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Let the darkness in
#21
Jetzt! dachte der Graue und blieb an der magischen Grenze stehen, während es allen Anschein nach von dem Braunen Besitz ergriffen hatte. Herr über das Leben!
Seine Zunge fuhr bedächtig über die Lippen, als er die Muskelstränge des Braunen zucken sah, er konnte den Herzschlag hören. Sie waren dort, alleine, unter diesem großen dunklen Himmelszelt.
Leichte Blutsucht breitete sich in dem kleinen Fohlen aus, nicht das Blut als solches sondern die Qualen, die Schmerzen, danach verlangte es ihn. Es war egal, ob derjenige Starb oder nicht, aber es gierte ihn danach, ihre Ohnmacht an zu blicken.
Spartacus machte sich bereit und hielt auf das Objekt seiner Begierde zu.
Er schaffte es erstaunlich gut – ohne das Kleine zu zerquetschen (was für Kratons etwas schade war).
 
Kurz schrie das kleine Häschen auf und dann, dann konnte sich der Graue an dessen Angst laben. Pure Angst und Schmerz griffen ihn an, statt zu fliehen, wälzte sich das Monster in diesen.
Genüsslich grunzend.
Groß wurden die Augen des Winzlinges, sein Geruch drang in die Nüstern und auch das Pochende, nein stolpernd rasende Herz des kleinen drang in sein Gehörgang.
Berauschend! geilte er sich daran auf.
 
Seine Miene jedoch blieb davon unberührt. Nur der Schimmer eines hässlichen frazigen Lachens lag in seinen Augen, während die Lippen stark aufeinandergepresst warum um sich nicht zu verraten. Irgendwann… irgendwann konnte er sein, wie er war, aber Mutter wäre enttäuscht von ihm, würde er die Masken nicht beherrschen, auf die sie so viel Zeit für ihn investierte.
 
Dann brach der Bann, als Spartacus den Hasen frei ließ. Die Enttäuschung und der Verlust wogen schwer, was er versuchte zu schlucken.
 
“Sehr gut, ohne ihn zu zermatschen!“ stieß er hervor und legte noch etwas in seine Stimme, was er bei dem großen Hengst gehört hatte. Stolz?
“Du bist wahrlich ein Talent!“ gehobene Worte für einen Meister an seinen Schüler – obgleich Kratos weder Meister noch Schüler war. Er war.. ein Dämon, ein Monster, ein Ungeheuer. Schatten die vergiften und Schatten die zerstörten.
Doch dieses Wissen drang noch nicht in seinen Kopf, denn es stand vorerst in den Sternen.
 
“Okey, schaffst du zwei hintereinander?“ nun zog er den Kopf etwas hinunter und war gespannt, was er auch zeigte. Gespannt, neugierig und aufmerksam.
 
“Du weißt, es bleibt unser Geheimnis, egal was passiert, diese Nacht wird die unsere sein!“ so gerne hätte er jetzt gelacht, aber es sollte ja Freundschaftlich sein und ihn nicht erschrecken. Sein Instinkt oder sein Monster sagten ihm dies.
Rabenherz der
Էᴉuƨϝԍʁuᴉƨƨ
#22
Es macht Spaß, wirklich es war aufregender als die Spaziergänge mit seinem Vater. Diese waren immer so - eintönig. Kratos verstand es etwas so banales wie eine Hasenjagd spannend zu gestalten. Er kannte Tricks und Kniffe um diese Fellnasen aus ihren Verstecken und Bauten zu locken, wie ein Fuchs heckte er eine List aus um die Tiere zu fangen. Ob er den Grauen bewunderte? Vielleicht. Kratos hatte eine unglaubliche Begeisterungsfähigkeit, die sogar den jungen Licinius in ihren Bann zog und ihm vom tristen Alltagsleben herausnahm. Der Graue verschaffte ihm Ablenkung  die innerhalb der Mauern des Refugiums fehlten. Er gab ihm Luft zum Atem, das Gefühl gebraucht zu werden. Kratos warf ihm keine mitledigen Blicke zu, so wie es alle anderen taten. Das  dunkle Fohlen war plötzlich oben auf dem Gebirgskamm erschienen, mitten in der Nacht. Ob ihr Treffen Zufall oder vom Schicksal gewollt war? Darüber konnte sich Spartacus nur den Kopf zerbrechen - viel wichtiger war jetzt aber, was Kratos zu sagen hatte. Das offensichtliche Lob sog er auf wie ein Schwamm, es tat gut Bestätigung für seine Taten zu erhalten. Spartacus Ohren richteten sich auf und seine Augen hefteten sich auf den anderen, die Mundwinkel zuckten - fast hätte er gelacht. "Zu viel des Lobes Kratos. Du bist wohl der einzig wahre Hasenjäger."

