie optisch unterschiedlich sie waren. Sein neuer bester Freund Obsidian, der direkt neben ihm stand, blickte ebenfalls das kühle Nass, aber er schien etwas anderes zu fixieren. Wenn er genau hinschaute, erkannte Rhuen, dass sich etwas im Wasser zu bewegen schien.
"Was ist das da? Ein Frosch?", fragte er neugierig und kniff die Augen zusammen. Es ärgerte ihn, dass er so lange dafür brauchte, die Dinge zu erkennen - wenn er sie denn überhaupt erkannte. Es war so unfair! Er wollte auch gerne sehen, was um ihn herum geschah!
Angestrengt fokussierte er das sich windende Etwas, die Nase schob sich immer näher an die Wasseroberfläche, bis plötzlich...
Platsch - bumm!
... etwas aus dem Wasser schnellte und Rhuen frontal an der Nase traf.
"AU!", rief er aufgeregt, ehe sich Tränen in den Augen des Jünglings bildeten und er völlig aus der Fassung geraten zu seinem goldenen Ebenbild sah. "Dieser Fisch hat mich angegriffen, hast du das gesehen?!"
Er senkte den Kopf, rieb sein Gesicht an seinem Vorderbein. "Im nächsten Leben werde ich ein Wolf und esse dich auf, du doofer Karpfen!", rief er dem Fisch nach, der sichtbar das Weite suchte und bald von der Bildoberfläche verschwand.

Schließlich blickte Rhuen zu Obsidian und grinste - zwar mit den Tränen in den Augen, aber allmählich schwand der Schmerz in seiner Nase. Völlig aus dem Zusammenhang gerissen begann er zu erzählen, fiel ihm doch wieder etwas ganz Besonderes auf, als er seinen Ziehbruder so ansah.
"Ich finde, du hast eine tolle Farbe. Und Lady Danae auch. Bei uns gibt es bis auf ein paar Ausnahmen keine hellen Pferde - alles dunkle Wesen! Ich habe, bevor ich hierher gekommen bin, noch nie im Leben goldene Pferde gesehen, oder welche, die so hell strahlen wie die Sonne selbst - so wie du!", erzählte der Waise, als er im nächsten Augenblick hörte, dass eben genannte Stute sich mit jemandem unterhielt.
Er wandte kurz den Kopf um, vernahm eine dunklere Silhouette neben Lady Danae. Die Stimme war einer Stute zuzuordnen, und Rhuen glaubte sich an den Klang eben dieser erinnern zu können, wenn auch nur dunkel. "Psst, Obsidian!", flüsterte er und rückte näher an den Palomino heran. "Wer ist diese Frau dort? Kennst du sie?"
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#6
Einen ganzen Augenblick lang sagte die Stute nichts, ließ sich die Worte Danaes nochmals durch den Kopf gehen, ehe sie langsam ihr stolzes Haupt schüttelte.
"Weißt du - ich habe auf meiner Reise so viele verschiedene Lebensweisen und Kulturen kennengelernt. Von Polygamie, Zwangsehen, Unterdrückung, über Gesetzlosigkeit bishin zu einer Welt, in der unschuldige Kinder keine Bastarde sind, weil es dieses einfältige Denken dort gar nicht gibt. Ich habe so viele Weisheiten mit auf den Weg bekommen, von so vielen verschiedenen Göttern gehört. So viele Widersprüche... Nach allem bin zu dem Entschluss gekommen, dass es den richtigen Weg vermutlich gar nicht gibt, Mutter."
Nachdenklich blickte die Braune in den Himmel, ehe sich einer ihrer Mundwinkel anhob, wenngleich ein trauriger Ausdruck auf ihrem Gesicht lag.
"Bitte versteh mich nicht falsch - ich habe wesentliche Aspekte unserer Monarchie durchaus zu schätzen gelernt, als ich fort war. Aber ich denke, dass dein Weg nicht unbedingt falsch war, auch wenn er zufällig gerade gegen unsere Sitten spricht. Valeria ist nur ein kleiner Fleck auf der Landkarte dieser großen, weiten Welt. Anderswo würdest du nach wie vor als Königin gefeiert und verehrt werden, Obsidian wäre ein kleiner Prinz und niemand würde dich mit verächtlichen Blicken strafen, so wie sie es hier tun."
Sandfarbene Augen lagen auf dem goldenen Fell ihres Halbbruders, glitten musternd über seinen zierlichen, jungen Körper. Er tat ihr leid, wurde er doch ein Bastard geschimpft, obwohl er der Sohn der Altkönigin war. Und allem voran war er der jenige, der am wenigsten dafür konnte.
"Worauf ich hinaus wollte mit all meinem Gerede: aus meiner Sicht trifft dich keine Schuld, liebe Mutter. Im Gegenteil. Du warst stets aufopferungsvoll, hast gut für uns gesorgt und bist auch nach dem Verschwinden Aurelians stark für uns gewesen - immer. Und du bist es weiterhin... Für ihn." Mit einer Geste deutete sie lächelnd zu Obsidian.
"Ich bin nicht Nero und noch weniger bin ich Celestial. Ich finde ihr Handeln dir gegenüber nicht richtig, vor allem das meiner Schwester - Gott sei mit ihr.
Vielleicht würde ich anders denken, so wie sie, hätte ich meinen Vater kennengelernt und irgendeine Art von Bindung zu ihm, aber im Bezug auf ihn fühle ich nichts. Nichts als Leere.
Ich versuche die ganze Sache möglichst objektiv zu sehen und bin der Meinung, dass auch dein Herz nach all der Zeit wieder Freude empfinden darf. Es ist regelrecht unfair, gar heuchlerisch, dass sie dir dein Glück verwehren, während sie fröhlich lachend die Vorzüge Valerias genießen dürfen und sorglos durch das Leben schreiten - auf deinen und Neros Schultern. Du hast nichts falsch gemacht."

