I. Die verlorene Tochter
#1
I. DIE VERLORENE TOCHTER

Ein Jahr ist in das Land der Valerius gezogen. Nach dem Mord an Tarestostes Achilléas, richtete König Nero über den Mörder des ehemaligen Heerführers, verurteilte ihn zum Tode und hoffte, dass sein Volk sich von diesen Umständen schnell erholen würde. Er ernannte seinen langjährigen Freund Annaeus Licinius zum neuen Heerführer und forderte seine Schwester Celestial dazu auf, Annaeus noch im gleichen Monat zu heiraten. Kurz nach der Hochzeit erreichte das Königreich die Nachricht, dass Celestial trächtig war und bald schon einen Licinius-Erben gebären würde. Diese Neuigkeit sorgte für neuen Mut unter dem Volk und immer häufiger hörte man ein Lachen, statt einem besorgen Raunen, was den König glücklich stimmte.
Die Mutter des Königs, Danae, wurde wieder zum Teil des Volkes, nachdem ihr Sohn sie des Refugiums verwiesen hatte. Ihre Liaison mit dem nun schon längst verschwundenen Tao trug Früchte, sie war trächtig. Auch Apiasante Achilléas wurde trächtig und das von keinem geringeren als von Xanthos, der neben dem Heerführer auch einen Einzelgänger und den ehemaligen königlichen Leibheiler Coby tötete. Doch das ist ihr kleines Geheimnis. Wie sie den Bastard vor dem König erklären wird, steht in den Sternen. Doch auch ihre Schwester Asariel Achilléas war trächtig und das von dem verstorbenen Tarestostes. Nero hat ihr natürlich angeboten bei ihm und seinen Leibeignen zu bleiben bis das Fohlen da ist.
- - -

Vor wenigen Stunden erreichte das Volk die Nachricht, dass Celestial Licinius an den Folgen des hohen Blutverlustes bei der Geburt gestorben ist. Ihr Körper konnte sich selbst eine Woche nach den Strapazen nicht erholen. Ihren letzten Abend verbrachte sie zwischen ihrem Bruder, Nero Valerius, ihrem ersten und einzigen Fohlen und ihrem Gefährten Annaeus Licinius. Ihre Schwester Kýra Valerius ertrug den Anblick nicht und rettete sich in den heiligen Hain. Alle sind in großer Trauer und pilgern zum Refugium des Königs.

Die Sonne kommt zwischen den Wolken hervor und es hat seit einigen Tagen nicht mehr geregnet. Die Temperaturen liegen zwischen 8 - 10°C am Tag. Alle Fohlen die dieses Jahr auf die Welt kommen sollten, sind bereits seit wenigen Wochen da und in dem Königreich begrüßt worden; einzig und allein Apiasante muss sich noch vor dem König rechtfertigen. Der leblose Körper Celestials ist unter einem der großen Kirschbäume gebettet, der bereits schon Blüten trägt.
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#2
Der Blick des Rappen lag starr auf den Eingang des Refugiums, einen tiefen Atemzug nach dem anderen nehmend noch nicht realisierend was in den vergangenen Stunden passiert war, nicht verstehend warum das passierte was passierte. Wo war ihr verdammter Gott wenn sie ihn am meisten brauchten? War Celestials Zeit tatsächlich gekommen oder aber spielte man ihm einen üblen Streich? Hatte er gesündigt? Wieso hatte ein neues Leben ein anderes eingefordert? Eines, das noch lange nicht so weit gewesen war zu gehen, hatte sie doch noch viele Jahre als Mutter vor sich gehabt.
Der Blick von Nero löste sich von dem Eingang, strich zu seinem Schwager und besten Freund, der zusammen mit seinem Sohn in der Nähe des, unter einem blühenden Kirschbaum gebetteten, Leichnam stand und es wahrscheinlich selbst nicht so genau glauben konnte, dass die Stute die er liebte von nun an nicht mehr unter ihnen weilte. Nero hatte schon immer diese leichten Schwingungen wahrgenommen die von Celestial und seinem Freund Annaeus ausgegangen waren, hatte ihnen mit seiner Entscheidung letztlich wahrscheinlich sogar einen Gefallen getan und bei Gott, sie hatten so glücklich ausgesehen, so verdammt glücklich. Sie hatten sich gefreut als man Celestial bestätigt hatte, das sie wahrhaftig trächtig war. Und nun? Das Glück lag in Scherben vor ihren Hufen. Gavríil sprach vom ewigen Kreislauf des Lebens, Nero von einem Raub an ihm und seiner Familie.

Und nun warteten sie. Die Nachricht über Celestials Tod wurde von zwei seiner Leibgarden an den Volkssprecher weitergegeben, der es wiederum an das Volk ausgesprochen hatte und somit auch die Einladung des Königs, dass sein gesamtes Volk, ob Adel oder Bürger, angehalten sind das Refugium zu besuchen und Celestial, der schönen, der erhabenen Celestial ihre letzte Ehre zu erweisen. Nero wusste nicht ob jeder dieser Aufforderung nachkommen würde, eigentlich war es ihm auch nicht so wichtig, viel mehr brauchten sie dieses Ritual, nicht seine tote Schwester um mit der ganzen Sache abzuschließen, die Trauer zu verarbeiten und der Tatsache ins Auge zu Blicken, dass die Scheckstute von nun an nie wieder bei ihnen sein würde, höchstens noch in ihren Herzen. Doch das reichte dem König nicht, würde es nie.

