06-23-2024, 02:14 PM
Gerade erst in die Gesellschaft eintretenden Jungspunden legte man nahe, nicht mehr als drei Bissen in einer Nacht von den bewährten Beeren zu sich zu nehmen. Aaron—seines Erachtens erprobt und dabei vollkommen ignorierend, dass er das letzte Jahr nicht eine einzige Beere gesehen hatte—verschlang sie wie Gras. Ab einem gewissen Punkt stellte sich ein wohlwollendes Kribbeln in seinen Gliedern ein. Und wenn schon. Dann hatte er Penthesileas Gunst eben noch nicht errungen. Gaia würde sie nicht ewig voneinander fernhalten können. Das Schicksal würde sie zusammenbringen und bekanntermaßen konnte man derartige, von Gott gegebene, Bestimmungen nicht aufhalten. Die Alte würde schon noch sehen...
Mit Wucht wurden ihm die Vorderbeine weggezogen. Aaron schaffte es gerade noch, sich zu fangen, aber sein linker Vorderhuf zerdrückte dabei mit einem Schmatzen zahlreiche kostbare Beeren. Sein rechtes Bein jedoch wollte ihm nicht ganz gehorchen und knickte weg. Sein Knie rammte sich in den feuchten Haufen und pikiert starrte Aaron auf den lilanen Saft, der bis zu seiner Brust empor spritzte. Wer wagte es…?
Blinzelnd sah er nach oben. Dunkles Fell, ein lächerlich helles Abzeichen auf der Visage und ein angepisster Blick. Annaeus war wieder da. Wie schön. Nur, dass diese Angekotzheit nicht ganz zu dem Licinius passte. Das war eher die Sparte seines Ausbilders, aber der hatte die Farbe von Karotte, nicht von Kuhscheiße. Nein, das da war…
Aaron sammelte den Rest Saft der Beeren, der in seinem Maul verharrte, und spuckte dem Knaben direkt ins Gesicht.
Spartacus Licinius. Er hatte dieses Kind selbstverständlich beobachtet, aber sehr früh entschieden, dass der damalige Anwärter auf den Thron nicht viel herbrachte. Und wie man sah sollte er Recht behalten. Der Thron war ihm entrissen worden, ebenso wie seine Mutter und all die Privilegien, derer er sich in seinem dummen, kleinen Köpfchen gewiss schon sicher gewesen war.
Dass sich sowas überhaupt traute, zu ihm zu kommen. Einem Miles! Spartacus war ein Niemand, hätte genauso gut ein verstoßenes Bastardskind sein können. Vielleicht war er das sogar, schließlich hatte er keinen Elternteil mehr, der für ihn bürgen konnte. Nur den König, der aber leider Gottes schon ein Ersatzkind gezeugt hatte. Eine wahre Tragödie.
Taumelnd richtete sich Aaron auf, wäre dabei beinahe über seine eigenen Hufe gestolpert und hätte sein Fell einmal mehr in Traubensaft getränkt, aber glücklicherweise blieb ihm diese Peinlichkeit erspart. Nicht, dass ihn dies gerade geschert hätte. Der Bub vor ihm, dieses armselige Geschöpf, verlangte all seine Aufmerksamkeit.
"Was willsn du?" Die Worte kamen ihm nicht so leicht über die Lippen, wie er gehofft hatte, aber es reichte, sich zu seiner vollen Größe aufzurichten, um einen Teil seines Stolzes zurückzuerlangen.
"Hört deinen unzivilisierten Schimpftiraden niemand mehr zu, oder hast du endlich verstanden, dass sowieso niemand Interesse daran hat, mit dir zu reden?" Aaron wollte sich wieder seinen Beeren zuwenden, aber in ihnen prangte ein unappetitlich aussehender Abdruck eines Pferdehufes. Ungeduldig stampfte er zweimal mit dem Hinterhuf auf.
"Page!", rief er. Sollte der sich um dieses obszöne Abbild kümmern und es beseitigen.
Mit Wucht wurden ihm die Vorderbeine weggezogen. Aaron schaffte es gerade noch, sich zu fangen, aber sein linker Vorderhuf zerdrückte dabei mit einem Schmatzen zahlreiche kostbare Beeren. Sein rechtes Bein jedoch wollte ihm nicht ganz gehorchen und knickte weg. Sein Knie rammte sich in den feuchten Haufen und pikiert starrte Aaron auf den lilanen Saft, der bis zu seiner Brust empor spritzte. Wer wagte es…?
Blinzelnd sah er nach oben. Dunkles Fell, ein lächerlich helles Abzeichen auf der Visage und ein angepisster Blick. Annaeus war wieder da. Wie schön. Nur, dass diese Angekotzheit nicht ganz zu dem Licinius passte. Das war eher die Sparte seines Ausbilders, aber der hatte die Farbe von Karotte, nicht von Kuhscheiße. Nein, das da war…
Aaron sammelte den Rest Saft der Beeren, der in seinem Maul verharrte, und spuckte dem Knaben direkt ins Gesicht.
Spartacus Licinius. Er hatte dieses Kind selbstverständlich beobachtet, aber sehr früh entschieden, dass der damalige Anwärter auf den Thron nicht viel herbrachte. Und wie man sah sollte er Recht behalten. Der Thron war ihm entrissen worden, ebenso wie seine Mutter und all die Privilegien, derer er sich in seinem dummen, kleinen Köpfchen gewiss schon sicher gewesen war.
Dass sich sowas überhaupt traute, zu ihm zu kommen. Einem Miles! Spartacus war ein Niemand, hätte genauso gut ein verstoßenes Bastardskind sein können. Vielleicht war er das sogar, schließlich hatte er keinen Elternteil mehr, der für ihn bürgen konnte. Nur den König, der aber leider Gottes schon ein Ersatzkind gezeugt hatte. Eine wahre Tragödie.
Taumelnd richtete sich Aaron auf, wäre dabei beinahe über seine eigenen Hufe gestolpert und hätte sein Fell einmal mehr in Traubensaft getränkt, aber glücklicherweise blieb ihm diese Peinlichkeit erspart. Nicht, dass ihn dies gerade geschert hätte. Der Bub vor ihm, dieses armselige Geschöpf, verlangte all seine Aufmerksamkeit.
"Was willsn du?" Die Worte kamen ihm nicht so leicht über die Lippen, wie er gehofft hatte, aber es reichte, sich zu seiner vollen Größe aufzurichten, um einen Teil seines Stolzes zurückzuerlangen.
"Hört deinen unzivilisierten Schimpftiraden niemand mehr zu, oder hast du endlich verstanden, dass sowieso niemand Interesse daran hat, mit dir zu reden?" Aaron wollte sich wieder seinen Beeren zuwenden, aber in ihnen prangte ein unappetitlich aussehender Abdruck eines Pferdehufes. Ungeduldig stampfte er zweimal mit dem Hinterhuf auf.
"Page!", rief er. Sollte der sich um dieses obszöne Abbild kümmern und es beseitigen.