Natürlich. Auch sie wünschte sich lieber eine intakte Familie. Einen Nero, dem keine so schwere Last wie die Regentschaft über ein Königreich in so jungen Jahren auferlegt wurde. Eine Celestial, die gemeinsam mit Annaeus und Spartacus glücklich werden durfte, mochten ihre Ansichten in Kyras Augen noch so verrückt sein. Eine Danae, die stolz an der Seite ihres Gatten Aurelian Valerius über das Land herrschen durfte. Auch, wenn das Schicksal immer wieder zugeschlagen hatte, so hatte vor allem Aurelians Verschwinden so viel Instabilität in ihren Reihen mit sich gebracht. Nero meisterte seine Aufgabe hervorragend, keine Frage, aber vermutlich wäre es auch ihm alles ein wenig leichter gefallen, hätte man ihm mehr Zeit gelassen. Danae wäre glücklich. Was zum Himmel hatte den alten Greis dazu getrieben, sie zu verlassen? Welches Spiel spielte ihr vermeintlich guter Gott mit ihnen, wenn er ihnen völlig unerwartet den Vater, den Gemahl und zeitgleich den Herrscher über alle Lande raubte?
Sie verstand es nicht. Und vermutlich würde sie es nie verstehen, denn sie machte sich keinerlei Hoffnungen, dass Aurelian den Weg zurück finden würde, auch wenn sie es sich aus tiefstem Herzen wünschte.

"Ziemlich ketzerische Gedanken, nicht? Schickst du mich nun fort? Bist du nun wütend auf mich, oder kannst du mir ausnahmsweise verzeihen?", fragte sie, der Blick wieder auf Danae gerichtet. Sie war nicht darauf aus sich mit der Füchsin zu streiten, aber sie wusste, dass ihre Mutter stets den Glauben an Gott und das strenge Reglement Valerias vertreten hatte. Kyra war sich ziemlich sicher, dass ihre Worte Potenzial hatten Danaes Wesen zum Brodeln zu bringen, doch sie hoffte, dass sie mit ihrer Vermutung falsch lag. Sie wollte bloß ehrlich sein, und das war in ihren Augen kein Verbrechen. Erst recht nicht vor ihrer eigenen Mutter, nein.