NERO ALLEIN | ANSPIELBAR | ZENTRAL IM REFUGIUM
A RAVEN FLIES FROM THE NORTH TO THE SEA
A DRAGON WHISPERS HER NAME IN THE EAST
A COLD IRON THRONE, HOLDS A BOY BARELY GROWN
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#3
Erinnerungen konnten etwas Wunderschönes sein. Wenn man sich daran Erinnerte, wie es mit einem Lebewesen war, den man nicht mehr um sich hatte. Annaeus wusste er würde sich oft an Celestial erinnern. Er kannte ihr Lachen als würde er es eben hören. Er kannte jedes noch so kleine Fältchen das sich um ihre Augen gebildet hatte, wenn sie gelacht hatte. Ein Lachen das für ihn wie Balsam gewesen war. Ein Lachen das er viel zu selten gesehen hatte. Annaeus erinnerte sich noch daran, wie vor der Eheschließung auf Sie gewartete hatte. Er erinnerte sich daran, als wäre es eben erst gewesen. Wie Nervös er gewesen war, wie sein Herz gerast hatte. In keinem Jahr als Soldat, war er jemals so Nervös gewesen wie an diesem Tag. Immer wieder war sein Blick über die Gäste geglitten, hektisch. Immer wieder war er in den Augen seines Bruders gelandet, der neben ihm gestanden war. Sein Trauzeuge. Ares hatte ihm, auch nach dem zehnten Mal, noch aufmunternd zu genickt. Und dann hatte er sie kommen hören. Annaeus wusste noch ganz genau wie sich die Schauer auf seinem ganzen Körper ausgebreitet hatte, wie sein Herz stehen geblieben war. Einen Schlag lang, dann zwei. Und dann war Sie da gewesen. Der Heerführer wusste es noch ganz genau und manchmal, manchmal wenn er dieser Erinnerung verfiel, konnte er sogar den Sommer riechen, genau wie es vor wenigen Wochen, Monaten gerochen hatte. Nach Blumen, nach Sommer und nach einem Schuss Kräuter. Nach Wind, und nach Sonne, die sich benahmen als wollten Sie diesen Tag Krönen, als wollten sie diese Verbindung zu etwas Besonderen machen. Annaeus war überwältigt gewesen, überwältigt von ihrer Schönheit. Er hatte sich eine Träne verkneifen müssen, die sich einen Weg in die Freiheit gebahnt hatte. Sie hatte ihn angelächelt und das Strahlen, das aus ihrem Gesicht zu ihm herüberkam, hatte ihm den Atem geraubt. Annaeus war sich noch nie so sicher gewesen, dass er jemanden liebte, wie in diesem Augenblick. Er hätte sich in jedes offene Messer gestürzt, für sie. Doch es waren nur Erinnerungen. Erinnerungen einer längst vergessenen Zeit. Eine die viel zu kurz gewesen war. Erinnerungen die wehtaten. Annaeus zumindest. Sie waren wie Dämonen die sich an seinen Rücken krallten und mit ihren Scharfen Nägeln Vernarbte Haut an seinem Rücken zerkratzten. Sie Fraßen ihn von innen heraus auf, wie ein Gefährliches Virus das man erst entdecken konnte, wenn es eigentlich schon viel zu spät war. Es gab keine Medizin die ihn Heilen konnte, lediglich eine, die in der Lage war die Symptome ein wenig zu mildern. Nichts Half und er war gewillt sich diesen Dämonen hinzugeben. Bereitwillig wie ein Mann der wissentlich in einen Sturm hineinsegelte. Das unvermeidliche hinnehmend. Alle Tage waren gleich, sie reihten sich sinnlos aneinander. Und doch Funktionierte er, Funktionierte für seinen Sohn, weil er musste, weil es alles war was er noch konnte. Alles was er noch kannte.