Spartacus war sichtlich überrascht zwei? er hatte schon für das eine Tier sein ganzes können einsetzten müssen, wie sollte er da also zwei Hasen hintereinander erreichen? Er brauchte eine Strategie. Seine Augen schielten zu dem Grauen hinüber. "Du hilfst mir." seine Worte waren bestimmt, er hatte einen Plan. "Stell dich ihnen in den Weg, nimm ihnen jede Fluchtmöglichkeit, während ich sie zu treffen versuche." Alleine würde er das nicht schaffen oder? Aber es war nur Fakt, dass man Verbündete im Leben brauchte, also warum sollte Kratos ihm nicht helfen wollen? Er würde diese nichtsahnenden Kaninchen direkt in die Fänge des Monsters treiben. Aber bevor es los ging hatte er noch eine Frage, doch Kratos kam ihm zuvor.

"Meine Lippen sind versiegelt. Wir wollen ja auch nicht, dass uns jemand den Spaß verdirbt." Da kam ihm doch gleich die junge  Achilléas in den Sinn.Wenn sie dies hier herausfinden würde, dann würde sie ihn mit anderen Augen sehen. Das musste er unbedingt verhindern!

Sei Blick heftete sich wieder auf Kratos, er wusste nicht ob diese Frage gerade so ausschlaggebend sein würde, aber die Antwort des Grauen interessierte den Licinius.
"Kratos, hast du schon mal getötet?"
#23
Wie recht er hatte, aber das durfte er nicht preisgeben, Mama meinte, viele Pferde konnten damit nicht umgehen. Also machte er das, was er zuvor bei jemand anderem gesehen hatte. Sein Kopf ging zur Brust, die Augen halb geschlossen, die Ohren nach hinten.

“Ach was, Spartacus. Wir beide sind gute Jäger!“ wischte er das Lob aus. Es stach in seiner Brust, dass er es nicht zu geben konnte, was er wirklich dachte. Das niemand so gut wie er sein konnte, da niemand das Spiel wirklich verstand. Keiner von allen war so gierig nach Schmerz wie er. Sein Monster wusste es, sein dunkles Ich, sein krankes Wesen. Ja, das wusste, dass er der geborene Psychopath war. Noch konnte der junge Hengst damit nichts Anfang. Für ihn war es nur seltsam dass keiner so war wie er. Nicht aber das er seltsam war. Kratos, das war das einzige, was er für gut hieß, was in seiner sonstigen Lehre drin war. Nur der schöne, junge Hengst, der alles konnte und nichts brauchte, außer diese paar wichtigen Tropfen von Schmerz.

Eigentlich sollte der junge vor ihm wirklich beide Hasen jagen, aber diese Erkenntnis des anderen war wohl auch akzeptabel. Diesmal ließ er das frazige Lachen auf seinen Lippen zu, das nach Freude aussah. Vorfreude aber empfand er nun, auf das, was da kam.

“In Ordnung“ kam es, wie er es bei den Soldaten gehört hatte heraus und seine langen stelzigen Beine stellte er gerade nebeneinander. “Sir!“ gab er aus und ein funkeln in seinen Augen war wahrzunehmen. Kratos wusste, dass er bald allen überlegen war, das würde er sein müssen, wenn er akzeptiert werden wollte. Oh ja, mit jeder dunklen Faser trachtete er nicht nur nach Schmerz und leid sondern auch nach Macht.

Spartacus ging auf seine Bitte ein. Der graue Nickte anerkennend und dann, neigte er seinen Körper um zu warten und bereit zu sein für das Spiel aller spiele, ehe Spartacus doch noch etwas fragte.
Ob er schon mal getötet hätte?
Nein! Aber wollte er es ihm sagen? Wollte er sagen – das finde ich ekelig? Nein, denn es war nur teilweise die Wahrheit. Ja, es war widerlich, wenn seine eigenen Hufe dem leben ein ende machten, aber er empfand es als unheimlich spaßig und aufregend zu sehen, wie das Leben langsam aus den Kaninchen weicht. Natürlich hatte er nie was damit zu tun gehabt, die zwei mal. Das eine mal war es ein Fuchs, den er gesehen hatte wie er das Karnickel am Hals packte und es langsam zu strampeln nachgelassen hatte. Wie es schrie und das Leben entwich. Allein dieser Gedanke ließ alles in ihm zum Leben erwachen, was sonst lehr und kalt erschien. Das zweite Mal ist das Vieh an vermutlichem Alter gestorben und Kratos war nur zufällig da gewesen – immerhin sind es seine Freunde und mit Freunden sollte man doch jede Nacht spielen oder nicht?