Erneut folgte ein Seufzen. Jeglicher Widerspruch wäre vermutlich sinnlos, so musste Kýra wohl oder übel antworten - es brachte ja alles nichts.
"Er war wütend, weil ich zu Celestials letztem Atemzug nicht anwesend war - was ich, und das meine ich grundehrlich, inzwischen sehr bereue und mich selbst dafür ohrfeigen könnte, Mutter. Zumal ich zur Trauerfeier reichlich spät erschienen bin, weil ich schlicht und ergreifend keinen Nerv habe auf dieses ganze Gerede und die Blicke der anderen. Ich hasse diese Formalitäten, wenn mir etwas so nah geht und ich funktionieren soll, entsprechend bin ich wohl zu sehr aus der Haut gefahren und habe eine zu spitze Zunge ihm gegenüber riskiert. Er sagte, ich solle fortgehen und machen was ich will. Dass er mich nicht länger erträgt - mich und meinen Egoismus. Und Herr Gott, ich kann es ihm gewissermaßen nicht einmal verübeln..."
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#7
Es war ruhig.
Gemischt mit den flüsternden Fohlenstimmen, streichelte der Wind durch ihr Gehör, liebkoste es, nahm sie mit auf eine wunderbare Reise der Versuchung. Je unterbrochen durch Kýras Worte. Worte, über die sie überlegen musste, warum gerade jene gesprochen wurde. Kýras Reise, ja, Danae wollte dem auch noch Interesse schenken, doch wie kam ihre Tochter plötzlich darauf? Hatte die Alte etwas lauten lassen in dieser Richtung? Angestrengt dachte sie nach, während die Prinzessin weiter redete. Über Götter und Gottlosen, über Bastarde und nicht, über Polygamie – was auch immer das war! – die Wörter waren viele, die Danae noch nie gehört hatte. Dennoch blickte die Mutter ihre Tochter aufmerksam an, nickte, ihre wunderschönen samtigen Ohren nach vorne gerichtet. Den richtigen Weg… was wollte ihre Tochter damit sagen? Waren sie alle auf dem falschen? Aber wenn sie meinte, es gibt keinen richtigen… auf welchem liefen sie dann gerade? Viel wichtiger, was für ein Weg war es, auf dem sie sich gerade befanden?

Danaes Herz wurde schwer, als sie die Trauer in den Augen der Tochter sah, ein Fernweh, welches sie häufig in der Vergangenheit erblickte. Erkenntnisse die ihr das Herz noch weiter brachen, trafen just in ihre Seele ein. War Aurelian davon getürmt, weil sie die Monarchie so sehr liebte? Weil sie stolz auf das war, aus dem sie kam? Aber wenn dies stimmte, wäre sie doch niemals an seine Seite gekommen, hatte er das nicht gewusst? Danae hatte alles dafür getan, die Sitten und Bräuche des Königshauses auf zu nehmen, obgleich sie an die wahre Liebe glaubte, ganz allein wegen Ihm. Eine Liebe die es in den Regeln und Bräuchen nicht gab. Wenn Aurelian wegen ihr davon gelaufen war… niemals mehr würde sie sich dies verzeihen.
Ein kleiner Prinz… hörte sie Kýra reden und nickte mit einem träumenden, müden Lächeln. Er ist bereits mein Prinz, mein ein und alles… hörte sie ihr Herz rufen. Er durfte Fohlen sein, ohne die Attitüden des Könighauses, ohne dass man ihm das junge Leben stahl und zu einem König werden ließ. Das war es, was ihr besonders das Herz gebrochen hatte, als der Schwarze verschwand. Ihren Sohn zu sehen, wie er an den Lasten eines Königs zerbrach, jeder kleine Funken an Kindheit ihm geraubt wurde. DAS wollte sie verhindern, wenn sie es denn konnte.

Worauf ich hinaus wollte hörte sie ihre Tochter sagen und war nun ganz bei ihr. Mit glänzenden feuchten Augen nahm sie war, hörte sie, sog es in sich auf was ihre Tochter ihr gerade sagte. Dann jedoch zog sich abermals die Trauer in ihr Herz, als sie hörte, wie Kýra über ihren Vater sprach. Oh meine Tochter! wimmerte sie, während der edle Kopf sich hin und her wiegte und leicht verneinte. Die Prinzessin atmete aus, hatte sie geendet?
Danaes Blick legte sich auf ihre Tochter, ehe diese wieder Worte aussprach.