Und doch hatte Annaeus das Leben gewählt, statt den Freitod. Er hatte das Leben gewählt, weil der Tod zu einfach gewesen wäre. Weil der Tod eine Erlösung gewesen wäre und eine Erlösung hatte er nicht verdient. Noch nicht. Außerdem war da eine Stimme gewesen, eine Stimme die ihn zurückgerufen hatte. Da war etwas in ihrem Ton gewesen, vielleicht auch nur eine Einbildung, aber es hatte ihn zurückgeholt. Weil er einen Sohn hatte, weil er und Celestial einen Sohn hatten. Weil er wusste, tief in seinem Dunkelsten Inneren, an einem Ort wo keiner jemals hindurfte, dass Lesti es gewollt hätte. Er wusste das sie ihn verabscheut hätte, wenn er ihren Sohn im Stich gelassen hätte, wenn er dieses kleine Unschuldige Wesen nicht hätte beschützen können. Und dafür litt er. Er wusste, auch wenn er es nicht wahrhaben wollte, dass sie ihm niemals so ein Leben gewünscht hätte. Sie hätte ihm gesagt er solle Glücklich werden. Solle nie aufhören zu Leben. Und er hätte ihr das gleiche gesagt. Und doch, verschloss er sich vor diesem Wissen und gab sich seinem Leiden hin, gab sich dem Schmerz hin den inzwischen, kannte er nichts anderes als diese Dunkelheit die sein Zuhause geworden war. Die Dunkelheit in der er sich auskannte. Er kannte sich darin so gut aus, dass er sich manchmal fragte ob es jemals anders gewesen war, ob es für ihn jemals eine andere Welt gegeben hatte. Eine Welt die Annaeus kannte, durchaus, aber von der er gelernt hatte das sie bei weitem nicht alles war. Dass sie viel zu wenig war. So gesehen waren sie zwei Ertrinkende, er und Spartacus, jeder in seiner eigenen Strömung. Und es war das Leben gewesen das sie beide in den gleichen Sog getrieben hatte. Sie besaßen die Fähigkeit den jeweils anderen zu Retten. Aber sie wussten es nicht. Ahnten es noch nicht einmal. Und der Weg dahin, würde ein Schlachtfeld werden wie sie es beide noch nie gesehen hatten. Aber wenigstens damit, damit kannten er sich aus. Mit Schlachten, Kämpfen und Kriegen. Mit roher Gewalt. Sie waren überhaupt nicht vorbereitet auf das, was sie beide da erwartete. Annaeus Blick starrte Leer auf den Körper seiner liebsten, während er spürte wie der Körper des kleinen Fohlens neben sich stand. Seinen Sohn, Ihren Sohn. Ein seufzen löste sich von seinen Lippen. Er musste weitermachen, weil es jemanden gab für den er Leben musste, Zärtlich stupsten seinen Nüstern seinen Sohn, während sein Blick zu Nero glitt und kurz auf seinem Besten Freund verweilte. Auch er hatte einen unbegreiflichen Verlust erlitten. Einen, den keiner von ihnen verstehen konnte. „Sei Stark mein Sohn“ glitt es leise von seinen Lippen, Wörter die nur für die Ohren seines Sohnes bestimmt waren.

ANNAEUS UND SPARTACUS | ANSPIELBAR | ZENTRAL IM REFUGIUM
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#4
Anspielbar | abseits der Gruppe um Nero und Annaeus


Ahnungen waren verdammt boshaft. Sie verführten und verleugneten, sie missachteten und bestraften. Allen voran zerteilten sie die Seele. Er hatte es selber durch gemacht. Seine Ahnung hatte sich nun bestätigt. Hätte er was ändern können? Hätte es etwas genützt, würde seine Worte sich als nützlich erweisen, hätte er vor einer Woche seine Ahnung Mund getan?
Alvaro bis sich auf die Zähne, zermalte die Kiefer und stieß schließlich den harten Atem in die Luft. Ein schritt nach dem Anderen hatte es seinen kräftigen Körper aus der Kiesgrube getragen, mit samt seinen Soldaten und jenen die es werden wollten.
Man hatte sie ins Refugium gebeten. Seine innere Stimme schien ihm immer und immer wieder sagen zu wollen, dass er nichts hätte tun können. Ihm gebot es nicht, am Leben des Adels teil zu nehmen. Er war der Ausbilder, nichts weiter. Dennoch hätte seine Erfahrung nach vielleicht etwas... wieder schnaubte er aus, schloss die Augen. Hier waren ebenso viele Erfahrene Hengste und Stuten, die hätten auch alle was sagen können. Nicht normal, da stimmt was nicht. Aber vermutlich – das wusste der Buckskin ja nicht – hatten es die anderen auch gewusst.

Langsam schloss er seine Augen und versuchte den Druck des schmerzenden Herzen bei Seite zu schieben. Niemand, niemand sollte seine Familie verlieren. Er wusste, wie viel leid es einbrachte, wie viele Wunden es in die Seele Schlug, ins Herz, in den Körper.
Sein Leben war voll davon denn er hatte die seine Familie ebenfalls verloren. Doch Alvaro war kein Hengst der sich dem öffnete, gut verschlossen war dieses Geheimnis. Dennoch versuchte es nun, je näher sie dem frisch gebackenen Papa und Ehemann, dem Sohn und dem Bruder kamen, hinaus zu schleichen. Wie wabernde Nebel umzog es die Truhe, dicke Ketten hatte er ein seinem Inneren fest gezurrt.

Alvaro hob den Kopf als er ins Refugium eintrat und schnippte kurz mit den Ohren. Die Soldaten und Auszubildenden sollten Ehrerbietung zeigen, schließlich nahm auch er eine demütiger Haltung ein und trat zu der Stute dessen Leichnam unter dem Baum gebettet war.
Kurz blieb er stehen, schloss die Augen, neigte den Kopf hinab. Für einige Herzschläge hielt er inne, dann hob er den Rammskopf wieder und trat an Annaeus heran und den kleinen Sohn.

„Mein Beileid, Annaeus. Möge Celestial in frieden ruhen!“ gab er den beiden sein Mitgefühl. Schließlich drehte er bei und trat langsam an Nero heran.
Sein Klos im Hals schnürte sich so eng, dass er keinen Blickkontakt wagen konnte.