“Nein, Spartacus. Man darf nicht Töten! Wir töten nicht, niemals.“ gestand er und drehte die Worte genauso, wie Kratos dachte, dass der junge Hengst es hören wollte.
“Deshalb ist es wichtig, dass du weißt, wieviel Kraft du einsetzen  musst. Es sind Freunde, die Leben wollen. Wir spielen nur, weil man mit Freunden eben spielt. Aber wir töten nicht.“
Ja, so klang es doch gut, oh Mutter wäre so stolz auf ihn, oder?
Noch einige Augenblicke versuchte er all diese Ernsthaftigkeit in seinen Ausdruck zu legen, bevor die Vorfreude am Spiel die überhand nahm.

“So, nun lass uns beginnen, bereit?“
Rabenherz der
Էᴉuƨϝԍʁuᴉƨƨ
#24
Kratos Verhalten ließ die Mundwinkel des Braunen zucken,. die angelegten Ohren und die gesenkten Lider verliehen dem Junghengst ein gar zu unschuldiges Aussehen, man konnte dies sogar als niedlich ansehen, wäre da nicht sein verkorkstes Gehirn, welches bereits an dunklen Plänen schmiedete. Spartacus fühlte sich etwas unwohl, als Kratos sein Lob abwies und sie beide auf eine Stufe stellte. Er schüttelte leicht den Kopf: "Aber nein. Du bist viel erfahrener in diesem Spiel als ich. Ich hab noch einiges zu lernen" sagte er und senkte den Blick. Bei seinem ersten versuch war ihm das Tier entwischt, ein Fehler der hätte nicht sein müssen. Beschämt starrte er nun auf seine Hufe hinab. Er würde es dieses Mal besser machen, ganz bestimmt.
Ein Kichern verließ seine Kehle, als Kratos eine Bewegung nachahmte, die der Braune schon oft bei den Soldaten gesehen hatte. Strikt und geradlinig, die Stimme bestimmt. "Gut, dann mach dich bereit." Ein Grinsen zierte seine Lippen er hatte sichtlich Spaß daran sich mit dem Grauen ein Spiel auszudenken.
Der Körper des Junghengstes setzte sich in Bewegung und begann vorsichtig an einige Büsche anzuschleichen, die Ohren aber zu Kratos gewandt. Das Geäst war hier viel dichter und so würden die Kaninchen einige Sekunden orientierungslos sein, wenn Kratos sich ihnen in den Weg stellen würde.
Spartacus suchte sich nun einen geeigneten Punkt um im Unterholz zu verschwinden, von dort aus er die Tiere aufscheuchen würde. Oh ja, rennen würden sie alle und das kleine Herz würde sich vor Verzweiflung überschlagen. "Da bin ich ja beruhigt." Sein Herz schlug wieder etwas langsamer und der Druck um seine Kehle löste sich. Es war nur ein Spiel, ein kleiner Spaß, den sie hier betrieben, nicht mehr und nicht weniger. Niemand sollte zu Schaden kommen und sich ernsthaft verletzten. Verwirrt blickte er zu dem Grauen hinüber: "Freunde? Wie können Kaninchen unsere Freunde sein? Wir verstehen sie nicht einmal, welchen Nutzen hat dann diese Freundschaft?" Der junge Prinz verstand noch nicht so viel von der Welt, wie er es gerne glauben mochte. Freundschaft war für ihn ein Geben und ein Nehmen, wie sollte das also funktionieren, wenn man nur einseitig kommunizierte? "Aber gut, jedes Leben ist wertvoll und muss geachtet werden, nicht wahr?" Lenkte er nun ein und zuckte mit den Ohren. Diese Worte hatte ihm sein Vater beigebracht, als sie zusammen unterwegs gewesen waren und der junge Licinius hatte es sich zu Herzen genommen. Kratos schien diese Sache wirklich ernst zu sein und Spartacus nahm sich vor mit mehr Vorsicht und Bedacht an die Kaninchen heranzutreten.
Lange hatte er ihn warten lassen, seine Kehle fühlte sich schon ganz trocken an, Äste zerrten an seinem Fell, als er nun tiefer ins Gebüsch eintauchte. "Macht Euch bereit Soldat."

