07-03-2024, 02:51 PM
Oh, damit wusste Vesta nicht umzugehen. Ihr Blick löste sich von Anchor Aegidius. Nun, wurde quasi von ihm fortgerissen. Diese Reaktion hatte sie nicht beabsichtigt und sogleich fühlte sie sich schlecht für die zuvor geplante Intrige. Ihr Verantwortungsgefühl wollte beschützend einen Schleier um ihre Schwester hüllen. Ceres sprach so offensiv und doch waren ihre Ausdrucksweise, das Hochjagen der sonst so ruhigen Stimme, das Verziehen der Mimik, die Art wie ihre Augen sich weiteten und wie gehetzt sie in Richtung des Schimmels und der jungen Astoria blickte, so verräterisch. So... eindeutig?
Vesta wusste dieses Sperrfeuer nicht zu handhaben und sah sich machtlos ihrer Schwester und ihrer wirren Gefühlswelt ausgeliefert. Verloren blinzelte sie schneller als notwendig, folgte den hastigen Blicken Ceres' und suchte nach dem richtigen Zeitpunkt, ihrer Kanonade Einheit zu gebieten. Sonst würden sie sich früher oder später wieder unter dem rauen Kommando ihrer Großmutter oder Mutter wiederfinden und dazu hatte sie diesen Abend bislang doch zu sehr genossen.
"Ruhig, du Närrin." Schalt sie und erschrak sich ob ihrem ungewohnten Ton. Endlich endete ihre Tirade nachdem ihr Herz wohl keine weiteren Worte gefunden hatte. Was auch immer dies gerade gewesen war, Vesta hatte soeben einen Blick hinter die Fassade werfen können.
War es Schmerz, begründet in einer Kausalitätskette, derer Vesta sich emotional schon früh genug entzogen hatte? Waren es ehrliche Gefühle, die sie Desmond gegenüber hegte? War es Bedauern, ganz gleich in welcher Hinsicht, ihrer Relation Lucian gegenüber, die ihr den Sinn so ketzerisch formte?
In ihr brannte das Verlangen ihre Schwester zu umhalsen. Stattdessen lehnte sie sich in einer fließenden Bewegung vor, sammelte eine abtrünnig gewordene Strähne in gleißendem Rot wieder ein und legte sie zurück zum seidigen Vorhang, der sich sanft über die Stirn der Füchsin legte. Sie tat es nicht, weil sie so viel Wert auf diese Kleinigkeiten legte, sondern weil sie ihr bewusst war, wie wichtig es Ceres selbst war. Die Braune hielt inne, begutachtete die jüngere für einen Moment. Sie hatte dieses grelle Rot einst gefürchtet. Jetzt bemerkte sie, wie sehr sie das flammfarbene Licht liebte.
"Ja. Ich kenne gewiss deine Ansprüche." Tat sie das? Zumindest jene, die Ceres nach außen zu geben bereit war. Aber ihre wahren Gefühle? Ihr kleiner Ausbruch eben hatte ihr gezeigt, dass dort vieles in einem Hinterzimmer lauerte, von welchem sie bis dato nichts gewusst hatte. "Dein eigenes Interesse aber..." Was tat sie hier? Sie verlangte Ehrlichkeit und spielte selbst mit verdeckten Karten. Sie bereute ihr kleines Spielchen, welches sie in die Wege geleitet hatte zutiefst. Welch närrische Königin würde sie abgeben. So weich und unüberlegt. Das müsste sie ändern. Zu den Konsequenzen ihres Handelns aber stand sie. Also entschloss sie sich dazu den ersten Schritt zu gehen - auch wenn sie dies vielleicht bereuen sollte.
Ein verstohlener Blick, eine fließende Bewegung und sie führte ihre Schwester kaum merklich einen weiteren Schritt fort vom Geschehen.
"Ich könnte nichts von dir verlangen, was ich selbst nicht bereit bin zu zahlen. Also..." Sie holte Luft. Damals hatten sie alle Geheimnisse geteilt. Vielleicht war es Zeit, diesem nicht länger hinterher zu trauern, sondern lediglich anzuknüpfen. "Ich mag ihn. Wirklich. Nicht, weil ich endlich die Anforderungen unserer Familie damit erfüllen kann. Nein, Ceres. Ich mag ihn. Denn ich glaube er ist fähig, mich zu sehen." Nicht Vesta Acillius. Nur Vesta.