„Nero, mein tiefstes beileid!“ zu mehr war er nicht imstande, das Ohren-spiel und die nassen Augen verrieten, dass es ihn sehr mit nahm. Schließlich wand er sich ab, stellte sich etwas abseits hin und betrachtete die anderen ankommenden. Alleine mit sich, die Einsamkeit überkam ihn abermals. Hatte er doch so stark dagegen angekämpft.

„Oh Bíara, wärst du noch hier!“ seufze er und kämpft nun mit aller macht gegen die Tränen an. Er war ein Krieger, ein Kämpfer, ein harter, starker Hengst. Dennoch kannte er den Verlust, den Tod und die Einsamkeit nur zu gut.

Geht mit seiner Gruppe zum Refugium | betet vor Celestial | bekundet Annaeus und Spartacus sein Beileid | bekundet Nero sein Beileid | hält sich etwas abseits und hängt seinen Gedanken nach]

Aus schwarzer Nacht, noch in weiter Ferne, ruft die Stimme mich:
Komm find zu dir zurück!
Wenn du dich verlierst, wird dein Mut auch mit dir sinken
Also komm zu dir!?
Sei ein Held, sei stark!


[Bild: pass_into_oblivion___character__alvaro_b...cdmzpd.png]
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#5
Wie konnte Gott nur so grausam sein? Hatte sie ihn nicht die ganze Zeit um hilfe gebeten? Warum musste er ihr dann eine gute Freundin entreissen? Eine so junge Mutter, eine Ehestute, eine Schwester?
In den ersten Tagen hatte Tuana immer mal wieder bei Celestial geschaut, ihr für einige Stunden an der Seite gewacht, sie hatte Hoffnung und Ängste nehmen wollen bei Annaeus und dem gerade neugeborenen Spartacus. Der kleine verstand bestimmt die Welt nicht mehr.
Just hatte Tuana das Gespräch mit Nero im heiligen Hein im Kopf. Ihre Trauer wurde noch schwerer. Tränen rannen hinab, als sie sich von der Steppe aufmachte um ins Refugium zu gelangen. Einige hatten sich ihr angeschlossen, schweigsam, die Köpfe gesenkt.

Pochend wurde das Herz immer schneller, wie sollte sie den beiden Hengsten nur unter die Augen treten?
Celestial, warum hast du aufgeben? dachte sie und sah das Blut vor ihren Augen. Sie hatte ja gekämpft aber Gott brauchte wohl ein neuer Engel. Nur warum die junge Mutter? Warum nicht jemand älteres. Oder mich! es war kein erschrockener Gedanke, Tuana wusste, dass man sie nicht vermissen würde. An ihrer Seite stand kein Hengst, an ihrem Euter tank kein Fohlen. Aufgaben hatte sie keine. Also warum musste eine so wertvolle Stute aus der Herde entrissen werden, wenn es doch solche wie sie gab?

Ein zittern ging durch den Körper der Schimmelstute, als die das Refugium betrat. Einen Ort, an dem sie so selten verweilte. Eigentlich noch nie hier war. Ihr Blick viel auf Celestials leblosen Körper. Tränen rollten still über die Ganaschen während sie sich zwingen musste, nicht komplett vor Trauer zu vergehen. Es war schwer das Schluchzen in der Brust zu verstecken. Neros Blick wich sie aus, verschämt und ein wenig an Schuld befindend. Langsam nahm sie den Weg zu Annaeus und Spartacus.
Ihr Kopf geneigt, die Ohren hängend zur Seite.

“Oh Annaeus, es tut mir so leid!“ begann ihre sanfte Stimme zu zittern und zu brechen, während sie krampfhaft versuchte, für die beiden Stark zu sein.
Ihre Nüstern berührten die seinen und – obwohl dies vermutlich ungebührlich schien – umhalste sie den großen Hengst. Sie drückte ihn sehr stark und hoffte, dass er verstehen würde. “Wenn ich irgendwas machen kann, sag einfach Bescheid, okay?“ flüsterte sie ihm zu, ließ dann ab und schenkte ihm noch einen Blick, der zwar keine Hoffnung barg, aber Mitgefühl und sehr viel Trauer.

Schließlich neigte sie den Kopf, versuchte noch mehr sich zu beherrschen und schnoberte den kleinen Spartacus durch den Schopf.
“Deine Mama war eine Freundin von mir. Leider brauchte Gott einen Engel, aber ich glaube, sie wird immer an deiner Seite verweilen. Auf dich aufpassen und stolz auf ihre beiden Männer sein!“ die Stimme war sehr leise geworden, sanft, ein wenig traurig aber sehr überzeugend. Es waren Worte nur für Ihn und Annaeus. Noch einmal drückte sie dem kleinen ihre Nüstern auf die Stirn, blickte dann hoch zu seinem Vater.

BEI ANNAEUS UND SPARTACUS
☽ꕥ☾
Hab keine Angst vor Deinen Schwächen
Fürchte nie Deine Fehler aufzudecken
Sei
bedacht, beruhigt und befreit
Sei auch verrückt von Zeit zu Zeit
Lerne vergeben und verzeihen
Lerne zu fesseln und zu befreien!