Mit geblähten Nüstern bahnte sich der dunkelbraune Körper den Weg voran. Die Ohren waren aufmerksam gespitzt und die Augen blickten suchend umher. Innerlich hoffte er Kratos würde sich nicht langweilen und zufrieden mit der ihm gestellten Aufgabe sein. Er würde ihn doch nicht erschrecken wollen und ihm aus dem Hinterhalt auflauern, nur um sich dann über sein Gesicht lustig zu machen... Oh nein! Kratos schien diese ganze Sache zu ernst zu nehmen, als das er sich so einen derartigen Spaß mit dem Dunkelfuchs erlauben würde. Nach einiger Zeit stieß Spartacus auf Spuren die ihn bekannt vorkamen, es war die Pfotenabdrücke der Langohren! Vorsichtig und so leise wie möglich folgte er den Abdrücken und fand tatsächlich bald ein braunbefellten Langohr. Oh, heute musste wohl ihr Glückstag sein, unweit von dem einen war auch noch ein zweites! Ein Grinsen huschte über sein Gesicht, die Tiere hatten ihn noch nicht bemerkt. Er musste die beiden gleichzeitig in Kratos Richtung scheuchen. Kurz überlegte er, ob er es nicht wie ein Krieger mit Kampfschrei versuchen sollte, aber dann erinnerte sich der Braune an das Adelsmädchen, welche es geschafft hatte ihn mit einem simplen Wort zu Tode zu erschrecken. Also sprang er auf die zwei Kaninchen zu: "BUHUUU!" Der eine Braunpelz rannte sofort los, der andere war so erschrocken über die Stimme in seinem Rücken, sodass es plötzlich in die Luft sprang und Spartacus mit den Hinterläufen am Nasenrücken traf, vorauf hin es auch seinem Artgenossen nachjagte. Frustriert schüttelte er den Kopf und preschte los: "Kratos mach dich bereit!" rief er und ein Grinsen voller Vorfreude umspielte seine Mundwinkel.

Er traf das erste geflohene Tier, weil es panisch wieder in seine Richtung gerannt war, er hielt es einige Sekunden fest, ehe er weiter zu Kratos auf die Lichtung rannte. Das braune Tier schlug vor dem Grauen  einen Haken und war im Begriff unter den Beiden von Spartacus hindurchzuflitzen, doch der Prinz war etwas schneller und schaffte es noch das fliehende Tier mit dem Huf zu streifen - das musste doch jetzt als berührt zählen! "HA!" Stieß er hervor und hob stolz den Kopf. "Das war super Kratos!" Er lächelte und überspielte damit seinen Unmut über die schmerzende Nase, die immer noch höllisch pochte!
"Können wir öfter zusammen spielen?" Fragte er aufgeregt und in seinem Kopf spukten bereits die tollsten Ideen herum. "Du musst mit mir ins Refugium kommen, da ist auch vieeel Platz zum spielen!" Seine Stimme wurde etwas leiser, er hatte sich einfach aus den schützenden Mauern hinaus geschlichen. "Eigentlich darf ich gar nicht alleine raus, weißt du?" Spartacus hatte sich eh schon gewundert, warum Kratos alleine unterwegs war, hatte er etwa keine strengen Regeln zu befolgen - oder hatte er sich auch heimlich davongemacht?
"Sag mal, was hältst du von König Nero?" Der König war zu seinem Lieblingsthema geworden, Spartacus himmelte den schwarzen Hengst schon seit seiner Geburt an. Nun war die Aufregung in seinen Glidern etwas gesunken und sein Kopf begann wieder zu arbeiten. "Willst du ihn treffen? Ich kann ihn dir vorstellen! Er ist der beste Onkeln überhaupt uuund so cool!" Er würde bald platzen, würden die Worte noch länger unausgesprochen bleiben: "Aber mein Vater ist noch besser, aber den kennst du ja bestimmt!" Er suchte den Blickkontakt zu dem Grauen: "Und wie ist dein Papa so?"
When sparks begin to fly, Oh the flames they multiply, Well I'm burnin' up alive
"I'm a living legend!"
#25
Vorfreude kroch wie sengende Hitze durch seine Venen. Ließ ihn leicht erzittern, als die Worte des Braunen wie Wasser in diese Hitze goss. Aber nein. Du bist viel erfahrener in diesem Spiel als ich. Ich hab noch einiges zu lernen schallte es in seinem inneren wieder und wieder. So gerne hätte er einmal das gemacht, was er machen wollte, wofür er geschaffen war. Ein Lächeln, nur das eine mal, ein breites, hässliches Lächeln, doch Mutter hatte ihn mehr als einmal gewarnt. Du hast recht mein Freund dachte er sich also nur und verzog keine Miene, ließ es einfach über sich hinwegschwappen. Beinahe hätten seine Muskeln los gezuckt, als der Braune sich in Bewegung setze. So gerne... fixierend beobachtete er, wie Spartacus sich ins Gebüsch aufmachte. Lange kratzige Äste die über sein Fell schabten, leicht hinüber kratzen mit schaurigen Krallen.
Komm ich lad dich ein, du süßer purer Schmerz! jaulte es in ihm auf, ehe sich die Blicke der beiden Fohlen trafen und der Graue nichts als lehre in sich hatte. Ein kurzes Nicken.
Diese Anspannung war spürbar, greifbar, so erregend... und dann schlagartig vernichtet, als er doch tatsächlich diese Freundschaft mit anderen Wesen definieren musste. Warum?
Wolkenkuschlerei! spuckte es in ihm Gift und Galle, ehe er die Augen theatralisch und sichtbar rollte.
Tief sog Kratos die Luft ein, als er darauf eine Antwort geben wollte, aber wieder je von dem anderen Hengst unterbrochen wurde, der es sich bereits selbst beantwortet hatte.
Gut... und nun los!
Schrie es in ihm und er neigte leicht den Kopf, stellte die schlacksigen Fohlenbeine breit auseinander um so besser über die Ebene zu blicken.