Jene Worte trafen sie hart, zuckte die alte Stute zusammen. Ihre Ohren drehten sich nach hinten, den Blick gesenkt, die Augen unter den halb geschlossenen Liedern verdeckt. Tränen, die ihr die Sicht versperrten, wollten zu Boden fallen.
So dachte ihre Tochter?
Dass Danae sie weg schicken würde, allein wegen ihrer Gedanken?
Wie gut hatte die Mutter jene Maske aufgehabt?
Wie gut hatte sie all ihre Familie täuschen können, dass man ein solch festes Bild von ihr hatte?
Beinahe vor sich selbst in die Flucht getrieben, nahm sie nur langsam ein Ohr nach vorne um der Tochter weiterhin zu lauschen, dieses Mal um den Streit der beiden Geschwister.

“Oh Kýra, wo soll ich nur anfangen?“ flüsterte Danae mit leicht brüchiger Stimme. Ihr stolz und die Warmherzigkeit einen Moment beiseitegeschoben. Trauer lag wie eh und je in ihrem Herzen. Dunkel, pulsierend und nach Licht gierend.

“Deinen Worten allen Ehren, aber der meinige Weg war für diesen Moment, diese Zeit und jene Monarchie einfach der falsche. Ich hätte niemals anmaßen dürfen – wie es eins getan – an die Liebe zu glauben. Ich habe mir selber den Käfig auferlegt…“ und damit mein Schicksal besiegelt dachte sie zu ende.
Es tat gut zu wissen, dass ihre Tochter nicht böse auf sie war aber es tat weh zu hören, wie zerstritten diese Familie geworden war.

“Ich werde immer für euch stark bleiben, für ihn.“ flüsterte sie, Kýras Satz aufnehmend.

Dann rollte die eine Träne durch ihr Fell, während sie versuchte, wieder zu ihrem Stolz zurück zu finden, wieder stark zu sein, eine Mutter eben, die jedes Unheil von ihren Kindern fern hält.

“Es bricht mir das Herz, dass du so von deinem Vater redest, aber vermutlich muss ich dies auch auf die Liste setzen, dessen Verschulden mir angedichtet werden kann.“ seufze sie ehrlich und blickte nun mit neuer Energie, voll Trauer und Sehnsucht in die Sandfarbenen Augen ihrer Tochter. In das Feuer der Valerius.

“Aurelian ist dir so ähnlich mein Schatz. Sein Feuer, seine Leidenschaft für das freie Denken, für die entfernten Welten… all das hat er dir vermacht. Wenn ich dich ansehe, denke ich Aurelian steht vor mir. Er war meine große Liebe und ich die seine. Sein Feuer brannte so hell, so klar. Du und dein Vater, ihr hättet euch so gut verstanden.“ mit diesem offenen Eingeständnis brach die alte Stute Türen bei sich ein. Rückblicke wurden deutlicher. Strenge und Güte Huf in Huf. Sie war es schuld, dass Celestial zu dem wurde, dass ihre eigene Tochter sie zuletzt geächtet hatte. Danae wollte immer nur das Beste für ihre Kinder und so ganz ohne Aurelian, wusste sie sich nicht besser zu helfen als ihnen das zu vermitteln, was sich als Könige gehörte. Die alte Zeit. Heute konnte die Fuchsstute einsehen, dass es der falsche Weg war, aber heute war es auch zu spät. Hatte sie wegen ihres Traumes alles verloren? Hatte sie so perfekt sein gewollt und damit jegliche Hoffnung der Liebe zwischen dem Schwarzen und ihr zerstört?
Auch Nero hatte sie so verloren. War es dann doch ihre Schuld, dass er diese große Last auf seinen jungen Schultern hat tragen müssen. Er den alten Weg gewählt und nicht die Spuren unter ihren eigenen des Vaters gefolgt war.

Angeekelt von sich selber, diese Erkenntnis zu spät in sich geöffnet zu haben, neigte die Alte den Kopf zur Seite und blickte gegen das Gebirge, hoch in den Himmel. Ob er ihr verzeihen konnte? Diese Fehler – all das Unglück über sie herein gebracht zu haben?

“Ich war nie Wütend auf dich meine Tochter, wie kann eine Mutter das je sein? Es gibt nichts zu verzeihen liebes, denn du warst immer du. Aurelian so eng mit dir verknüpft. Kannst du MIR verzeihen, liebes, dich immer anders behandelt zu haben? Wenn ich dich sehe, erblicke ich ihn. Es tut mir leid, so schwach gewesen zu sein, über meine Trauer hinweg zu kommen. Kannst du mir verzeihen?“ es war nicht mehr als ein Flüstern, ein gehauchtes Wort wie der Wind, der nur sachte über das Fell hinweg strich.