☽ꕥ☾
[Bild: tuana.png]
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#6
Irgendetwas in ihr hatte es geahnt, hatte gerochen, dass Celestial seit einer Woche mehr und mehr von dem Tod übermannt wurde, wie sein schwarzer Mantel sich über ihre Gestalt legte, sie in Ruhe bettend. Penthesilea betrachtete den leblosen Körper, der so vage gekämpft, sich so schnell mit der Verhandlung des pechschwarzes Pferdes zufrieden gegeben hatte, das sie es fast als Todessehnsucht beschrieben hätte. Doch sie schwieg, maste sich nicht an, so etwas über die Schwester des Königs zu behaupten.
Der Blick ihrer klaren, blauen Augen versuchte kurz den ihres Freundes - sie nannte ihn einfach so, da hatte er kein großes Mitbestimmungsrecht - zu erhaschen, doch er schien sie nicht weiter zu bemerken.

Nachdem ihre Mutter und sie zu Nero gegangen waren und ihm ihr Beileid mitgeteilt hatten, stellten sie sich etwas abseits der anderen Gruppen und betrachteten und beobachteten die anderen Pferden die in das Refugium traten. Manche mit einem ehrfürchtigen Blick, ob der Grenze die sie zum ersten Mal überschritten, andere mit der blanken Trauer in den Augen, weinend, wieder andere mit einem nüchternen Blick, wahrscheinlich Pferde, die nur des Anstandes wegen gekommen waren. Penthesilea musterte interessiert das 'normale Volk' ehe sie sich zu ihrer Mutter wandte und fragte, ob sie sich zu Annaeus und Spartacus stellen dürfte, weil Spartacus ihr Freund sei und sie gelernt hatte, dass man seine Freunde stützen solle. Ihre Mutter nickte sachte, flüsterte ihr aber noch einmal mahnend ins Ohr, dass sie weder versuchen sollte zu spielen oder Spartacus mit 'unangebrachten' Scherzen aufzuheitern.

"Was denkst du denn wie ich drauf bin?"

Die Stimme der kleinen Stute war leise, klang aber empört, ehe sie trotzig ihren kleinen Schweif hochschnippte. Dann wurde der Ausdruck auf ihrem Gesicht aber wieder ernst und sie begab sich mit leisen Schritten zu der kleinen Gruppe die sich um die Familie Licinius gebildet hatte. Darunter auch Tuana, die zusammen mit ihrer Mutter sich um Celestial in der schwarzen Woche gekümmert hatte.

Hallo Annaeus, Hallo Spartacus, Hallo Tuana... Ist es okay für Euch, wenn ich mich zu Euch stelle?"

Während Penthesilea das sagte, klebte ihr Blick an dem Hengstfohlen, das jetzt schon kräftiger wirkte als sie. Eigentlich richtete sich ihre Frage an ihn.

ZUERST BEI ASARIEL, GEHT DANN ZU ANNAEUS, SPARTYCUS UND TUANA | ZENTRAL IM REFUGIUM
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#7
Das Bild war grotesk, abstoßend und gleichzeitig erfüllte es ihn mit so unendlich viel Schmerz, dass er glaubte er würde unter dieser Last zusammenbrechen. Leere Seelenspiegel wanderten ihren schlanken Körper entlang. Kirschblüten, die für Hoffnung standen, wurden umhüllt vom Tod. Das Glück, welches er niemals empfinden würde, lag nun zu seinen Hufen und ihm wurde bewusst, dass er die Zeit nicht zurückdrehen konnte. Sie würde ihn nicht aufwachsen sehen. Wäre ich nicht gewesen dann würde Celestial noch leben. Seine wundervolle Mutter, die vor wenigen Stunden im Kreise ihrer Liebsten die letzten Atemzüge getan hatte. Spartacus wollte es sich nicht eingestehen, aber ein Gedanke malträtierte sein Gehirn, in seinen Schläfen pochte es, ein Dröhnen wie von Hammerschlägen...ich bin schuld...an Mutters Tod sein Herz zog sich zusammen und zitternd ließ er den Atem entweichen.

Eine einzelne Träne rann seine Wange hinab. Er wollte nicht weinen. Nicht vor allen Anwesenden und schon gar nicht vor Celestial. Er senkte den Blick, seine kleinen Hufe standen akkurat nebeneinander. Seine gesamte Körperhaltung wirkte angespannt, verriet die große Überwindung die es dem Hengstfohlen kostete überhaupt hier anwesend zu sein. Adelige und auch das normale Volk waren gekommen um der Familie ihr Mitgefühl zu bekunden und um sich von der toten Stute zu verabschieden. Nur ab und zu verriet das Schnippen eines Ohres, dass Spartacus nicht vollkommen zu Stein erstarrt war. Teilnahmslos ließ er es über sich ergehen. Versuchte die aufmunternden Worte zu ignorieren, die ihn nur noch tiefer in die Trauer stürzen wollten. Eine einzige Berührung zog seine komplette Aufmerksamkeit auf sich, sein Kopf wandte sich seinem Vater zu. Sein geliebter Vater, der nun doppelt so stark sein musste wie er. Hatte Annaeus seine Mutter doch um einiges länger gekannt. Seine Worte vermochten es der Trauer im Herzen des jungen Spartacus ein wenig Linderung zu verschaffen.

"Ich weiß...Dad."