Der Körper verschwand endlich im Dickicht um nach den Hasen ausschau zu halten. Angespannt folgte er den Geräuschen, die der kleine machte. Diese waren ganz schön laut. Ein Jäger würde er niemals werden. Dabei hatte er doch ein ebenso gutes Vorbild an der Seite wie er selber? Seine Mama Apiasante konnte mit solch federleichten Tritten daher stolzieren, dass man sie gar nicht hörte und Tante Asariel tat dem in nichts nach. Mama meinte immer, das mache den Adel aus, nicht diese Bauerntrampel die alles niederwalzten. Soweit er sich aber erinnern konnte, war Spartacus kein Bauerntrampel. Er war der Sohn, der gestorbenen Prinzessin. Demnach also auch ein... Prinz?
Dieses ganze Adelsgeplänkel ging ihm gerade sehr auf die Nerven und machte den Kopf nur unnütz voller.
Konzentration Dunkler... Konzentration! drang eine dunkle, männliche Stimme in seinem Kopf, eine die er nicht zu ordnen konnte ihm aber dennoch vertraut schien.
Jetzt bin ich Kopfkrank! flüsterte das Spinnenfohlen zu sich und zuckte zusammen, als das laute Buhhhh aus dem Gebüsch zu hören war.
DAS würde er aber niemanden sagen!

Direkt darauf folgte die Aufforderung sich bereit zu machen. Oh das war er, so etwas von Bereit, bereiter war keiner! Schnell wurde sein Herz wieder ruhiger und er erblickte die Hasen. Noch etwas erblickte er beinahe gleichsam und das erregte mehr Freude in dem Kranken Fohlen als das es zur Hasenjadt gilt... da war Vorfreude in seinem Gesicht. Freude auf das was kam, Freude auf die Jagt. Kratos Samen war gepflanzt. Nur ein kleines Körnchen, nur ein kleines, etwas, ein bisschen, doch es reichte. Es würde reichen, egal was da noch kam. So entstand eine Verbundenheit. Eine geheime Bruderschaft.