Hier standen sie nun, Tochter und Mutter, Prinzessin und eine alte zu Trauer zusammengefallene, ins Volk zurückdegradierte alte Königin. Kurz schloss die Stute die Augen, verschloss sie vor all dem Kummer dieser Welt, vor all dem Schmerzen ihres Herzens.
Erst als Danae die hellblauen Augen öffnete, stand darin die Schatten wie ein Mahnmal. Langsam glitten der Körper und der Kopf ihrer normalen Position, erhoben, stolz und offenherzig.
So sanft wie die Blätter im Wind, legte sich ihr Lächeln voll Güte zurück auf die Lippen.
Kýra vermochte den Blick deuten, in dem immer noch die tiefe Trauer stand, die sie eben noch offen gezeigt hatte.

Ein mildes Lächeln oblag den nächsten Sätzen: “Ihr seid die Kinder des Königlichen Geschlechts, voller Feuer und Leidenschaft. Der eine Mehr als der andere.“
Nero war voll härte. Er und Celestial waren als Fohlen schon gut miteinander klar gekommen.

“Nero und Celestial waren eng verbunden. Durch ihren Glauben den ich ihnen eingetrichtert hatte… dachte sie während ihre Worte weiter aus dem Mund stolperten. und ihre Jugend. Durch Aurelian und die Familie.“ Kýra war immer irgendwie benachteiligt gewesen.
“Ein Hengst kann seine Trauer manchmal einfach nicht anders einbringen.“ ihr Blick lag wieder auf den beiden Fohlen.
“Gib ihm etwas Zeit, er hat sonst keinen mehr außer dich. Vielleicht bist du einfach ehrlich zu ihm, so wie du gerade offen mit mir spricht. Nero ist nicht Celestial, sonst wäre ich vermutlich nicht mehr am Leben.“ sollte das gerade scherzhaft klingen? Wenn ja, war es zu ernst raus gekommen. Danae wusste, wie Celestial sie verachtete hatte.
“Sein Herz glaubt an die strickte Hierarchie in diesem Land. Du weißt es besser, aber er nicht. Das einzige, was er besitzt, sind die Erinnerungen an eine Zeit, die wir nie mehr haben werden.“ Und dank ihr, war nun alles vernichtet hatten, was sie als Zukunft hätten aufbauen können.
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#8
Regungslos und leise stand der kleine Goldene an der Seite des Schwarzen, den Blick ebenso wie dieser auf das Wasser gerichtet. Doch beobachten tat er in diesem Moment etwas anderes - aus den Augenwinkeln verfolgte Obsidian, wie Rhuen die Augen zusammenkniff und die Stirn in Falten legte. Seit sie zusammen waren, hatte er dieses Verhalten schon des Öfteren an seinem, neuen Bruder bemerkt und ihn irgendwann, als er sich lange genug Gedanken darum gemacht hatte, ob diese Frage vielleicht verletzend sein könne, darauf angesprochen. Entgegen Obsidians Befürchtung, hatte Rhuen vollkommen locker reagiert, nicht im Geringsten pikiert… so wie Kratos‘ Mutter, als er sie nach Kratos‘ Vater gefragt hatte. Die Reaktion der Weißen hatte den kleinen Hengst schwer aus der Bahn geworfen und seither war er vorsichtiger, wenn er mit anderen sprach. Es lag nicht in seinem Sinn, jemanden zu verletzen oder beleidigen. Danae hatte er davon nichts erzählt - sie hatte genug Sorgen und Obsidian wollte nicht, dass sie traurig wurde. Oder... noch trauriger.