Seine Worte waren nicht mehr als ein heiseres Flüstern. Er verzichtete auf jene Höflichkeit, die er seinem Vater sonst immer gern entgegenbrachte. Hier. In ihrer jetzigen Situation war es ihm gleich, was die anderen von ihm hielten. Nur ein flüchtiger Seitenblick wurde König Nero geschenkt, ehe er das Haupt wieder senkte und ein Blütenblatt betrachtete, welches sich auf seine Hufen niedergelegt hatte. Er musste eine Weile nicht auf seine Umgebung geachtet haben, so hatte er nicht mitbekommen, wie eine weiße Stute sich zu seinem Vater gesellt hatte, dementsprechend zuckte er auch zusammen, als sich weiche Nüstern sanft an seine Stirn drückten. Spartacus entzog sich der sanften Berührung etwas, um die Weiße in Augenschein zu nehmen. Einen Engel. hatte sie Mama genannt. Ob es ihr wohl gut ging, da wo sie jetzt war? Er blinzelte die aufkommenden Tränen davon, drückte seinen Kopf nur noch intensiver der weißen Stute entgegen, versuchte Halt zu finden. Doch der Moment war nur kurz und das Gefühl der Wärme verschwand augenblicklich. Seine Augen richteten sich auf seinen Vater, Spartacus selbst schwieg. Nicht wissend, wie er sich zu verhalten hatte.

Doch eine Stimme unterbrach seine Gedanken und mit einem müden Lächeln blickte er zu Penthesilea die auf die Drei zu kam. Unbewusst war er näher zu seinem Vater gegangen, spürte die Wärme die von seinem kräftigen Körper ausging. Seine Ohren drehten sich Lea entgegen. Er hatte sie gesehen, hatte ihre Worte verstanden, nickte bloß abwesend, ehe sein Blick wieder zurück zum Kirschbaum glitt. Noch immer verließ kein einziges Wort seine Lippen. Und wenn er ehrlich war, war ihm nach sprechen nicht zumute. Er schloss die Augen und gab sich erneut der Trauer hin, die sich wie ein schwarzer Mantel um ihn gelegt hatte.

BEI ANNAEUS, TUANA UND PENTHESILEA | ZENTRAL IM REFUGIUM
When sparks begin to fly, Oh the flames they multiply, Well I'm burnin' up alive
I'm a living legend
[Bild: fohlen.png]
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#8
Stille hatte sich über ihr Land gelegt. Seit Tagen schon schien alles leiser geworden zu sein, wie betäubt, und am heutigen Tage schließlich war endgültig jeder Laut verschluckt worden. Selbst hier, in den letzten Winkeln des Waldes, die seit jeher von einer natürlichen Ruhe erfüllt waren, war es spürbar gewesen und hatte die Weiße mit dunkler Ahnung erfüllt. Obgleich sie sich vor Monden in die Einsamkeit zurückgezogen hatte, jedweden Kontakt zu den anderen Bewohnern des Landes meidend, und ihre Gedanken so weder von Tratsch noch von sonstigen Dingen, die die Vorgänge hier betrafen, verfälscht worden waren, nistete ein Gefühl in der Brust der jungen Stute, welchem sie nachgehen musste.
Langsam bewegte sich die zierliche Gestalt unter dem zart grünenden Blätterdach dahin. Die Entscheidung, aus dem selbst gewählten Exil zurückzukehren, war ihr zwar nicht leicht gefallen, hatte aber als die einzig logische Konsequenz gewirkt um diesem inneren Drängen Einhalt zu gebieten.
Ohne den Blick schweifen zu lassen, folgte sie dem breiter werdenden Weg, dessen ausgetretenen Pfade verrieten, dass sie sich dem Zentrum des Reiches der Valerius näherte. Sie hatte nicht großartig nachdenken müssen, wohin sie zu gehen hatte. Die Tatsache, dass kaum eine andere Seele sich im Tal aufhielt, hatte ihre Ahnung verstärkt und ihre Schritte ohne weiteres Zutun in Richtung des Refugiums gelenkt.

Als sich schließlich die ausladenden Kronen der Kirschbäume ihres Blickfeldes bemächtigten, hielt Echo in ihren Bewegungen inne, die braunen Augen über die Szene gleiten lassend, die sich ihr darbot. Lange hatte sie sich aus dem Leben zurückgezogen, so lange, dass sie selbst nicht sicher war, ob nicht doch der Tod schon nach ihr gegriffen hatte und nun, da sie sich wieder inmitten der existenten Realität fand, war sie gezwungen sich einen Augenblick zuzugestehen, in welchem sie die Geschehnisse in sich aufnehmen konnte, die während ihrer Absenz stattgefunden hatten.

Celestial ruhte am Fuße eines der Kirschbäume und Echo kam nicht umhin, den schmerzhaften Kontrast zwischen den nach Leben strebenden Kirschblüten und dem reglosen Leib zu bewundern. Die Weiße wusste nicht, warum das Leben der Prinzessin ein solch unerwartetes Ende hatte nehmen müssen, doch ahnte sie, dass es in Verbindung mit dem blutjungen Kind stand, welches an der Seite Annaeus' verweilte. Die kleine Gestalt von Schmerz umschattet. Ein kurzes, trauriges Lächeln umspielte die Lippen der weißen Stute. ‚Ein Leben für ein Leben‘. Sie wusste um die Pein, die seine junge Seele quälte – war sie ihr selbst ebenfalls noch immer, auch nach all diesen Jahren, ein ständiger Begleiter. Es blieb zu hoffen, dass es ihm gelang, sich irgendwann von der Trauer zu lösen. Immerhin hatte er im Vergleich zu Echo den entscheidenden Vorteil, dass ihm eine Familie zur Seite stand, die seinen Verlust teilte. Er musste nicht alleine damit zurecht kommen.