Genau! Die geheime Bruderschaft! schoss es ihn im Kopf und etwas fauchte und knurrte in ihm.
Beide Hasen waren schnell und forderten seine volle Aufmerksamkeit. Er beobachtete, wie Spartacus seine Beine bewegte – natürlich in der Hoffnung er würde sich verletzen – und war sehr angetan von dem Streiftritt am ende, bevor er sein HA ausstieß.
Er war sehr erfreut, Kratos auch, das aber gab er vorerst nicht zu. Mit dunkler, starrer Miene hob er den Kopf, blickte streng wie er es bei den anderen Hengsten gesehen hatte auf seinen Schüler hinab. Der mickrige Hals leicht angerollt, die Nüstern aufgebläht. Ohren spitz in die Höhe gestellt, ehe er keck aufprustete.
Zwei – drei Herzschläge hielt er diese Miene aufrecht, dann ließ er alles Sacken und lachte. Lachte aus vollem Halse. Es klang bestimmt etwas unheimlich, aber das Gesicht des Anderen sah in dieser Situation schon sehr ulkig aus.

“Spartacus, DAS war der Hammer!“ kicherte er während sein Körper mit hoch erhobenem Schweif und hoher, federnder und beinahe schwebendem Trab um den Braunen herum schwirrte.
Dann aber, bei den Worten des anderen, brach wieder stille ein. Irgendwo in den Büschen zirpte eine Grille, Wind flaute auf, zog an seiner verstruppten Mähne.
Wieder wollte er auf das Thema Refugium antworten, doch dann kam er mit der Frage zu König Nero und noch schlimmer, er sprach über Väter.
Innerlich begann es ruhig zu werden. Gefährlich ruhig. Da war nichts mehr. Kein Hass, keine Sucht, kein Mitgefühl – letzeres kannte er so oder so nicht. Langsam spannten sich nur die Muskeln an, die Ohren drehten sich nach Hinten, seine Augen wurden lehr, kalt, verbittert... nein, eher Tod.

Du musst Leben! Spiele, spiele das Spiel der Masken! seine Mutter, die Stimme des Sterns. Ja, sie hatte recht, er durfte nicht sein wahres Ich zeigen, er durfte das Monster was er war, der Bastard nicht aus sich heraus lassen. Über alles stehen, immerhin war er ein Achilleas, ein Adliger, ein Fohlen der schönsten Stute dieses Landes. Er musste Stolz sein, auf sich und seines Blutes.

Bittersüß zog sich die Mundwinkel zu einem Lächeln zurück. Fohlen, dumm, klein, total Naiv, dass kannst du, Kratos!
“Weiß du, ich habe eben noch gedacht, dass wir ein... eine Bruderschaft eingehen könnten. Eine Geheime, damit das noch spannender wird. Damit wir immer zusammen spielen können. In den Schatten, so die dunklen Beschützer Valerias... vor bösen Pferden, die unseren Eltern etwas noch böseres tun wollen.“ quatschte er nun drauf los, legte viel Gefühl in seine Stimme. Vorfreude, Kindlichkeit, Spaß, träume. Tatsächlich kannte er davon nichts. Er hatte keine Träume, hatte keine Freude. Jedenfalls nicht diese kindlich naive Ader. Das was er spielte, war abgeschaut. Abgeschaut von ihm, dem Goldenen oder seiner Cousine. Gerade seine Cousine war sein Lehrbuch. Die braune Stute war hübsch und jeder liebte sie. Jeder mochte sie. Ihn ignorierte man, hatte abscheu im blick. Also musste er sich die Gefühle der anderen aneignen. Perfekt.
“Außerdem hätte ich dann auch einen Papa wenn wir Brüder wären. Geheimbrüder. Einen Geheimpapa!“ das musste nun etwas trauriger klingen, nicht war?
“Mama spricht nicht über meinen Papa. Ich muss aber doch wirklich einen haben oder?“ grübeln bot eine Pause in der er sich wieder sammeln konnte. Schließlich schüttelte er den Kopf und hob den Kopf wieder an.