"Nein, ein..." er kam nicht dazu, den Satz zu beenden, da war der Fisch schon aus dem Wasser geschnellt und hatte Rhuen mitten ins Gesicht getroffen.
"Rhuen!" bestürzt konnte er die Tränen in den roten Augen seines neuen Bruders ausmachen und instinktiv wollte er ihn in den Arm nehmen, wollte seinen Hals um seinen legen um ihn zu trösten, doch ehe er einen Schritt auf ihn zu machen konnte, war Rhuens schmerzerfüllte Überraschung schon in kurzweiligen Zorn umgeschwenkt - nur um dann gänzlich zu verpuffen. 
Helle Pferde? Obsidian, der gedanklich noch bei Wölfen und Karpfen war, brauchte einen Augenblick um zu verstehen, dass zwischen den Aussagen keinerlei Zusammenhang bestand und in seiner kleinen Brust legte sich Bewunderung über die Verwirrung. Wenn ihm dieser kleine Unfall zugestoßen wäre, hätte er sicher nicht so schnell seine Gedanken davon lösen können. Erst später, viel später, würde Obsidian erkennen, dass dies keinesfalls einer Trägheit seines eigenen Geistes zuzuschreiben war, sondern er schlicht und einfach nicht in der Lage war, ein so unbeschwertes Denken an den Tag zu legen.
"Wie... die Sonne." wiederholte der kleine Goldene und ein kurzes Lächeln bemächtigte sich der jungen Züge. Dieser Gedanke gefiel ihm. "Dann bist du der Mond, Rhuen!" sponn er den Gedanken weiter, ehe seine Aufmerksamkeit nun ebenfalls zu der neu Hinzugekommenen wanderte. Kurz blickte er zwischen ihr und seiner Mutter hin und her, abwartend, in welche Richtung sich die Natur dieser Begegnung entwickeln würde. Erst als er aus der Haltung der älteren Stute herauslas, dass sie sich über die Gegenwart der Braunen freute, hob Obsidian zu einer Antwort an. Ein leises Seufzen vorausschickend. "Das ist Kýra Valerius."  Obgleich er selbst sie noch nicht zu Gesicht bekommen hatte - die eine kurze Begegnung im Wald, als Rhuen zu ihnen gekommen war, zählte er nicht hinzu - war sich der kleine Palomino recht sicher in seiner Behauptung. Danae hatte ihm viel über die Monarchie und den Adel beigebracht und auch wenn es in der ersten Zeit viel zu viel Information für das Kind gewesen war, so hatte er sich mittlerweile doch eine recht gute Struktur innerhalb seiner Gedanken angelegt.
"Sie ist auch eine Tochter von Danae. Und die Schwester von Nero Valerius, unserem König."
Dass er den Terminus 'Schwester' nur in Bezug auf die Beziehung zwischen Kýra und Nero verwandte, und denjenigen 'Bruder' in Bezug auf Nero gänzlich vermied, war Absicht. Obsidian war jung. Aber nicht dumm. Obgleich ihre Mutter dieselbe war, gehörte er nicht zur Familie. Und war mit ein Grund, aus welchem Danae es ebenfalls nicht mehr tat.
Er musste bei diesem Gedanken ein Beben seines kleinen Körpers unterdrücken und war sich in diesem Moment sicher, dass es ihm nur gelang, weil Rhuen dicht an seiner Seite war und die Wärme seines Körpers ihn durchflutete. Vielleicht war Rhuen mehr 'Sonne' als Obsidian. In jedem Fall aber mehr 'Bruder' als Nero.

"Kannst du hören, worüber sie reden?" er wusste, dass es sich nicht gehörte, die Erwachsenen zu belauschen, aber irgendetwas an der Gestik seiner Mutter änderte sich, änderte sich so drastisch, dass Obsidian glaubte, er müsse gleich selbst in Tränen ausbrechen. Da er selbst jedoch nur vereinzelte Wortfetzen verstand, hoffte er auf Rhuens Hilfe. Seine Augen mochten schlechter sein, doch dafür war sein Gehör um Vieles besser.
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#9
"Das mag sein.", gab sie zurück und dachte über die klagenden Worte ihrer Mutter nach. Ja, die Braune konnte der Älteren nicht widersprechen wenn diese sagte, dass sie selbst für ihr Schicksal verantwortlich war  und für die Last, die sie zu diesem Zeitpunkt mit sich trug. Dennoch - es fiel der jungen Valerius schwer, das Leid der Altkönigin einfach so hinnehmen zu müssen, hatte sie ihr gebrochenes, einsam zurückgelassenes Herz doch nur trösten und sich einem neuen Glück hingeben wollen. Sie hätte es vermutlich nicht anders gemacht.
Nero hatte über seine Mutter geurteilt, Konsequenzen aus ihren Taten gezogen, und doch musste Kýra zugeben, dass sie vermutete, dass ihr Bruder sich hatte doch gewissermaßen von seinem Herz leiten lassen. Sie wusste, wie ihre ältere Schwester darüber gedacht hatte, wie sie ihre eigene Mutter verstoßen hatte und sie konnte sich leider Gottes auch denken, wie das Urteil Celestials ausgefallen wäre, hätte sie diese Entscheidung treffen dürfen. Zum Glück war dem nicht so gewesen. Kýra machte diese Tatsache, dieser Irrsinn ihrer Schwester unglaublich wütend, und sie ermahnte sich innerlich, nicht weiter auf diese gefährlichen Gedanken einzugehen, denn dafür war sie jetzt nicht hier.