Unwillkürlich glitt ihr Blick bei diesem Gedanken hin zu dem Rappen. Nero sah müde aus, mitgenommen, was nur natürlich war angesichts der Schicksalsschläge. Wie lange er wohl über seine eigenen Bedürfnisse hinwegsehen würde, ohne Rücksicht auf seine physische wie psychische Gesundheit? Es war unverantwortlich von ihm, alle Last alleine tragen zu wollen… doch stand es Echo weder zu, noch hatte sie die Ambition, dies zu ihrem Problem zu machen. Dennoch – die Sorge um den Schwarzen, die mit leiser Stimme in ihrem Herzen murmelte, vermochte sie nicht zu überhören.

Sie seufzte, ließ den Blick, der nicht mehr als einen kurzen Moment auf dem König geruht hatte, weiter schweifen. In nicht allzu großer Entfernung stand Alvaro, ebenfalls in Gedanken versunken, so wie die meisten der Anwesenden. Mit einer fließenden Bewegung setzte die zierliche Stute sich in Bewegung, gesellte sich an die Seite des deutlich größeren Kriegshelden.

„Eine traurige Krönung dieser unruhigen Zeiten.“,

begrüßte sie ihn und ihre eigene, melodische Stimme klang unendlich fremd in ihren Ohren, so lange hatte sie das Wort an keinen mehr gerichtet.

KEHRT NACH LANGEM AUFENTHALT IM GRENZGEBIET ZURÜCK, NACHDEM SIE OHNE ABSCHIED VERSCHWUNDEN WAR | GESELLT SICH ZU ALVARO | ETWAS ABSEITS DES ZENTRUMS
THE SUN SETS, THE NIGHT SHINES
NO MORE SWEET SHARADE.
THE SKY FALLS IN YOUR EYES, THERE'S NO HASTE TO PLAY
NOW THE MASQUERADE IS OVER
GONNA WATCH YOU COME UNDONE

[Bild: t98r52.png]
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#9
Komplett in sich Versunken, betrachtete er wie durch Nebel die Pferde. Jene die hier ins Refuguim traten. Zum ersten und hoffentlich letzten Male. Stuten und Hengste, die er kannte, die er gerne um sich hatte. Allgemein als Volk benannte Geschöpfe, die auf das Wohl und die Stärke seiner Truppe angewiesen sind.
Er ist der Ausbilder der Soldaten, ein Anführer der Truppe und Beschützer des Volkes. Auch wenn er und die übrigen hin und wieder mit der Leibgarde zusammen arbeiteten, es blieb immer in seinem Sinn, dass das Volk zu schützen galt.
Dieses Volk trauerte jetzt. Es hatte die Angst überwunden, die durch Xanthos noch recht frisch war und doch mussten sie wieder um ein Leid beklagen, ein Leben welches zu früh endete und Hinterbliebene alleine ließ.

Während viele die Köpfe unten hielten, waren Alvaros aufrecht. Seine Ohren zuckten unaufhaltsam hin und her, während sein Körper Ruhe und Gelassenheit ausstrahlte. Innerlich jedoch war er so angespannt. All seine Alarmglocken waren an, würden sofort schrillen, sollte etwas passieren, etwas Unvorhergesehenes. Genau deshalb ließ er seine Soldaten nicht aus den Augen. Hoffte, dass auch sie diese taten.
Am verwundbarsten war die Herde, wenn sie trauernd zusammen stand. Von außen käme nichts hinein, aber wer wusste – eben nach den dunklen Tagen – wie es innen aussah?

Nur am Rand bekam er die lang vermisste helle Stute mit. Erst das Raunen und tuscheln erweckte seine Aufmerksamkeit. Echo war aufgetaucht. Die Stute die sich selbst etwas auferlegt hatte – oder so.
Langsam und beinahe schwebend, kam sie auf ihn zu. Er nickte, sie gesellte sich zu ihm.
Lange her, dass er die Stimme der Stute war nahm, auch wenn er so kaum Kontakt zu ihr hatte.
Wieder nickte der Ramsköpfige und stellte nun das Sonar seiner Ohren ein.

“Wenn dies das Ende wäre ja, aber es scheint als wäre es erst der Anfang. Ich hatte auf bessere Zeiten gehofft, doch die Sterne scheinen wohl einen anderen Pfad auf zu hellen.“ Lag da eine Traurigkeit in seiner Stimme, die eigentlich hätte verborgen bleiben sollen?
Dieses Ereignis erinnerte ihn an die Vergangenheit, eine Zeit, die er lieber vergessen wollte. Bevor Àlvaro hier ankam, bei Nero, hat er alles Verloren. Sein Herz, sein Blut, seinen Verstand – den er langsam zurück gewann.