"Deine Gespräche mit Desmond," führte sie weiter. "Bist du ehrlich mit dir angesichts deiner Empfindungen? " Eine Wahrheit für eine weitere. Sollte Ceres davon halten was sie wollte. Vesta würde zumindest mit sich im Reinen sein wollen. Sie könnte anders nicht weitermachen. Ihr Vertrauen in sich selbst war das einzige, was sie über Wasser halten konnte. Hätte sie sich selbst aufgegeben... sie glaubte nicht, dass sie eine Chance auf Glück hätte.
Vesta wusste dieses Sperrfeuer nicht zu handhaben und sah sich machtlos ihrer Schwester und ihrer wirren Gefühlswelt ausgeliefert. Verloren blinzelte sie schneller als notwendig, folgte den hastigen Blicken Ceres' und suchte nach dem richtigen Zeitpunkt, ihrer Kanonade Einheit zu gebieten. Sonst würden sie sich früher oder später wieder unter dem rauen Kommando ihrer Großmutter oder Mutter wiederfinden und dazu hatte sie diesen Abend bislang doch zu sehr genossen.
"Ruhig, du Närrin." Schalt sie und erschrak sich ob ihrem ungewohnten Ton. Endlich endete ihre Tirade nachdem ihr Herz wohl keine weiteren Worte gefunden hatte. Was auch immer dies gerade gewesen war, Vesta hatte soeben einen Blick hinter die Fassade werfen können.
War es Schmerz, begründet in einer Kausalitätskette, derer Vesta sich emotional schon früh genug entzogen hatte? Waren es ehrliche Gefühle, die sie Desmond gegenüber hegte? War es Bedauern, ganz gleich in welcher Hinsicht, ihrer Relation Lucian gegenüber, die ihr den Sinn so ketzerisch formte?
In ihr brannte das Verlangen ihre Schwester zu umhalsen. Stattdessen lehnte sie sich in einer fließenden Bewegung vor, sammelte eine abtrünnig gewordene Strähne in gleißendem Rot wieder ein und legte sie zurück zum seidigen Vorhang, der sich sanft über die Stirn der Füchsin legte. Sie tat es nicht, weil sie so viel Wert auf diese Kleinigkeiten legte, sondern weil sie ihr bewusst war, wie wichtig es Ceres selbst war. Die Braune hielt inne, begutachtete die jüngere für einen Moment. Sie hatte dieses grelle Rot einst gefürchtet. Jetzt bemerkte sie, wie sehr sie das flammfarbene Licht liebte.
"Ja. Ich kenne gewiss deine Ansprüche." Tat sie das? Zumindest jene, die Ceres nach außen zu geben bereit war. Aber ihre wahren Gefühle? Ihr kleiner Ausbruch eben hatte ihr gezeigt, dass dort vieles in einem Hinterzimmer lauerte, von welchem sie bis dato nichts gewusst hatte. "Dein eigenes Interesse aber..." Was tat sie hier? Sie verlangte Ehrlichkeit und spielte selbst mit verdeckten Karten. Sie bereute ihr kleines Spielchen, welches sie in die Wege geleitet hatte zutiefst. Welch närrische Königin würde sie abgeben. So weich und unüberlegt. Das müsste sie ändern. Zu den Konsequenzen ihres Handelns aber stand sie. Also entschloss sie sich dazu den ersten Schritt zu gehen - auch wenn sie dies vielleicht bereuen sollte.
Ein verstohlener Blick, eine fließende Bewegung und sie führte ihre Schwester kaum merklich einen weiteren Schritt fort vom Geschehen.
"Ich könnte nichts von dir verlangen, was ich selbst nicht bereit bin zu zahlen. Also..." Sie holte Luft. Damals hatten sie alle Geheimnisse geteilt. Vielleicht war es Zeit, diesem nicht länger hinterher zu trauern, sondern lediglich anzuknüpfen. "Ich mag ihn. Wirklich. Nicht, weil ich endlich die Anforderungen unserer Familie damit erfüllen kann. Nein, Ceres. Ich mag ihn. Denn ich glaube er ist fähig, mich zu sehen." Nicht Vesta Acillius. Nur Vesta.
"Deine Gespräche mit Desmond," führte sie weiter. "Bist du ehrlich mit dir angesichts deiner Empfindungen? " Eine Wahrheit für eine weitere. Sollte Ceres davon halten was sie wollte. Vesta würde zumindest mit sich im Reinen sein wollen. Sie könnte anders nicht weitermachen. Ihr Vertrauen in sich selbst war das einzige, was sie über Wasser halten konnte. Hätte sie sich selbst aufgegeben... sie glaubte nicht, dass sie eine Chance auf Glück hätte.