Ihr Blick verweilte auf den schlanken Körpern der Fohlen, kam nicht um ein Lachen umhin, als der kleine Fremde einem Angriff eines Fisches zum Opfer fiel und klagend zu seinem goldenen Freund rannte, nur damit die beiden im nächsten Moment wieder gemeinsam gackerten.

Als Danae auf Aurelian zu sprechen kam, sah die Stute mit dem braunen Fell wieder zu dieser auf und lauschte deren Worten.
"Ähnliches hat Achos damals auch zu mir gesagt.", antwortete sie. Alle sagten sie es. Dass sie und ihr Vater sich doch so ähnlich waren, und doch konnte sie keinerlei Bindung zum Vorgänger ihres Bruders aufbauen. Er war ein Mythos für sie. Für einen kurzen Moment erwischte sich Kýra dabei, wie sich Trauer über ihr Herz legte. Warum? Konnte man Sehnsucht nach jemandem empfinden, den man schlichtweg nicht kannte?
Sie vertrieb diese Gedanken, wandte sich wieder der Fuchsstute zu. Sie wollte so gerne leugnen, dass Danae Schuld an Aurelians Verschwinden hatte, aber sie wollte sich kein Urteil darüber anmaßen. Für ihre Kinder war sie stets die perfekte Mutter gewesen, ohne jeglichen Einwand. Wie aber ihre Ehe verlief, das wusste Kýra nicht. Sie war damals ja noch nicht einmal auf der Welt gewesen. Dennoch konnte sie sich keineswegs verstellen, dass Aurelians Verschwinden Danaes Verschulden war. Nein, das war unglaubhaft.
"Vielleicht liegt das einfach in der Natur dieser Mistböcke. Sich aus dem Staub zu machen, wenn ihnen die Verantwortung langsam zu Kopfe steigt. Du weißt doch, wie Männer sind - unbrauchbar in jeder Hinsicht."
Ihre Worte waren der Valerius schneller über die Lippen gerutscht, als sie es eigentlich beabsichtigt hatte, aber letztendlich kam sie um ein Schmunzeln nicht umhin. Vielleicht war ihr Kommentar unangemessen gewesen, vielleicht aber war es auch gut, die Angespanntheit durch ein wenig Humor weichen zu lassen.

"Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan, aber du solltest dir nicht allzu viele Gedanken machen. Im Volk gibt es genügend gute Seelen, aber dir brauche ich das nicht zu erzählen. Und wehe irgendwem, er lässt irgendwelche Sticheleien gegenüber Obsidian fallen - dem gnade Gott, er hat mich an der Backe."
Kaum einen Augenblick später trat Kýra auf ihre Mutter zu, schmiegte sich an sie. Es war seit Jahren das erste Mal, dass Danae und sie sich so nahe waren, und ihr wurde erst jetzt wirklich bewusst: Sie hatte es vermisst.
"Danke. Weißt du, ich komme mir oft wie ein verfluchter Einsiedlerkrebs in dieser Familie vor. Es tut gut zu wissen, dass ich für dich immer noch deine Tochter bin.", gab sie offen zu und schloss für einen Moment die Lider, als sie spürte, wie ihr doch tatsächlich die Tränen in die Augen stiegen. Sie würde hier sicherlich nicht rumheulen - so weit kam es noch!
Hörbar atmete die Jüngere aus, nur um dann einen Schritt zurückzutreten und ihre Mutter lächelnd zu mustern. "Wollen wir ein Stück gehen?", fragte sie und deutete mit einem Nicken über die Ländereien vor ihnen. Kurz blieben die sandfarbenen Augen an den Bergen hängen, in denen sich das Refugium versteckte.
Danae hatte Recht - vermutlich musste gewissermaßen Zeit über die ganze Sache mit Nero wachsen. Zeit, die ein wenig Ruhe in die Gemüter einkehren ließ. Dennoch nahm sie sich vor, ihren Bruder möglichst bald für eine Aussprache und auch für eine Entschuldigung aufzusuchen.
Tja, manchmal bedurfte es wohl einfach nur einem mütterlichen Rat, um der Lösung eines Problems ein wenig näher zu kommen.
"Hast du in letzter Zeit mit ihm gesprochen? Irgendwie... Macht es mich ein bisschen traurig, dass ich ihm noch gar nichts von meiner Reise erzählen konnte, wenn ich ehrlich sein soll. Wie geht es ihm zur Zeit?", fragte Kýra. Die Ältere würde schon wissen, um wen es ging, ohne dass sie den Namen ihres Bruders aussprechen musste.
We are so accustomed to disguise ourselves to others that
  • • •   in the end we become disguised to ourselves
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#10
Rhuen strahlte sein Gegenüber förmlich an, freute sich über dessen Aussage, dass jener die Sonne wäre und er der Mond. Irgendwie gefiel ihm der Vergleich, auch wenn er nicht sagen konnte, warum das so war.

Aufmerksam lauschte er Obsidians Worten, als dieser erklärte, wer die kastanienbraune Dame dort bei Lady Danae war. Noch immer hatte er das Gefühl sie irgendwoher zu kennen, aber er konnte sich zum Teufel nicht erinnern, warum und woher. Sowas Blödes!
"Achso.", antwortete der Rappe kargen Wortes. Er hatte mehr Fragen, wollte gerne wissen, warum Obsidian die beiden erwachsenen Valerius-Erben nicht einfach Bruder und Schwester nannte, aber er hatte durchaus mitbekommen, dass in Valeria andere Gesetze herrschten als in seiner Heimat und sein Ziehbruder anscheinend nicht als Teil der Familie angesehen wurde. Ebenso wenig wie Danae. Warum eigentlich? Wie konnte eine Mutter denn nur nicht zur Familie gehören? "Komischer Haufen hier.", dachte sich Rhuen und schloss das Thema vorerst für sich ab. Er wollte zwar gerne mehr wissen, auf der anderen Seite aber befürchtete er, seinen goldfarbenen Bruder traurig machen zu können, wenn er weiter bohrte, und das wollte er unter keinen Umständen. Niemals!
"Keine Ahnung, irgendwelcher Erwachsenenkram...", antwortete er und spielte aufmerksam mit den Ohren, versuchte, weitere Wortfetzen der beiden Stuten zu erhaschen. "Sie reden gerade über die Familie... Glaube ich!" Aurelian. Celestial. Achos. Wieder so viele Namen, denen er kein Gesicht zuordnen konnte. Noch nicht. "Diese Kýra sagt, dass dich keiner ärgern darf, und wenn es doch jemand tut, dann vermöbelt sie ihn.", kicherte er und spitzelte fröhlich weiter. "Jetzt reden sie darüber, dass Lady Danae sich nicht so viele Sorgen machen soll. Und über König Nero. Anscheinend haben Kýra und er sich ein bisschen in der Wolle."

Zugegeben - Rhuen wusste, dass einige sich an seiner Fast-Blindheit störten und genervt reagierten, wenn er ewig für Kleinigkeiten brauchte oder einen minutenlang anstarrte, aber dafür waren seine anderen Sinne umso besser geschärft. Es erfreute ihn total, dass diese Tatsache Obsidian anscheinend nicht entgangen war. Vor allem aber machte es ihn stolz, dass er dem Palomino damit helfen konnte!

Als die beiden Stuten, Mutter und Tochter, Seite an Seite standen und ihre Hälse aneinander schmiegten, wandte sich Rhuen ab und wieder seinem goldenen Ebenbild zu - und tat es den beiden Damen gleich. Einfach so. Er knuddelte seinen Bruder sanft in die Seite. "Ich hab dich lieb, Obsidian. Danke für alles!", rief er und schmiegte seinen Kopf an dessen Hals.
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