“Wie ist es euch ergangen in der letzten Zeit?“ fragte der Hengst nach, da die Trauer zu stark sein Herz zerfetzte um darüber noch weiter Nachdenken zu wollen. Außerdem war er wirklich daran interessiert. Hier und da hatten sie die Spuren Echo’s als Anlass genommen, einige Übungen daraus zu machen, aber die Stute blieb doch meist vor aller Köpfe verborgen.


ECHO | abseits des Zentrums

Aus schwarzer Nacht, noch in weiter Ferne, ruft die Stimme mich:
Komm find zu dir zurück!
Wenn du dich verlierst, wird dein Mut auch mit dir sinken
Also komm zu dir!?
Sei ein Held, sei stark!


[Bild: pass_into_oblivion___character__alvaro_b...cdmzpd.png]
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#10
Es standen schon die nächsten an um Annaeus ihr Beileid zu bekunden. Mit einem weiteren Blick wand sich Tuana ab und ließ den Hengst alleine dort stehen, alleine mit zwei Fohlen. Penthesilea hatte sich dabei gemischt um zu Spartacus zu kommen. Vielleicht brachte den kleinen dass auf andere Gedanken.
Deshalb wendete ihr kräftiger, aber durchaus sportlicher, Körper ab.
Wie fahl nun alles, was gestern besprochen war, heute wirkte. Falsch und irgendwie lächerlich. Niemals hätte sie so stark an etwas glauben sollen. Es ziemte sich einfach nicht. Hoffnung machen und dann saß man doch vor den vielen zerbrochenen Scherben.
Still rann eine Träne ihren leicht angehauchten Rammskopf herab. Verlor sich in der weißen Blesse.

Celestial hätte nicht sterben dürfen. Sie war noch so jung und hatte alles. Einen Mann, ein wunderbares gesundes Fohlen und vor allem aber eine Familie, einen starken Bruder der sie Beschütze.
Ihre eigenen Gedanken kreisten um Lazerus. Er war auch immer für sie da gewesen und immer noch, wenn etwas nicht stimmte. So sind große Brüder nun einmal. Wenn sie an ihren kleinen Bruder dache, diesen zu verlieren?
Ihr Herz krampfte sich zusammen.
Automatisch hatten sich ihre Hufe nun zu Nero geführt und ehe sie noch die Augen voll tränen öffnete, spürte sie seine Nähe mit jeder Faser ihres Körpers.

Blau traf Gold.
Schwarz traf weiß.
Doch verband diese Uneinigkeit nun die Trauer über ein geliebtes und gemochtes Wesen.
Was sollte sie ihm sagen?
Schwer lagen die Gedanken, wollten sich nicht bewegen, wollten nicht recht erfassen, was wirklich passierte.
Langsam senkten sich die Seelenspiegel wieder, die trotz so viel Zuneigung für den schwarzen Hengst, auch die unendliche Trauer über die Stute wieder spiegelte.

“Es… es tut mir so leid!“ flüsterte Tuana mit rauer, trauernder Stimme.
Eigentlich hätte sie nun weiter gehen müssen, aber etwas hielt sie bei ihm. Bei Nero. Langsam kam sie noch ein Stück näher, so nah, dass ihr eigentlich nicht gebot. Schließlich berührte sie mit ihrer Nüstern den seinen Hals. Es war eine sanfte, trauernde Geste, kurz und eine federleichte Berührung. Schließlich wusste Tuana nicht, ob er es zulassen würde und ob es hier Sinn hatte.
Er sollte blos wissen, dass sie da war, wenn er sie brauchte, egal für was.

Langsam nahm sie die Nüstern wieder weg und ging an ihm vorbei. Die Helle hätte weiter gehen sollen, doch sie wendete ihren Körper abermals und stellte sich etwas hinter Nero an seiner Seite.
Er sollte mit seiner Trauer nicht alleine sein, nicht heute – auch nicht all die andere Zeit, aber das war wohl ein anderes Blatt und dies konnte nur er selbst ändern!
Wo war Kyra? Und Danae?
Beide hatte Tuana noch nicht erblicken können. Es kamen noch weitere Pferde.
Ihre blauen Augen erblickten jedes der weiteren Tiere welche das Refugium erklommen. Da war Echo, die wunderschöne Echo, die sich zu dem starken Soldaten Alvaro gesellte. Es wurde leise geredet, eine drückende Stimmung die Ehrfurcht und Trauer reflektierte. Eigentlich wollte sie noch mehr für Nero tun, aber ob er es wollte? Ob sie es durfte? Den Blick ihrer Eltern spürte sie jedenfalls auf ihrem Rücken. Doch Nero, war er ein Freund? Sie mochte den Hengst als solchen, er war, anders unter den vielen Schichten seiner Regentschaft.
Eines ihrer weißen Ohren lag auf Nero gerichtet. Wenn er zu reden wünschte, würde sie da sein.


von Annaeus zu -> NERO
☽ꕥ☾
Hab keine Angst vor Deinen Schwächen
Fürchte nie Deine Fehler aufzudecken
Sei
bedacht, beruhigt und befreit
Sei auch verrückt von Zeit zu Zeit
Lerne vergeben und verzeihen
Lerne zu fesseln und zu befreien!

☽ꕥ☾
[Bild: tuana.png]
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