Ja, König Nero ist schon cool! Groß und Stark! Meinst du, er würde mich mögen?“ Unsicherheit, los! uh, dieses spiel schien ihn noch mehr zu gefallen als die anderen. Warte, da war noch etwas!
“Ich glaub, ins Refugium dürfen nur Prinzen... darfst nur du.“ er lies bedauernd die Ohren hängen und blickte hoch in den Himmel. “Aber hier, in der Nacht, wenn alle Schlafen und die Schatten größer werden, sind ja eigentlich alle Gleich. Dann kann man bestimmt versuchen sich zu treffen...!“ das war, Hoffnung, oder?
Rabenherz der
Էᴉuƨϝԍʁuᴉƨƨ
#26
Ein Cocktail aus den verschiedensten Gefühlen strömte durch sein Gehirn. Freude, Unsicherheit, Wut, Enttäuschung, Verwirrung...Überraschung. Spartacus wusste einfach nicht wie er den Grauen einordnen sollte, wie er zu ihm stand und was noch viel wichtiger war, wie Kratos selbst ihn beurteilte. Unter dem strengen Blick seines schlacksigen Lehrmeisters schien der Licinius einzuknicken und brach den Blickkontakt ab, schaute beschämt zur Seite. War er nicht gut genug gewesen? Er wollte doch auch so klug und geschickt wie Kratos sein, sodass sich sein Vater keine Sorgen um seinen einzigen Sohn machen musste. Kratos schien viel belastbarer als es der braune je sein könnte, er hatte es sogar geschafft ihn aus seinem Schneckenhaus heraus zu locken.

Der braune Fohlenkörper zuckte zusammen und sein Blick heftete sich ungläubig auf Kratos. Er lachte. Es klang so unwirklich, sodass Spartacus selbst nach Lächeln zumute war. Lachte der Graue ihn aus, lachte er über seine Ungeschick den Hasen richtig zu treffen?
Doch dann drangen seine Worte an Spartacus Ohren und überrascht stellte er diese auf...er hatte ihn gelobt - schon wieder? Wie ein Insekt begann er ihn zu umkreisen und der Prinz kam nicht umhin selbst zu lachen, er wusste nicht genau warum, aber ihm war einfach danach zumute, ob des Lobes oder dem ulkigem Verhalten Kratos´...egal!
Die Freude blieb ihm im Halse stecken, als sein Gegenüber plötzlich verstummt war und nicht mehr wirklich amüsiert aussah, war er mit seinen Worten zu vorschnell gewesen? Spartacus ging erstmal ein wenig auf Abstand, sein Körper war ebenfalls angespannt. Bedrohlich wirken, das konnte er auch! Da stand er Kratos in nichts nach! Er setzte zu versönlicheren Worten an, wollte er doch keine handfeste Auseinandersetzung provozieren. "Das..." Er versummte "Es tut mir leid" oder ein "das wollte ich nicht" kam ihm in den Sinn, aber das erneute Lächeln des anderen ließen ihn seine Worte nicht aussprechen.

Der Braune hörte zu, aufmerksam waren seine Ohren gespitzt, und mit jedem Wort, dass Kratos verlor zogen sich seine Mundwinkel ein weiteres Stück auseinander, bis Spartacus aus dem Lächeln nicht mehr herauskam. "Die dunklen Beschützer Valerias!" Aufregung mischte sich in seine Worte mit ein und der Licinius kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus: "Wir jagen die Bösen genauso wie diese Hasen!" Voller Euphorie sprang Spartacus um den Gleichaltrigen herum und tat seine Freude über dessen genialen Einfall kund.
 
Anscheinend schickte Kratos ihn auf eine Achterbahn der Gefühle - Spartacus hielt in der Bewegung inne. Einen Geheimpapa? Er wollte aber Annaeus mit niemanden teilen! Nicht mal im geheimen, er war SEIN Vater und sonst von niemand anderem! Diese Idee des Grauen fand der Prinz dann doch nicht so toll und das Lächeln verschwand, seine Mimik wurde nichtssagend. Gekonnt ignorierte er diese Äußerung, erwiderte daraufhin nur ein Zucken seiner Ohren.
Kratos Frage brachte den Braunen ins grübeln und er war nun nicht mehr so streng, sah von den vorherigen, vielleicht unbedacht ausgesprochenen Worten ab. "Sicher." Er nickte und tat es dem Grauen gleich, hob seinen Kopf gen Himmel: "Irgendwo auf dieser Welt wird dein Vater schon sein." Spartacus suchte abermals den Blickkontakt: "Mein Onkel, König Nero, wird dich sicher mögen. Er MUSS und wird dich mögen, da du ja nun..." Er überlegte seine folgenden Worte genau und strahlte den Grauen dann im nächsten Moment freudig an, "mein Freund und Geheimbruder bist!"

Spartacus wollte schon zu Kratos gehen und ihn ein wenig trösten, er klang traurig, aber der Braune hielt sich zurück, obwohl sie beide nun Geheimbrüder waren, war sich der Braune immer noch nicht sicher, wie er den Grauen einzuordnen hatte. "Irgendwann..." Versuchte er ihn aufzumuntern, "schleichen wir uns gaanz leise ins Refugium rein. Nur du und ich." Es war ein Versprechen, was er hiermit Kratos gab und er würde sein Wort halten.
Ein erneutes Treffen? Seine Ohren stellten sich auf "das klingt toll! So machen wir das." Ein verschwörerisches Grinsen legte sich auf seine Lippen "Bruder."

Sein Kopf wandte sich gen Himmel und er atmete die kühle Nachtluft ein, welch wunderbare Zeit es mit seinem neuen Freund gewesen war. Seine Ohren drehten sich in Kratos Richtung: "Ich sollte jetzt zurück gehen..." war da Wehmut in seiner Stimme? Sicher. Er wollte noch länger hier oben verweilen und Hasen jagen, aber es würde nicht mehr lange dauern und seinem Vater würde sein unerlaubtes Fehlen auffallen. Er würde mit Leibwächtern nach ihm suchen kommen und ihn an den Ohren ins Refugium zurückschleifen. Der Prinz seufzte.
Sein Kopf wandte sich herum, musterte den grauen Körper seines Freundes. "Wir sind jetzt Brüder, nicht wahr? Wir passen von jetzt an aufeinander auf." Er nickte entschlossen, ehe er langsamen Schrittes Richtung Refugium aufbrach. "Wir sehen uns Kratos." Dann trabte er an und machte, als er aus dem Sichtfeld des Grauen verschwunden war, ein paar freudige Gallopsprünge. Sein Abgang war ja sooo cool gewesen!
When sparks begin to fly, Oh the flames they multiply, Well I'm burnin' up alive
"I'm a living legend!"
#27
Er hatte es geschafft. Er hatte nun einen Bruder. War das so etwas wie Stolz in seiner Brust? Tief sog er die Luft um sich herum in die kleinen, aber weit geöffneten Nüstern, während er Spartacus nachsah, wie er ihn verließ, hoch hinauf ging in sein Leben als weiterer Prinz. Kronprinz sagte Mama.
Er hatte bestimmt ein viel besseres Leben… Kopf hoch kleiner, du bestimmst darüber, wie scheiße dein Leben ist oder nicht! krächzte es in ihm und er wiegte leicht seinen Kopf.

“Stimmt, mein Leben ist genauso toll, besser!“ denn regeln und große Gefühle brauchte er nicht. Er war Kratos, Kratos Achilleas, Sohn von… wem auch immer und Apiasante Achilleas! In ihm tobte die Dunkelheit, schwarz gegen schwarz.
Keiner wusste, wie er wirklich fühlte, was er fühlte.
Auch sein neuer Bruder nicht, noch nicht.
Dafür würde der Graue schon sorgen.

Dunkle Beschützer Valerias… dachte er und ein lächeln stahl sich auf die Lippen. Es hatte krankhafte Züge. Fahle Augen fixierten die immer kleiner werdende Siluette, bis Spartacus aus den Augen, aus dem Sinn war.
Hinter ihm ertönte ein kreischen, ein knurren, ein pfeifen und sofort wand er den Kopf.
Fuchs! langsam trabte er in jene Richtung aus der er die Geräusche gehört hatte.
Vorfreude, unbändige Lust auf Spaß.
Und dann sah er sie, den Fuchs und den Hasen.
Leben, welches ausgequetscht wurde, die letzten panischen Züge.

Sein Lächeln wich nicht, es wurde breiter. Dahin würde er ihn auch noch bringen, dass es Spaß machte, weh zu tun, Spaß machte zu töten, obgleich es verboten war. Doch er hatte begonnen – unbewusst – einen Samen zu pflanzen. In Spartacus, in ihm.
Ein Band, das hoffentlich noch lange hielt und das Monster in ihm so sehr daran glaubte, dass er den Prinzen umändern konnte. Ob dies so war, würde die Zukunft wissen. Aber eins wusste Kratos, als er das Blut sah… er würde es immer lieben. Immer.

Langsam begab er sich zum Schlafplatz von Mutter, als der Fuchs zu fressen begann. Das nämlich war dann doch zu ekelhaft. Noch lange waren seine Gedanken bei Spartacus. Freundschaft und verrat. Konnte Spartacus tatsächlich so etwas wie ein Freund, ein wahrer Bruder werden?
Er hoffte es.


BEENDET

Rabenherz der
Էᴉuƨϝԍʁuᴉƨƨ


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